Rezension/Kritik - Online seit 29.09.2026. Dieser Artikel wurde 399 mal aufgerufen.

Kuller-Würfel

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Autor: Christoph Cantzler
Anja Wrede
Verlag: Schmidt Spiele
Rezension: Kathrin Walther
Spieler: 2 - 4
Dauer: 10 - 15 Minuten
Alter: ab 2 Jahren
Jahr: 2026
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3049
Kuller-Würfel

Spielziel

Bei den Tierkindern ist ganz schön was los! Alle sind unterwegs und tummeln sich an der frischen Luft. Langsam wird es Zeit, ins Haus zurückzukehren. Ob die Ente sich wohl im blauen Haus versteckt? Der Kullerwürfel zeigt die Antwort! Nach und nach verteilen sich auch die anderen Tiere auf die verschiedenen Behausungen. Egal ob kleiner Elefant, grüner Frosch, niedlicher Pinguin oder freches Mäuschen - kannst du ihnen helfen, einen Platz in einem der drei Häuser zu finden? Vielleicht weißt du ja auch, welche Geräusche sie machen, wie sie sich bewegen und hast sie schon einmal im Garten, im Wald oder im Zoo beobachtet?

Ablauf

Bei Mein allererster Spielspaß mit dem Kullerwürfel handelt es sich um niedliches (Kuller-)Würfelspiel, das sich an die allerkleinsten Spieler ab zwei Jahren richtet. Entsprechend einfach sind auch die Regeln der drei Spielvorschläge, die mit den Kindern mitwachsen. Vor dem ersten Regelspiel geht es jedoch erst einmal ans spielerische Erkunden des Materials, wozu sich in der Anleitung ein paar Anregungen befinden.

Neben dem durchsichtigen Kullerwürfel mit drei Tiermotiven befinden sich in der Schachtel noch 3 Papphäuser, 3 Holztiere zum Aufstellen beziehungsweise Einlegen in die Häuser sowie 12 runde Plättchen mit unterschiedlichen Tiermotiven. Hier bietet es sich beispielsweise an, den Umgang mit dem Kuller-Würfel zu üben, indem man ihn durch den Raum rollen lässt und geschaut wird, welches Tier oben liegt. Die Tierplättchen können gestapelt und nacheinander aufgedeckt werden, wobei den kleinen Spielern dann Fragen wie „Was ist das für ein Tier?" oder „Wo lebt das Tier?" gestellt werden können. Oft macht es auch Spaß, die Plättchen und Holzteile einfach in die Häuser einzupuzzeln, was dank der runden Form sehr leicht funktioniert.

Variante 1: Wer besucht wen? (Förderung der Motorik, ab 2 Jahren)

Die drei Tierkinder Katze, Elefant und Schaf (Holzteile) bekommen nach der Kita Besuch. Dazu werden die Holz-Tiere im Raum verteilt und je vier Tierplättchen verdeckt um die Tiere herumgelegt. Die 2 bis 4 Spieler setzen sich an den Tisch, auf den anschließend die drei noch leeren Häuser gelegt werden. Der Startspieler beginnt, indem er den Kullerwürfel über den Boden rollt, ihm hinterherläuft und schaut, welches Tier gewürfelt wurde. Anschließend wird überprüft, ob das entsprechende Holztier noch im Raum steht oder ob es sich bereits im Haus befindet.

  • Ist es noch im Raum, holt der Spieler es ab und bringt es in eines der Häuser, indem er die Geräusche und Bewegungen des entsprechenden Tieres nachahmt.
  • Befindet es sich bereits im Haus, dann bekommt es Besuch. Der Spieler nimmt eines der verdeckten Tierplättchen, dreht es um und bringt es zum Tisch, während er die entsprechenden Geräusche und Bewegungen nachmachen darf. Anschließend wird das Tier in das Haus des gewürfelten Tieres gelegt.

