DIE H@LL9000 - REPORTAGE:

Interview mit

Uwe Petersen

1. Vorstand der

Jury Spiel des Jahres


2. November 2004: Die Jury "Spiel des Jahres" feierte im vergangenen Jahr ihr 25 jähriges Bestehen, d.h. ihre Arbeit befindet sich nun ins 26. Jahr! Seit dem hat sich einiges verändert. Im Jahr 2004 wurden Veränderungen im Vorstand, aber vor allem auch im Wahlverfahren bekannt gegeben. Wie so oft, erfordern Veränderungen ein Umdenken bei Organisatoren und dem zuschauenden Publikum, es führt jedoch auch zu Diskussionen und Kritik. 
Wir haben die von unseren Lesern eingesendeten Fragen, aber auch die in der Spieleszene diskutierten Punkte gesammelt, diese mit redaktionellem Wissensdurst kombiniert und in einem Interview zusammengefasst.
Uwe Petersen, 1. Vorsitzender des Vereins, hat sich stellvertretend für die Jury bereit erklärt, unsere Fragen zu beantworten.

 

Generelle Fragen zur Jury:
 


1979 - Hase & Igel


Veröffentlichungen
der Jury-Mitglieder:

Unsere Leser interessiert, in welchen Medien (Zeitungen, Zeitschriften, Sender) die jeweiligen Jury-Mitglieder regelmäßig Rezensionen veröffentlichen. Dies ist auf der Website der Jury nur teilweise einsehbar. Wäre hierzu eine kleine Aufstellung möglich?

a) Um einem Mißverständnis vorzubeugen: Regelmäßige Rezensionen in einem Medium waren nie unbedingte Voraussetzung einer Jury-Mitgliedschaft, aber sie sind wünschenswert und werden von allen erfüllt.

b) Aufstellung:

Stefan Ducksch

Rheinische Post

Neue Westfälische Zeitung

Synes Ernst

Neue Luzerner Zeitung

 

Tom Felber

NeueZürcherZeitung

 

Wieland Herold

Alfelder Zeitung

klein & groß

Dorothee Heß

Aachener Zeitung/Nachrichten

Stadtmagazin Düvel

Bernhard Löhlein

radio K1

 

Chris Mewes

Radio Lotte Weimar

 

Birgit Nößler

Leipziger Volkszeitung

Märkische Allgemeine

Uwe Petersen

SWR 4

 

Iris Treiber

Karlsruher Kind

Pforzheimer Zeitung

Tom Werneck

Nordwest-Zeitung Oldenburg

Münchner Merkur





1980 - Rummikub




1981 - Focus




1982 - Sagaland



Daneben sind viele mehr oder weniger regelmäßige oder gelegentliche Mitarbeiter verschiedener Radio- und TV-Sender, der Spielbox und diverser Tageszeitungen, Zeitschriften und Magazine.

Objektivität und Subjektivität:

Bei der Auswahl des Familienspiel des Jahres müssen eigene Vorlieben zum Teil hinten angestellt werden, denn nicht jedes Spiel, das man selbst sehr schätzt, ist zwingend für Familien geeignet. Inwieweit kann man sich hier selbst von persönlichen Vorlieben distanzieren?

Die Frage trifft ja den Kern jeder journalistischen Arbeit, umso mehr, wenn sie kritisch und wertend ist. In Spielekritiken muß ich zielgruppenorientiert empfehlen, ebenso natürlich bei dem Spiel des Jahres. Objektivität ist allerdings nie möglich, gerade wegen unterschiedlicher Vorliebe. (Welches ist die „beste“ Musik? Genauso wenig gibt es das „beste“ Spiel.) Das „Spiel des Jahres“ ist das Spiel aus dem jeweiligen aktuellen Angebot, das unserer Meinung nach am besten geeignet ist, den Spielgedanken zu verbreiten.

Jury-Kriterien:

Es ist sicher schwer, die Arbeit der gesamten Presse in Deutschland mitzuverfolgen. Nach welchen Kriterien bzw. Verfahren wurden bislang die Jurymitglieder berufen?

