Rezension/Kritik - Online seit 06.11.2020. Dieser Artikel wurde 998 mal aufgerufen.

Contact: Signals from Outer Space

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Autor: Steffen Benndorf
Illustration: Christian Opperer
Verlag: Nürnberger Spielkartenverlag
Rezension: Birgit Irgang
Spieler: 2 - 5
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2020
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3362
Contact: Signals from Outer Space

Spielerei-Rezension

Signale aus dem Weltall

2018 konnte der Autoren-Neuling Wolfgang Warsch mit The Mind die Spieler begeistern und erhielt sogar eine Nominierung zum „Spiel des Jahres“. Aufgrund des Erfolgs lag es natürlich nah, dass der Verlag ein ähnliches Spiel nachlegen wollte – und so landet nun als Weiterentwicklung Contact auf dem Spieltisch. Interessanterweise stammt diese von einem anderen, durchaus ebenfalls sehr erfolgreichen Spielautor: Steffen Benndorf.

Das rein abstrakte Geschehen von The Mind wird bei Contact in den Weltraum verlegt: Die Spieler empfangen Signale aus dem All und versuchen, diese richtig zu deuten.

Auf dem Tisch werden 18 Planetenplättchen verteilt. Ausgehend von einem festgelegten Startplaneten teilt ein Spieler (die „Quelle“) seinen Mitspielern nonverbal eine Flugroute mit, die er sich im Kopf zurechtgelegt hat, um den Planeten zu erreichen, der auf seiner gezogenen Planetenkarte abgebildet ist. Dazu hebt er die Hand, um anzuzeigen, dass er von einem Planeten abfliegt, und senkt die Hand nach einer bestimmten Zeit wieder, um mitzuteilen, dass er gedanklich in gerader Linie zu einem anderen Planeten geflogen ist; von diesem startet er wieder, die Hand hebend, und so weiter. Wie lange er jeweils seine Hand in der Luft hält, liefert den Mitspielern Anhaltspunkte, wie weit die beiden Planeten voneinander entfernt liegen.

Der linke Nachbar der Quelle hat nun den ersten Rateversuch und darf die Quelle auffordern, die Flugroute zu wiederholen, falls er sich unsicher ist, auf welchem Planetenplättchen schlussendlich die Landung erfolgt ist. Rät er richtig, erhält das Team die für diese Runde aufgedeckte Signalkarte, die zwischen einem und sechs Punkten wert ist. War der Tipp falsch, verliert das Team eins seiner sechs Treibstofffässer sowie die Signalkarte, und der nächste Spieler versucht, den richtigen Landungsplaneten zu erraten.

Sind alle Treibstofffässer weg, hat das Team verloren. Andernfalls endet die Partie nach zwölf Runden mit einem Sieg des ganzen Teams. Die Punkte der Signalkarten werden addiert, und je näher das Ergebnis an 42 herankommt, desto besser ist es.

Den Schwierigkeitsgrad von Contact kann man auf unterschiedliche Weise beeinflussen, aber die Grundregeln bleiben immer gleich. Außerdem liegt ein „geheimnisvoller Umschlag“ für das Profispiel bei, der die eine oder andere Überraschung für Contact-Fans bereithält.

Es geht also darum, ein gemeinsames Gefühl für Entfernungen bzw. die Dauer von „Flugabschnitten“ zu entwickeln. Während The Mind sich auf das Wesentliche konzentriert, nämlich sich als Gruppe aufeinander „einzuschwingen“ und ein gemeinsames Zeitgefühl zu entwickeln, kommen hier außer den Bewegungen noch dadurch Schwierigkeiten hinzu, dass es meist eine Vielzahl unterschiedlicher möglicher Flugrouten gibt. Spätestens wenn in einer höheren Schwierigkeitsstufe die Flugroute der Quelle aus fünf oder mehr Etappen besteht, wird es ziemlich knifflig, und es fällt den Spielern schwer, sich alles zu merken und einer sinnvollen Route zuzuordnen.

Obwohl Contact kooperativ ist, sitzen (je nach Gruppengröße) mehrere Spieler tatenlos daneben und müssen warten, bis sie selbst mit einem Rateversuch oder als Quelle an die Reihe kommen. Viel mehr Spaß macht es, wenn man die Regeln insofern abändert, dass alle Mitspieler zusammen versuchen, das Ziel der Quelle zu erraten.

Die Grundidee ist reizvoll, die Umsetzung allerdings nicht überzeugend. Auch beim Testen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen haben uns Spielspaß und Motivation gefehlt. Während The Mind auf das Wesentliche reduziert ist und mit seiner Schlichtheit überzeugt, wirkt Contact aufgesetzt und etwas mühsam. Es fügt dem erfolgreichen Vorgänger eine weitere Dimension hinzu, ist aber leider keine gelungene, ausgereifte Weiterentwicklung. Gäbe es The Mind nicht, wäre Contact innovativer, und man könnte über die Schwächen eher hinwegsehen. So aber …

Rezension Birgit Irgang

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Contact: Signals from Outer Space: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.11.20 von Birgit Irgang

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