Rezension/Kritik - Online seit 24.01.2006. Dieser Artikel wurde 4870 mal aufgerufen.

Colorante

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Autor: Jan Beckert
Verlag: Philos Spiele
Rezension: Frank Gartner
Spieler: 2
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2005
Bewertung: 2,0 2,0 H@LL9000
Ranking: Platz 5228
Colorante

Spielziel

Bei Colorante ist Name Programm, denn hier dreht sich alles um Farben. Bei diesem Zweipersonenspiel versuchen die Spieler durch geschicktes Ziehen ihrer durch Farben geführten Spielsteine, die gegnerischen Steine in Bedrängnis zu bringen und sie letztendlich zu schlagen. Beim Schlagen muss man jedoch im wahrsten Sinne des Wortes um die Ecke denken...

Ablauf

Das Spielfeld besteht aus einer Matrix von 10x10 Feldern. Die Felder gibt es in vier unterschiedlichen Farben, die bunt über das Spielfeld verteilt sind.

Jeder Spieler verfügt über 10 Spielsteine, die zu Spielbeginn auf der Grundlinie positioniert und von dort aus abwechselnd gezogen werden. Die Kanten der Spielsteine sind ebenfalls in den 4 Farben gekennzeichnet. Will ein Spieler einen seiner Spielstein bewegen, ist die Farbe der Kante, die in Zugrichtung zeigt, maßgeblich für die Zugweite verantwortlich, denn der Spielstein wird genau bis zum nächsten Feld dieser Farbe gezogen und beendet dort seinen Spielzug. Das Überspringen oder Schlagen von Spielsteine ist auf diesem Weg nicht möglich. Endet ein Spielzug auf einem Randfeld, darf zudem dessen Ausrichtung verändert werden.

Das Schlagen geschieht, in dem man um die Ecke zieht: Man zieht zuerst entsprechend der o.g. Regeln bis zum nächstgelegenen Feld der entsprechenden Farbei, knickt dort um 90° ab und zieht dann beliebig weit auf die gewollte gegnerische Figur. Dies geht jedoch nur, wenn die Farbseite des eigenen und die ihm zugewandte Farbseite des geschlagenen Spielsteins identisch sind.

Sobald der Gegner nur noch einen Spielstein übrig hat, endet das Spiel, und man hat gewonnen.

Fazit

Colorante ist ein Holzspiel und grundlegend sauber verarbeitet. Obwohl Holz zum Spielen so ziemlich das schönste Material ist, vermochte das grellbunte Spielfeld nicht zu begeistern. Die Verpackung ist eine Mischung aus Karton und labbrigem Plastik und überlebte in meinem Fall noch nicht einmal den Transport. Das ist aber auch nicht schlimm. Die Spielsteine werden im Inneren des zusammengeklappten Holzspielfelds aufbewahrt, so dass die Verpackung getrost entsorgt werden kann. Die Spielsteine sollen in einer kleinen Holzbox verstaut werden, die im zusammengeklappten Spielbrett deponiert wird, damit die Spielsteine nicht wild herumfallen. Da diese kleine Box jedoch über keinen Deckel verfügt, muss sie mit einem Klebefilm o.ä. verschlossen werden. Das wirkt schon etwas befremdlich. Hier hätte ein einfaches Stoffsäckchen ansprechender gewirkt und vor allem effektivere Dienste erweisen können.

Colorante ist ein abstraktes Spiel ohne Glücksanteil. Die Möglichkeiten sind vielfältig, sorgen jedoch zumindest anfänglich für eine gewisse Unübersichtlichkeit. Zu Spielbeginn, wenn noch ein Großteil der Spielsteine auf der Grundlinie liegen, ist es noch relativ einfach, gegnerische Steine in Schlagposition zu bringen, ohne dass sich diese dagegen wehren können. Im weiteren Spielverlauf muss man die möglichen Fluchtwege gegnerischer Steine einschränken, um diese schlagen zu können.

Je weniger Spielsteine auf dem Spielfeld verbleiben, desto übersichtlicher wird das Spiel. Dies hat jedoch zur Folge, dass sich auch Ausweichmöglichkeiten der Spielsteine deutlich verbessern. In Partien mit Spielern gleicher Stärke wird es dann jedoch zunehmend schwerer, weitere Spielsteine zu schlagen. Bei einem verbleibenden Machtverhältnis von 3 zu 3 läuft sich eine Partie allerdings tot, sofern kein Spieler einen massiven Fehler macht. In einem solchen Fall bricht man besser die Partie mit einem Remis ab.

Was Colorante aus meiner Sicht fehlt, ist ein Spannungsbogen. Der durchaus funktionierende und interessante Zugmechanismus kommt ins Stocken, und eine Partie gestaltet sich zunehmend zäher. Aus diesem Grund kann ich nur empfehlen die Turbo-Variante zu spielen, bei welcher man nur 7 der 10 gegnerischen Steine schlagen muss. Weitere beschleunigende Elemente hätten dem Spiel nicht geschadet.

Colorante ist ein Spiel für Freunde von abstrakten, strategischen Spielen nach dem Muster von Pin Toys oder dem Gipf Projekt. Dennoch bin ich der Meinung, dass es mit den Spielen dieser Serien nicht mithalten kann. Es verfügt zweifelsohne über interessante Spielelemente, konnte jedoch in unseren Runden in dieser Form nicht überzeugen.

Rezension Frank Gartner

Regelvarianten

Schrumpfendes Spielfeld (Idee von Frank Gartner):

Ziel dieser Variante ist es das Spiel zu beschleunigen und ein Spielende zu erzwingen. Zusätzlich werden hierfür Abgrenzungsbalken (z.B. Holzstäbchen) mit der Länge einer Spielfeldbreite.

Sobald auf einer der vier äußeren Kanten des Spielfelds kein Spielstein mehr liegt, wird das Spielfeld automatisch kleiner. Die Holzstäbe werden auf die unbelegten äußersten Kanten gelegt und reduzieren damit die Spielfeldgröße. Nach diesem Prinzip wird das Spielfeld Stück für Stück verkleinert. Natürlich dürfen auch weiterhin auch auf der nun äußersten Linie Spielsteine gemäss der Original-Regeln gedreht werden.

Durch dieses Spielprinzip reduzieren sich die Ausweichmöglichkeiten bis entweder die entsprechende Anzahl gegnerischer Spielsteine geschlagen wurden oder kein Schlagen mehr möglich ist. In diesem Fall gewinnt der Spieler, der noch mehr Spielsteine auf dem Spielfeld stehen hat. Sollte die Anzahl verbleibender Steine gleich bleiben, gewinnt der Spieler, der den letzten Spielzug durchführen konnte.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Colorante: 2,0 2,0, 4 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.01.06 von Frank Gartner - In der verkürzten Version (es genügen 3 verbleibende Figuren eines Spielers für das Spielende) kann Colorante bei mir auch den Spielreiz 3 erreichen.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.10.05 von Susanne Schlappner
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.10.05 von Christine Hauer
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.11.05 von Uta Weinkauf

Leserbewertungen

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