Rezension/Kritik - Online seit 20.05.2019. Dieser Artikel wurde 545 mal aufgerufen.

Kinder-Rommé: Bauernhoftiere

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Autor: Nicola Riehemann
Illustration: Anne Pätzke
Verlag: Pegasus Spiele
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 4
Dauer: 10 - 15 Minuten
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2018
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2163
Kinder-Rommé: Bauernhoftiere

Spielziel

Rommé ... das ist für mich eine Zeitreise in meine Vergangenheit. Sofort hab ich den leichten Geruch von "Tosca" oder "4711" in der Nase, auch Kaffee, Kuchen steht auf dem Tisch und meine Oma sitzt mir gegenüber und zockt mich knallhart ab. Toll! Obwohl ... als 5-Jähriger fand ich das alles andere als toll. Da hätte ich mir Kinder-Rommé: Bauernhoftiere sehr gewünscht. Meine Oma war wirklich knallhart, wenn's ums Spielen ging ...

Ablauf

Sechs Karten bekommt jeder Spieler auf die Hand, und diese Karten zeigen Folgendes: das Vorder- und Hinterteil eines Tieres (Katze, Kuh, Pferd, Schaf und Schwein) oder deren Mittelteile.

Eine Karte kommt offen in die Tischmitte, und der Spieler am Zug zieht eine Karte - entweder vom Stapel oder aus der Tischmitte. Jetzt kann er entweder ein Tier mit Vorder- und Hinterteil (plus eventuell passende Mittelteile) bei sich ablegen oder eines seiner Tiere durch Mittelteile verlängern. Danach wird eine Karte in die Tischmitte gelegt und der Nächste ist dran.

Sobald jemand seine letzte Karte spielt, hat er gewonnen. Will man variieren, kann man auch zwei Karten ziehen lassen. Und das kann man noch erweitern, indem man bei Spielende pro Mittelteil einen Siegpunkt vergibt.

Fazit

Es gibt kaum klassische Kartenspiele für Kinder. Also solche, wo man ganz klassisch Karten auf die Hand bekommt und die entweder im Stich- oder Gruppenbilden-Prinzip ablegt. Wieso ist das eigentlich so? Vielleicht ist für die Verlage ein Kinderkartenspiel nicht so interessant, weil man es nicht bombastisch ausstatten kann.

Keine Ahnung. Aber es ist eine Lücke, die dringend weiter gefüllt werden sollte, und da macht Kinder-Rommé: Bauernhoftiere einen guten Start. Klassischer als Rommé geht es ja kaum, und 5-Jährige, die keine Oma wie meine hatten, werden das Prinzip wohl auch nicht kennen. Man hat gut daran getan, die normalen Rommékarten durch etwas anderes zu ersetzen, und Bauernhoftiere sind dafür ideal. Besonders, wenn man sie - wie hier - verlängern kann.

Es gibt natürlich kein drei Meter langes Schwein, und das wissen auch die Kinder, aber trotzdem ist ihnen relativ schnell klar, was von ihnen verlangt wird: Tiere lang machen und Karten weg. Die Karten sind eine Punktlandung, niedlicher geht's kaum, und je länger die Tiere werden, desto mehr zieht es die Kinder rein. Da wird das Spielziel sehr intuitiv, denn alle wollen noch längere Tiere und spielen dementsprechend die Karten - wenn sie diese auch bekommen. Das ist natürlich die Glückskomponente, es kann sein, dass man nie das bekommt, was man braucht. Ausgehebelt wird sie aber wenigstens durch die ständig wachsende offene Auslage am Tisch. Da kann oft etwas Brauchbares dabei sein.

Bei Kinder-Rommé: Bauernhoftiere hat man irgendwie an alles gedacht. Selbst an die offensichtliche Tatsache, dass 5-Jährige sechs Spielkarten oft nur schwer auf der Hand halten können und empfohlen wird, sie dann einfach auf den Tisch zu legen. Das erfordert zwar ein bisschen Organisation (die Hand und die Auslage dürfen sich nicht vermischen), aber das klappt und hat noch einen netten Nebeneffekt: Dadurch wird das Spiel nämlich ein bisschen taktischer, weil man sieht, was die anderen Spieler sammeln und man das Abwerfen einer Karte gut überdenken muss. Die Varianten sind auch klasse und machen das Spiel für 6- bis 7-Jährige auch noch interessant. Besonders gut gefällt, dass Variante zwei nur mit der ersten zusammengespielt werden soll. Was sehr sinnvoll ist, da sonst viel zu wenig Karten ins Spiel kommen würden.

An Kinder-Rommé: Bauernhoftiere gibt es nix zu meckern (außer vielleicht die Karten, die hätten einen Hauch dicker sein können). Ein schönes Kinderkartenspiel, bei dem die Kleinen aufmerksam schauen und ein bisschen zocken müssen. Der Schwierigkeitsgrad ist ideal, und selbst clevere 4-Jährige können schon mitmachen. Und wer mal erlebt hat, wie schwer es selbst 6-Jährigen fällt, sechs Karten auf der Hand zu halten, der weiß, dass Kinderkartenspiele öfter mal gespielt werden sollten.

Kinder-Rommé: Bauernhoftiere geht schnell, spricht alle durch die tolle Grafik an, und auch Eltern und Großeltern spielen gerne mit - und wenn Letztere wie meine Oma sind, dann mit dem diabolischen Hintergedanken, dem Kind so schnell wie möglich Rommé beizubringen, um es dann gnadenlos abzuzocken. Für kleines Geld viel Spaß in der Packung. Sollte man sich mal angucken.

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Kinder-Rommé: Bauernhoftiere: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.03.19 von Christoph Schlewinski - Tolle Kinder-Variante des Klassikers.

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