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Wer sich heute mit dem Begriff "Mailbox" konfrontiert sieht, denkt in der Regel zunächst an den Dienst, der Handy-Nutzern zur Verfügung steht. Doch darum geht es hier nicht. Als in den 80er Jahren an Internet für die Allgemeinheit noch nicht zu denken war, verbanden findige Freaks ihre Rechner schon über das Telefonnetz miteinander, um Programme und Daten auszutauschen. Was ist eine BBS-Mailbox ? Die Angebote einer Mailbox haben in der Internetumgebung ihre Pendants. Da gibt es zunächst die Möglichkeit, private Nachrichten auszutauschen (Private Mail, kurz PM; auch Netmail genannt). Dies entspricht in etwa der E-Mail. Weiterhin gibt es öffentliche Diskussionsforen (auch Bretter genannt), die etwa den Newsgroups entsprechen. Und letztlich sind File-Downloads möglich, wie auch im Internet. Eine Mailbox läuft mit einer speziellen Mailbox-Software, die dafür sorgt, dass alles funktioniert. Eine Mailbox kann je nach Hard- und Software mehrere Zugänge für User haben, die sogenannten Ports. Jeder Port braucht eine eigene Telefonleitung und ein Modem oder eine ISDN-Karte. Wenn eine Box zwei oder mehr Ports hat, können sich folglich auch zwei oder mehr User zur gleichen Zeit einwählen. Wenn zwei User gleichzeitig in der Box sind, können sie miteinander chatten oder sich Online-Messages schreiben. Eine Mailbox hat mehrere User, die Dateien per Modem in die Box laden und Texte in die Bretter schreiben, z.B. Witze, Allgemeines, Neuigkeiten und alles andere, was so anliegt. Wie gesagt hat eine Mailbox viele Bretter, in die die User Dateien und Texte schreiben können. Wenn ein User eine Datei in ein Brett schickt, dann liegt diese in einem bestimmten Verzeichnis auf dem Rechner der Box. Alle anderen User können sich dann diese Datei vom Rechner der Box auf ihren Rechner herunterladen. Texte werden auch auf dem Boxrechner abgelegt. Die andern User können dann auf diese Texte antworten, wenn sie etwas anderes darüber wissen oder den Text ergänzen wollen. Außerdem ist es möglich, aus der Mailbox heraus E-Mails zu verschicken und zu empfangen. Man kann aber auch Dateien in einer Mailbox empfangen. Die meisten Mailboxen bieten zusätzlich zu ihrem Lokalteil, in dem öffentliche Mails und Dateien nur den registrierten Usern zugänglich sind, auch noch Anbindungen zu regionalen, aber auch globalen Netzen. Diese Netze waren quasi die Vorläufer des Internet im privaten Bereich. Eines der ältesten und größten ist hier das FIDO-Net, dessen Grundstein in den frühen 80er Jahren in den USA gelegt wurde und an das heute alleine in Deutschland noch einige tausend Mailboxen angebunden sind, die so quasi lokale Einwahlknoten für dieses Netz darstellen. Auch hier gibt es Diskussionsforen zu allen möglichen Themen und Fachgebieten, nur sind diese Foren halt deutschland- oder weltweit - und die Diskussionsteilnehmer sind meist kompetente Leute. |
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Die folgenden Zeilen sind nicht unbedingt objektiv und mit einigen
Anpassungen der Seite Wer aus dem Internet kommt, weiß, was man davon hat: Informationen zu allem und jedem, Spaß, viele Menschen und Downloads en masse. Man ist relativ anonym beim surfen oder auch beim Chat. Man kann sich eine andere Identität geben, das Selbst verlassen und andere verwirren oder auch Kontakte knüpfen. Der "anonyme Surfer", den die Werbung dazu auserkoren hat, auf möglichst viele Angebote zu klicken, auf dass der Geldbeutel irgendwann immer dünner werden wird... Aber stört es nicht auch schon mal, dass man in diesem riesigen Netz so anonym ist? Woher will man überhaupt wissen, ob