Rezension/Kritik - Online seit 29.03.2003. Dieser Artikel wurde 8187 mal aufgerufen.

B-Movie

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Autor: James Ernest
Illustration: Phil Foglio
Cheyenne Wright
Verlag: Truant Spiele
Rezension: Frank Gartner
Spieler: 3 - 8
Dauer: 60 - 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2002
Bewertung: 3,3 3,3 H@LL9000
Ranking: Platz 5796
B-Movie

Spielziel

"Du bist ein nichtsnutziger Gelegenheitsschauspieler und arbeitest bei richtig schlechten Filmemachern, den Deadwood Studios Ltd. Also mach dich bereit und beweg dich aufs Dach. Dein Text ist wirklich einfach: "Aaaah...!".

Mit diesen Worten begrt das "B-Movie" -Spielecover seine Spieler, welche in der Rolle von Schauspielern durch die Filmstudios wetzen mssen, um mglichst viele Szenen erfolgreich abzuschlieen. Wer nach 5 Filmtagen das meiste Geld verdienen konnte, gewinnt das Spiel.

Ablauf

Um "B-Movie" spielen zu knnen, bentigt man noch einiges Zusatzequipement:

Als Spielfigur bentigt jeder Spieler einen Wrfel (natrlich in unterschiedlichen Farben). Weiter werden 6 Wrfel zum ermitteln von Wrfelergebnissen bentigt, so wie eine Mglichkeit die Tageseinnahmen zu protokollieren. Die Spielanleitung schlgt Spielgeld oder einen Zettel zum Notieren des des Geldes vor.

"Deadwood-Studios" verfgen ber 10 Studios, in welchen die Szenen zu verschiedenen Filmen gedreht werden knnen, sowie dem Casting-Bro, in dem sich die Schauspieler ihren "Rang" erhhen knnen.

Es gibt insgesamt 50 Szenenkarten, welche ber 5 Tage verteilt abgedreht werden sollen. Jede Szenenkarte hat einen Szenen-Namen (lustig, aber fr das Spiel nicht entscheidend), ein Budget von 2-6 Millionen Euro sowie 2-3 Hauptrollen.

Jedes Studio hat zudem 1-4 Nebenrollen.

Sobald ein Spieler mit seiner Spielfigur ein Studio betritt, wird die Szenenkarte umgedreht und der Spieler hat die folgenden Mglichkeiten:

Er entschliet sich...

...eine Hauptrolle anzunehmen

...eine Nebenrolle anzunehmen

...keine Rolle anzunehmen und in der nchsten Runde in ein angrenzendes Studio zu wandern.

Bei der bernahme einer Rolle ist der "Rang" des Spielers wichtig. Jede Rolle erfordert einen gewissen Rang (1-6), Hauptrollen sind in aller Regel natrlich anspruchsvoller als die Nebenrollen. Ein Spieler darf keine Rolle bernehmen, die hher ist als sein eigener Rang. Die Spieler starten mit Rang 2.

Entscheidet sich ein Spieler eine Rolle anzunehmen, die niedriger ist als der eigene Rang, muss er seinen eigenen Rang entsprechend verringern.

Szenen drehen: Sobald eine Szene mit mindestens einer Rolle besetzt ist, kann es losgehen. Wer an der Reihe ist und bereits eine Rolle angenommen hat, wrfelt mit einem Wrfel, ob die Szene gelingt oder nicht. Eine Szene gelingt dann, wenn der Wrfelwert mindestens den Wert des Film-Budgets entspricht. Je nachdem, in welchem Studio man den Film dreht, ist die Szene bereits nach einem erfolgreichen Durchlauf oder aber nach drei erfolgreichen Durchlufen abgeschlossen. Sind mehrere Spieler an einer Szene beteiligt, kann eine Szene natrlich wesentlich schneller abgeschlossen werden.

Der Spieler, welcher die Szene abschliet, d.h. den letzten erfolgreichen Wrfelwurf durchfhrt um die Szene zu beenden, bekommt einen wichtigen Bonus, denn er erhlt einen Eintrag im Abspann. War er in der Hauptrolle ttig, legt er die Szenenkarte offen vor sich ab, war er in der Nebenrolle ttig, legt er die Szenenkarte verdeckt vor sich ab, was einem halben Eintrag gleich kommt. Diese Szenenkarten sind fr die Erhhung des eigenen Rangs notwendig. Hierzu gleich mehr.

Unlustig fr die Hauptdarsteller ist es, wenn eine Nebenrolle die Szene abschliet, denn in diesem Fall muss jeder Spieler, der in dieser Szene eine Hauptrolle hatte, seinen Rang um eine Stufe reduzieren.

Die Bezahlung im Filmbusiness wird nach unterschiedlichen Mastben durchgefhrt:

Whrend ein Spieler in der Nebenrolle fr jeden Versuch 1000 Euro erhlt, egal ob ein Durchlauf gelingt oder nicht, erhlt ein Spieler in der Hauptrolle erst dann Geld, wenn die Szene komplett abgeschlossen wurde.

Natrlich gibt es fr die Hauptrollen mehr Geld. Die Gewinnausschttung wird durch Wrfelergebnisse ermittelt. Je hher das Budget eines Films ist, desto hher kann die Gewinnausschttung werden. So ist es theoretisch mglich, dass man zwischen ein- und zwlftausend Euro fr eine Hauptrolle erhlt.

Die Spieler sammeln also halbe und ganze Szenenkarten sowie Geld natrlich. Um in den Genuss lukrativer Hauptrollen zu kommen muss man im Castingbro eine Rangerhhung durchfhren, wofr man Geld und die Szenenkarten bentigt:

Pro Rang, um den man erhhen will, muss man einen ganzen Eintrag abgeben.

