Spiel

Alchemist

Spielerzahl

2-5

Alter

ab 10 Jahren

Dauer

40 Minuten

Autor

Carlo A. Rossi

Verlag

Amigo Spiele (Web)

Preis

ca. 20 Euro

Jahrgang

2007

Wertung

H@LL:


4

Besucher:


4.3


Spielziel/ Einleitung:

Schlangengift und Trollaugen - das gibt Spinnen und Pilze? Bei Alchemist schon - und die Rezepte werden von den Spielern zusammengestellt ...

Beschrei- bung:

Zum Glück lassen wir uns auf eine übersichtliche Alchemistenküche ein. Die fünf Zutaten sind doch recht überschaubar und von allen gibt es gleich viel. Eine der Zutaten ist meine Lieblingszutat, die ich möglichst oft im Kessel aller Spieler sehen will.

Ohne viel Umschweife ans Brodeln und Köcheln: Mein erster Trank  besteht aus zwei Vogelbeinen und je einer Portion Schlangengift sowie Trollaugen. Diesen Trank übertrage ich aufs Spielbrett und verpasse ihm - sagen wir – 6 Siegpunkte. Zwischen 1 und 10 Siegpunkten sind gebraute Tränke wert. Nach einigem Zischen und Blubbern kommen Spinnen und Pilze zutage: Das Ergebnis des Rezeptes und meine Ausbeute. Die 6 Siegpunkte darf ich auch einstreichen, allerdings ist dieses Rezept jetzt nur noch für die Mitspieler zum Kopieren freigegeben. Diese erhalten dann auch 6 Siegpunkte, und drücken an mich eine der Zutaten als Dividende ab. Zum Glück muss ich diese nicht selbst aus dem fremden Kessel fischen.

Wenn ich selbst das nächste Mal an der Reihe bin, darf ich ebenfalls fremde Tränke kopieren, anstelle einen Trank zu erfinden. Die abgegebene Zutat tut mir nicht weh, und es winken hoffentlich ein paar mehr Siegpunkte sowie die passenden Zutaten für weitere Koch-Aktionen. Wenn mein Vorrat gar nichts hergibt, darf ich auch Nachschub holen: Zwei zufällige oder eine ausgesuchte Zutat darf ich mir dann nehmen. Auf Siegpunkte muss ich in einer solchen Runde dann aber verzichten.

Ausgekocht hat es sich, wenn für wenigstens drei der fünf Zutaten der Nachschub ausgegangen ist. Nicht verbrauchte Zutaten geben nochmals ein paar Siegpunkte. Nun muss jeder seine Lieblingszutat offenbaren: Alle Zutaten aus Vorräten der Tränkebrauer und Nachschub zeigen nun, welche Zutat am meisten verbraucht wurde. Für deren Fans winken noch einmal Extra-Siegpunkte, deren Gesamtergebnis den Sieger bestimmt.

Fazit:

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen am Tisch zu einer Runde Alchemist und sollen Ihren ersten Zug machen. Ihr Ziel ist es, möglichst viele Siegpunkte zu erreichen; diese erhalten Sie durch das Brauen von Tränken. Vorher haben Sie erfahren, dass Sie Vogelbeine abgöttisch lieben, jedenfalls wird Ihnen das zugelosterweise so weisgemacht. Wenn viele Vogelbeine durch die Kessel gehen, winken bis zu 12 Siegpunkte als Extra-Dreingabe! Hört sich gut an, also stellen Sie vielleicht ein Rezept zusammen, in dem zwei Vogelbeine als Zutat enthalten sind (mehr dürfen nicht rein, denn da gibt es bestimmte Mengenbegrenzungen), und damit es nicht so auffällt, auch noch zwei Pilze. Und dafür nehmen Sie sich gleich mal 8 Siegpunkte.

