2. Deutsche Spieleautorentage

Zum zweiten Mal trafen sich Spielautoren zur Fachtagung in Weilburg
 


Foto: Tagungsstätte Weilburg - Einrichtung des
Hessischen Landesinstitut für Pädagogik

Am 16.03.2007, um 18:00 Uhr trafen sich 41 Autorinnen und Autoren zu den zweiten Spielautorentagen. Nach der ersten Veranstaltung im vergangenen Jahr wurde das bewährte Konzept aus Vorträgen und Workshops fortgesetzt.

Zum Auftakt versetzten sich die Teilnehmer auf eine Reise ins Spiel: "Wie fühlt sich eigentlich der Bauer auf der Wiese von Carcassone?" Die Reise beschäftigte sich mit emotionaler Bindung im Spiel. Den vorbereiteten Vortrag von Andrea Meyer, die aus persönlichen Gründen kurzfristig absagen musste, übernahm Friedemann Friese und stand in der anschließenden Diskussionsrunde Rede und Antwort.

Der weitere Abend stand ganz im Zeichen des gemeinsamen Austauschs und Gesprächen in gemütlicher Atmosphäre.

Der Samstag begann mit dem Vortrag von Henning Poehl und dem Thema "Von der Evolution der Spiele". Dabei betrachtete der Dipl. Biologe Spiele und Spiel-Elemente in Anlehnung an die Evolutionsbiologie und zeigte Wurzeln und Entwicklung auf.

Unter einem breiten Workshop-Angebot gingen die Teilnehmer in Gruppenarbeit und vertieften folgende Themen:

  • Mechanismen - Theorie (Fiedemann Friese)

  • Innovation versus Intuition (Heinrich Glumpler)

  • Gute und Schlechte Karten - Glück und Strategie im Spiel mit Karten (Henning Poehl)

  • Bluff und Einschätzung (Christwart Conrad)

Die Ergebnisse wurden anschließend kurz und bündig im Plenum vorgestellt.


Christian Beiersdorf bei seinem Vortrag "Wege zum Verlag"

Der Nachmittag wurde von Christian Beiersdorf eröffnet, der als Leiter der Agentur PROJEKT SPIELE die "Wege zum Verlag" beleuchtete. Was sollte ein Autor beachten, welche Kommunikationswege stehen offen und welche Vorteile bietet eine Spieleagentur.

Die zweite Hälfte der Workshop-Reihe bot erneut vier Arbeitsgruppen die Möglichkeit, intensiv diese Inhalt zu bearbeiten:

  • Mechanismus - Praxis (Friedemann Friese)

  • Spieldesign und Handling (Frank Czarnetzki)

  • Wie entwickelt man Spiele für Spaßspieler (Franz Scholles)

  • Qualitätsunterschiede des Zufalls in Spielen (Jens-Peter Schliemann)

  
Impressionen aus dem Workshop: Mechanismus - Praxis

Selbst nach diesem umfangreichen Tagesprogramm organisierten sich für den folgenden Abend erneut vier weitere Workshops. In diesen Workshops wurden spontane, neue Themen aus dem Teilnehmerkreis aufgenommen und bereits bearbeitete Inhalte vertieft.

So setzten einige Teilnehmer die Analyse von Versteigerungsmechanismen fort, während sich zwei weitere Gruppen mit Spieleregeln, bzw. Emotionen im Spiel beschäftigten. Emotional ging es auch in der letzten Gruppe zu, denn dort ging man den "Werwölfen von Düsterwald" auf die Spur.

  
Hier sind die Werwölfe am Werk

Am Sonntag wurde die Veranstaltung mit dem Vortrag "Psychologische Aspekte im Spiel" abgerundet. Leider konnte auch Marcel-André Casasola-Merkle aus persönlichen Gründen nicht wie geplant anwesend sein. Doch wiederum sprang Friedemann Friese kurzfristig ein, vertrat das Thema mit viel Witz und Leidenschaft und sorgte somit für einen gelungen Abschluss einer gelungenen Veranstaltung.

Die Ergebnisse der 2. Deutschen Spieleautorentage werden, wie auch im letzten Jahr, in einer Taschenbuch-Ausgabe zusammengefasst, welches auch käuflich zu erwerben sein wird.

Die gute Resonanz und Anregungen für weitere Themen aus den Reihen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten die Veranstalter ermutigen, im nächsten Jahr mit den 3. Deutschen Spieleautorentagen die Veranstaltungsreihe fortzusetzen.

Ein Bericht von Hans-Peter Stoll
Fotos: Hans-Peter Stoll und Leif Busse