Spiel

Blue Moon City

Spielerzahl

2-4

Alter

ab 10 Jahren

Dauer

60 Minuten

Autor

Dr. Reiner Knizia

Verlag

Kosmos (Web)

Preis

ca. 25 Euro

Jahrgang

2006

Wertung

H@LL:


4.9

Besucher:


4.8


Spielziel/ Einleitung:

Die Stadt Blue Moon City ist fast völlig zerstört. Zwei bis vier Spieler übernehmen die Koordination von Bautrupps, die aus Charakteren der acht verschiedenen auf Blue Moon beheimateten Völker zusammengestellt werden. Durch die Beteiligung am Wiederaufbau der einzelnen Gebäude gilt es, Kristallstücke zu ergattern. Wer als erster genügend dieser Kristallstücke gesammelt und dem Gott Blue Moon geopfert hat, gewinnt das Spiel.

Die Völker Blue Moons entsprechen incl. der Grafik dem Blue-Moon-Kartenspiel - das war's aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten...

Beschrei- bung:

Jeder Spieler führt einen Bautrupp, der aus Charakterkarten der acht in Blue Moon City lebenden Völker besteht. Die Charaktere - anhand ihrer Farbe den Völkern zugeordnet - haben einen Wert von 1-3, der beim Bau eines Gebäudes eingesetzt werden kann. Außerdem haben die meisten eine nützliche Zusatzfähigkeit, die allerdings um so geringer ausgeprägt ist, je höher der Grundwert der Karte ist. Bei Benutzung der Karte darf aber nur entweder der Wert oder die Zusatzfähigkeit genutzt werden.

Diese Bautrupps wandern in Form von Spielfiguren über ein aus 21 quadratischen Gebäudetafeln bestehendes Spielfeld. Die Tafeln zeigen auf der einen Seite die Gebäude im Planungszustand und auf der anderen im wieder aufgebauten Zustand. Auf jeder Tafel ist durch ein bis vier farbige Quadrate angegeben, in wie vielen Bauabschnitten das Gebäude wieder aufgebaut werden muss. Durch deren Farbe und die Zahl darin wird festgelegt, welches Volk sich mit welchem Wert um den Wiederaufbau kümmern muss. Außerdem ist auf der Tafel über entsprechende Symbole angegeben, welche Belohnung die beteiligten Spieler für den Wiederaufbau erhalten. Das können die für die Opfer benötigten Kristallstücke sein, Drachenschuppen (die bei Zwischenwertungen auch Kristallstücke einbringen) oder zusätzliche Charakterkarten.

Soweit der Überblick, jetzt zum konkreten Spielablauf:

Zu Beginn des Spiels ist lediglich der zentrale Marktplatz mit seinem Obelisken schon wieder hergerichtet. Von hier aus starten die Spieler mit ihren Bautrupp-Spielfiguren. Um den Marktplatz herum werden die übrigen Gebäude im Planungszustand ausgelegt.

Reihum führen die Spieler nun ihre Züge aus, die jeweils aus drei Phasen bestehen:

  1. Bewegung: Die Spielfigur darf bis zu zwei Felder (also Gebäudetafeln) weiterbewegt werden
  2. Bauabschnitt errichten: Durch Abgabe von Charakterkarten mit einem oder mehreren der auf der Gebäudetafel geforderten Werte errichtet man den betreffenden Bauabschnitt und darf auf einem der dafür vorgesehenen Quadrate einen Baustein platzieren. Sind alle Bauabschnitte einer Tafel fertig, kommt es zu einer Wertung. Belohnt werden alle Spieler, die sich an der Errichtung dieses Bauwerks beteiligt haben, der fleißigste bekommt noch einen Bonus. Die Belohnung besteht je nach Bauwerk aus Kristallstücken, Drachenschuppen oder Verstärkung der Bautrupps (also zusätzliche Karten). Steht man auf dem Marktplatz, kann man dem Obelisken ein Opfer in Form von Kristallstücken bringen, wobei der "Preis" eines Opfers auf dem Obelisken angegeben ist und im Laufe des Spieles steigt.
  3. Karten nachziehen: es werden zwei Charakterkarten nachgezogen. Außerdem dürfen zuvor ein oder zwei Karten abgeworfen und entsprechend viele zusätzlich nachgezogen werden.

