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Spielziel/ Einleitung: | Schlangengift und Trollaugen - das gibt Spinnen und Pilze? Bei Alchemist schon - und die Rezepte werden von den Spielern zusammengestellt ... |
Beschrei- bung: | Zum Glück lassen wir uns auf eine übersichtliche Alchemistenküche ein. Die fünf Zutaten sind doch recht überschaubar und von allen gibt es gleich viel. Eine der Zutaten ist meine Lieblingszutat, die ich möglichst oft im Kessel aller Spieler sehen will. Wenn ich selbst das nächste Mal an der Reihe bin, darf ich ebenfalls fremde Tränke kopieren, anstelle einen Trank zu erfinden. Die abgegebene Zutat tut mir nicht weh, und es winken hoffentlich ein paar mehr Siegpunkte sowie die passenden Zutaten für weitere Koch-Aktionen. Wenn mein Vorrat gar nichts hergibt, darf ich auch Nachschub holen: Zwei zufällige oder eine ausgesuchte Zutat darf ich mir dann nehmen. Auf Siegpunkte muss ich in einer solchen Runde dann aber verzichten. Ausgekocht hat es sich, wenn für wenigstens drei der fünf Zutaten der Nachschub ausgegangen ist. Nicht verbrauchte Zutaten geben nochmals ein paar Siegpunkte. Nun muss jeder seine Lieblingszutat offenbaren: Alle Zutaten aus Vorräten der Tränkebrauer und Nachschub zeigen nun, welche Zutat am meisten verbraucht wurde. Für deren Fans winken noch einmal Extra-Siegpunkte, deren Gesamtergebnis den Sieger bestimmt. |
Fazit: | Stellen Sie sich vor, Sie sitzen am Tisch zu einer Runde Alchemist und sollen Ihren ersten Zug machen. Ihr Ziel ist es, möglichst viele Siegpunkte zu erreichen; diese erhalten Sie durch das Brauen von Tränken. Vorher haben Sie erfahren, dass Sie Vogelbeine abgöttisch lieben, jedenfalls wird Ihnen das zugelosterweise so weisgemacht. Wenn viele Vogelbeine durch die Kessel gehen, winken bis zu 12 Siegpunkte als Extra-Dreingabe! Hört sich gut an, also stellen Sie vielleicht ein Rezept zusammen, in dem zwei Vogelbeine als Zutat enthalten sind (mehr dürfen nicht rein, denn da gibt es bestimmte Mengenbegrenzungen), und damit es nicht so auffällt, auch noch zwei Pilze. Und dafür nehmen Sie sich gleich mal 8 Siegpunkte. Und was könnte stattdessen passieren? Nun, vielleicht wird der Trank nie wieder gebraut, weil Vogelbeine und Pilze einfach nicht "in" sind. Keiner hat einen reizvollen Trank gebraut, bei dem diese Ingredienzien - von denen die Spielregel andauernd schreibt, bei denen ich mich allerdings sowohl beim Sprechen als auch beim Schreiben immer verhaspele - abfallen. Und die Mitspieler brauen Tränke aus irgendwelchem Zeug, das Sie selbst nicht im Vorrat haben und für das Sie alle naslang siegpunktlos einkaufen gehen müssen. Dumm gelaufen! Zwischen diesen beiden Extremen kann so ziemlich alles passieren in der ersten Runde Alchemist. Recht planlos versucht jeder auf gut Glück sein Geschick. Aber halt: Nicht vorschnell abspringen, abhaken und direkt auf die Noten schauen! Mit etwas Voraussicht kann man durchaus einiges schaffen und in die eigene Hand nehmen. Wer genau hinschaut, kann über mehrere Züge hinweg gut planen, welche Tränke zu brauen sind, um mit deren Ergebnissen wieder den nächsten Trank zu köcheln, usw. Wenn man hierzu auf das Nachziehen vom Vorrat zurückgreifen muss, ist dies immer ein Verlust. Zudem ist ein gutes Gespür für Knaller-Rezepte hilfreich: Wenn eigene Rezepte von den Mitspielern kopiert werden, gibt es einen stetigen Nachschub an Zutaten. Die Lieblingszutat ist ein ziemlich überflüssiges Element, wenn es um das Anhäufen von Punkten geht. Zwar winken zu viert oder zu fünft 12 Punkte - hört sich super an, wenn man mit dem besten aller Tränke gerade mal 10 Punkte machen kann, oder? Aber das relativiert sich schnell, denn die anderen Spieler erhalten auch noch Punkte, so dass man sich nicht wirklich effektiv absetzen kann. Eher schon kann man über die eigene Lieblingszutat zumindest einen Anhaltspunkt erhalten, welche Rezepte man überhaupt zusammenstellen sollte. Dieses Element wurde wohl zur Brechung der Symmetrie und damit der Schaffung von unterschiedlichen Ausgangssituationen eingeführt. Insgesamt ist Alchemist damit ein Spiel, bei dem man die erste Partie mit einigen Fragezeichen über dem Kopf verbringt. Mit steigender Erfahrung kommt mehr Planung ins Spiel. Reizvoll ist die Idee, die Siegpunkte selbst festzulegen. Durch die eigene Komposition der Tränke hat man ebenfalls viel in der Hand. Ich jedenfalls habe nach der ersten Portion Alchemist Appetit auf mehr bekommen und bereits etliche Gänge verputzt. Die Haute Cuisine der Spielekunst habe ich dabei nicht entdeckt, aber beileibe auch keine langweilige Hausmannskost. Eher ist es so, als würde man das erste Mal eine bisher völlig unbekannte Küche erleben - die kann munden, muss aber nicht. |
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