Rezension/Kritik - Online seit 09.08.2018. Dieser Artikel wurde 565 mal aufgerufen.

Die Hörbies

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Autor: Wolfgang A. Lehmann
Verlag: HABA - Habermaaß GmbH
Rezension: Stefanie Marckwardt
Spieler: 3 - 4
Dauer: 15 - 20 Minuten
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2017
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2720
Die Hörbies

Spielziel

Die Stadt der Hörbies soll ausgebaut werden. Alle müssen dazu voll Ohr sein, denn Gebäude dürfen nur gebaut werden, wenn man errät, was der Bauleiter mit dem Kratzer auf dem Kratzophon gekratzt hat. Also Ohren spitzen, hinhören, mit den Möglichkeiten vergleichen und richtig erraten. Mit einem guten Gehör, einer ordentlichen Portion Vorstellungsvermögen und auch einer Prise Glück kann man neuer Bürgermeister von Hörbie- Stadt werden ...

Ablauf

Die Hörbies bieten eine Fülle von Material. Als Erstes muss man sich entscheiden, ob man einfach oder schwer spielen will und die entsprechenden 25 Aufgabenkärtchen als Stapel bereitlegen. Häuser- und Pausenplättchen werden ebenfalls gemischt und dann verdeckt ausgelegt. Jeder Mitspieler bekommt einen Sichtschutz sowie ein Hörbieplättchen. Der Bauleiter erhält das Kratzophon und den Kratzer, alle anderen legen eine Tippkarte, die alle möglichen "Kratzbilder" zeigt, hinter ihren Sichtschirm.

Der Bauleiter zieht eine Aufgabenkarte und muss das Bild darauf nun kratzen. Dabei ist besonders auf Anzahlen von Linien, Kurven und/oder Punkte zu achten. Hat man eine Idee, welches Bild gekratzt wurde, legt man sein Hörbieplättchen auf das entsprechende Bild der Tippkarte. Bei totaler Ratlosigkeit darf der Bauleiter gebeten werden, ein zweites Mal zu kratzen.

Dann wird geschaut, wer richtig getippt hat. Der oder die richtigen Rater sowie der Bauleiter dürfen ein Häuserplättchen aufdecken und es vor sich ablegen, sofern sie diese Farbe (es gibt 5) noch nicht haben. Jedes Häuserplättchen hat einen anderen Wert, dargestellt durch kleine Hörbies - je mehr, desto wertvoller. Daher kann auch getauscht werden, wenn man ein wertvolleres Plättchen aufdeckt. Bei einem Pausenplättchen hat man Pech und dreht es wieder um. Anschließend wird der nächste Spieler Bauleiter und übernimmt die Kratzaufgabe.

Sobald jemand vier verschiedene Häuserplättchen gesammelt hat, endet das Spiel nach der Plättchenphase. Gewonnen hat dann derjenige, der die meisten Punkte gesammelt hat und darf sich "Bürgermeister von Hörbie-Stadt" nennen.

Fazit

Die Hörbies ist ein ungewöhnliches Spiel, das sich nicht wirklich mit einem anderen Spiel vergleichen lässt. Die monsterähnlichen, plüschig wirkenden Hörbies mit den großen Ohren auf der Schachtel sprechen Kids total an. Auch das Kratzophon lädt sofort dazu ein, es auszuprobieren. Das Material ist toll - stabile Plättchen, schöne Illustrationen und die Sichtschirme bieten alle Gegenstände der Aufgabenkärtchen noch mal in "echt" und in Farbe, während die Tippkarten und die Aufgabenkärtchen nur die "vereinfachte" Zeichenweise, die sich gut nachkratzen lässt, wiedergeben. Die Spielanleitung ist gut gegliedert und bebildert.

Die Spielregeln an sich sind einfach, aber der gesamte "Kratzprozess" ist für die Kinder enorm schwierig. Konzentriertes Zuhören allein fällt vielen Kindern gerade in der angegebenen Altersstufe häufig schwer - hinzu kommt dann noch der Transfer von dem Gehörten auf ein passendes Bild. Und das fällt auch Erwachsenen extrem schwer, was ich in einer ersten Proberunde mit Freundinnen feststellen musste. Die Spielregel bietet extra lauschstarke Kratzregeln, und es bietet sich beim erstmaligen Spielen mit einer Gruppe an, diese schrittweise zu besprechen und ein Beispiel für alle danach zu kratzen. So soll man beispielsweise Punkte klopfen und nicht zu schnell kratzen.

Die Regel, dass der Bauleiter nur eine Belohnung erhält, wenn mindestens ein Kind richtig rät, spornt zu Höchstleistungen und enormer Konzentration an. Gerade am Anfang muss regelmäßig um eine zweite Kratzrunde gebeten werden, weil man in der ersten Spielrunde oft "nur Bahnhof" hört. Dementsprechend groß ist die Freude, wenn ein eindeutiges Bild gekratzt wird - so ist beispielsweise der Würfel der einzige Gegenstand, bei dem für die fünf Punkte fünfmal geklopft werden muss und er ist daher bei gutem Zuhören problemlos zu erraten.

Spielt man Die Hörbies öfter, gibt es einen gewissen Lernprozess - man "hört sich ein". Leider waren einige Kinder nicht gewillt, eine weitere Partie zu probieren, wenn die erste durchwegs von Misserfolgen geprägt war.

Die zweite Spielphase, der Aufbau der Hörbie-Stadt, ist eine glücksbetonte Memovariante. Gut ist es, sich die Pausenplättchen zu merken, um sie zu vermeiden. Manchmal macht es auch Sinn, sich ein wieder weggedrehtes Häuserplättchen vom Gegner zu merken, weil man diese Farbe noch benötigt. Trotzdem überwiegt das Glück, da die Häuserplättchen ein bis fünf Punkte wert sind. Deshalb kann sogar ein Spieler mit nur einem Plättchen besser sein als jener, der mit vier Plättchen das Spielende herbeigeführt hat und somit häufiger besser geraten hat. Das ist schon ein bisschen deprimierend und wurde von den Kindern als ungerecht empfunden. Die Spieldauer kann bei ungeschicktem Aufdecken etwas variieren - möchte man ein kürzeres/leichteres Spiel, kann man auch die fünf Pausenplättchen rausnehmen.

Trotz der Kritikpunkte ist Die Hörbies ein ungewöhnliches Hörspiel, das faszinieren kann. Ob es sich zum Dauerbrenner eignet, muss jeder selbst herausfinden.

Rezension Stefanie Marckwardt

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Die Hörbies: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.05.18 von Stefanie Marckwardt - Ungewöhnliche Spielidee, die nicht leicht fällt - kratzen, hören, Punkte machen...

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