Nein, das ist überhaupt nicht schwer. Es schreibt ja nicht „die gesamte Presse“ über Spiele. Da gibt es Ausschnittsdienste, die von unserer Geschäftsstelle ausgewertet werden. Außerdem lernt man sich schnell in Nürnberg oder Essen kennen. Wir fragen zur Sicherheit auch in Pressestellen der Verlage nach.


Umstrukturierung in der Organisation:


1983 - Scotland Yard




1984 - Dampfross




Im Frühjahr 2004 gab es einige Veränderungen in der Jury. Synes Ernst hat seinen 1. Vorsitz an Dich abgegeben. Bernward Thole wurde Ehrenmitglied und trat damit aus dem aktiven Geschehen zurück.
Wie ist die Jury mit diesem Wechsel umgegangen? Welche organisatorischen Konsequenzen hatte dies auf die Jury?   Schließlich war Bernward Thole bislang als der Treiber und Organisator im SDJ-Team bekannt.

1. Der Wechsel kam ja nicht plötzlich, sondern wurde gut vorbereitet. Außerdem ist B.Thole als Leiter der Geschäftsstelle weiter für die Jury tätig, nur nicht mehr am Wahlverfahren beteiligt. Treibende Kraft waren immer schon alle, der eine mehr, der andere weniger. Gerade der Vorstand hat in den letzten 4 Jahren extrem gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet, so daß auch jetzt da kein Problem besteht.

2. Trotzdem habe ich zusammen mit dem Vorstand einige organisatorische Konsequenzen gezogen. Anlaß waren aber vielmehr unsere neuen Strukturen und unsere neuen Mitglieder. Neu ist, daß einzelne Arbeitsbereiche in AGs übertragen wurden, um Vorstand und Geschäftsstelle zu entlasten und die starken Kompetenzen unserer Mitglieder besser zu nutzen. Dabei gibt es sowohl projektbezogene wie auch mittelfristig planende AGs, die selbstverständlich immer eng mit dem Vorstand kommunizieren

 

Umstrukturierung in der Verfahrensweise der Jury:

 

1985 - Sherlock Holmes




1986 - Heimlich & Co.




1987 - Auf Achse




1988 - Barbarossa




1989 - Café International




1990 - Adel verpflichtet

cover.jpg (19562 Byte)


1991 - Drunter & Drüber




1992 - Um Reifenbreite




1993 - Bluff




1994 - Manhattan




1995 - Die Siedler v. Catan


1996 - El Grande




Die Preisverleihung zum "Spiel des Jahres" 2004 wurde gänzlich umgestaltet. Die Listen sowie der zeitliche Ablauf wurden verändert und die Gala von Berlin nach Nürnberg verlagert.
Hierzu einige Fragen im Einzelnen:

Das Spiel des Jahres:

Mit „Zug um Zug“ wurde das Spiel eines Verlages ausgezeichnet, der erst seit kurzem auf dem deutschen Markt vertreten ist. Nach der Preisvergabe hat Days of Wonder eine neue Art der Vertriebspolitik bekanntgegeben, die ein Preisdumping verhindern soll (siehe z.B. das Editorial der spielbox 4/2004). Wie wird dieses Vorgehen von der Jury bewertet? Welchen Einfluss hat das auf den Spielemarkt?

Zum einen ist unsere Sache die Preisvergabe, nicht Marktpolitik; zum anderen können wir – wie die Spielbox auch – nur neugierig verfolgen, was sich daraus ergibt. Folgerungen kann man erst hinterher ziehen.

Die Nominierungsliste:

Die Auswahlliste existiert nun nicht mehr. Dafür wurde die Nominierung von 3 auf 5 aufgestockt. Wie ist der Zuspruch bzw. die Reaktionen von Handel und Verlagen?

Die Reaktion der Verlage war von Beginn an positiv. Reaktionen des Handels sind mir nicht bekannt. Ich vermute aber, daß die erst einmal das Weihnachtsgeschäft abwarten.

Die Empfehlungsliste:

Die Liste mit 39 Titeln sorgte für einiges Aufsehen. Sie wurde vorerst unkommentiert veröffentlicht. Erst einige Monate später erschien die Broschüre.
Was ist der Grund für die so späte Veröffentlichung? Wie steht die Jury aus heutiger Sicht zu dieser Vorgehensweise? Wie ist geplant, damit zukünftig umzugehen?