jemand, der eine Mail schickt, auch automatisch der ist, für den er sich ausgibt? Wer würde schon in einem der endlos großen Foren des Usenet etwas über das eigene Leben erzählen, wo man nicht sicher sein kann, ob der Chef, die Freundin oder sonstwer mitliest? Und überhaupt, was soll man sich unter diesen Leuten hinter den kurzen E-Mail-Adressen eigentlich vorstellen? Sind es ihre richtigen Namen, die da stehen? Oder geben sie sich absichtlich anonym, damit niemand ihre schreiberischen Ergüsse zurückverfolgen kann? Lässt sich so ein starkes Gemeinschaftsgefühl im Internet entwickeln? Wenn nein, ist das normal. Wenn ja, ist das pures Glück. Wenn man im Usenet an einer Diskussion teilnimmt und hundert andere dasselbe tun, wird es erst mal sehr schwer fallen, sich überhaupt irgendwelche Namen zu merken. Das Internet ist groß und schön. Aber es ist eben so groß, dass man teilweise einfach nur erschlagen wird und nicht mehr weiß, wem man antworten soll, wem man vertrauen kann, ob nicht jeder nur "das Eine" (= Geld) von Dir haben möchte. Das Internet öffnet sich immer mehr dem Kommerz. Wem noch niemals eine Werbemail ins Postfach geflattert ist, hat bisher großes Glück gehabt. Mailboxen sind hier anders. Kommerzielle Interessen sind da nicht im Spiel, nur das reine Hobby, der Spaß am Schreiben, die Freude an der "virtuellen Gemeinschaft". Mailboxen in ihrer ursprünglichen Form existieren kaum noch, sondern eher als Nachrichtenaustausch-Netz, wie dem sogenannten "Fido-Netz". Dieses Fidonet existiert noch immer. Nicht mehr so groß wie vor 5-6 Jahren, aber es ist noch da. Es hat nicht mehr so viele Teilnehmer, weil viele dachten, dass sie im Internet dasselbe und noch viel mehr finden könnten... In Mailboxen schreiben alle unter ihrem echten Namen. Und normalerweise weiß der Systembetreiber auch die Telefonnummern und die Wohnorte seiner User, der Teilnehmer, die bei ihm anrufen. Anonymität ist da nicht zu haben, aber das muss kein Nachteil sein. In lokalen Echos, also solchen, auf die nur die User einer oder mehrerer bestimmter Mailboxen Zugriff haben, treffen sich oft Menschen und reden bzw. schreiben über alles mögliche. Bei diesen bestimmten Echos weiß jeder Schreiber ganz genau, wer die eigenen Nachrichten lesen kann. Dieses private Gefühl, auf einer kleinen Insel mit Menschen zusammen zu sein, die man noch nicht kennt, aber immer besser kennen lernt, führt dann sehr oft auch dazu, dass man sich mal trifft und sich somit auch im "Real Life" kennenlernt. Die meisten Mailboxbetreiber führen ab und zu sogenannte Usertreffen durch, zu denen jeder eingeladen ist, der Lust hat zu kommen. Es ist oft sehr lustig und interessant zu sehen, wie die Menschen in Wirklichkeit so sind, mit denen man sich bisher immer nur schreibend unterhalten hat. Viele dauerhafte Freundschaften haben sich schon durch diesen regionalen Bezug der Mailbox-Umgebung und des Fido-Net bilden können. Und die, die sich dadurch kennengelernt haben, würden das Medium oftmals nicht mehr missen wollen. Und wenn man Leute sucht, die viel Erfahrung mit DFÜ haben, die "alten Hasen", die schon ewig dabei sind... auch die findet man hier. Aber vor allem findet man hier noch Menschen, die wirklich noch ein Interesse daran haben, sich ausführlich mit anderen Menschen zu unterhalten und ohne ständige Pöbeleien zu diskutieren. Und in den Fach-Echos kommt nicht jeden Tag einer dahergelaufen, der fragt, wie man das Hintergrundbild des Windows-Desktops ändert, um damit wie im Usenet einen gewaltigen Sturm von Antworten auszulösen, von denen man sich jede einzelne schenken könnte... |
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