Beschrei- bung: | Jeder Spieler hat 5 Stammesmitglieder und 2 Fischerhütten, die während des Spiels in die aus 79 quadratischen Landschafts- und 12 Bonuskärtchen entstehende Landschaft einzusetzen sind. Zu Beginn wird eine Startkarte ausgelegt. Reihum legt jeder Spieler ein zufällig gezogenes Kärtchen an die bereits liegenden Kärtchen an. Auf den Kärtchen sind Wiesen mit wilden Tieren, Wälder, Flüsse und Seen abgebildet, die immer passend aneinander gelegt werden müssen (also: Wiese an Wiese, Wald an Wald, und Fluss an Fluss). Dadurch entsteht eine Landschaft, in die man seine Stammesmitglieder und Fischerhütten einsetzt, um Punkte zu erzielen. Auf das selbst angelegte Kärtchen darf man eine seiner Figuren setzen. Dabei muss man sich entscheiden, ob ein Stammesmitglied als Sammler in den Wald bzw. als Fischer auf den Fluss gestellt oder als Jäger auf die Wiese gelegt wird, oder ob man eine Fischerhütte an einem Fluss bzw. See baut. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass man seine Figur nur dort einsetzt wo sich noch keine andere Figur niedergelassen hat. Trotzdem können zunächst getrennte Landschaften im späteren Spielverlauf durchaus noch zusammenwachsen. Ist durch das Anlegen ein abgeschlossener Wald oder Fluss entstanden, wird dieser gewertet, falls mindestens eine Figur darauf steht:
- ein Fluss wird durch Quellen und/oder Seen abgeschlossen, und bringt 1 Punkt pro Flussabschnitt sowie 1 Punkt pro Fisch aus den angrenzenden Seen
- ein abgeschlossener Wald bringt 2 Punkte pro Waldabschnitt
Falls sich in einem abgeschlossenen Wald mindestens ein Goldfund befindet, so erhält der Spieler, der den Wald abgeschlossen hat, ein besonders lukratives Kärtchen vom Bonusstapel, das sofort in einem zusätzlichen Spielzug ins Spiel gebracht wird. Sollten mehrere Figuren an einer Wertung beteiligt sein, so gilt das “Recht des Stärkeren” (d.h. die Spieler mit den meisten beteiligten Stammesmitgliedern erhalten Punkte, die anderen gehen leer aus). Alle an einer Wertung beteiligten Figuren wandern zu ihren Besitzern zurück, und können somit im weiteren Spielverlauf wieder eingesetzt werden. Sobald der Vorrat an Landschaftskärtchen erschöpft ist (Bonuskärtchen können durchaus übrig bleiben), endet das Spiel und alle Fischer und Sammler werden von den nicht abgeschlossenen Flüssen und Wäldern entfernt.
Nun werden noch Jäger und Fischerhütten gewertet:
- Jäger erhalten für jedes Mammut, jeden Auerochsen und jedes Wild auf ihrer Wiese 2 Punkte, wobei für jeden Säbelzahntiger ein Wild weniger gewertet wird
- Fischerhütten bekommen 1 Punkt für jeden Fisch in ihrem Flusssystem (das sind alle Flüsse und Seen, die miteinander verbunden sind)
Auch hier gilt jeweils das “Recht des Stärkeren”. Wer schließlich die meisten Punkte sammeln konnte, ist der Sieger.
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Fazit: | Vergleich: Das grüne Carcassonne hat große Ähnlichkeiten zum blauen Carcassonne:
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der Spielmechanismus ist fast gleich geblieben
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auf den Landschaftskärtchen sind jetzt Waldabschnitte statt Stadtteilen, Flüsse statt Straßen, Seen statt Kreuzungen, und auf den Wiesen findet man jetzt wilde Tiere, die bei der Wiesenwertung ungefähr die Rolle fertiger Städte spielen
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auf Bonuskärtchen findet man sogar manchmal Pilze in Waldabschnitten, die den Schilden in Stadtteilen entsprechen die Fischerhütten kann man als - gerechter verteilten - Ersatz für die Klöster ansehen (auch wenn der Vergleich etwas hinkt)
Trotzdem ändern die Unterschiede den Charakter des Spiels:
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oft schließt man den Wald eines Mitspielers ab, um an ein Bonuskärtchen zu gelangen, das man meistens lukrativer anlegen kann
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mit den beiden besonderen Bonuskärtchen (Kultstätte und Feuer) kann man die Wertung einer Wiese manchmal entscheidend beeinflussen
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abgeschlossene Flüsse und Wälder sind ungefähr gleichwertig
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es entstehen viele Kleinst-Wälder (4 Punkte) und Kleinst-Flüsse (2 bis 9 Punkte, meist 4-5), weil nicht abgeschlossene Wälder und Flüsse am Spielende wertlos sind und weniger Stammesmitglieder zur Verfügung stehen
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große Wiesen und Flusssysteme können - müssen aber nicht - den Spielausgang entscheiden
Fazit: Carcassonne - Jäger und Sammler ist ein leicht zugängliches Spiel, das bei Familien und Gelegenheitsspielern gut ankommt. Spielefreaks bevorzugen wohl ein Spiel zu zweit oder zu dritt, weil der Glücksfaktor sich hier noch in Grenzen hält; bei größerer Spielzahl nehmen die taktischen Möglichkeiten deutlich ab. Die Spielregel ist verständlich geschrieben, gut gegliedert und enthält viele Abbildungen mit Beispielen und Erklärungen besonderer Landschafts- und Bonuskärtchen. Die Grafik ist abwechslungsreich gestaltet (Fische halten sich in den Seen auf, Steine, Büsche, einzelne Bäume und die wilden Tiere sind an Flüssen und auf Wiesen zu finden, während die Mischwälder Felsen, Goldfunde und Pilze beherbergen), aber leider leidet darunter die Übersicht. Die etwas monotonere Grafik des Vorgängers ist kontrastreicher und dadurch besser zu erfassen. Bei der Ausstattung hat man vom Vorgänger gelernt, und eine komplett durchnummerierte, übersichtliche Wertungstafel beigelegt, auf deren Rückseite eine beispielhafte Landschaft aufgedruckt ist, die bei der Erklärung des Spiels hilfreich sein kann. Auch die aus der Carcassonne-Erweiterung bekannten Punktekarten sind dabei, und diesmal wurde darauf geachtet, dass man die Bonuskärtchen auch auf der Vorderseite erkennen kann, wodurch das Aussortieren leichter fällt. Außerdem enthält die Schachtel noch 10 grüne Holzscheiben, die zum Abdecken von Säbelzahntigern und Wild bei der Wiesenwertung gedacht sind; das ist zwar eine gute Idee, aber in der Praxis sind sie meistens überflüssig. Ein Säckchen für die Landschaftskärtchen wäre hilfreicher gewesen, aber wer einen “Carcassonne – le sac” besitzt, wird sich darüber keine Sorgen machen. In Carcassonne - Jäger und Sammler wurden die guten Spielmechanismen des Vorgängers durch kleine Änderungen perfektioniert. Dadurch entstehen neue taktische Herausforderungen, so dass sich auch für Besitzer des blauen Carcassonne die Anschaffung lohnen kann. (Michael Reitz - 09.02.2003)
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