Zwei Details seien hier noch erwähnt:

  • Von den Drachenschuppen gibt es nur einen kleinen Vorrat. Wenn der aufgebraucht ist, gibt es ein paar Kristallstücke für die fleißigsten Drachenschuppensammler und auch die anderen gehen nicht leer aus, so dass sich auch hier eine Beteiligung lohnt.
  • Wenn ein Gebäude gewertet (=wiederaufgebaut) ist, wird das Gebäudeplättchen umgedreht. Hier ist das Gebäude in seiner ganzen Pracht abgebildet. Wichtiger für das Spiel ist, dass hier weitere Symbole abgebildet sind, die ab sofort bei der Wertung der daran angrenzenden Gebäude hinzugezählt werden. Das heißt, dass die späteren Wertungen wertvoller werden und man somit auch über die Reihenfolge der Wertungen Einfluss auf das Spiel nehmen kann.

Das Spiel endet in Abhängigkeit von der Teilnehmerzahl dann, wenn der erste Spieler eine bestimmte Anzahl von Opfern erbracht hat - z.B. vier bei vier Spielern. Dieser Spieler hat das Spiel gewonnen.

Fazit:

Grafik und Material sind ausgesprochen gelungen und ansehnlich. Die Gestaltung der Charaktere auf den Karten ist aus dem Blue-Moon-Kartenspiel übernommen. Auch für die Gebäude haben sich die Grafiker viel Mühe gegeben und sogar noch für jedes Gebäude eine eigene - für das Spiel nicht relevante - Hintergrundgeschichte erdacht. Hier enden übrigens auch schon die Gemeinsamkeiten mit dem Blue-Moon-Kartenspiel.

Die Spielregel erschreckt zunächst - einige eng beschriebene Seiten wollen gelesen werden. Aber sie ist gut verständlich, bis auf eine Ausnahme (s. Regelkorrektur) vollständig und trotz des Umfangs recht übersichtlich. Sie ist auch gut zum Nachschlagen geeignet, so gibt es zum Beispiel einen eigenen Abschnitt, in dem die Sonderfunktionen der verschiedenen Völker erklärt sind. Was hier vielleicht fehlt wäre eine Kurzübersicht, um die Regeln nach längerer Spielpause noch einmal kurz aufzufrischen. Zu Beginn braucht man dann auch ein bisschen, bis man die Spezialfähigkeiten "drauf" hat, aber spätestens nach einem Spiel geht's dann flott voran.

So schön die Hintergrundgeschichte auch ausgedacht ist und so interessant die Charaktere gezeichnet sind - das beabsichtigte Spielgefühl (also der Wiederaufbau einer Stadt) will sich beim Spielen nicht so recht einstellen. Das liegt vielleicht daran, dass es sich grundsätzlich um ein Mehrheiten- und nicht um ein Aufbauspiel handelt. Bei diesem geht es allerdings weniger darum, möglichst viele Wertungen zu gewinnen, als vielmehr, bei vielen Wertungen beteiligt zu sein. Da hätte es sicherlich andere Themen gegeben, die besser zum Spiel gepasst hätten.

Dennoch greifen die verwendeten Mechanismen sehr schön ineinander und das Spiel macht viel Spaß. Das Kartenglück ist vorhanden, wird aber durch den relativ hohen Durchsatz und die Möglichkeit, pro Zug bis zu zwei Karten auszutauschen, gering gehalten. Man kann durch gezieltes Sparen bestimmter Kartenkombinationen überraschende Zwischenspurts einlegen - dafür fehlen einem diese Karten vielleicht bei anderen Wertungen. Es entstehen kaum Wartezeiten, weil man die Zeit während der Züge der Mitspieler schon zur Vorausplanung der eigenen Züge nutzen kann. So ist die angegebene Spieldauer von 60 Minuten für geübte Spieler durchaus realistisch. Das Spiel funktioniert mit allen Teilnehmerzahlen, wobei mir das Spiel zu dritt oder viert wegen der höheren Dynamik noch besser gefällt. 

Damit wäre ich auch schon bei der wichtigsten Taktik: Man darf nicht den Fehler machen, sich alleine in eine Ecke zu verziehen und "ungestört" die Gebäude aufzubauen - dann gehen einem sehr schnell die Puste bzw. die Bausteine aus. Es ist meist günstiger, mit zwei Bausteinen als Mitläufer in zwei verschiedenen Gebäuden vertreten zu sein, als sich mit diesen die Mehrheit in einem Einzelgebäude zu sichern. Von daher ist es am besten, sich das "linke Quadrat" zu sichern, da dieses bei Gleichstand der Bausteine den Siegerbonus bekommt. So zwingt man entweder einen Mitspieler zur Abgabe vieler Karten, um mehr als einen Baustein zu setzen, oder man erhält den Bonus. Die Gefahr dabei ist, dass sich die Mitspieler in eine andere Ecke des Spielplans begeben - dann ist dieser Baustein totes Kapital. So muss man manchmal der Versuchung widerstehen, sich aufgrund einer verlockenden, passenden Kartenkombination zu weit von den anderen zu entfernen.

