DIE H@LL9000 - REPORTAGE: 
Die Deutsche
Brettspielmeisterschaft 2005
Das Vorausscheidungsturnier
in Mannheim

 

Es gibt schon Zufälle im Leben oder gibt es eine Bestimmung? Solche Gedanken könnte man sich schon machen, wenn man die Entstehung des 1. Vorausscheidungsturniers für die deutsche Brettspielmeisterschaft in Mannheim kennt: 

Wie alles begann...

Nachdem sich die Mannheimer Spieliothek und das Online-Magazin H@LL9000 bereits in zwei Vorausscheidungsturnieren in den "Disziplinen" Trans-Cartagena und 
Palast von Alhambra
wacker schlug, sinnte es dem Turnier-Veranstaltungs-Duo nach mehr. 
Ein Blick auf die geographische Anordnung der Vorausscheidungsstätten in der deutschen Brettspielmeisterschaft brachte den Anstoß, denn Mannheim hatte die Möglichkeit eine geografische Lücke zwischen Ludwigsburg (bei Stuttgart) und Pohlheim (bei Gießen) schließen und so schickten wir eine Bewerbung nach Herne. 

War es Schicksal oder spielerischer Instinkt, der uns dazu trieb, genau zu diesem Zeitpunkt eine Email zu schreiben? Wir wussten zumindest nicht, dass wenige Stunden  vor unserer Bewerbung ein langjährigen Vorausscheidungspartner absprang und für rauchende Köpfe in der Spielezentrale in Herne sorgte. Die Anmeldungsheftchen waren bereits in Druck und sollten wenige Tage später in Essen auf der Spielemesse verteilt werden. So kam es, dass wir keine 24 Stunden nach Abschicken unserer Email in telefonischem Kontakt standen und eine sehr schnelle Entscheidung treffen mussten. In Anbetracht dessen, dass auch die Spieliothek nicht ohne Rücksprache über die Räumlichkeiten verfügen kann, standen wir mächtig unter Druck und machten mit einem Restrisiko im Nacken, andere Räumlichkeiten suchen zu müssen, die Zusage. Doch alles sollte gut werden. Wenige Stunden nach unserer Zusage kam auch die Zusage für die Räumlichkeiten.  So konnte die Planung beginnen...


Gute Vorzeichen!

Nun blieb abzuwarten, wie das neue Angebot von der Spielerschaft angenommen wird. Wir hatten keine Vorstellung, wie die Resonanz aussehen könnte. Das Spielezentrum in Herne nannte lediglich einen Erfahrungswert für Erstveranstalter und der lag bei 6-8 Mannschaften. Die Vorzeichen für das Vorausscheidungsturnier überstiegt jedoch sämtliche Erwartungen. 16 von maximal 20 Teams meldeten sich an. Damit reihten wir uns als Austragungsort auf  Platz 4 in der Anmeldungsnachfrage ein!

Unter den Anmeldungen befanden sich einige Mannschaften aus der Region, die in den Vorjahren einen weiten Weg zurück legen müssen, aber auch viele neue Mannschaften, deren Interesse über die Spieliothek oder H@LL9000 geweckt wurde. Nach einer kurzfristigen Absage sollten 15 Mannschaften, d.h. 60 Teilnehmer, am Turnier teilnehmen.


Wildes Schneetreiben sorgte für besorgte Gesichter!

Mannheim, der 19. Februar 2005 - der Tag der Vorausscheidung:
Ein morgendlicher Blick aus dem Fenster zauberte Schrecken in die Gesichter der  Veranstalter und der Teilnehmer: Wildes Schneetreiben!!
So mancher Teilnehmer mag überlegt haben, ob er den Weg wagen möchte bzw. ob eine rechtzeitige Ankunft überhaupt möglich ist. Doch das Spielervolk gehört zu der  unerschrockensten Rasse dieses Planeten und sah darin maximal eine Herausforderung!  Zwar mussten leichte zeitliche Verzögerungen in Kauf genommen werden, dennoch erreichten letztendlich alle 15 Teams die Austragungsstätte im Zentrum Mannheims.


Die Mannschaften...


Der jüngste Teilnehmer, 
der 10 jährige Paul Prager

...setzten sich aus den unterschiedlichsten Konstellationen zusammen. Einige Mannschaften traten sogar in einem Einheitslook an, so z.B. die Hettrumer Frustzwerge II und III, die mit Frustzwerge-Sweat- & T-Shirts in gelb und rot antraten. Die FAB4 druckten sich T-Shirts mit ihren Gesichtern und brachten sogar ihren "Coach" mit. Die Tausendfüßler ließen sich vom gleichnamigen Tanz- und Freizeitclub aus Mannheim sponsern und brachten Tausendfüßler-Becher mit. Die restlichen Spieler erschienen "anonym".  Die Altersbandbreite gestaltete sich relativ weit. Der jüngste Teilnehmer war der 10-jährige Paul Prager. Die ältesten Teilnehmer schätzten wir auf Mitte-Ende 50 Jahre (wenn´s nicht stimmen sollte, fühlt sich hoffentlich niemand angesprochen :-).

 


Und los ging´s!

Um 11:00 Uhr, knapp 30 Minuten hinter dem ursprünglichen Plan, startete das Turnier. Dank des professionellen Auswerte-Tools aus Herne gestaltete sich die Aufteilung und Verwaltung der Spieler und Mannschaften sehr unkompliziert. Jeder Spieler wusste, wann er an welchen Tisch, zu welchem Spiel anzutreten hatte und wer jeweils seine Gegner waren. Hierbei garantierte das Programm, dass kein Spieler zwei mal gegen den gleichen Gegner antreten musste und schon gar nicht gegen einen Teampartner.

