Rezension/Kritik - Online seit 17.08.2026. Dieser Artikel wurde 310 mal aufgerufen.

Galaxolotl

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Autor: Stefano Negro
Verlag: HABA
Rezension: Kathrin Walther
Spieler: 2 - 4
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2025
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 4217
Galaxolotl

Spielziel

Auch wenn es den Galaxolotln auf der Erde wirklich gut gefällt, ist die Sehnsucht nach ihrem Heimatplaneten inzwischen groß. Also ab in die Raketen, quer durch die Galaxie und bereit machen zur Landung! Da der Planet die ganze Zeit über unbewohnt war, können die Lotl-Familien ihn ganz neu besiedeln.

Auf geht das Rennen um die besten Plätze, denn jedes Fleckchen Erde, das bereits durch einen Galaxolotl der eigenen Familie bewohnt wird, kann nicht mehr von einem weiteren Lotl der pinken beziehungsweise blauen Art belegt werden. Wird dennoch auf demselben Abschnitt gelandet, kommt es zur Bruchlandung und nicht nur das Galaxololtl bleibt heimatlos, auch die Bruchpiloten bekommen keine wertvollen Siegsterne. Wer beweist am Ende beim Besiedeln des Planeten das beste Geschick und sichert sich die meisten Sterne?

Ablauf

Bevor es mit einer Partie Galaxolotl No Risk, No Stars! losgehen kann, sind nur wenige Vorbereitungen notwendig. Der Spielplan mit den insgesamt neun Feldern wird offen auf die Spielfläche gelegt, bevor die insgesamt 63 Spielkarten gut gemischt und in etwa zwei gleichgroßen Stapeln neben den Spielplan plaziert werden. Anschließend werden die 18 Galaxolotl-Figürchen noch nach Farbe getrennt für alle gut zugänglich ausgelegt und derjenige, der den Raketenstart am wenigsten erwarten kann, wird Startspieler und erhält die entsprechende Karte.

Jetzt kann es auch schon mit dem eigentlichen Spiel losgehen. Der Startspieler beginnt mit der Aktion Landen. Dazu deckt er eine Karte von einem der beiden Nachziehstapel auf, die den Anfang des Ablagestapels bildet. Die Karte enthält verschiedene Informationen:

1) Welche Farbe hat das Galaxolotl auf der Karte? Handelt es sich um ein pinkes Lotl, kommen die pinken Spielfiguren zum Einsatz, ist es ein blaues, werden die blauen gewählt, bei einem zweifarbigen Hybrid-Lotl darf die Farbe frei gewählt werden.

2) Welche Zahl steht unten auf der Karte? Die Zahl gibt an, auf welchen Feldern von 1 bis 9 die Spielfigur(en) platziert werden müssen beziehungsweise können. Hat der Spieler beispielsweise eine 6 gezogen, lässt sich die Zahl auf verschiedene Weise bilden, wenn jedes Feld nur durch ein Galaxolotl derselben Farbe besetzt werden darf:

  • 6
  • 1+5
  • 2+4
  • 1+2+3

Sind bereits Felder belegt, also befindet sich beispielsweise auf dem Feld der 1 schon eine Figur der entsprechenden Farbe, scheiden zwei Möglichkeiten aus.

Entsprechend funktioniert das Platzieren der Figürchen auch bei den anderen Karten mit Zahlen im Bereich 3 bis 11, die sich auf unterschiedliche Weise aufteilen lassen.

Ist der Spieler der Meinung, dass das Risiko zu hoch ist, beim nächsten Zug die abgebildete Zahl nicht mehr bilden zu können, ohne dass ein Feld doppelt durch dieselbe Farbe belegt wird, kann er zur Aktion Einziehen wechseln.

Dazu werden zunächst alle sich auf dem Spielfeld befindenden Galaxolotls gezählt, bevor es anschließend ans Einsammeln der Siegsterne auf den Karten des Ablagestapels geht. Befinden sich beispielsweise 9 Galaxolotls auf dem Brett, dürfen solange Karten vom Ablagestapel genommen werden bis die oben auf den Karten abgebildeten Sterne mindestens diese Anzahl ergeben. Weist die oberste Karte beispielsweise 3 Sterne auf, geht es an die nächste Karte, die vielleicht 2 Sterne hat. Hat die nächste wiederum 2 Sterne, darf auch die nächste Karte noch genommen werden. Dabei kann es passieren, dass noch eine Karte mit drei Sternen gezogen wird, sodass man sogar über die eigentliche Anzahl an Siegsternen hinauskommt.

Die auf dem Ablagestapel nun obenliegende Karte gibt an, welche Galaxolotl-Farbe anschließend wieder zurück in den Vorrat kommt. Liegt eine Karte mit pinken oder blauem Galaxolotl oben, werden alle Figürchen der entsprechenden Farbe entfernt. Wurden alle Karten vom Ablagestapel eingesammelt, sodass der Stapel leer ist, oder befindet sich auf der obersten Karte ein Hybrid-Galaxolotl mit beiden Farben, werden alle Figürchen entfernt.

