DIE H@LL9000 - REPORTAGE:
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Am Sonntag, dem 28. August
2005, fand im Gürzenich in Köln der 7. Games
Day statt.
Für ein Eintrittsgeld von
15 Euro hatte dieses Ereignis seinen Besuchern auf alle Fälle eine Menge
zu bieten. Beim Games Day steht eigentlich nicht das Präsentieren von
Neuheiten im Vordergrund, sondern die Zurschaustellung von Ideen,
einesteils jener der GW-Mitarbeiter, andererseits die der Besucher. Hauptsächlich
geht es also ums Betrachten sowie das Sammeln von Ideen und Eindrücken. Folgende Wettbewerbe
liefen:
Die
wundervoll gestalteten Tische der Games Workshop-Läden waren aber nicht
nur zum Bewundern aufgestellt worden – an jedem dieser Tische wurde auch
gespielt – und von diesem Angebot wurde auch eifrigst Gebrauch gemacht.
In diesem Jahr wollte ich die Entscheidung über den schönsten Tisch
nicht fällen, denn das Niveau war um einiges höher als die Jahre davor.
Der Pressesprecher erklärte diesen Umstand damit, dass in den Jahren
davor jeder GW Shop einen Tisch stellen musste. Da es mittlerweile so
viele Läden gibt, dass platzmäßig nicht mehr alle ausstellen können,
mussten die Läden vorher schriftlich darum ansuchen, einen Tisch stellen
zu dürfen. In dieser Bewerbung mussten sie schon beschreiben, wie sie
sich ihren Tisch ungefähr vorstellten und welches Thema er haben würde.
So konnte von vornherein zwischen guten und weniger guten Ideen gewählt
werden und das Ergebnis hat sich wahrhaftig gelohnt.
Zum Thema
„Der Herr der Ringe“ möchte ich besonders den Tisch von GW Erfurt mit
dem Motto „Sturm auf Lothlorien“ hervorheben. Er hatte einen Überfall
der Orks auf den Wald von Lothlorien zum Thema. Die Bäume waren ca. 40 cm
hoch und die Spieler konnten ihre Modelle auf verschiedenen Ebenen in
jedem Baum bewegen. Ebenfalls zu „Der Herr der Ringe“ hatten die
Bastler aus Stuttgart einen 2 m hohen Wachturm von Cirith Ungol gebaut. In
dem Turm und auf den Wehrgängen kämpften die Orks und Uruk-Hai darum,
wer von ihnen das Mithril-Kettenhemd des Hobbits seinem Herrn und Meister
bringen dürfe.
Als Blood
Bowl Fan muss ich noch von den Bastlern aus Essen erzählen. Sie schufen
auf ihrem Spieltisch nicht nur ein Blood Bowl Stadion, sondern auch eine
Ogergrube, in der man nach den Regeln des White Dwarf eine Ogerkeilerei
austragen konnte. Außerdem konnten die Spieler noch in einer Arena ein
Zauberduell ausfechten. Das
absolute Highlight war das riesige Szenario auf der Bühne von insgesamt
12 m². Hier konnte man sehen, welchen Schaden eine Warpblitzkanone
der Skaven an den Stadtmauern der Echsenmenschen anrichtet, oder wie die
Massen der Skaven die Mauern erstürmen, um nur einige Beispiele des
gigantischen Diaramas (gestaltet übrigens von GW Frankfurt) zu nennen.
