DIE H@LL9000 - REPORTAGE:
Spieleautor:
Rüdiger Dorn
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Schon seit Anfang der 90er Jahre ist der Lehrer
Rüdiger Dorn als Spieleautor aktiv. Während er sich anfänglich
vorwiegend auf Kinderspiele konzentrierte, weiterte er sein Programm im Verlauf
seiner Autorenlaufbahn auch auf Familien-Spiele aus. Spätestens mit "Die Händler von Genua" und aktuell "Goa" hat er auch das Herz unzähliger Vielspieler erobert. Auch ein erster Blick auf das im Herbst erscheinende Spiel "Jambo" macht einen sehr positiven Eindruck! In einem gemeinsamen Interview hat er uns ein wenig über sich und seine Einstellung zum Spielen erzählt... |
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Technische Daten
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Ludographie |
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Sein Vorgehen als Spieleautor: |
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Wie
bist Du Spieleautor geworden. Erzähl uns ein
wenig über Deine Entwicklung.
Mit
wem spielst Du und mit wem testest Du Deine Spiele? In
Nürnberg haben wir einen privaten Spieletreff,
bei dem meine Frau, zwei gute Freunde und ich alte und neue Spiele
spielen. Gelegentlich lasse ich dabei einen Prototyp von mir einfließen.
Zudem besuche ich häufig den Nürnberger Spieleclub
AliBaba, um neue Spiele und Prototypen zu
testen. Bei Familien- und Kinderspielen sind meine Frau, meine Nichten und
inzwischen auch unser Sohn die erste Adresse. Maja
ist eine feste und sehr wichtige Größe bei der Entwicklung eines Spiels.
Zunächst ist sie für neue Ideen offen, spielt die ersten Konstrukte mit,
gibt mir ein sachliches, oft ernüchterndes Feedback und bringt eigene
Ansatzpunkte ein, die ich im weiteren Prozess berücksichtige. Das
Erstellen der Prototypen überlasse ich meist meiner Frau.
Anders
sieht es bei den beiden „Großen“ aus. Hier habe ich mich vom Thema
leiten lassen. Bei den Händlern von Genua war es die „Händlerfigur“,
die in einer Stadt verschiedene Gebäude besucht und Aktionen durchführt.
Goa hieß ursprünglich „Marco Polo“ und
hatte den Gewürzhandel entlang der Seidenstraße zum Thema. Aufgrund
einer spieltechnischen Ungenauigkeit führten wir die Schiffe ein und
verlagerten die Thematik zu den Gewürzinseln. Goa
war in dieser Hinsicht eine interessante und wertvolle Erfahrung, da HIG
mir viele Freiheiten in Bezug auf die historische Einbettung
ließ. Ich
versuche Spiele zu entwickeln, die ich mir selbst gern kaufen würde. Aufgrund
der zunehmenden Erfahrung und einer Vorliebe für komplexere Spiele
tendiere ich mehr zu diesem Spielgenre. Nichtsdestotrotz entwickle ich
auch heute noch Kinder- und Familienspiele.
Goa,
zu dem mich übrigens Das Zeitalter der Renaissance inspiriert hat, war
anfangs überhaupt kein Versteigerungsspiel. Es ging von Anfang an um die
Entwicklung in verschiedenen Bereichen. Diese zur Erreichen geschah damals
noch über ein Kampfsystem, welches mir aber zu kriegerisch
erschien, da Marco Polo nicht durch Kriege Handelsbeziehungen mit den
asiatischen Regionen aufbaute.
Ich
würde mich immer für eine Veröffentlichung entscheiden, solange es um
die Frage der Spieleranzahl geht! Trotzdem würde ich nachhaken und Überzeugungsarbeit
leisten, da eine Spielveröffentlichung immer ein Teil des eigenen
geistigen Schaffens ist. Interessanterweise bekam ich vor einiger Zeit
eine e-mail, in der angefragt wurde, warum GOA
nicht für 5 und 6 Personen konzipiert wurde. Hier ein Auszug meiner
Antwortmail: Erklärungsversuch
aus der Sicht des Spieleautors: Du daraus für zukünftige Spieleautoren
ableiten?Bis
auf eine Ausnahme waren meine Erfahrungen mit den Verlagen sehr positiv.
Besonders hervorheben möchte ich Stefan Brück (alea)
und Bernd Brunnhofer (Hans-Im-Glück),
die beide mit einem unglaublichen Engagement dabei sind, wenn es darum
geht, das Bestmögliche aus einem Spiel zu machen. Auch mit Wolfgang Lüdtke
(TM-Team) war die Zusammenarbeit bei der
Optimierung von JAMBO (Karte rechts) sehr konstruktiv. Zukünftigen
Spieleautoren gebe ich gerne das Sprichwort
weiter, das Wolfgang Kramer mir vor einiger Zeit geschrieben hat: „Das
Glück ist mit dem Tüchtigen!“. Man erleidet auch als bekannter Autor
Jahr für Jahr Rückschläge, doch ich glaube, dass neben Inspiration und
etwas Glück, ein fester Wille und vor allem Ausdauer entscheidend sind,
um als Spieleautor erfolgreich zu sein. |
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Zum aktuellen Spiel: GOA |
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Wie
kam die Zusammenarbeit mit Hans im Glück bei GOA zustande? Viele Spieler hätten
sich das Spiel auch in der ALEA - Reihe vorstellen können. Gab es bei Goa
Kontakte zu ALEA?
Wie sehr ärgern Dich solche kleinen (banalen), aber evtl. auch größere Fehler im Nachhinein? Aufgrund
der geringsten Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ereignis eintritt, sehe ich
diese gewollte Vereinfachung nicht als Fehler. Fehlendes Spielmaterial oder
Druckfehler auf Spielmaterialien würden mich ärgern. Gott sei Dank ist mir
bei den Händlern und bei Goa nichts dergleichen
bekannt. Nein,
das glaube ich nicht! Die Vielzahl der Wenig- und Gelegenheitsspieler sind
mit komplexeren Spielen überfordert. Eine Nominierung durch die Jury bzw.
die Wahl zum Spiel des Jahres wäre daher der falsche Schritt.
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Vielem Dank für dieses
Interview. Wir hatten ja bereits die Gelegenheit das neue Zweipersonenspiel
"Jambo" etwas kennen zu lernen und freuen uns deshalb sehr auf die
Veröffentlichung im Herbst. Die Redaktion |
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Dies
ist
eine
Reportage
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