Rezension/Kritik - Online seit 02.03.2011. Dieser Artikel wurde 3882 mal aufgerufen.

aufRUHR! - Das Ruhrstadt-Spiel

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Autor: Tibor Bartholomä
Helen Chen
Romuald Dehio
Anna Feldmann
Gerald Friedel
Verlag: Ruhrstadt-Netzwerk GmbH
Rezension: Karsten Höser
Spieler: 4 - 6
Dauer: 90 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2010
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3206
aufRUHR! - Das Ruhrstadt-Spiel

Spielerei-Rezension

Im Zusammenhang mit der Kulturhauptstadt 2010 ist das Spiel aufRUHR! entwickelt worden. Turit Fröbe hatte ein Projekt am Studiengang Architektur der Universität der Künste Berlin angesiedelt und 10 Studenten um sich versammelt. Sie haben das Ruhrgebiet bereist und die vorgefundenen Strukturen in ein Spiel umgesetzt. Herausgekommen ist ein strategisches Kommunikationsspiel, das sich als frecher, liebevoller Kommentar zur aktuellen Diskussion um die Zukunft des Ruhrgebiets versteht.

In aufRUHR! übernehmen vier bis sechs Spieler die Bürgermeisterämter sechs großer Ruhrgebietsstädte. Ihr Ziel ist es, möglichst viele angrenzende Städte mit lukrativen Projekten auszustatten, um damit den Einflussbereich der eigenen Stadt zu erweitern. Die Projekte dienen als spätere Geldeinnahmequelle und bescheren den Bürgermeistern am Ende die erhofften Siegpunkte. Der Bürgermeister mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel, wird zum Oberbürgermeister der Ruhrstadt ernannt und darf bestimmen, wohin das Ruhrstadtrathaus gebaut wird.
Zu Anfang des Spieles bekommt jeder Spieler seine Stadtkasse mit 240 Kohle, die Währung des Spiels. Weiterhin seine Kungelkiste, mit den entsprechenden Kungelmarken, seine Projektsteine und die Wahlwürfel. Über die Ereigniskarten, maximal 14, kann die Spieldauer geregelt werden. Eine Runde besteht aus vier Spielphasen. In der ersten wählen die Bürgermeister geheim und mit Hilfe der Wahlwürfel einen Interims-Oberbürgermeister, der die Spielrunde durch die folgenden drei Phasen leitet. Er beginnt seine Amtszeit damit, dass er EU-Subventionen ausschüttet. Abhängig von der Spielerzahl verteilt er Beträge von 10 - 60 Kohle an sich und seine Mitspieler. Im Anschluss daran erklärt der Oberbürgermeister seine Handlungsabsicht. Dabei wählt er zwischen der Versteigerung neuer Projekte oder Geldausschüttung. Bei der Versteigerung werden drei Projekte angeboten. Um diese zu bekommen, bietet jeder Bürgermeister verdeckt einen Betrag. Der Bürgermeister, der den höchsten Betrag geboten hat, zahlt den Betrag an die Bank, erhält das Projekt und platziert es auf dem Spielfeld. Somit erweitern die Bürgermeister ihren Einflussbereich, die Anzahl der Siegpunkte und die Möglichkeit, über eine Geldausschüttung wieder Kohle zu bekommen.

Lässt er eine Geldausschüttung stattfinden, nennt er eine der vier Projektkategorien und die jeweiligen Bürgermeister bekommen die Einnahmen für die bestehenden Projekte.
Die Projektkarten unterscheiden sich in die Kommunalprojekte, die jeder Bürgermeister alleine realisiert und sofort bauen kann, und in die RuhrStadt-Projekte. Diese haben einen großen finanziellen Umfang. Zum Einen ist das Mindestgebot höher, zum Anderen werden zusätzliche Baukosten erhoben. Aus der resultierenden Finanznot resultierend findet bei diesen Projekten fast immer eine Kooperation zwischen den Bürgermeistern statt. In der vierten und letzten Phase wird eine Ereigniskarte aufgedeckt und ausgeführt. Als letzte Amtshandlung ruft der Oberbürgermeister Neuwahlen aus und die nächste Runde beginnt.

Während aller Handlungen können die Bürgermeister über ihre Kungelkisten versuchen, die Entscheidungen ihrer Kollegen zu beeinflussen. Dazu nutzen sie nicht nur ihre Kungelkarten mit attraktiven Angeboten vom Porsche bis zu einem bezahlten Urlaub, sondern auch den schnöden Mammon.

Das Spiel aufRUHR! ist nicht nur ein lokales Werbespiel für Ruhris. Dahinter steckt ein ausgeklügeltes Strategiespiel, das sich nicht verstecken muss. Auf der einen Seite konkurrieren die Mitspieler untereinander, auf der anderen Seite müssen sie aber auch kooperieren, nicht nur um die Idee der gemeinsamen Ruhrstadt voranzubringen, sondern auch um die siegpunktträchtigen Projekte zu realisieren. aufRUHR! ist aufwühlend und macht Spaß! Es ist ein Kommunikationsspiel, in dem fast alles erlaubt und verhandelbar ist. Strategische Politik ist gefragt, um in diesem ständigen Wechsel der Konstellationen ans Ziel zu kommen!

Rezension Karsten Höser

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung aufRUHR! - Das Ruhrstadt-Spiel: 4,0 4,0, 2 Bewertung(en)

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