Die Broschüre braucht natürlich erhebliche Vorlaufzeit, umso mehr im ersten Jahr, wo auch ihr grundsätzliches Konzept erst spät feststand. Außerdem wollten wir sie erst im Herbst streuen. Wir planen allerdings für 2005, daß die Liste im Internet sehr früh mit allen Texten erscheint, die dann später in der Broschüre stehen werden. Eine unkommentierte Liste wird es aus heutiger Sicht also nicht mehr geben.

Diskussionsthema - "San Juan":

In diversen Diskussionen sowie in unserer Spiel des Jahres – Umfrage wurde "San Juan" immer wieder thematisiert. War „San Juan“ auch Diskussionsthema innerhalb der Jury? Weshalb wurde das Spiel letztendlich nicht in die der 5 nominierten Titel aufgenommen?

Jedes Spiel wird von uns diskutiert, auch San Juan, das ja auf der Empfehlungsliste steht. Wer unter die Top5 kommt, entscheidet letztlich ein reines Abstimmungsverfahren. Da wurden für unsere Zielgruppe andere Spiele vorgezogen.

Die offizielle Verleihung:

Die Bekanntgabe des Titels und die offizielle Verleihung wurden zeitlich einige Monate auseinander gezogen. Was sind die Gründe hierfür? Inwieweit wurde berücksichtigt, dass dieses Vorgehen bei den Verlagen und Autoren (so z.B. bei Alan R. Moon) eine zweimalige Anreise mit sich zieht?

Die Gründe haben wir bereits im Februar auf der Pressekonferenz in Nürnberg erläutert:

a) Das bisherige Verfahren ist nach dem neuen Modus nicht mehr möglich.

b) Der Termin im September wurde von uns und allen Gesprächspartnern als der optimale empfunden. Einzelfälle (zB. ein Autor aus den USA) können in prinzipiellen Planungen keine Rolle spielen. Wir überdenken aber sämtliche Neuerungen und wollen sie optimieren.

Das Spielefest:

Die Verleihung im Rahmen eines Spielefests ist sicher ein guter Weg, die Spiele der Öffentlichkeit näher zu bringen. Allerdings wurde für das diesjährige Ereignis keinerlei Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Über das Spielefest wurde die Presse erst nach dem eigentlichen Ereignis informiert. Was waren die Beweggründe den Termin "so geheim" zu halten? Steht dies nicht im Widerspruch zum eigentlich Ziel des Vereins, der Förderung des Kulturguts? Wie bewertet die Jury den Erfolg dieses Festes? Wie ist dies zukünftig gedacht?

Die Öffentlichkeitsarbeit für das Spielefest war sicher nicht optimal; „Beweggründe“ dafür gab es nicht. Der Erfolg dieses Teils insgesamt war nicht umwerfend. Auch daran arbeiten wir.

Interessenkonflikte?

Das Spielefest wurde von FamilyGames ausgerichtet. In Spielekreisen führte dies ein wenig zu Diskussionen, da ja Udo Schmitz Jurymitglied und Vorsitzender von FamilyGames ist. Entsteht hier nicht ein Interessenkonflikt?

Zwei Fehler in der Frage: Das Spielefest wurde von der Jury ausgerichtet. Mitglieder eines Spieleclubs und von FamilyGames wurden als Animatoren beauftragt. Außerdem ist Udo Schmitz nicht Jurymitglied, sondern im Kinderbeirat tätig. Unsere Kriterien hinsichtlich der Aufnahme von Beiräten sind sehr viel offener als die für Jurymitglieder. Ein Konfliktpotential kann ich da nicht erkennen.

Neue Wege:

In wie weit wird über neue Wege nachgedacht, das Thema Spiel populärer zu machen und der Gesellschaft näher zu bringen? Wurden schon einmal Versuche gestartet, das Fernsehen in eine solche Verleihung einzubeziehen und ein echtes Event daraus zu gestalten? Welche anderen Überlegungen gibt es und was sind die Voraussetzungen hierfür?

Wir beziehen in unsere Planungen und Überlegungen alle Möglichkeiten mit ein. Erste Ergebnisse werden im Februar 2005 in Nürnberg präsentiert.