 

Was könnte nun passieren? Idealerweise stürzen sich jetzt alle Mitspieler auf diesen tollen Trank und brauen ihn ebenfalls. Dafür kassieren diese jedes Mal 8 Punkte - man selbst jedoch nie wieder. Der eigene Vorrat an Vogelbeinen und Pilzen wird nicht versiegen, denn jedes Mal kassieren Sie eine der Zutaten! Im Idealfall hat ein freundlicher Mitspieler einen ähnlichen Trank hergestellt, durch den wiederum Sie punkten können. Und ruckzuck klingelt die Siegpunktkasse und alle sind glücklich.

 

Und was könnte stattdessen passieren? Nun, vielleicht wird der Trank nie wieder gebraut, weil Vogelbeine und Pilze einfach nicht "in" sind. Keiner hat einen reizvollen Trank gebraut, bei dem diese Ingredienzien - von denen die Spielregel andauernd schreibt, bei denen ich mich allerdings sowohl beim Sprechen als auch beim Schreiben immer verhaspele - abfallen. Und die Mitspieler brauen Tränke aus irgendwelchem Zeug, das Sie selbst nicht im Vorrat haben und für das Sie alle naslang siegpunktlos einkaufen gehen müssen. Dumm gelaufen!

 

Zwischen diesen beiden Extremen kann so ziemlich alles passieren in der ersten Runde Alchemist. Recht planlos versucht jeder auf gut Glück sein Geschick. Aber halt: Nicht vorschnell abspringen, abhaken und direkt auf die Noten schauen! Mit etwas Voraussicht kann man durchaus einiges schaffen und in die eigene Hand nehmen. Wer genau hinschaut, kann über mehrere Züge hinweg gut planen, welche Tränke zu brauen sind, um mit deren Ergebnissen wieder den nächsten Trank zu köcheln, usw. Wenn man hierzu auf das Nachziehen vom Vorrat zurückgreifen muss, ist dies immer ein Verlust. Zudem ist ein gutes Gespür für Knaller-Rezepte hilfreich: Wenn eigene Rezepte von den Mitspielern kopiert werden, gibt es einen stetigen Nachschub an Zutaten.

 

Die Lieblingszutat ist ein ziemlich überflüssiges Element, wenn es um das Anhäufen von Punkten geht. Zwar winken zu viert oder zu fünft 12 Punkte - hört sich super an, wenn man mit dem besten aller Tränke gerade mal 10 Punkte machen kann, oder? Aber das relativiert sich schnell, denn die anderen Spieler erhalten auch noch Punkte, so dass man sich nicht wirklich effektiv absetzen kann. Eher schon kann man über die eigene Lieblingszutat zumindest einen Anhaltspunkt erhalten, welche Rezepte man überhaupt zusammenstellen sollte. Dieses Element wurde wohl zur Brechung der Symmetrie und damit der Schaffung von unterschiedlichen Ausgangssituationen eingeführt.

 

Es kann ziemlich blöd laufen, wenn man Runde um Runde mit billigen Tränken oder dem Nachziehen von Zutaten verbringt und sieht, wie die anderen Spieler davonziehen. Je nach Rezept-Konstellation kann es vorkommen, dass man keine optimale Ausnutzung erreichen kann. Da freut man sich über die überschaubare Spieldauer, denn gegen eine solche Situation ist kein Kraut gewachsen. Da bleibt nur die Hoffnung, beim nächsten Mal eine Kombination zu erschaffen, mit der Blei in Gold gewandelt wird - welche Zutat auch immer welche der Rollen aus diesem Sprichwort einnimmt. Dies spricht die Planer an. Gut im Einschätzen muss man sein, wenn man sich den Wert für ein selbst erschaffenes Rezept ausdenkt: Die 10 Punkte auf einen Trank mit nur einer Zutat zu legen, ist schlicht dumm. Zwar kann man damit sichere Einnahmen in dieser Zutat erzielen, aber die anderen machen wiederholt fette Punkte und kassieren noch die tollen erbrauten Produkte!

