Rezension/Kritik - Online seit 28.05.2019. Dieser Artikel wurde 672 mal aufgerufen.

8Bit Box

Direktlinks zu den Rezensionsblöcken
Autor: Frank Crittin
Grégoire Largey
Illustration: Jean-Baptiste Reynaud
Verlag: IELLO
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 3 - 6
Dauer: 15 - 40 Minuten
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2018
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2663
8Bit Box

Spielerei-Rezension

Spielereikritik: Boing, Boing, tüdelüdelü …

Retro, Retro, Retro, das Zauberwort, mit dem man nicht nur Hipstern massig Geld für ein paar ausgelatschte Treter aus der Tasche ziehen kann, Retro findet jetzt auch den Weg an den heimischen Spieltisch. Elektro-Retro ohne Elektro, sondern alles analog. Eine Spielkonsole im Brettspielformat, bestückt mit drei Spielen und noch Platz für mindestens ein weiteres. Für alle Spiele gibt es eine Grundausstattung: „Controller“ mit drei Drehrädern, dazu noch Marker und Würfel, das restliche Spielmaterial steckt in den kleinen Modulboxen der Spiele.

Pixoid ist ein semikooperatives „Pac Man“ für 2 - 4 Spieler, in dem der Held Pixoid vor bis zu drei Gespenstern fliehen und nebenbei noch Marker vom Spielfeld einsammeln muss. Richtung und Bewegungsweite stellt jeder Spieler geheim mit seinen „Controllern“ ein und für jede Runde, in der Pixoid nicht erwischt wird, bekommt er einen Extrapunkt. Wurde er geschnappt oder sind 12 Runden rum, wechselt die Rolle von Pixoid und wenn jeder 1x wegrennen durfte, werden die erreichten Punkte verglichen.

Das ist genau der richtige Level für ein Familienspiel. Die Eltern werden verträumt an ihre Kindheit denken, als sie vor den ersten Videospielkonsolen saßen, die Kinder haben wahrscheinlich von „Pac Man“ noch nie was gehört und finden so eine Verfolgungsjagd spannend. Der ständige Versuch, einzuschätzen wohin Pixiod bzw. die Geister wollen ist auch schon für Kinder ab sechs unterhaltsam.

Outspeed ist ein Rennspiel, bei dem man jede Runde die Wahl zwischen zwei oder drei Wegen hat, dargestellt auf dem Rennkartendeck. Hierfür wird beim „Controller“ nur die Buchstabenscheibe benötigt, die weißen Marker sind Treibstoff für die futuristischen Rennwagen. Jede Runde suchen sich die Spieler geheim eine der zwei oder drei möglichen Optionen auf der Rennkarte aus. Manchmal können alle diese Option wählen. Manchmal ist sie aber nur möglich, wenn eine bestimmte Anzahl Spieler sie gewählt haben. Haben sich mehr oder weniger dafür entschieden, bleiben die Spieler stehen. Hat man erfolgreich gewählt, darf der Rennwagen fahren oder man bekommt Treibstoff zurück oder man bekommt ein Spezialplättchen. Auf denen sind Extraschritte drauf, Waffen, mit denen man die Gegner aufhalten kann und noch mehr. Die Rennstrecke besteht immer aus zwei Spielplänen und wenn ein Spieler mit seinem Wagen die Spielfläche verlässt, wird der hintere Plan nach vorne gelegt. Alle Wagen, die sich dann noch auf dem hinteren Plan befinden, scheiden aus dem Rennen aus.

Outspeed bietet schon mehr Spannung, ist aber auch eher ab acht Jahren. Hier muss man wesentlich mehr beachten, als bei Pixiod. Nicht nur einschätzen, welcher Spieler welche Option auf der Rennstrecke wählen kann. Auch sollte man nicht zu weit nach hinten abfallen, denn sonst scheidet man womöglich aus.

