Beschrei- bung: | Die Gärten der Alhambra werden von den Spielern, die die Rolle der Gärtner übernehmen, rund um die Gebäude der Alhambra angelegt. 49 dieser Gebäude gibt es in fünf verschiedenen Arten: Pavillons, Serails, Arkaden, Gemächer und Türme. Jeder Gebäudeart ist ein Wert zwischen 1 und 5 zugeordnet. In das zu Beginn zufällig ausgelegte Raster von 7 x 7 Gebäuden passen die achteckigen Gartenplättchen, so dass jedes dieser Plättchen an vier Gebäude angrenzt. Diese Gartenplättchen enthalten vier Baum-Ensembles - eines in jeder der vier Spielerfarben, so dass je eine der vier Farben an je eines der Gebäude angrenzt. Die Anzahl der abgebildeten Bäume ist auf einem Plättchen für alle Farben gleich und liegt zwischen 1 und 6 Bäumen. Die Reihenfolge der Farben ist von Plättchen zu Plättchen unterschiedlich.
Reihum sind die Spieler am Zug: Dazu wird ein Baumplättchen aufgedeckt und angrenzend an ein bereits liegendes Baumplättchen auf einen freien Platz zwischen Gebäuden gelegt. Wird dadurch ein Gebäude von allen Seiten von Bäumen umgeben, kommt es zur Wertung: Es werden die Bäume pro Farbe gezählt. Der Spieler mit den meisten angrenzenden Bäumen erhält die Punkte für dieses Gebäude. Bei Gleichstand werden die daran beteiligten Spieler nicht bei der Wertung berücksichtigt - dann erhält der Spieler mit der nächsthöheren Anzahl an Bäumen die Wertung. Im Extremfall (drei Spieler haben gleich viele Bäume an diesem Gebäude) kann es sogar dazu kommen, dass ein Spieler, der gar nicht vertreten ist, die Punkt erhält. Die Punktzahl berechnet sich aus dem Wert des Gebäudes (zwischen 1 und 5), multipliziert mit der Anzahl der an der Wertung beteiligten Farben.
Sobald das letzte Gartenplättchen gelegt, und somit auch das letzte Gebäude gewertet wurde, endet das Spiel und der Gärtner mit den meisten Punkten gewinnt.
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Fazit: | Im thematischen Umfeld des Spiels des Jahres 2003 Der Palast von Alhambra betätigen wir uns jetzt als Gärtner. Dabei treffen wir auf Vertrautes: Die Gärten errichten wir selbst, und dabei werden die anderen im Palast von Alhambra vorkommenden Gebäude in ein ästhetisches neues Umfeld gebracht. Der Grafikstil führt in bewährter Art die Linie des Palastes fort, und so darf man sich während des Spiels auch über die schöne entstehende Landschaft freuen. Das geht sogar so weit, dass der Schattenwurf der Gebäude so ausgelegt ist, dass er am besten zur Geltung kommt, wenn eine bestimmte, durch eine Pfeilmarkierung angezeigte Richtung eingehalten wird. Etwas unpraktisch gestaltet sich die Handhabung bei Wertungen: Um anzuzeigen, dass ein Gebäude gewertet wurde, wird dieses umgedreht. Das ist spieltechnisch sehr praktisch, da man eine ggf. vergessene Wertung so leicht erkennen und nachholen kann, nur leider verrutschen die Gartenplättchen und andere Gebäude dabei gerne mal. Auch die Farbzuordnung der blauen Bäume zu einem violetten Punkteanzeiger ist zunächst etwas verwirrend.
Auf der Spieleschachtel ist es aufgedruckt: Bei Die Gärten der Alhambra handelt es sich um eine Neuauflage von Carat (zuerst bei db-Spiele, später bei Queen Games erschienen). Bis auf das Thema und die Grafik hat sich aber nichts am Spielmechanismus selbst geändert, lediglich die in den Spielplan integrierte Siegpunktleiste stellt eine willkommene Verbesserung dar, die besonders der Übersicht zugute kommt.
Die Spielregel ist klar formuliert und enthält für alle bei der Wertung auftretenden Fälle Beispiele. Der Einstieg ins Spiel gestaltet sich damit unkompliziert.
Der Spielablauf ist im Grunde recht einfach: Baumplättchen umdrehen, anlegen, gegebenenfalls werten. Dabei kann auch mal etwas Glück erforderlich sein, um im richtigen Moment das richtige Plättchen zu ziehen. Dieses Glückselement bezieht sich auf zwei Aspekte: Zum einen kann es mal praktisch sein, ein Plättchen mit wenigen Bäumen zu ziehen (um für eine Vermehrung der Siegpunkte eine fremde Farbe in eine Wertung zu bringen, bei der man selbst die Mehrheit hat), oder auch eines mit vielen Bäumen (um überhaupt erstmal eine Mehrheit erlangen zu können). Zum anderen wünscht man sich immer wieder eine bestimmte Anordnung der Farben zueinander. Denn jedes Plättchen bringt auch den lieben Mitspielern Einfluss auf die Wertung an anderen Gebäudeplättchen. Nur zu gerne möchte man natürlich so anlegen, dass man den Mitspielern die Mehrheiten an anderen Gebäuden nicht in die Hände spielt und diese nicht durch das Anlegen einer zusätzlichen Farbe aufwertet.
Diesem Glückselement stehen die taktischen Möglichkeiten gegenüber: Im Rahmen der aktuellen Auslage erfordert das Anlegen des gerade gezogenen Plättchens eine Optimierung, die allerdings - je nach Spielerrunde - zu einer nicht unerheblichen Grübelei führen kann. Nicht immer erscheinen die Wartezeiten, die aus diesen Nachdenk-Phasen entstehen können, im richtigen Verhältnis zum Nachziehglück zu sein - durch unglückliches Nachziehen kann man durchaus auch mal unverschuldet das Nachsehen haben.
Das kurzweiligste, aber auch anspruchsvollste Spielvergnügen hat man mit Die Gärten der Alhambra im Spiel zu zweit - vor allem wenn man in der in der Spielregel angegebenen Variante spielt, in der jeder Spieler zwei Farben übernimmt, und der Sieger sich aus der Summe beider Farben bestimmt. Hier sind die Grübelzeiten erträglich und der Einfluss am höchsten. Mit drei oder vier Spielern kann der Spielspass durchaus vom durch Nachdenken gehemmten Spielfluss abhängen.
Insgesamt liegt damit ein solides Spiel mit einer wirklich schönen Grafik vor, das sich besonders an die Spieler wendet, denen Der Palast von Alhambra schon gefallen hat. Einen Fehlkauf begeht man damit sicher nicht - wer sich aber anhand der oben geschilderten Thematik nicht sicher ist, ob ihm die Mischung aus Taktik und Glück zusagt, sollte sich vielleicht vor der Kaufentscheidung eine Probepartie vornehmen. (Kathrin Nos - 24.12.2004)
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