Spiel

Das Geheimnis der Abtei

Spielerzahl

3-6

Alter

ab 8 Jahren

Dauer

60-90 Minuten

Autor

Serge Laget,
Bruno Faidutti

Verlag

Days of Wonder (Web)

Preis

ca. 35 Euro

Jahrgang

2003

Wertung

H@LL:


3.9

Besucher:


4.7


Spielziel/ Einleitung:

Bruder Adelmo wurde tot aufgefunden. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter den Mauer der Abtei? Einer der anwesenden Mönche muss der Mörder sein. Die Spieler übernehmen die Ermittlungen, untersuchen die Räume der Abtei, durchstöbern dabei auch alte Dokumente, sammeln Informationen und machen Enthüllungen.

Beschrei- bung:

Der Spielplan zeigt die Raume der Abtei. Die Spieler starten in der Kapelle und erhalten neben einem bunten Blatt mit allen Verdächtigen auch einige Verdächtigenkarten. Eine dieser Karten wird unter den Spielplan geschoben und somit der Täter bestimmt. Alle weiteren Karten werden auf die entsprechenden Felder des Spielplans gelegt. Der Startspieler erhält die Messekarten und die Messeglocke.

Der Startspieler beginnt eine Spielrunde und schiebt die Glocke auf der vor ihm liegenden Messekarte eine Position weiter.

Nun führt im Uhrzeigersinn jeder Spieler seinen Zug durch, der aus Bewegen der Figur um bis zu zwei Feldern, Begegnungen und Aktionen besteht.

Begegnungen
Bleibt ein Mönch auf einem Feld stehen, auf dem sich bereits ein anderer Mönch befindet, darf er ihm eine Frage stellen. Diese kann sich auf die Handkarten oder die Liste der Verdächtigen beziehen. Sie kann aber auch nach den Aktionen der Mitspieler gerichtet sein. Natürlich herrscht in der Abtei ein Wahrheitsgelübde. Der Befragte kann allerdings auch auf sein Schweigegelübde verweisen und eine Antwort ablehnen. Dadurch verzichtet er natürlich auch auf die Chance einer Gegenfrage.

Aktionen
Aktionen richten sich nach den Räumen der Abtei, in denen sich die Mönche befinden. So ermöglichen es die Beichtstühle und die Zellen der Mönche, Verdächtigenkarten von Mitspielern zu ziehen und zu behalten.
Im Schreibzimmer darf bei jedem Besuch Einsicht in ein Buch (eine Karte) genommen werden, die entweder sofort ausgeführt oder bei entsprechender Kennzeichnung zur späteren Verwendung aufgehoben werden kann.
Die Bibliothek darf jeder Spieler nur einmal betreten, um dort einen Blick auf die wertvollsten und verbotenen Bücher und Texte zu werfen. Entsprechend mächtige Auswirkungen sind die Folge. Auch darf man nicht zu jedem Zeitpunkt diesen Raum betreten, denn dass ist nur den Spieler vorbehalten, die zur Zeit die wenigsten Karten mit verdächtigen Mönchen auf der Hand halten.
Im Sprechzimmer erhält man in der Anfangsphase des Spiels noch zusätzliche Verdächtigenkarten. Später kann ein Spieler dort durch Nennung von zwei bis drei Kriterien (die verdächtigen Mönche unterscheiden sich in Ordenszugehörigkeit, Position, dick oder dünn, mit Bart oder rasiert und Kopfbedeckung) einen Mitspieler dazu bringen, ihm eine entsprechende Handkarte zu zeigen.
Wichtig ist noch der Kapitelsaal. Nur dort dürfen Enthüllungen und Anschuldigungen gemacht werden, für die es am Ende des Spiels Punkte gibt. Enthüllungen bedeuten, dass der enthüllende Spieler eins der fünf Kriterien herausgefunden hat, welches auf den Täter zutreffen soll. Durch eine Anschuldigung wird ein Mönch namentlich als Mörder angeklagt.

Messe
Wenn ein Startspieler eine neue Runde beginnt und die Messeglocke bewegen muss, diese ich aber bereits auf dem letzten Feld der Messekarte befindet, läutet er damit im wahrsten Sinne des Wortes eine Messe ein. Alle Spieler stellen ihre Figuren wieder in die Kapelle, es wird eine Ereigniskarte gezogen, die sich meist auf alle Spieler auswirkt und anschließend werden Verdächtigenkarten getauscht. Nun wandert die Funktion des Startspielers einen Spieler nach rechts und das Spiel wird fortgesetzt.

Das Spiel endet nach einer erfolgreichen Anschuldigung mit der Abrechnung. Richtige Enthüllungen bringen +2 Punkte, falsche jedoch -1 Punkt. Falsche Anschuldigungen sorgen für -2 Punkte, wohingegen eine richtige gleich +4 Punkte einbringe. Wer nun die meisten Punkte vorweisen kann, ist Sieger.

Fazit:

Das Material ist hervorragend. Nicht nur die Grafik ist schön und stimmungsvoll, sondern auch Details wie die Mönchfiguren oder Glocke. Besonders ist auch noch der bunte Block mit den 24 verdächtigen Mönchen zu erwähnen. Beinahe bedauert man es, so ein Blatt nur für ein Spiel verwenden zu können. Die 50 Blätter sollten jedoch ausreichen.

