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Die Preisverleihung zum
"Spiel des Jahres" 2004 wurde gänzlich umgestaltet. Die
Listen sowie der zeitliche Ablauf wurden verändert und die Gala von
Berlin nach Nürnberg verlagert.
Hierzu einige Fragen im Einzelnen:
Das
Spiel des Jahres:
Mit „Zug um Zug“ wurde das
Spiel eines Verlages ausgezeichnet, der erst seit kurzem auf dem
deutschen Markt vertreten ist. Nach der Preisvergabe hat Days of Wonder
eine neue Art der Vertriebspolitik bekanntgegeben, die ein Preisdumping
verhindern soll (siehe z.B. das Editorial der spielbox 4/2004). Wie wird
dieses Vorgehen von der Jury bewertet? Welchen Einfluss hat das auf den
Spielemarkt?
Zum
einen ist unsere Sache die Preisvergabe, nicht Marktpolitik; zum anderen
können wir – wie die Spielbox auch – nur neugierig verfolgen, was
sich daraus ergibt. Folgerungen kann man erst hinterher ziehen.
Die
Nominierungsliste:
Die
Auswahlliste existiert nun nicht mehr. Dafür wurde die Nominierung von
3 auf 5 aufgestockt. Wie ist der Zuspruch bzw. die Reaktionen von Handel
und Verlagen?
Die
Reaktion der Verlage war von Beginn an positiv. Reaktionen des Handels
sind mir nicht bekannt. Ich vermute aber, daß die erst einmal das
Weihnachtsgeschäft abwarten.
Die
Empfehlungsliste:
Die
Liste mit 39 Titeln sorgte für einiges Aufsehen. Sie wurde vorerst
unkommentiert veröffentlicht. Erst einige Monate später erschien die
Broschüre.
Was ist der Grund für die so späte Veröffentlichung? Wie steht die
Jury aus heutiger Sicht zu dieser Vorgehensweise? Wie ist geplant, damit
zukünftig umzugehen?
Die
Broschüre braucht natürlich erhebliche Vorlaufzeit, umso mehr im
ersten Jahr, wo auch ihr grundsätzliches Konzept erst spät feststand.
Außerdem wollten wir sie erst im Herbst streuen. Wir planen allerdings
für 2005, daß die Liste im Internet sehr früh mit allen Texten
erscheint, die dann später in der Broschüre stehen werden. Eine
unkommentierte Liste wird es aus heutiger Sicht also nicht mehr geben.
Diskussionsthema
- "San Juan":
In
diversen Diskussionen sowie in unserer Spiel des Jahres – Umfrage wurde
"San Juan" immer wieder thematisiert. War „San Juan“ auch
Diskussionsthema innerhalb der Jury? Weshalb wurde das Spiel letztendlich
nicht in die der 5 nominierten Titel aufgenommen?
Jedes
Spiel wird von uns diskutiert, auch San Juan, das ja auf der
Empfehlungsliste steht. Wer unter die Top5 kommt, entscheidet letztlich
ein reines Abstimmungsverfahren. Da wurden für unsere Zielgruppe andere
Spiele vorgezogen.
Die
offizielle Verleihung:
Die
Bekanntgabe des Titels und die offizielle Verleihung wurden zeitlich
einige Monate auseinander gezogen. Was sind die Gründe hierfür?
Inwieweit wurde berücksichtigt, dass dieses Vorgehen bei den Verlagen und
Autoren (so z.B. bei Alan R. Moon) eine zweimalige Anreise mit sich zieht?
Die
Gründe haben wir bereits im Februar auf der Pressekonferenz in Nürnberg
erläutert:
a)
Das bisherige Verfahren ist nach dem neuen Modus nicht mehr möglich.
b)
Der Termin im September wurde von uns und allen Gesprächspartnern als der
optimale empfunden. Einzelfälle (zB. ein Autor aus den USA) können in
prinzipiellen Planungen keine Rolle spielen. Wir überdenken aber sämtliche
Neuerungen und wollen sie optimieren.
Das
Spielefest:
Die
Verleihung im Rahmen eines Spielefests ist sicher ein guter Weg, die
Spiele der Öffentlichkeit näher zu bringen. Allerdings wurde für das
diesjährige Ereignis keinerlei Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Über
das Spielefest wurde die Presse erst nach dem eigentlichen Ereignis
informiert. Was waren die Beweggründe den Termin "so geheim" zu
halten? Steht dies nicht im Widerspruch zum eigentlich Ziel des Vereins,
der Förderung des Kulturguts? Wie bewertet die Jury den Erfolg dieses
Festes? Wie ist dies zukünftig gedacht?
Die
Öffentlichkeitsarbeit für das Spielefest war sicher nicht optimal;
„Beweggründe“ dafür gab es nicht. Der Erfolg dieses Teils insgesamt
war nicht umwerfend. Auch daran arbeiten wir.
Interessenkonflikte?
Das
Spielefest wurde von FamilyGames ausgerichtet. In Spielekreisen führte
dies ein wenig zu Diskussionen, da ja Udo Schmitz Jurymitglied und
Vorsitzender von FamilyGames ist. Entsteht hier nicht ein
Interessenkonflikt?
Zwei
Fehler in der Frage: Das Spielefest wurde von der Jury ausgerichtet.
Mitglieder eines Spieleclubs und von FamilyGames wurden als Animatoren beauftragt.
Außerdem ist Udo Schmitz nicht Jurymitglied, sondern im Kinderbeirat tätig.
Unsere Kriterien hinsichtlich der Aufnahme von Beiräten sind sehr viel
offener als die für Jurymitglieder. Ein Konfliktpotential kann ich da
nicht erkennen.
Neue
Wege:
In
wie weit wird über neue Wege nachgedacht, das Thema Spiel populärer zu
machen und der Gesellschaft näher zu bringen? Wurden schon einmal
Versuche gestartet, das Fernsehen in eine solche Verleihung einzubeziehen
und ein echtes Event daraus zu gestalten? Welche anderen Überlegungen
gibt es und was sind die Voraussetzungen hierfür?
Wir
beziehen in unsere Planungen und Überlegungen alle Möglichkeiten mit
ein. Erste Ergebnisse werden im Februar 2005 in Nürnberg präsentiert.
Zusammengefasst:
Wie werden die
Erfahrungen mit diesem umgestellten Verfahren im Nachhinein von der Jury
bewertet? Welches Feedback hat die Jury aus Spielerkreisen, von Medien und
aus der Wirtschaft (Spieleverkauf und Vertrieb) zur Umgestaltung der
Preisverleihung erhalten?
Welche Verbesserungsmöglichkeiten sieht die Jury kurz-, mittel- und
langfristig?
Unsere
Selbstbewertung und das Feedback decken sich weitgehend: Der neue Modus
und die neue Form der Pressekonferenz in Berlin sind richtig gut; die
Preisverleihung und die Broschüre sind zu verbessern. Der Rest: siehe
oben.
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