Zusammenfassend bin ich geneigt zu sagen "ein typischer Knizia": ein Spiel mit abstrakten Mechanismen, vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Materials, mehreren Wegen, die zum Ziel führen - und mit ziemlich austauschbarem Thema. Ein gelungener Kiniza allerdings: Das Spiel ist absolut familientauglich, bietet aber auch dem ambitionierteren Spieler taktische Möglichkeiten. Den Strategen bietet sich hier allerdings kein ausreichendes Betätigungsfeld, dazu ist dann doch der Einfluss der Karten zu hoch.

(Ralph Bruhn - 07.06.2006)

Regel- korrektur:

Regelergänzung zum toten Ende aus Mangel an Kristallen:  

Sollte die Stadt komplett wieder aufgebaut sein und dennoch kein Spieler genügend Kristalle besitzen, um das Spiel zu beenden, gilt folgendes: Alle Spieler müssen in Zugreihenfolge so schnell wie möglich zum Obelisken ziehen und ihre Kristalle spenden. Wer nun am meisten Siegpunkte errungen hat, gewinnt das Spiel. Bei Gleichstand entscheidet die Menge an Restkristallen. Ist auch diese gleich, endet das Spiel unentschieden zwischen diesen Spielern.

Kurzspiel- regel

In unserer Rubrik Kurzspielregeln stellen wir Euch Zusammenfassungen/Übersichten diverser Spiele im PDF-Format zur Verfügung. Einfach öffnen und ausdrucken:
Blue Moon City

Unsere
Wertung:

Spieler

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz
Ralph Bruhn

Bernd Eisenstein

Kommentar: Thematisch hat mich das Spiel zunächst abgeschreckt, machte dann aber doch recht viel Spaß. Vor allem das Anwachsen der Belohnung durch benachbarte Felder hat mir gut gefallen.
Roland Winner

Michael Andersch

Peter Nos

Uta Hillen

Kathrin Nos

Carsten Pinnow

Jochen Traub

Kommentar: Der Titel schreckte mich erst mal ab, da ich Blue Moon Kartenspiel nicht so gut finde. Allerdings hat das Brettspiel damit nix zu tun. Der Titel und Thema hätte besser gewählt werden können.
Hans-Peter Stoll

Ulrich Fonrobert

Kommentar: Die Blue Moon Atmosphäre ist super auf das Brett gebracht worden. BMC spielt sich zügig, kurzweilig und spannend.
Rolf Braun

Kommentar: ne gute 3, nix wirklich neues, aber auch nix wirklich schlechtes.
Frank Gartner

Sandra Lemberger

Michael Schlepphorst

Kommentar: Tendiere zwischen einer 5 und 6. Aufgrund des schon angesprochenen "Problems" das oft viele Spieler in der selben Runde Schluß machen können, gebe ich aber "nur" eine 5.
Steffen Stroh

Jens Hillen

Udo Kalker

Kommentar: Ein Mehrheitenspiel, bei dem man auch noch gut im Rennen liegt, wenn man zweiter oder dritter bei einer Auswertung wird. Grafisch ansprechend illustriert und mit dem Opfern in der Mitte erinnert es ein wenig an Mesopotamien. Oftmals ist der Sieg knapp und das Spiel damit sehr spannend.
Silke Hüsges

Kommentar: Insgesamt ein wirklich schönes Spiel. Für meinen Geschmack ist nur der Spielausgang oft etwas zu knapp.
Katrin Husmann

Clemens Schollenberger

Rene Puttin

Jörn Griesbach

Frank Schwarz

Barbara Winner

Michael Kahrmann

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Blue Moon City


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Andreas Brunner

Kommentar: Ich hatte das Glück, völlig unvoreingenommen an das Spiel heranzutreten, da ich das Kartenspiel noch nicht kannte. Blue Moon City gefällt mir allerdings so gut, dass ich mir als nächstes das Kartenspiel besorgen werde. Es ist ein echtes Top Spiel und völlig zu Recht für das SdJ nominiert!