Zusammengefasst:

Wie werden die Erfahrungen mit diesem umgestellten Verfahren im Nachhinein von der Jury bewertet? Welches Feedback hat die Jury aus Spielerkreisen, von Medien und aus der Wirtschaft (Spieleverkauf und Vertrieb) zur Umgestaltung der Preisverleihung erhalten?
Welche Verbesserungsmöglichkeiten sieht die Jury kurz-, mittel- und langfristig?


Unsere Selbstbewertung und das Feedback decken sich weitgehend: Der neue Modus und die neue Form der Pressekonferenz in Berlin sind richtig gut; die Preisverleihung und die Broschüre sind zu verbessern. Der Rest: siehe oben.

 

Spielen in den Medien:



1997 - Mississippi Queen




1998 - Elfenland




1999 - Tikal


2000 - Torres




Das Internet:

Das Internet als Medium nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Wie bewertest Du die Internet-Angebote im Bereich der Spiele? Welche Entwicklung ergibt sich hier aus Deiner Sicht - einerseits, wenn man auf die vergangenen Jahre zurückblickt, andererseits, wenn man einen Ausblick auf die Möglichkeiten der zukünftigen Entwicklung wagt?
Der Vergleich: Anknüpfend an die vorherige Frage: Welche Bedeutung haben Internet-Angebote zum Thema Spiele heute im Vergleich zu den Angeboten von Printmedien?
Die Zukunft:
In wieweit trägt die Jury der zunehmenden Bedeutung des Internet Rechnung?

Diese drei Fragen kann ich zusammenfassend beantworten: Ich bin ein ziemlich lausiger Internetuser. Ich lese ab und zu Spielbox online und Hall9000, ich spiele gerne in der BSW (Brettspielwelt) und nutze unsere eigene Homepage zur Verbreitung von News. Eine qualifizierte Bewertung oder gar einen Ausblick traue ich mir nicht zu. Wir beobachten allerdings die Entwicklung immer intensiver und werden sie intern für uns bewerten müssen.

Die Printmedien:

Bleiben wir einen Moment beim Thema Printmedien. In den vergangenen Jahren gab es hier bedauerlicherweise einige Kürzungen im Bereich der Spielekritiken. So haben die Süddeutsche und die Frankfurter Allgemeine (sonntags) Zeitung ihre bis dahin regelmässig erscheinenden Spielekritiken ganz gestrichen, diejenigen in „Die Zeit“ erscheinen nur selten und unregelmässig. Bei den Fachzeitschriften wurde die Publikation der Pöppel-Revue eingestellt. Gleichzeitig vermehren sich die Angebote im Internet. Wie bewertest Du diese Entwicklung in den Printmedien? Welchen Einfluss hat dies auf die Wahrnehmung von Spielen in der Gesellschaft allgemein? Und was ergibt sich daraus für die Spieler selbst - wie sieht der "durchschnittliche Vielspieler" heute aus, und wie war es vor 20 Jahren?

Das sind viele Fragen! Zur Bewertung: Kolumnensterben ist natürlich sehr bedauerlich, und wir alle sollten versuchen, dieses Rad wieder zurück zu drehen. Es gibt nämlich auch neue Kolumnen, oder wiederbelebte. Klar ist, daß jede Kolumne Wirkung für das Spiel zeigt. Ich selbst bin übrigens durch eine Kolumne (Harald Fritz in der IWZ) zum Vielspieler und Kritiker geworden. Der Vielspieler! Ohje, wer ist das? Jedenfalls kann man sagen, daß die deutschen Vielspieler früher nach GB und USA geschaut haben. Heute ist es umgekehrt, schwärmen Amerikaner vom „german board game“.

 

Uwe Petersen der Spieler:

 


Uwe Petersen


2001 -  Carcassonne




2002 - Villa Paletti




2003 - Palast v. Alhambra




2004 - Zug um Zug


2005 - ???

???

Eintritt in die Jury

Uwe, Du bist seit 1984 in der Jury "Spiel des Jahres". Wie ist Dein Kontakt zur Jury entstanden und wie ist Deine Aufnahme zustande gekommen? Was hat sich seitdem an der Vorgehensweise der Jury verändert?