Spiele, bei denen man ausscheiden und den anderen beim Spielen zuschauen muss sind immer ein bisschen … meh … aber bei Outspeed geht es gerade noch, weil die Spieldauer überschaubar ist und nicht selten eine Revanche gefordert wird. Mit den Spezialplättchen gibt’s ein bisschen ein Super Mario Kart Feeling, indem man andere Spieler wegbomben kann oder Extraschritte bekommt. Alles schön stimmig und macht Spaß.

In Stadium geht’s zu den Olympischen Spielen und „Summer Games“ lässt grüßen. Je nach Spieleranzahl kommen zufällige Disziplinen verdeckt ins Spiel und es wird immer nur die aufgedeckt, um die es gerade geht. Zwei gleichgroße Teams stehen sich als USA und Russland gegenüber und wollen per Medaillenspiegel gewinnen. Dazu müssen die Spieler überlegen, wer bei welchem Wettkampf mitmacht und wer wie viel Energie für die einzelnen Disziplinen einsetzen möchte. Denn hat man keine Energie mehr, war’s das für einen.

Bei manchen Wettkämpfen können sich die Spieler beraten, wie sie vorgehen möchten. Bei anderen darf nicht geredet werden. Nehmen wir die Disziplin „Springreiten“. Will man mitmachen, muss man eine beliebige Menge Energie einsetzen und darf dazu noch den grünen Würfel werfen. Hat man genug gesetzt und dazu gewürfelt, darf man einen Schritt vorgehen und jeder Schritt braucht natürlich mehr Energie. Hat man nicht genug zusammenbekommen, bleibt man auf der Strecke stehen, aber je nachdem, wo man stehen bleibt, reicht es vielleicht doch noch für eine Medaille.

So oder so ähnlich funktionieren die Wettkämpfe bei Stadium, wobei es auch Disziplinen gibt, bei denen man Energie gewinnen kann. Nicht wirklich viel, aber immerhin genug, um für das eigene Team im Rennen zu bleiben.

Stadium ist ein bisschen der Hingucker bei der 8Bit Box, weil es das ungewöhnlichste Spiel ist. Im Grunde ist es eher ein Partyspiel, bei dem man mit einer Mischung aus Glück und Beobachtung des anderen Teams versuchen muss, das Beste für sein eigenes Team rauszuholen. Das man dabei auch mal nicht reden darf, würzt das alles auf eine schöne Weise. Und da nicht immer alle Disziplinen im Spiel sind und sich deren Zusammensetzung auch jedes Mal ändert, bleibt es spannend.

Mit der 8Bit Box ist iello vor allem ein Designerhighlight des Jahrgangs gelungen. Innovativ, hervorragend gestaltet, außen schlicht und innen voller Möglichkeiten. Das Material in den einzelnen Spielen ist zwar manchmal eher … nuja … aber nie so schlimm, dass es das Spiel beeinträchtigen würde. Die Frage ist nur: Für wen ist die 8Bit Box? Ich sage: Sowohl für Familien als auch für Retro-Liebhaber. Erstere Gruppe wird sich sicherlich öfter eines der drei Spiele gezielt raussuchen, um es zu spielen. Gruppe zwei wird die Spiele darin ein paar Mal spielen und dann gierig nach neuen Spielboxen schreien.

8Bit Box ist sicherlich auch ein riskantes Unterfangen, weil sich bestimmt einige nicht vorstellen können, wie eine Brettspiel-Konsole genau funktionieren soll. Aber da sage ich: Einfach ausprobieren. Besonders Familien.

Rezension Christoph Schlewinski

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

'8Bit Box' online bestellen

Kaufen bei Idealo Kaufen bei Spiele-Offensive Kaufen bei PlayMe 

H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung 8Bit Box: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.04.19 von Christoph Schlewinski - Mit den richtigen Leuten eine starke Tendenz zu fünf Punkten.

Leserbewertungen

Es sind noch keine Leserbewertungen abgegeben worden.

Weitere Informationen zu '8Bit Box' auf unseren Partnerseiten