Das Spiel endet, wenn das erste Haus voller Tiere ist. Anschließend werden die übrigen Tiere noch ohne zu würfeln abgeholt und in die anderen Häuser gelegt. Einen Sieger gibt es nicht, der Spaß am gemeinsamen Spielen steht im Vordergrund.

Variante 2: Huhu, wo steckst du? (Förderung des Gedächtnisses, ab 2,5 Jahren)

Katze, Schaf und Elefant spielen gemeinsam mit ihren Freunden Verstecken. Doch welches der Tierkinder befindet sich in welchem Haus? Um die Tierkinder zu suchen, setzen sich 2 bis 4 Spieler an einen Tisch oder auf den Boden und legen die drei Häuser vor sich aus. Die drei Holztiere und 12 Tierplättchen werden offen auf die Häuschen verteilt, anschließend benennt jeder reihum eines der Tierplättchen und dreht es um. Dieser Vorgang wird solange fortgesetzt, bis alle Plättchen umgedreht sind. Dabei sollte sich gut gemerkt werden, wo sich welches Tier befindet, denn in der zweiten Spielhälfte ist ein gutes Gedächtnis gefragt.

Wer an der Reihe ist, rollt den Kullerwürfel und schaut, welches der Tierkinder oben liegt. Nun sind alle gefragt: Überlegt gemeinsam, welches Tier sich im jeweiligen Haus an welcher Stelle befindet. Der aktive Spieler deckt es anschließend auf. Wurde richtig geraten, bleibt das Plättchen offen liegen. Handelte es sich stattdessen um ein anderes Tier, wird das Plättchen wieder umgedreht und der nächste Spieler ist mit seinem Zug an der Reihe, der nach demselben Schema abläuft.

Das Spiel endet, wenn in einem Haus alle Tiere gefunden und aufgedeckt wurden. Alle Spieler haben dann gemeinsam gewonnen!

Variante 3: Wer bin ich? (Förderung der Sprache, ab 3,5 Jahren)

Die Tierkinder lieben es, verstecken zu spielen, doch welches Tier verbirgt sich wo? Um das herauszufinden, werden die 3 Holztiere auf dem Tisch verteilt. Anschließend werden jeweils 4 Tierplättchen verdeckt um die Holztiere verteilt. Jeder der zwei oder drei Mitspieler bekommt ein leeres Haus und legt es vor sich aus.

Nacheinander wird der Kullerwürfel gerollt. Wer an der Reihe ist, nimmt eines der Plättchen, welches um das gewürfelte Tier liegt und schaut es sich geheim an, bevor er es verdeckt vor sich ablegt.

Anschließend wird entschieden, wer beginnt. Alle anderen versuchen nun durch passende Fragen herauszufinden, welches Tier sich unter dem jeweiligen Plättchen versteckt.

  • Wird die Frage mit Ja beantwortet, darf der Fragensteller eine weitere Frage stellen.
  • Wird die Frage mit Nein beantwortet, ist das nächste Kind an der Reihe und stellt einem Mitspieler seiner Wahl eine Frage. Im Spiel zu zweit , werden sich gegenseitig Fragen gestellt.

Wer ein Tier errät, erhält das zugehörige Plättchen und legt es offen in sein Haus. Das Kind ohne Plättchen rollt nun erneut den Würfel und nimmt sich ein neues Plättchen. Anschließend ist das nächste Kind an der Reihe und stellt eine Frage. Liegen bei einem Holz-Tier keine Plättchen mehr, wird es neben eines der anderen Holz-Tiere gestellt, sodass die umliegenden Plättchen des anderen Holz-Tieres nun auch bei einem Wurf des zuvor leeren Holz-Tieres genommen werden können.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler alle vier Felder seines Hauses mit Plättchen füllen konnte. Dieser Spieler gewinnt das Spiel.