Mein Kontakt ist entstanden auf der PK und Preisverleihung zum Spiel des Jahres 1981. Das andere weiß ich gar nicht, weil es ja ohne mich stattfand. Jedenfalls bin ich 1983 angefragt und in Nürnberg 1984 aufgenommen worden. Die Aufnahmepolitik hat sich seitdem nicht prinzipiell geändert, ist vielleicht professioneller, weil wir gezielter beobachten. Und in drei Fällen (Iris, Bernhard, Birgit) haben wir in der Kinderjury gemerkt, daß die oder der ein Gewinn für die Jury wäre. Das war vor 2001 natürlich noch nicht möglich.

Spielekreis

Was spielst Du gerne und mit wem spielst Du?

Was? Sehr variabel: Carcassone und TransAmerica, Kartenstichspiele á la Sticheln oder Tichu, fast alle alten Spiele des Jahres, Jockey, die meisten SidSackson-Spiele u.v.m.

Mit wem? Privat (Familie, Freunde), in einem Spielekreis, auf Messen (vor allem in Stuttgart) und auf Spieleseminaren, -abenden etc., die ich als Moderator, Referent u.ä. leite.

Lehren & Spielen

Du bist Lehrer am Internat in Salem. Dem Konzept der Schule folgend wird dort viel Wert auf soziale Aspekte gelegt - da passen Brett- und Gesellschaftsspiele doch bestens :-) Wieviel spielst Du mit den Schülerinnen und Schülern und wie werden spielerische Angebote von ihnen angenommen? Welche Unterschiede sind in den verschiedenen Altersgruppen zu beobachten? Gibt es auch Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen, und wenn ja, welche?

Kurioserweise spiele ich dort sehr wenig, weil ich wegen der Spiele zu wenig Zeit habe. Wenn, dann spiele ich mit Klassen 12 und 13, da ich seit einigen Jahren nur in der Oberstufe unterrichte. Außerdem mache ich Fortbildungen für Kollegen – in Salem und anderen Internaten – und spende Spiele für einzelne Flügel bzw. Freizeitbereiche.

Spielen in der Jugendvollzugsanstalt

Auf der Homepage der Jury "Spiel des Jahres" liest man im Porträt zu Deiner Person, dass Du das Projekt "Spiele in der Jugendvollzugsanstalt" betreust. Was magst Du uns darüber erzählen?

Auch das JVA-Projekt mache ich zusammen mit Schülern. Ich unterrichte u.a. Ethik, und da paßt das Thema wunderbar rein. Ich glaube, beide Seiten profitieren von diesen Besuchen: die Insassen, weil sie ihre Außenkontakte erheblich erhöhen, und die Schüler, weil sie für sie völlig neue Lebensauffassungen kennenlernen. Mehr dazu in Kürze auf unserer Homepage.

Die Welt der klassischen Spiele

Auch im Bereich "klassischer" Spiele bist Du aktiv. So ist von Dir ein Buch zum indischen Spiel Carrom erschienen. Welchen Stellenwert haben diese Spiele, auch im Vergleich zu den aktuellen Spielen?

Die Klassiker begründen ja erst Spiel als „Kulturgut“, und zwar sind sie älter als die meisten anderen Kulturgüter, zB. Literatur. Insofern ist ihr Stellenwert gar nicht hoch genug anzusetzen. Und sie wirken ja auch heute noch sehr stark. Man schaue sich nur Alex Randolph an, der im Großteil seiner Spiele Elemente von Go oder Schach verarbeitet hat; in Twixt gar beides. Ohne seine Geschichte zu berücksichtigen, kann man kein Gebiet wirklich verstehen und ernsthaft betreiben. Das gilt auch für Spiele.

 


Vielen Dank, Uwe, für Deine Antworten. Als begeisterte Spieler wünschen wir uns natürlich, dass Brett- und Kartenspiele ein zunehmendes Interesse und Verbreitung in der Gesellschaft bekommen. Dies ist gerade in Anbetracht der großen Konkurrenz an elektronischer Spiele nicht einfach. Hierfür ist die Arbeit der Jury ein wichtiger Faktor. Wir wünschen Euch deshalb weiterhin viel Erfolg!

Die Redaktion