Zustzlich muss man den neuen Rang multipliziert mit 2000 in Euro abgeben. Wer also seinen Rang von 2 auf 5 erhhen mchte gibt in Summe 3 Eintrge sowie 10.000 Euro ab.

Sobald nur noch eine Szene brig ist, d.h. 9 Szenen abgeschlossen wurden, endet ein Drehtag und der nchste folgt mit weiteren 10 neuen Szenen.

Spielende: Sobald der 5 Drehtag abgeschlossen wurde, endet das Spiel. Wer nun das meiste Geld auf seinem Konto vorweisen kann, hat das Spiel gewonnen

Fazit

Die Ausstattung des Spiels ist recht spartanisch. Es verfgt ber einen Spielplan, der aus vier verhltnismig dnnen Pappteilen zusammengelegt werden muss. Hinzu kommen 50 Szenenkarten, welche wie auch der Spielplan in einem farblosen schwarzgrau gehalten sind. Nichts frs Auge!

Lediglich durch die bis zu 8 unterschiedlichen Wrfel kann Farbe ins Spiel kommen. Da diese Wrfel jedoch nicht dem Spiel beiliegen, sondern von den Spielern herbeigeholt werden mssen, ist dies sicher kein Bonus fr das Spiel. Spielesammler drften hierbei sicher weniger Probleme haben, als Haushalte, die nur ber wenige Spiele verfgen.

Weder den Vorschlag Spielgeld zu nehmen, noch die Einnahmen aufzuschreiben halten wir fr sinnvoll. In diesem Spiel fliest nach fast jedem Wrfelwurf Geld, so dass man nicht mehr aus dem Verteilen von Geld herauskommen wrde. Wir entschieden uns einfach eine Zhlleiste (Die Zhlleiste von Carcassonne ist hier sehr zu empfehlen) zu verwenden, was hervorragend funktionierte!!

Der Humor: Spielspafrdernd sind in jedem Fall die verschiedenen Szenen, die fr den einen oder anderen Schmunzler sorgen. Wollten wir nicht schon immer eine Titelrolle in Filmen wie "Lara Zoft" oder "Lola Brennt" mitspielen? Die Rollen sind stets erste Sahne und eine echte Herausforderung fr jeden Schauspieler: Lebendfutter, Frau mit Waschbrett, Mann auf Barhocker, Mann ber Bord, ....

In lustiger Runde knnen die Runden durchaus fr den eine oder anderen Lacher sorgen.

Der Spielreiz: Wer keine Wrfelspiele mag, sollte einen weiten Bogen um "B-Movie" machen, denn das Spiel ist eine wahre Wrfelorgie, was jedoch nicht heit, dass man keinen Einfluss auf den Verlauf des Spiels hat.

Je nach Szene und Studio lohnt es sich eher eine Neben- oder eine Hauptrolle anzunehmen. Ist abzusehen, dass viele Durchlufe gedreht werden mssen um eine Szene abzuschlieen, kann es sehr lukrativ sein nur eine Nebenrolle anzunehmen. In anderen Fllen kann die Hauptrolle fr einen warmen Geldregen sorgen. Sehr wichtig ist auch, dass man nicht immer versucht die Filme alleine zu drehen. Dreht man gemeinsam mit einem anderen Spieler die gleiche Szene, kann man in der Nebenrolle bis zu 2.000 Euro kassieren. Man bekommt auerdem eine Szene schneller zum Abschluss und kann damit schneller zur nchsten Szene wandern.

Dies bringt uns zwangslufig zu der angegebenen Spielerzahl von "B-Movie". Spa und Sinn macht B-Movie erst, wenn ein gewisses Ma an Interaktion und Abhetzen von Film zu Film entsteht und dies ist erst ab 6 Spielern der Fall. Mit weniger Spielern haben wir das Spiel nach einem Drehtag abgebrochen, da hier keinerlei Dynamik aufkam.

Wir hatten den Eindruck, dass das "Upgraten" des eigenen Ranges im Vergleich zum Nutzen zu teuer ist. Oft war es lukrativer auf eine Rangerhhung zu verzichten und sich auf die Nebenrollen zu begrenzen. Anders knnte dies aussehen, wenn man eine der im Regelanhang vorgeschlagenen Varianten gleich ins Grundspiel bernimmt. Hier wird vorgeschlagen, dass ein Spieler in der Hauptrolle einen Bonus von +1 auf jeden Wrfelwurf in einer Szene bekommt. Damit wrden die Hauptrollen attraktiver und somit auch der Reiz eine Rangerhhung vorzunehmen.

Zusammengefasst: "B-Movie" ist ein humoreskes Wrfelspiel, welches sicher nicht durch seine Ausstattung besticht. Wer mindestens 6 bis 8 Spieler fr eine lockere Wrfelrunde zusammentrommeln kann, sowie das notwendige Equipment - wie Wrfel und eine Zhlleiste (unser Vorschlag) - zur Verfgung hat, kann damit dennoch 60-90 Minuten turbulenten Wrfelspielspa haben, vorausgesetzt alle Spieler am Tisch geben sich Mhe das Spiel zgig durchzuspielen. Trotz der vorhandenen taktischen Mglichkeiten lebt das Spiel zum Groteil vom Wrfelglck und wird deshalb nur bei Menschen ankommen, die nicht nicht zwingend einen taktischen Anspruch an ein Spiel legen.

Rezension Frank Gartner

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung B-Movie: 3,3 3,3, 6 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Christiane Brecht
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Clemens Schollenberger

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