Anschließend ist der im Uhrzeigersinn nächste Spieler an der Reihe, der wieder zwischen den Aktionen Landen, also Karten ziehen und Galaxolotl platzieren, oder Einziehen und damit Sterne einsammeln, entscheiden kann.

Das Ende des Spiels wird eingeläutet, sobald ein neuer Zug beginnt, bei dem nur noch einer der beiden Nachziehstapel übrig ist. Ab diesem Zeitpunkt kommen alle Mitspieler vor der Person mit der Startkarte noch einmal an die Reihe, sodass alle gleich viele Züge haben. Wird währenddessen auch der zweite Nachziehstapel leer, steht nur noch die Aktion Einziehen zur Verfügung und das Spiel endet.

Jetzt geht es ans Zählen der Siegsterne. Dazu werden alle Sterne zusammenaddiert, die sich oben auf den eingesammelten Karten befinden. Der Spieler mit den meisten Sternen gewinnt die Partie, bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der zusätzlich die meisten Hybrid-Galaxolotls in seiner Sammlung hat. Kommt es wiederum zu einem Gleichstand, wird der Sieg geteilt.

Fazit

Bei Galaxolotl - No Risk, No Stars! handelt es sich um ein niedliches Kinderspiel, das sich an 2-4 Spieler ab 8 Jahren richtet. Die zentrale Frage, die sich bei jedem Zug stellt: Decke ich noch eine Karte auf, um mehr Punkte einsammeln zu können, riskiere dabei aber vielleicht auch eine Bruchlandung, oder mache ich Schluss und gebe mich mit den Sternen zufrieden, die schon auf dem Spielplan liegen.

Anders als bei anderen Spielen mit Push-Your-Luck-Prinzip hat man schon einen gewissen Einfluss darauf, ob man in der jeweiligen Runde leer ausgeht oder aber weitere Sterne seiner persönlichen Sammlung hinzufügen kann, denn mit etwas mathematischem Geschick lässt sich als Erwachsener (oder auch als matheaffines Kind) schon relativ gut abwägen, ob einen das Aufdecken einer weiteren Karte dem Sieg näher bringt oder aber ob man eher mit einer Nullnummer rechnen kann und somit vielleicht doch lieber auf Nummer sicher geht und die Aktion Einziehen wählt.

Liegen beispielsweise auf der 7, 8 und 9 bereits pinke Galaxolotl, lässt sich jede der aufdeckbaren Zahlen weiterhin auf andere Weise bilden, sodass ein weiteres Aufdecken ohne Gefahr bleibt. Liegen hingegen auf den Zahlen 1, 2, 3 und 4 bereits pinke Figürchen, führen die Karten 3 und 4 sowie die 10 der pinken Farbe zur Bruchlandung. Bei insgesamt 63 Karten, die sich in 7 Sets mit Zahlen von 3 bis 11 aufteilen, sodass jede Zahl je 3 mal in pink, 3 mal in blau sowie einmal als hybrid vorkommt, ein absehbares Risiko von etwa 14% (wir sind ein Mathematiker-Haushalt, daher werden Spiele bei uns auch schon mal nach diesem Aspekt analysiert …). Natürlich wird auch bei uns nicht jeder Zug durchgerechnet, da man relativ schnell einen Überblick über die Möglichkeiten bekommt und sich dadurch ziemlich gut entscheiden lässt, ob man noch eine weitere Karte aufdeckt oder aber den Zug beendet.

Zwar durchschaut man das Spiel als Erwachsener schnell, sodass der Spielreiz nach ein paar Partien merkbar nachlässt, dennoch kann Galaxolotl - No Risk, No Stars! als Kinderspiel, das es schließlich auch ist, auf mehreren Ebenen überzeugen. Auch wenn das Push-Your-Luck-Prinzip bei den hiesigen Erwachsenen wahrscheinlich schon allein durch die Liebe zur Mathematik und zu strategischem Denken nicht zu den Lieblingsspielprinzipen gehört, kommt es bei den Kindern immer wieder gut an. Bei jedem Ziehen wird mit Spannung geschaut, ob die neue Karte noch passt und der mit dem Risiko einer Bruchlandung verbundene Nervenkitzel geliebt, was sich auch nach mehreren Partien nicht ändert.

Gleichzeitig punktet das Spiel auch aus pädagogischer Sicht (als Lehrerin freut man sich doch, wenn Kompetenzen spielerisch gefördert werden). Bei Galaxolotl - No Risk, No Stars! wird das flexible Auf- und Verteilen von Zahlen im Zahlenraum bis 11 bei jedem Landen wieder neu trainiert:

Anstatt der 5 kann ich auch Figürchen auf die 2 und 3 oder auf die 4 und 1 legen. Bei einer 11 stehen mit

  • 5 und 6
  • 1, 2, 3, 4 und 5
  • 7 und 4
  • 8 und 3
  • 9 und 2
  • 6, 2 und 3
  • 7, 3 und 1
  • oder auch 8, 2 und 1

direkt 7 Varianten zur Verfügung, die, je nachdem welche Felder bereits belegt sind, mehr oder weniger sinnvoll oder möglich sind.

