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Spielziel/ Einleitung: | Knobelspiele faszinieren. Die Aufgabenstellung ist denkbar einfach. Der Lösungsweg hingegen kann, je nach Ausgangsposition, die grauen Zellen ganz schön beanspruchen. Bei Lonpos 101 geht es schlicht und ergreifend darum, aus 12 Bauteilen ein Rechteck oder eine Pyramide zu konstruieren. Kein Problem - sollte man meinen. |
Beschrei- bung: | Die Knobelaufgaben bestehen nun darin, durch Probieren und logisches Kombinieren aus allen Bauteilen ein Rechteck beziehungsweise eine Pyramide zu bilden. Je nach Schwierigkeitsgrad sind hierbei unterschiedlich viele Teile als Startaufstellung vorgegeben, die es nun mit den restlichen Steinen zu komplettieren gilt. Je weniger Teile die Vorgabe enthält, desto kniffliger wird es natürlich. |
Fazit: | Liebhabern abstrakter Spiele wie Tetris, Ubongo oder Blokus wird das Spielmaterial wohl vertraut vorkommen, da sich die Formen der einzelnen Teile gleichen. Ungewohnt ist lediglich die Kugelstruktur der Puzzleteile, ohne die jedoch auf das dreidimensionale Knobelvergnügen verzichtet werden müsste. Verpackt ist alles in einer robusten Plastikbox in der Größe eines Brillenetuis, was sehr handlich ist. Die Spielfläche im Innern der Box besteht aus 55 Mulden, welche den Spielsteinen einen optimalen Halt bieten. Die gerade nicht benötigte Teile können im Deckel abgelegt werden. Dies erweist sich alles als äußerst praktisch, denn dadurch steht dem Knobelspaß sowohl unterwegs als auch auf dem Sofa nichts im Wege. Auf der Rückseite der Box befindet sich zusätzlich eine 5 x 5-Felder große Spielfläche für das Errichten der Pyramide, welche sich jedoch auch problemlos im Innern aufbauen lässt. Die Aufgabenvielfalt, die sich aus den 12 Bauteilen ergibt, ist beeindruckend: Insgesamt gibt es 363.566 Lösungsmöglichkeiten, 2.582 Knobelaufgaben für Pyramiden und 360.984 für Rechtecke. "Super", ist der erste Gedanke, der einem passionierten Knobler durch den Kopf fährt, während er sich im Geiste schon auf Lebenszeit beschäftigt sieht. Doch die Ernüchterung folgt stante pede, denn im Aufgabenheft sind lediglich 101 Problemstellungen enthalten. Und spätestens jetzt wird einem klar, was Lonpos 101 zu bedeuten hat. Der Schwierigkeitsgrad ist in 12 Level eingeteilt, was angeblich einem IQ von 28 bis 280 entspricht. "Klasse", widerfährt es dem Knobler, der sich nun auf wenige, dafür aber auch sehr anspruchsvolle Aufgaben freut. Doch die zweite Enttäuschung lässt ebenfalls nicht lange auf sich warten: Im 2D-Bereich werden lediglich die Level eins bis sechs mit je 12 Aufgaben pro Level abgedeckt, im 3D-Bereich sogar nur die ersten drei Level mit je sechs Aufgaben. Zusätzlich gibt es noch 11 Herausforderungen, vier im zweidimensionalen Bereich mit drei Teilen als Vorgabe und sieben Pyramidenaufgaben. Die ersten beiden Level sind reine Beschäftigungstherapie, denn ein beziehungsweise zwei fehlende Teile einzusetzen bedarf keiner großen geistigen Anstrengung und dient einzig und allein dazu, sich mit dem Spielmaterial vertraut zu machen. Als Einstieg empfiehlt sich das Level, bei dem der Aufbau nicht mehr länger als der Lösungsvorgang dauert. So kann man dann schrittweise die immer kniffliger werdenden Aufgaben in Angriff nehmen. Lonpos gibt es in verschiedenen Ausführungen, wobei in Deutschland zurzeit neben Lonpos 101 nur die große 4D-Ausgabe zu beziehen ist. Diese große Ausgabe enthält unter anderem zwei Spielboxen mit je 12 Bauteilen, welche ein Wettknobeln ermöglichen, sowie mehrere Aufgabenhefte mit insgesamt 432 unterschiedlichen Probemstellungen, die sowohl im zwei- als auch dreidimensionalen Bereich die Schwierigkeitsstufen basic und advanced abdecken. Die 12 Spielsteine sind mit denen aus Lonpos 101 identisch, die Spielbox hingegen ist ein Halbkreis, in dem statt eines Rechtecks ein gleichschenkliges Dreieck gebildet werden muss. Die Frage, ob sich der Umstieg auf diese Version lohnt, sei mal in den Raum gestellt. Reizvoll ist es sicherlich - aber erneut das 2,5-fache von Lonpos 101 investieren? Trotz aller Begeisterung, die dieses Lonpos-Konzept hervorruft - die Kritikpunkte bleiben. Lonpos ist zwar "Made in Taiwan", aber bei weitem kein Low-Price-Produkt. Nicht nur, aber auch deshalb, erwartet man bezüglich der Aufgabenvielfalt einfach mehr. Wünschenswert wären zusätzliche Aufgabenhefte, die wirklich alle Level abdecken. Gut, man kann sich zwar selbst Problemstellungen ausdenken in der Hoffnung, dass sich eine Lösung finden lässt, aber befriedigend ist das nicht. Die einzige Möglichkeit, an neue Aufgaben zu kommen, besteht in regelmäßigen Besuchen der Homepage. Dort werden wöchentlich sowohl für Rechtecke als auch für Pyramiden zwei neue Problemstellungen vorgestellt. Wer allerdings die neuen Aufgaben verpasst, hat Pech gehabt, denn ein Archiv aller bisherigen Aufgaben gibt es nicht. Ein weiterer Kritikpunkt liegt beim Material, an dem es grundsätzlich nichts auszusetzen gibt. Jedoch fragt man sich, da mit den 12 Bausteinen sowohl ein Rechteck als auch ein Dreieck gebildet werden können, warum man für den doppelten Spielspaß gleich zwei Spiele kaufen muss. Ist es nicht möglich, eine Spielbox zu kreieren, in der beide Knobelmöglichkeiten denkbar sind? So wäre bei gleichem Spielmaterial ohne großen Aufwand für noch mehr Abwechslung gesorgt. Summa summarum handelt es sich bei Lonpos 101 um ein wirklich gutes und empfehlenswertes Solitärspiel, bei dem das Spiel-, nicht aber das Marketingkonzept überzeugt. |
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