Team
Annaberg
Marcel-André
Casasola-Merkle
Christwart
Conrad
Jens-Peter
Schliemann
Bernhard
Weber

   DIE H@LL9000 - REPORTAGE: 

Team Annaberg: 
Bernhard Weber


Technische Daten

Jahrgang: 1969

Wohnort: Bonn

Familienstand: ledig, 6 Kinder (...erfreuen mich als Onkel ;-)

Hobbies: da entferne ich mich kaum vom Spiel: Klavierspiel (aktiv, passiv); Musik hören – am intensivsten, wenn ich nur Musik höre (nicht spüle oder sonst was dabei tue...), nur Musik wahrnehmen und mich dabei, wie in einer guten Spielpartie, selbst vergessen – herrlich!

Hörspiel, Schauspiel (passiv); Boule, Billard, Badminton, Tischtennis (aktiv); Wandern; ferner: Märchen (lesen, nicht erzählen ;-), gute Comics (gerne mit der 70jährigen Ente) 

Ausbildung: Die letzte offizielle war ein Geographie-Studium, was mich zu meinem ersten Spiel inspiriert hat. 

Wie bestreitest du deinen Lebensunterhalt: mit Geld durch Dienstleistung...;
vielleicht willst du wissen, ob ich vom Spiele entwickeln leben kann? Ja, ich lebe auch davon, und manchmal bekomme ich sogar Geld dafür... ;-) Und wenn ich mich nicht mit Spielen beschäftige, dann unterstütze ich z.B. andere  Menschen bei der (Büro-) Alltagsbewältigung. 

 

Ludografie:

- 1996 Downtown / Abacus

- 1998 IDO / Goldsieber

- 1999 Alcatraz / Ravensburger

- 2000 Laguna / Queen Games

...aber es a. kann, b. darf, c. muss mit weiteren Spielen von mir gerechnet werden; Geduld zählt zu einer wichtigen Eigenschaft (nicht nur) von Spieleautoren... :-)

 


Bernhard Weber persönlich:


Seit wann gehört Spielen zu deinen Hobbies?


meine postkindliche Spielleidenschaft begann etwa 1991

 

Welche Art von Spielen spielst du gerne?


Grundsätzlich mag ich eher Spiele, die keine allzu komplizierten umfangreichen Regeln oder x Sonderfälle haben. Spiele mit einer schönen Mischung aus Taktik und Glück, wobei die taktische Herausforderung überwiegen sollte. Auch viele Geschicklichkeitsspiele gefallen mir. Und immer mal wieder will ich zocken!

Aber es kommt auch darauf an, mit wem ich spiele. Z.B. ist Schach nicht so mein Ding. Aber wenn mein Mitspieler auf ähnlichem Niveau ist, dann kann’s Spaß machen. Das gilt auch für andere (abstrakte) Strategiespiele. Wenn ich umgekehrt in einem Spiel besonders gut bin und dauernd gewinne, ist der Wiederspielreiz (nicht nur bei den Mitspielern) meist nicht so hoch...

Tendenziell mag ich Spiele mit Versteigerungsmechanismen nicht so gerne. Und Fantasy als Thema spricht mich kaum an.

 

Welche Spiele gehören zu deinen Favoriten des Jahrgang 2004?  


Hm, ich fand dieses Jahr kein Spiel besonders herausragend, obwohl viele interessante Spiele dabei waren und ich diesen Jahrgang ganz und gar nicht als schlecht bezeichne. Wenn das Niveau insgesamt hoch ist, haben es einzelne gute Spiele natürlich schwerer, aufzufallen. Es gab ja eine große Anzahl von Neuerscheinungen, und mit dem "Neuheitenspielen" komme ich eh kaum nach. Da ich viel mit "Gelegenheitsspielern" spiele, sind eher einfachere, familientaugliche Spiele auf den Tisch gekommen; ich kenne also eher Spiele dieser Art. Also nicht heulen, wenn deine Favoriten nicht dabei sind ;-) Drei Spiele möchte ich erwähnen, die alle etwas besonderes haben, was mich angesprochen hat. 

Zum einen Tongiaki. Originelle Idee. Es spielt sich schön flott, Taktik und Glück bilden eine akzeptable Mischung, mir persönlich ist aber der Glücksfaktor doch etwas zu hoch bzw. die Planbarkeit etwas zu niedrig (vor allem bei viel Spielern). Ein Vertreter der Kategorie „leider noch nicht rund“ ist für mich Saboteur. Schöne Idee mit den "Guten" und "Bösen" und der anfänglichen Ungewissheit, wer ist wer. Gut in größerer Runde (ab 5) zu spielen. Leider empfinde ich (und viele Mitspieler) nach offizieller Regel z.B. durch permanente Blockademöglichkeit einen zu hohen Frustfaktor. Trotzdem habe ich dieses Spiel recht oft gespielt, auch um Regeländerungen auszuprobieren..., und mit einigen davon gefällt’s mir deutlich besser. Dos Rios: tolle Grundidee mit einem sich nach dem Gelände richtenden Flussverlauf. Es bleibt aber auch hier der Beigeschmack, dass das Spiel noch nicht wirklich fertig bzw. das Potenzial nicht optimal genutzt worden ist.

Dies zeigt mir um so mehr, dass Spiele ihre Reifezeit brauchen. Und dass alle Beteiligten (Autoren, Redakteure, Grafiker, etc.)  ihre Arbeit sehr gut machen müssen, damit überhaupt erst die Grundlagen für den Erfolg eines Spiels gelegt werden.

 

Welche drei Spiele würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen (sofern du dort  Gleichgesinnte treffen würdest)?

 

1. Wenn ich auf der Insel nicht Strom sparen müsste: Looping Louie. Ein brillanter Vertreter der Kategorie: just fun. Dieses Spiel ist nicht „nur“ ein Kinderspiel.  Anders vermarktet könnte es auch Jugendliche und Erwachsene erobern, das ist jedenfalls meine Erfahrung beim Spielen. Aber womöglich habe ich keine Ersatzbatterien dabei, dann nehme ich Carabande - keinesfalls nur, weil man mit dem Material zur Not auch ein wärmendes Feuer machen kann...

2. Carcassonne  

3. Ja, auf der Insel habe ich ja vermutlich viel Zeit. Da darf das Spiel dann schon etwas länger dauern. Und auch etwas komplexer sein. Da würde ich dann gerne nochmal Tikal spielen.