Eine Ecke
war wieder dem Speed-Painting vorbehalten – hier versuchten viele
Personen gleichzeitig, in möglichst kurzer Zeit Figuren brauchbar zu
bemalen. Und wer meint, dass das Malen ein ruhiger Zeitvertreib sei, der täuscht
sich gewaltig, denn in dieser Ecke wurde definitiv der meiste Krach
gemacht. Im Raum
des White Dwarf Studios saß der Besuch aus England– in der
Warhammer-Welt bekannte Namen wie Gav Thorpe, Markus Trenkner, Graham
McNeill und Gary Morley standen den Interessenten Rede und Antwort,
zeigten anhand von Beispielen Näheres zu ihren Tätigkeiten bei GW und
verteilten auf Wunsch eifrigst Autogramme. Wann kann man schon mal einem
Figurendesigner wie Gary Morley über die Schulter schauen, wenn er mit
seinem Zahnarztwerkzeug seine Tricks vorführt und verrät. Außerdem
konnte man hier die Entstehung der Armee der Waldelfen verfolgen. Von den
ersten Graphiken und Skizzen bis hin zu den fertigen Figuren wurde alles
ausgestellt. Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch einen Blick auf einen
Gussrahmen für Klankrieger und Langbärte werfen. Das neueste Spiel zu
der Herr der Ringe „Die Minen von Moria“ war ebenfalls zu sehen. Außerdem
waren die neuesten Modelle der Space Marines ausgestellt.
Viele
Clubs und Spielervereinigungen waren ebenfalls mit ihren privaten
Spieltischen, ihren Armeen oder ihren Geländestücken vertreten. Dort
hatte man auch die Gelegenheit, in Spiele wie Blood Bowl, Raumflotte
Gothic, Nekromunda und ähnliches reinzuschnuppern. Auch bot sich hier
immer wieder die Möglichkeit zum Anschauen, Tipps einholen, Mitspielen,
Kontakte knüpfen usw. Was
natürlich auch nicht fehlen durfte, war der Gelände-Bastelstand. Hier
wurde den Interessierten Schritt für Schritt vorgeführt, mit welchen oft
recht einfachen Mitteln die tollsten Gebäude und Geländeteile
hergestellt werden können. Bei
den Verkaufsständen von Sabertooth Games, Warp Artefacts, Black Library
und natürlich Forge World konnte man sich Spiele mit historischen
Schlachten, Bücher (die von der Warhammer- und Warhammer 40000-Welt
handeln), Sammelkarten und vieles mehr anschauen. Für
das Echtzeit-Strategiespiel „Dawn of War“ mit der neuesten Erweiterung
„Winter Assault“ standen etliche PCs zur Verfügung. Hier konnten die
Besucher versuchen, die Imperialen Truppen erfolgreich in die Schlacht zu
führen.
Noch
einige Worte zum Unternehmen Games Workshop: Im Gegensatz zu vielen
anderen Unternehmen, deren Umsätze sich oft in die falsche Richtung
entwickeln, steigert GW seine Umsätze schon seit einigen Jahren immer
wieder beachtlich. Höhere Umsätze erfordern natürlich irgendwann auch
größere Produktionskapazität – deshalb wurde vor kurzem als zweites
Standbein auch eine Produktionsstätte in Memphis errichtet. Außerdem
will Games Workshop wieder in den Bereich Rollenspiel einsteigen – das
englische Regelbuch dazu mit über 250 Seiten gab es auf dem Games Day
bereits zu kaufen. Und es wird auch überlegt, ältere Spiele, die nicht
mehr produziert werden und bei deren Entwicklung GW einst auch mitwirkte,
wieder neu aufzulegen. Vielleicht können wir uns ja auf ein neues
Talisman oder Hero Quest freuen?
Eine
Sache an der Veranstaltung finde ich persönlich immer wieder schade: Der
Games Day ist zwar vordergründig keine Verkaufsmesse, aber natürlich
kann man dort fast alle Produkte käuflich erwerben. Wäre es nicht möglich,
bei einem derartig riesigen Event endlich einmal so etwas wie einen
Messe-Rabatt zu gewähren – und wenn es nur symbolische 3 % wären?
Irgendwie kennt man diese Verfahrensweise von jeder Veranstaltung, bei der
man Eintrittsgeld bezahlen muss – und auch die GW-Fans würden sich über
ein besonderes „Messe-Schnäppchen“ einfach doppelt freuen. In
Summe ein rundum erfolgreicher und erlebnisreicher Tag. Denn wo sonst
bietet sich dem Table-Top-Fan die Möglichkeit, mit über 3 000
Gleichgesinnten zusammen zu sein, zu diskutieren und zu fachsimpeln?
Sandra Lemberger & Frank Schwarz |