Auch beim Einziehen geht es mathematisch weiter. Erst muss die Anzahl an Galaxolotl auf dem Spielfeld erfasst werden, anschließend werden die Sterne auf den Karten solange zusammenaddiert, bis sie mindestens den Wert der gelandeten Galaxolotl erreicht haben. Auch beim Ermitteln der Siegpunkte wird wieder zusammengerechnet, wobei der Zahlenraum von 20 in der Regel verlassen wird, da meist um die 50 Punkte erreicht werden können - je nachdem, mit wie vielen Personen gespielt wird.

Gerade für Ergo- oder Lerntherapien oder Zuhause zum spielerischen Üben von Basisfähigkeiten im ersten und zweiten Schuljahr eignet sich Galaxolotl daher super, um mit Spaß und ohne „Schulgefühl“ Kompetenzen aufbauen und festigen zu können.

Dass sich das Spiel erst an Kinder ab 8 Jahren richtet, ist aufgrund des hohen Matheanteils genau passend, da eine entsprechende Zahlenkompetenz meist erst im Laufe des ersten/teilweise auch zweiten Schuljahrs aufgebaut wird. Die Dauer einer Partie ist mit etwa 20 Minuten angegeben, was auch ganz gut hinkommt und sich auch durch eine unterschiedliche Anzahl an Mitspielern nicht verändert, da immer solange gespielt wird, bis der Stapel leer ist und bei mehr Spielern jeder entsprechend seltener zum Zug kommt.

Dank der kurzen und übersichtlich gestalteten Anleitung kommt man schnell ins Spiel. Auf jede Kartenart und auf verschiedene Spielsituationen wird mit Bild eingegangen, sodass eigentlich keine Fragen offen bleiben sollten.

Auch qualitativ kann das Spiel überzeugen. Die Karten sind aus dünner Pappe/stabilem Papier und haben eine angenehme Haptik. Die glatte Oberfläche lässt sich zur Not auch mal leicht feucht abwischen, was beim Spiel mit Kindern ein Vorteil sein kann. Die Figürchen sind aus Holz in Form eines Galaxolotl-Kopfes und das Spielbrett aus fester Pappe, die ansprechend gestaltet ist, sodass die passende Weltraum-Atmosphäre vermittelt wird.

Als Spiel, das in großen Teilen nach dem Push-Your-Luck-Prinzip funktioniert, weist es einen relativ hohen Glücksfaktor auf. Zwar hat man durch geschicktes Kombinieren und Planen einen gewissen Einfluss darauf, ob es zur Bruchlandung kommt, doch kann man auch mehrmals hintereinander Pech beim Ziehen haben, sodass man kaum Siegpunkte einsammelt, während die Mitspieler mit mehr Glück ihren Vorsprung immer weiter ausbauen.

Obwohl man versuchen kann, dem nachfolgenden Spieler eine ungünstige Ausgangslage zu bieten, sodass er in seinem Zug nicht viele Punkte einsammeln kann, bietet das Spiel insgesamt jedoch wenig Raum für Interaktion und jeder spielt für sich.

Alles in allem handelt es sich bei Galaxolotl - No Risk, No Stars! um ein stimmiges Kinderspiel, das bei Kindern durch sein simples Push-Your-Luck-Prinzip immer wieder gut ankommt. Auch aus pädagogischer Sicht kann das Spiel punkten, da sich mit jedem Zug auf spielerische Art und Weise das flexible Aufteilen von Zahlen bis 11 üben lässt, zusätzlich wird das schnelle Erfassen von Mengen und das Addieren kleiner Zahlen trainiert. Galaxolotl - No Risk, No Stars! eignet sich sowohl für reine Kinder- als auch gemischte Gruppen mit Erwachsenen und lässt sich dank seiner einfachen Regeln schnell erklären. Auch wenn das Spielprinzip aus Erwachsenensicht nach einigen Runden nicht mehr viel Neues zu bieten hat, hat sich hier doch gezeigt, das gerade Kinder gerne auf Vertrautes zurückgreifen, sodass dieser Aspekt die Zielgruppe meist nur wenig stört. Insgesamt ein durchaus solides Spiel, das ohne lange Vorbereitungszeit immer wieder für schnellen Spielspaß sorgt und dabei ganz nebenbei die mathematischen Fähigkeiten der kleinen Spieler trainiert!

Rezension Kathrin Walther

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Galaxolotl: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.04.26 von Kathrin Walther - Ein niedliches Kinderspiel, das mit seinem Push-Your-Luck-Prinzip gerade bei Kindern gut ankommt. Wer nicht nur auf sein Glück vertrauen will, hat zudem die Möglichkeit etwas strategischer beim „Landen“ und „Einziehen“ vorzugehen und durch geschicktes Verteilen der Figürchen und durch das Abwägen von Risikowahrscheinlichkeiten Bruchlandungen zu vermeiden, um mehr Punkte einzusammeln.

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