Rezension/Kritik - Online seit 01.11.2015. Dieser Artikel wurde 3318 mal aufgerufen.

Fliegenschmaus

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Autor: Dietmar Keusch
Verlag: HABA - Habermaaß GmbH
Rezension: Stefanie Marckwardt
Spieler: 2 - 4
Dauer: 15 Minuten
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2015
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 1668
Fliegenschmaus

Spielziel

Ein fieser Fliegenwettflug findet bei Fliegenschmaus statt. Denn jeder möchte als Erster alle seine vier Fliegen auf dem so wunderbar duftenden, großen Haufen Fliegenschmaus (oder auch unvornehm "Hunde-Aa" genannt) landen. Aber Vorsicht vor der Fliegenklatsche und der Fege-Karte! Diese können die Fliegen arg zurückwerfen. Wer schafft es trotzdem, als Erster mit seinem Fliegenteam beim Sch...maushaufen anzukommen?

Ablauf

Jeder Mitspieler nimmt bei Fliegenschmaus vier Fliegen einer Farbe und legt sie vor die erste Karte der Wettflugstrecke. Diese wird aus sieben zufällig angeordneten Landeplatzkarten sowie der Zielkarte, dem Sch...maushaufen, gebildet. Jede Landeplatzkarte ist ekelig-schön illustriert und besitzt am oberen Rand ein Ablagefeld für eine Fliegenaktionskarte.

Der Kartenstapel wird gut gemischt daneben bereitgelegt und es darf, passend zum Spiel, der beginnen, der zuletzt in einen Sch...maushaufen getreten ist. Immer, wenn man am Zug ist, macht man zuerst die Fliegenaktion: Man zieht eine Karte und führt diese aus.

Das kann eine der folgenden Aktionen sein:

Flug-Karte: Sie zeigt eine oder mehrere Fliegenfarben und wird auf einen Landeplatz gelegt. Landet jemand hier, muss er, wenn seine Farbe abgebildet ist, zwei Landeplätze weiterfliegen.

Klatsch-Karte: Sie wird auch auf einen Landeplatz gelegt. Alle Fliegen, die jetzt oder später hier schon sind/ noch landen, müssen zurück zum Start.

(Wenn man eine Flug- oder Klatsch-Karte ablegen muss, darf man schon liegende Karten überdecken.)

Fege-Karte: Die erlaubt die Vertauschung von zwei Landeplätzen, auf denen keine eigenen Fliegen stehen.

Duft-Karte: Eine eigene Fliege muss einen Landeplatz weiterfliegen.

Nach der Fliegenaktion folgt noch die Flugaktion: Man zieht eine eigene Fliege ein oder zwei Landeplätze weiter und führt eventuell dort liegende Karten aus, was zu einer Kettenreaktion führen kann. Im Ziel darf man auch überzählige Flugpunkte verfallen lassen. Wer dann zuerst seine vierte Fliege auf den Sch...maushaufen landet, gewinnt Fliegenschmaus.

Fazit

Fliegenschmaus ist ein eher untypisches Haba-Spiel, denn wir finden Plastik in der Schachtel! Aber keine Sorge, die Plastikfliegen passen super zu Fliegenschmaus, denn sie sind hochwertig, filigran und realistisch geworden.

Die Zeichnungen der Landeplätze sind dieses Mal nicht kindlich-nett sondern realistisch-ekelig: eine bekleckerte Küchenablage, ein feuchtes Kuhmaul, eine nicht so appetitlich aussehende Lieferpizza, Wurstaufschnitt mit dicker Schmeißfliege, eine dreckige Toilette, Eis mit Zunge und ein überquellender Straßenmülleimer. Highlight ist dann die Zielkarte, bei der man sich einbilden kann, dass man sie riecht. Wie gut, dass sich die Fliegenwelt von unserer unterscheidet!

Die Spielregel ist gut aufgebaut und lässt keine Frage offen.

Schon der Untertitel Nur wer stänkert, stinkt nicht ab! verrät: Fliegenschmaus ist ein Ärgerspiel, das auch Familien sehr viel Spaß bringen kann. Bringen kann - denn leider gibt es immer mal wieder Spielrunden, die eine negative Spielstimmung mit in die "Realität" übertragen. Einigen jüngeren Mitspielern fällt es ebenfalls nicht leicht, wenn offensiv gegen sie gespielt wird.

Bei Fliegenschmaus versucht man zwar in erster Linie, sich selbst voranzubringen, aber wenn das nicht gelingt bzw. man eine der beiden destruktiven Karten gezogen hat, wird eben der Mitspieler massig geärgert und gestört. Durch die Möglichkeit, schon liegende Karten zu überbauen, kann man geplante Weghilfen, die Flug-Karten der Mitspieler, ganz einfach kaputt machen - auch wenn man selber dadurch keinen Nutzen hat.

Die Einschränkung der Fege-Karte, dass man nur Landeplätze vertauschen darf, auf denen man nicht steht, macht Sinn, wird aber von Spielneulingen gerne vergessen. Auch das Weglegen der Duft-Karte auf den Ablagestapel und nicht auf einen Landeplatz wird anfangs leicht verwechselt. Und wie gerne würde man mit der Klatsch-Karte nur die anderen Mitspieler ärgern, aber - Pustekuchen! - sie gilt für alle Fliegen. Nach kurzer Spielzeit sollten die vier Kartenarten aber problemlos benutzt werden können und auch die Zugreihenfolge - erst Karte spielen und dann fliegen - sollte klappen.

Da man immer ziehen muss, kommt es oft zu (ungewollten) Kettenreaktionen. Da kann eine eigene Flug-Karte schnell doof werden, wenn sie einen zwingt, auf der Fliegenklatsche zu landen und damit wieder neu zu starten.

Teilweise kann sich Fliegenschmaus in die Länge ziehen, aber spätestens, wenn der Kartenstapel alle ist und nur noch die Fliegenflug-Phase gespielt wird, kommt das Ende schnell.

Wer gerne andere ärgert und auch selber einstecken kann, wird bei Fliegenschmaus bestens aufgehoben sein. Alle anderen sollten sich durch eine Proberunde ihre eigene Meinung zu diesem Fliegenwettflug bilden.

Rezension Stefanie Marckwardt

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Fliegenschmaus: 4,5 4,5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 29.08.15 von Stefanie Marckwardt - ein fieser Fliegenwettflug- nicht nur die Grafik ist Geschmackssache
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.11.15 von Christoph Schlewinski - Ungewöhnliches Rennspiel, das mehr Tiefe hat, als man meinen mag.

Leserbewertungen

Leserwertung Fliegenschmaus: 5,0 5.0, 1 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.02.16 von Oliver Müller - !Igitt - das ist ja Kacke!!, war der erste Kommentar meiner älteren Tochter. doch wer diese kleine Ekelhürde nimmt, wird mit einem pfiffigen Rennspiel belohnt, das mittels Karteneinsatz auch einen netten Taktikeinschlag bekommt. Dazu die tollen Fliegen als Spielfiguren und die dicken Ortskarten; einzig die Spielkärtchen hätten etwas robuster sein können. Insgesamt ein sehr schönes Spiel für Kinder ab sechs Jahren!

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