Fazit

Bei Mein allererster Spielspaß mit dem Kullerwürfel handelt es sich um ein niedliches Kinderspiel, das sich an die allerkleinsten Spieler ab 2 Jahren richtet und etwa 10 Minuten dauert. Da sich die Fähigkeiten von Kindern in diesem Alter ziemlich schnell ändern und sie häufig sehr schnell aus alterspassendem Spielzeug herauswachsen, beinhaltet die Box gleich drei mitwachsende Spiele, von denen das erste ab etwa 2 Jahren spielbar ist, während sich die „schwierigste“ Stufe an Kinder ab etwa 3,5 Jahren richtet.

Geht es bei der Vorstufe zunächst um reines Erkunden, bei dem die Kinder den Kullerwürfel, die Holz-Tiere sowie die Tiere auf den Plättchen kennenlernen, werden bereits bei der ersten Variante langsam die ersten Regeln eingeführt, wobei es noch keinen Gewinner gibt und es um die Freude am Spielen geht. Auch in der zweiten Variante gibt es noch keinen Sieger, gewonnen wird gemeinsam, wobei ein Verlieren nicht möglich ist. Erst in Stufe drei wird kompetetiv gespielt und es geht darum, als Erster durch geschicktes Fragen und richtiges Raten alle Felder in seinem Haus voll zu haben.

Passend zum einfachen Spielprinzip sind die Regeln übersichtlich und schnell gelesen. Anschauliche Bilder zeigen beispielhaft, wie das Spiel bei der jeweiligen Variante aufgebaut werden kann, sodass keine Fragen offen bleiben. Schön ist auch der Einleitungsteil für Erwachsene, in dem die Idee hinter dem Spiel noch einmal aufgegriffen und erklärt wird. Hier wird noch einmal hervorgehoben, dass der Schwerpunkt auf Freude am Spiel liegt, die Neugier der Kinder im Vordergrund steht und es in erster Linie ums Ausprobieren, das gemeinsame Entdecken und Spaß haben geht, wobei die Eltern/Erwachsenen als Vorbild eine große Rolle spielen und diese Freude auch mittragen sollten!

Qualitativ kann das Spiel überzeugen. Die stabile Pappschachtel beinhaltet gefühlt zwar etwas viel Luft, dafür lässt sich das Spielmaterial leicht verstauen, sodass es auch kleine Spieler selbstständig einräumen können. Schön ist, dass die Verpackung ohne unnötiges Plastik ausgeliefert wird, wobei sich die Klebepunkte, mit denen die Packung für den Transport gesichert war, leider nicht spurenlos entfernen ließen. Das eigentliche Spielmaterial ist auf jeden Fall toll gelungen. Die Holzteile sind schön groß und lassen sich sowohl hinstellen als auch hinlegen. Die Plättchen und Häuser sind aus stabiler und abwischbarer Pappe, sodass sie auch feinmotorisch noch nicht ganz so geschickten Händchen standhalten. In den Mund genommen werden sollten die Plättchen jedoch besser nicht, was bei Kindern unter drei Jahren teilweise noch vorkommen kann. Besonders hervorzuheben ist der innovative Kullerwürfel, mit dem auch Kinder, die vielleicht ab und an doch noch etwas in den Mund stecken, gefahrlos würfeln können. Dadurch, dass der Würfel in einem durchsichtigen Gummiball steckt, kann er weder in den Mund genommen noch verschluckt werden und lässt sich zudem gut greifen und rollen.

Gleichzeitig weist der Kullerwürfel einen hohen Aufforderungscharakter auf, wie sich bei uns zeigte. Schon beim Auspacken war der kleine Spieler (frisch 2 Jahre) vom Kullerwürfel fasziniert. Dass sich im Ball ein Würfel befindet, fiel ihm sofort auf und auch die Tiere sind ihm bekannt, sodass er schnell ins Kullerwürfelprinzip hineinfand. Auch wenn er für die Regelvarianten noch zu klein ist, klappt die „Einführungsstufe“ ziemlich gut. Das gemeinsame Spielen mit den Kullerwürfel, das Einpuzzeln der Tierplättchen in die Häuser und das Benennen der Tiere machen ihm Spaß, sodass er das Spiel immer wieder von sich aus einfordert. Aktuell reicht die Konzentration noch nicht für die erste Stufe, dennoch lassen sich bereits beim spielerischen Erkunden durch das Benennen der Tiere und das Einpuzzeln der Plättchen Sprache und Motorik fördern, sodass bestimmt bald die erste Stufe folgen kann.