Was die Spielregeln angeht, muss man Abstriche machen. Die Ausführungen sind nicht immer eindeutig. Missverständnisse in der Regelauslegung sind die Folge. Speziell das Verschieben der Glocke sorgte in meinen Runden für etwas Verwirrung. Wenn auch etwas andere Strukturierung der Regel gut getan hätte, sind die Ausführungen ausreichend, um das Spiel angehen zu können.

Durch die ganze Atmosphäre des Materials und der Geschichte in Anlehnung an "Der Name der Rose" erweckt das Spiel schnell Interesse. Einige Ereignisse verstärken das Flair des Spiels, wenn beispielsweise die Fragen und Antworten im Stil gregorianischen Gesängen gestellt werden sollen.

Das häufige Tauschen der Karten, was im Laufe des Spiels durch die Messe immer mehr zunimmt, sorgt dafür, dass irgendwann jeder alle Verdächtigen einsehen kann. Dadurch ergibt sich aber auch eine geringere Planbarkeit. Wer hat oder kennt welche Karten? Nur mit Hilfe dieser Informationen kann man zielgerichtet Fragen stellen. Denn durch Fragen wie "Hast du Bruder Jakob von der Liste gestrichen?", deren Antwort ja alle Mitspieler erfahren, gelingt es kaum einen Vorsprung in der Ermittlungsarbeit zu erreichen. Somit liefert das Frage und Antwort-Spiel einen amüsanten kommunikativen Aspekt, hilft mir im Spiel jedoch nur bedingt weiter.

Die Punktewertung klingt interessant und die Möglichkeit, über richtige Verdächtigungen gewinnen zu können, ohne den Täter letztlich entlarvt zu haben gefällt mir gut. In meinen zahlreichen Partien musste ich jedoch feststellen, dass soviel Enthüllungen gar nicht gemacht wurden und am Ende doch die richtige Anschuldigung über den Sieg entschieden hat.

Unweigerlich taucht der Vergleich zum guten alten Cluedo auf. Der Klassiker bietet vielleicht nicht so viel Atmosphäre, ermöglicht den Spielern jedoch in höherem Maße durch richtiges Fragen und Kombinieren seine detektivischen Fähigkeiten einzubringen. Dies drückte sich so auch in vielen Reaktionen meiner Mitspieler aus.

So bleibt Das Geheimnis der Abtei ein stimmungsvolles Deduktionsspiel, das die Erwartungen an die spielerischen Möglichkeiten für manche nicht ganz erreicht, dennoch für angenehme Unterhaltung sorgt.
(Hans-Peter Stoll - 10.08.2003)

Unsere
Wertung:

Spieler

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz
Hans-Peter Stoll

Barbara Winner

Bernd Eisenstein

Christian Preuß

Conny Eisenstein

Conny Grimm

Doris Hahn

Frank Gartner

Kathrin Nos

Klaus Jörder

Oliver Grimm

Peter Nos

Ralph Köster

Roland Winner

Sandra Lemberger

Thomas Wolter

Uta Hillen

Udo Kalker

Kommentar: Schnell verhaspelt man sich mit seinen persönlichen Aufzeichnungen. Durch die Weitergabe von Karten wird das Ganze dann unkalkulierbar und man kann sich nur noch auf vage Vermutungen stützen.
Rene Puttin

Kommentar: Cluedo mal anders. Wirklich schönes Kombinationsspiel.
Michael Kahrmann

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Spieler

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz

Philipp Klarmann

Torben Schiller

Kommentar: Ein nettes Spiel, dass allerdings nicht immer flüssig abläuft. Das Material ist abgesehen von den Rechtschreibfehlern fantastisch, die Regel an einigen Stellen unklar.

Carsten Pinnow

Kommentar: Nette Aufmachung, aber sonst?

Pia Lemberger

Kommentar: Wow! Die Aufmachung ist perfekt und das Spiel selbst erinnert mich an eine gelungene Mischung von Cluedo und Inkognito, beides Klassiker die ich sehr gerne gespielt habe (spiele). Leider ist der Preis in manchen Geschäften wahnsinnig hoch - was wohl auf den noch ziemlich kleinen Verlag "Days of Wonder" zurückzuführen ist der noch nicht so billig produzieren kann?!

Michael Werner

Kommentar: + Die Regelvarianten ermöglichen den Glücksfaktor zu variieren. + Endlich eine Konkurrenz für Cluedo - Die Altersangabe ab 8 ist voll daneben. 12 wäre passender.

Andreas*

Thomas Schulz

Kommentar: Leider wurde die Idee, das gute alte Cluedo-Prinzip aufzupeppen, zwar atmospärisch wesentlich dichter als das Original umgesetzt, klemmt aber etwas in der Spielmechanik. Wesentliches Manko ist für mich die exzessive Kartenweitergeberei.

Matthias Ermer

Kommentar: Mein persönlicher Einstieg in die Welt der Deduktionsspiele. Wenn ich ein Spiel absehbar verliere und trotzdem über 2 Stunden Gaudi habe, kann`s so schlecht nicht sein.

Christine Awischus

Braz

Kommentar: Volle Punktzahl für dieses stimmungsvolle Spiel. Wer Deduktionsspiele ähnlich eines Inkognito mag, dem sei das Spiel sehr ans Herz zu legen...

Baki Nalincioglu

Baki Nalincioglu

Michael F.

Carsten Bohn

Lars Andersch



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