      

Mit Funkenschlag startete das Turnier mit dem deutlich strategischsten aber auch längsten Spiel. Während der erste Tisch bereits nach knapp 90 Minuten seine  Blitz-Partie beendete, benötigte die diskussionsfreudigste Partie gute 3 Stunden! 

Die Zeit dazwischen wurde von den Mannschaften genutzt um das Mittagsmahl einzunehmen, denn für die Teilnehmer wurde extra das Café eröffnet, welches verschiedene Speisen anbot. Der Hunger und der Ansturm der Teilnehmer brachte das Café-Personal jedoch teilweise richtig ins Schwitzen. Am Ende waren nahezu alle Speisen komplett ausverkauft. Eine positive Bilanz, wenn auch die eine oder andere Speise noch weitere Abnehmer gefunden hätte.

Um 14:30 Uhr folgte Ohne Furcht und Adel, ein Spiel, bei dem an vielen Tischen deutlich weniger gegrübelt, dafür um so mehr gelacht wurde.

Um 16:00 Uhr startete die "leichte Kost" der Vorausscheidungsspiele: Alles im Eimer und letztendlich um 17:00 Uhr - nun endlich wieder im Zeitplan!! - Cartagena - ein sicher würdiger Abschluss für ein solches Turnier.

Die Spielergebnisse und Fotogalerien der einzelnen Spiele:
Funkenschlag OFUA Alles im Eimer Cartagena

Wir schreiten zur Auswertung...

Ab ca. 18:00 Uhr kochten die Köpfe und Finger der Veranstalter Angela Wolf, Hans-Peter Stoll und Frank Gartner, denn nun hieß es Urkunden drucken und unterschreiben. Leider sorgte der Toner des mitgebrachten Druckers für einige Verzweiflung. Mit Schütteln und erneutem drucken versuchten wir der Sache Herr zu werden. Um 18:30 Uhr startete die Übergabe der Urkunden! Jedes Team und jeder Spieler erhielt eine Uhrkunde. 
(Hier gilt weiterhin unser Angebot: Sollte ein Teilnehmer eine Urkunde mit schlechtem Druck erhalten haben, so bieten wir an, die Urkunde erneut zu drucken und zu zusenden. Bitte meldet Euch hierfür hier).


15 Preise für Einzelsieger (links) und 15 Preise für die Teams (rechts)

Jedes Team und die besten 15 Spieler erhielten zudem einen Spielepreis, gesponsert vom Spielezentrum Herne, dem Spiele-Versand Magnus Spiele aus Viernheim und von den Spielern selbst, denn die Anmeldegebühr wurde natürlich, soweit möglich, in Spielepreise investiert.


Die Sieger...

Den Sieg des Vorausscheidungsturniers konnte sich eine Mannheimer Mannschaft mit dem passenden Namen Wasserturm-Abräumer sichern. Sie nutzten ihren Heimvorteil und gewannen mit 11 Punkten Vorsprung gegenüber Platz 2!!  Als einzige Mannschaft schafften sie es 12 der in Summe 16 Partien als Sieger zu beenden!


Bei der Preisverleihung: 
v.l. Frank Gartner, Hans-Peter Stoll, Angela Wolf

Platz 2 und damit ebenfalls das Recht ins Finale einzuziehen, ergatterte das Team der Hettrumer Frustzwerge II, die im Mai in Herne auf ihr Partner-Team, die Hettrumer Frustzwerge I, treffen werden. Die HFI hatten am gleichen Tag in Pohlheim Platz 2 erreicht.

Der erfolgreichste Einzelspieler hieß Jörn Griesbach aus dem Siegerteam der Wasserturm-Abräumer. Jörn schaffte es al als einziger Teilnehmer, alle 4 Spiele ungeschlagen zu beenden. 

Die Spielergebnisse in Summe:
Team-Ergebnisse Einzelspieler-Ergebnisse 

Der Abschluss...


So sieht ein glücklicher Gewinner 
aus (Jörn Griesbach)

Um 19:00 Uhr endete das Turnier und der Großteil der Teilnehmer trat den Heimweg an. Dennoch verblieben 10 Spieler und die 3 Veranstalter, die gemeinsam noch einige der Nürnberger Spieleneuheiten spielten, bis dann um ca. 23:00 Uhr endgültig die Lichter im JugendKulturZentrum Forum erloschen.

Alles in Allem zeigten sich die Teilnehmer und Veranstalter als äußerst zufrieden mit der Vorausscheidungspremiere in Mannheim. Disziplinierte und gut gelaunte Spieler waren hierfür natürlich Grundvoraussetzung. Aber auch die Räumlichkeiten des JugendKulturZentrums Forum erwiesen sich hierfür als ideal!

Gelernt haben wir dennoch einiges:
a) das mit dem Essen wird beim nächsten Mal noch besser geplant,
b) eine Lautsprecheranlage schont die Stimmbänder
c) ein Ersatztoner wird zum Standard-Ausrüstungsgegenstand!  

Ansonsten freuen wir uns schon auf das nächste Jahr und hoffen natürlich mindestens die aktuellen Mannschaften halten und vielleicht noch etwas Zuwachs bekommen zu können.


Ein Blick in die Zukunft...

Nun bleibt uns nur noch unseren beiden Finalisten die Daumen zu drücken, dass sie die Region Mannheim in Herne würdig vertreten! In den folgenden 4 Disziplinen müssen sie sich dann messen:

  • Niagara (Zoch),
  • Amazonas (Kosmos),
  • Turmbau zu Babel (Hans im Glück) und
  • Australia (Ravensburger)

Wir wünschen Euch hierbei viel Erfolg!!!

Frank Gartner