Marco Stutzke

Andrea Hüsker

Kommentar: Das Spiel hat eine Fantasy-Optik, die Geschmackssache ist. Das Spiel selbst funktioniert gut, aber bei uns sprang der Funke nicht über. Zu zweit fanden wir es am Langweiligsten. Uns hat es zu viert am Besten gefallen.

dmk

Kommentar: Ein schönes Spiel. Etwas trocken umgesetzt. Letztenendes ist es zwar so ausgewogen, dass man eigentlich nie vor den letzten paar Runden den Sieger vorhersagen kann, aber genau das sehe ich (ähnlich wie bei Mesopotamien) als Kritikpunkt: "Leider verliefen unsere Partien meistens so knapp, daß winzige "Wegeoptimierungsfehler" den Ausschlag über Sieg oder Niederlage ergaben." (Zitat einer dortigen Kritik, die ich bei BMC aber genau so unterschreiben kann).

Udo Winterstein

Hendrik Cornilly

Udo Möller

Kommentar: Spannendes Spiel, besonders in einer Viererrunde.

Markus Beer

laboheme

Frank Schaubrenner

Wolf von der Osten-Sacken

Kommentar: Ein Spiel, das "entdeckt" werden will. Wer die Kombinationsmöglichkeiten der Karten beherrscht und nutzt, hat die Nase vorn. Ebenso, wer daran denkt, daß man nicht der größte Baumeister sein muss, sondern daß auch nur Beteiligungen durch benachbarte fertige Gebäude sehr viel einbringen können. Der Spielspaß ist für mich eine sehr gute 5.

Sarah Kestering

Kudde

Kommentar: Wahrlich kein schlechtes Spiel, aber mir fehlt das "gewisse Etwas".

Oliver Hermanns

Kommentar: Je mehr Spieler desto besser. Nicht durch die Fantay-Optik abschrecken lassen.

Sascha

Kommentar: Hmmm... bin Knizia-Fan, aber BMC ist doch wirklich etwas harmlos geworden. Man kann den anderen Spielern kaum in die Quere kommen, es sei denn die Karten erlauben es. Kartenmanagement ist kaum nötig, da man immer "irgendetwas nützliches" machen kann. Winzige Positionsoptimierungen und die "Pillar 1" zur Richtigen Zeit machen den Sieg aus. Etwas zu sehr balanciert, sehr knapp, aber unbefriedigender Sieg. Friedliches, ruhiges, sehr hübsches Spiel. Gegen das aggressive BM-Kartenspiel oder Spiele wie Ra oder Tadsch Mahal kann BMC leider nicht bestehen. Für diese Spiele kann man Jahre aufwenden um sie meistern zu lernen, hier kann jeder sofort mitspielen, was ja auch nicht schlecht sein muss :)

Klaus Ottmaier

Kommentar: In allen Besetzungen kurzweilig und spannend. Sehr schönes Material. Starke 5 Punkte.

Michael Thomas

Kommentar: Sehr kurzweilig.

Lars Andersch

Kommentar: Rief bei uns irgendwie so gar keine Begeisterung hervor...

Viktor Koch

Kommentar: Sehr schön gestaltetes Spiel. Leichter Glücksanteil wegen zufälligem Kartenziehen, der jedoch gut auf dem Plan kompensiert werden kann, es sei denn man zieht per se keine Drachenkarten. Macht mir trotzdem viel Spass.

Detlef Vanis

Kommentar: Typischer Knizia: Alles durchgerechnet und ausbalanciert. Bleibt dadurch aber meist bis zur letzten Runde spannend.

Steffi Reusch

Kommentar: Schuppen zu Kristallen, Kristalle zu Siegpunkten... arg mühselig. Wenn man Pech hat, sind alle Karten umgedreht und keiner hat 4 Siegpunkte. Die (echt guten) Illustrationen auf den Handkarten sind eigentlich überflüssig, und warum muss auf jeder Karte der Name des Illustrators prangen?

Babak Hadi

Kommentar: Der wiederspiel Reiz singt nach dem 5 oder 6 Spiel ab. Trotzdem gutes Spiel.

Andreas D. Becker

Kommentar: Schnell gelernt, viele Handlungsmöglichkeiten, super Optik, kam in allen Runden bisher bestens an.

Würfel 66

Kommentar: Kommt bei uns regelmäßig auf den Tisch :o)

Ulrich Roth

Kommentar: Wenn man sich nicht am sonderbaren Thema stört (das ja immerhin die Vorlage für das grandiose Materialdesign liefert), erhält man ein perfektes Spiel: durchaus anspruchsvoll (der Schlüssel zum Erfolg liegt im Karten-Management) ohne anstrengend zu sein, leicht zu erklären/erlernen, und spannend bis zum Schluss.

Dirk Grundmann

Kommentar: Gehört bei uns zu den Spielen, die man ungefragt auf den Tisch legen kann!



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