Rezension/Kritik - Online seit 28.05.2016. Dieser Artikel wurde 1166 mal aufgerufen.

Flori Vielfraß

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Autor: Bernhard Weber
Verlag: AMIGO
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 4
Dauer: 10 Minuten
Alter: ab 4 Jahren
Jahr: 2016
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3254
Flori Vielfraß

Spielziel

Raupen sind zwar nicht die schnellsten Wesen auf dieser Welt, aber wenn sie die richtige Motivation haben, dann hinterlassen sie Rauchschwaden und sind auf und davon. Und die perfekte Raupenmotivation heißt: Blätter. Unmengen von Blättern. Da wird richtig Gas gegeben, um als Erster alle Grünteile gefressen zu haben.

Ablauf

Zu Anfang des Spiels besteht jede Raupe aus einem Kopf und drei farbigen Körperteilen (Spielsteine). Die restlichen Steine bilden die Rennstrecke, pro Raupe vier Steine. Die gilt es zu fressen und einzusammeln.

Ist man in der Grundversion am Zug, würfelt man mit drei Farbwürfeln bis zu drei Mal und darf nach jedem Wurf Würfel rausnehmen oder wieder reinnehmen. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden oder muss nach dem dritten Mal aufhören, schaut man, ob die Farbe seines letzten Körperteils gewürfelt wurde. Falls ja, schiebt man diesen Stein nach vorne hinter den Kopf der Raupe und überprüft nun, ob das neue Ende gewürfelt wurde? Ja? Wieder nach vorne damit. Im besten Fall darf auch der dritte Stein nach vorne.

Aber damit ist der Zug noch nicht zu Ende, denn jetzt schaut man, ob die Würfelfarben auch die anderen Raupen bewegen können. Falls ja, schiebt man alle passenden Steine nach vorne.

Es sei denn, man hat drei gleiche Farben gewürfelt. In diesem speziellen Fall darf man zwei "Schritte" ziehen - und zwar alleine. Die anderen Raupen gucken in die Röhre.

Dadurch "kriechen" die Raupen immer weiter, Stück für Stück nach vorne, wobei der Kopf natürlich immer der erste Stein der Raupe ist. Berührt der Kopf einen auf der Rennstrecke liegenden Stein, wird er gefressen und wandert nach hinten an die Raupe.

Die Raupe, die zuerst alle Steine auf ihrer Rennstrecke fressen konnte, gewinnt natürlich und darf in Ruhe das Grünzeug verdauen.

Fazit

Bunte, griffige Holzteile, schöne Optik und ein kindgerechter, spannender Ablauf: Das alles steckt in Flori Vielfraß. Und noch ein bisschen mehr. Man kann es quasi als erste, leichte Einführung in die Welt der Würfelspiele bezeichnen.

Klar gab es schon vor Flori Vielfraß Spiele, die das gemacht haben. Aber hier hat man eine sehr kinderfreundliche, einfache Ebene gefunden, das "3 x würfeln und Würfel behalten/neu werfen"-Prinzip Kindern näher zu bringen.

Dazu gibt es noch ein Wettrennen, und das ist für Kinder immer super. Etwas "um die Wette" machen weckt sofort Spannung und Interesse. Und bei Flori Vielfraß können sie ihre Raupen wirklich kriechen und wachsen sehen, was ein einfacher aber schöner optischer Effekt ist.

Die Regeln sind gut aufgebaut, klar geschrieben und schön bebildert. Da bleiben keine Fragen offen.

Kritik gibt es natürlich auch und die resultiert paradoxer Weise aus den tollen Elementen, die Flori Vielfraß zu bieten hat.

Was an Flori Vielfraß nicht so gefällt:

  • Das Handling: So toll der Effekt der kriechenden und wachsenden Raupen auch ist, so viele Fallstricke bietet er im Spiel. Kinderhände bleiben eben Kinderhände, und wird ein Körperteil nach vorne geschoben, kommen die anderen dabei sehr oft ebenfalls in Bewegung. Entweder nach hinten (was dann oft rasend ungerecht für das Kind werden kann) oder nach vorne (was schlaue Kinder früh entdecken und man sie dann vom permanenten Mogeln abhalten muss). Man muss mit den Kindern schon ein bisschen "Raupen schieben" üben, damit es fair zugeht.
  • Die Ausstattung: Und an der gibt es nur eine Sache auszusetzen: die Raupenköpfe. Jede Raupe hat zwar ein anderes Gesicht, aber es fällt Kindern in diesem Alter dennoch schwer, sich zu merken, wer jetzt welche Raupe hatte. Das hätten man zielgruppenfreundlicher lösen können.
  • Das Alter: Es soll ab 4 Jahren sein ... aber die Grundversion ist es eindeutig nicht. Die ist für 4-Jährige zu schwer. Abzuschätzen, welche Würfel man behalten sollte und welche nicht oder ob man vielleicht zockt und auf drei gleiche Farben setzt ... das können Kleine in diesem Alter noch nicht.

Dass das Alter auf der Packung mit der Spielmechanik nicht übereinstimmt ... das ist natürlich ärgerlich. Mit 4-Jährigen muss man unbedingt die unten beschriebene Variante spielen, sonst legt man Flori Vielfraß nach ein bis zwei Versuchen frustriert in die Ecke. Das wäre schade für so ein nettes Kinderspiel, und man kann nicht genau nachvollziehen, wieso ein Verlag so etwas macht.

Deshalb noch mal: Am besten funktioniert Flori Vielfraß in der Grundversion mit Kindern zwischen fünf und sechs. Da ist die Motorik besser ausgebildet, und das Verständnis für das Würfelprinzip kann eher verinnerlicht werden.

Deshalb ist Flori Vielfraß auf jeden Fall einen Blick wert. Ein guter Preis für das Gebotene und eine schöne Ausstattung runden ein nettes, kleines Kinderspiel ab.

Also: Ran an den Salat!!!

Rezension Christoph Schlewinski

Regelvarianten

Die Variante für kleine Mitspieler braucht nur einen Würfel.

Mit dem würfelt man so lange, bis man die Farbe seines letzten Raupenteils geworfen hat. Bis das passiert, dürfen aber die Mitspieler ihre Raupen vorwärtsziehen, wenn eine passende Farbe gewürfelt wurde.

Das hat den Vorteil, mit dem Spiel sehr schnell und ohne große Regelerklärung anfangen zu können. Aber auch den Nachteil, dass es damit zum reinen Glücksspiel wird und manche Raupen sich kaum bewegt haben, wenn das Spiel zu Ende ist.

Der Glücksanteil ist für das Alter völlig okay. Aber es kann schon frustig werden für Kinder, und manche hatten nach dieser Version keinen Bock mehr auf Flori Vielfraß.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Flori Vielfraß: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.03.16 von Christoph Schlewinski - Niedliches und schnelles Kinderspiel.

Leserbewertungen

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