Die Geschwister sind bereits etwas älter, sodass Variante 1 nicht mehr ganz so spannend ist und die 5 Jährige direkt mit Stufe 2 und 3 eingestiegen ist, wo es einmal um das Merken der Tiere unter den verdeckten Plättchen und ein andermal um das gegenseitige Erraten der Tiere durch geschicktes Fragen geht. Beides funktionierte vom Ablauf her gut und machte auch Spaß, wobei sich schon zeigte, dass dem Vorschulkind etwas die Herausforderung fehlte, was jedoch in erster Linie daran liegt, dass sie schon etwas aus dem Spiel herausgewachsen ist und weniger am Spielprinzip an sich, welches für die passende Altersgruppe wirklich gut gelungen ist.

Besonders schön finden wir, dass das Spiel über 2 Jahre mitwächst, was in dieser Altersgruppe wirklich viel ist, da in dieser Zeit große Entwicklungssprünge stattfinden. Anstatt eines Spiels, das nur eine Variante mitbringt und aus dem die Kinder mit dem nächsten Entwicklungsschub herausgewachsen sind, setzt das Spiel auf unterschiedliche Förderschwerpunkte wie Motorik, Sprache und Gedächtnis und bahnt Schritt für Schritt das Spielen nach Regeln an.

Auch optisch passt das Spiel gut zur Zielgruppe. Die Tiere sind niedlich und sprechen Kinder an, Schachtel und Häuser sind liebevoll gestaltet und schön bunt, sodass sie sofort ins Auge fallen. Die Auswahl der im Spiel enthaltenen Tiere ist gut gewählt, sie konnten von unserem Zweijährigen fast alle direkt benannt werden. Neben bekannten Haustieren wie Schaf, Katze, Kuh, Pferd, Hund, Hahn und Hase kommen noch ein Frosch, ein Affe, ein Pinguin, eine Maus, eine Ente, ein Pinguin, ein Löwe und ein Eisbär vor, die von den meisten Kindern früh erkannt werden beziehungsweise sich andernfalls gut zur Erweiterung des Wortschatzes eignen.

Alles in allem ist Mein allererster Spielspaß mit dem Kullerwürfel ein rundum gelungenes Spiel für junge Nachwuchsbrettspieler, das durch sein mitwachsendes Spielkonzept, seine liebevoll gestaltete Optik und sein durchdachtes Material überzeugen kann. Der Kullerwürfel und die verschiedenen Plättchen haben einen hohen Aufforderungscharakter und machen neugierig aufs Spiel, dessen Regeln sich an die Fähigkeiten der Kinder anpassen. Im Fokus steht der Spaß am gemeinsamen Spielen, erst bei der dritten Variante gibt es überhaupt einen Sieger, sodass ganz ohne Frust gespielt werden kann und erst mit zunehmendem Alter, wenn auch mehr Regeln ins Spiel kommen, ein gewisser Wettbewerb ins Spiel kommt. Da sich der jüngste Spieler hier noch ganz unten auf der Mitwachsskala befindet, wird uns das Spiel auf jeden Fall noch eine ganze Weile begleiten und mit seinen verschiedenen Varianten für immer wieder neuen Spielspaß sorgen!

Rezension Kathrin Walther

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Kuller-Würfel: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.04.26 von Kathrin Walther - Ein rundum gelungenes Kleinkinderspiel mit gut durchdachtem Mitwachsprinzip. Das Spiel beinhaltet neben einer Vorstufe drei verschiedene Varianten, die sich an den Entwicklungsstand der Kinder anpassen lassen, sodass das Spiel ab einem Alter von 2 Jahren bis etwas 4 Jahren für die kleinen Spieler interessant ist und vom einfachen Erkunden bis zum Spiel nach Regeln reicht.

Leserbewertungen

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