 

Insgesamt ist Alchemist damit ein Spiel, bei dem man die erste Partie mit einigen Fragezeichen über dem Kopf verbringt. Mit steigender Erfahrung kommt mehr Planung ins Spiel. Reizvoll ist die Idee, die Siegpunkte selbst festzulegen. Durch die eigene Komposition der Tränke hat man ebenfalls viel in der Hand. Ich jedenfalls habe nach der ersten Portion Alchemist Appetit auf mehr bekommen und bereits etliche Gänge verputzt. Die Haute Cuisine der Spielekunst habe ich dabei nicht entdeckt, aber beileibe auch keine langweilige Hausmannskost. Eher ist es so, als würde man das erste Mal eine bisher völlig unbekannte Küche erleben - die kann munden, muss aber nicht.

(Kathrin Nos - 19.05.2007)

Unsere
Wertung:

Spieler

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz
Kathrin Nos

Roland Winner

Bernd Eisenstein

Kommentar: Spielplan sehr schön, aber auch düster. Man spielt anfangs ein wenig ins Blaue hinein, dann ergeben sich aber schöne Spielzüge.
Hans-Peter Stoll

Peter Nos

Kommentar: Ab der zweiten oder dritten Partie, wird es unerwartet interessant.
Michael Andersch

Barbara Winner

Frank Gartner

Silke Hüsges

Udo Kalker

Kommentar: Ob man eine attraktive Kombinationen neu bereitstellen oder kopieren kann, ist oft mit gewissem Glück behaftet. Eine nettes Spielelement ist, den Preis für seinen Trank selbst bestimmen zu können.
Carsten Pinnow

Kommentar: Knappe 5 Punkte. Irgendwie ganz nett, mit einem Reiz der sich frühestens nach der ersten Partie entwickelt.
Ulrich Fonrobert

Kommentar: Ein sehr gutes Spiel für Leute, die vorher gerne viele Würfelchen sortieren wollen. Wenn man das aber geschafft hat, ist es kurzweilig und mit der netten Idee des "selbst festlegen" der Siegpunkte für die gebrauten Tränke.
Günter Berberich

Kommentar: Wenn man den ungewöhnlichen Spielmechanismus erst einmal verinnerlicht hat, ist es ein tolles Spiel. Meiner Ansicht nach eher was für Vielspieler.
Jochen Traub

Sandra Lemberger

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Wertung:

Spieler

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz

Markus Beer

Gabriele Petry

Karl R.

Wolf von der Osten-Sacken

Kommentar: Eine sehr gute 5 für Spielreiz. Keine 6 nur deshalb, weil der Spielplan mir auch zu düster und nichtssagend ist Die Spielidee allerdings ist genial. Wo gibt es schon ein Spiel, bei dem man selber wählen darf, wieviel Siegpunkte man sich gutschreibt? Ein Spiel allerdings, welches "entdeckt" werden will.

Cyberian

Kommentar: Weniger ein Spiel als eine Planungs- und Optimierungsaufgabe. Kann manchen gefallen, mir nicht.

Udo Winterstein

Alexander

Kommentar: Ein Kochduell bei dem das Rezepte nachkochen Siegpunkte einbringt. Die Zutaten sind Salamander, Trollaugen und Spinnen. Wer mag probieren?

Heiko

Martina Kessler

Kommentar: Man muss erstmal in den Mechanismus des Spiels reinkommen. Wirklich eine schöne Idee, werd ich sicher nochmal spielen.

Timm Janssen

Kommentar: Mal etwas völlig Anderes. Taktische Raffinessen erschließen sich aber erst nach ein paar Partien.

Flundi

Kommentar: Zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, da sich einem die Feinheiten dieses unorthodoxen Spiels erst nach ein paar Runden erschliessen. Dann aber gut.

Christine L

Kommentar: Der Spielmechanismus ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man erstmal drin ist, macht es wirklich Spaß. Uns hat es etwas gestört, dass die orangen Steine eher der Farbe der gelben Felder entsprechen. Abgesehen davon fand die Gestaltung in unserer Runde großen Ankleng. Ist aber vielleicht nicht das richtige für jedes Publikum.

Martin Schipper



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