Rezension/Kritik - Online seit 20.07.2021. Dieser Artikel wurde 288 mal aufgerufen.

Haus des Geldes - Das Spiel

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Verlag: Jumbo
Rezension: Stefan Ducksch
Spieler: 4 - 8
Dauer: 15 - 30 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2019
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2488
Haus des Geldes - Das Spiel

Spielerei-Rezension

Versprechen für demnächst

Spiele für große Gruppen haben es derzeit schwer. Wegen der Kontaktbeschränkungen bekommt man kaum mal eine größere Runde zusammen. Da fallen einige schöne neue Ideen einfach durchs Sieb. Ein kleines Spiel wie Haus des Geldes – Das Spiel hat das nicht verdient. Und vielleicht hilft ja die spanische Netflix-Serie, die bereits in der vierten Staffel läuft, dass dieses pfiffige Deduktions- und Bluffspiel in einigen Monaten noch eine zweite Chance bekommt.

Man muss die Serie nicht gesehen haben, um hier mitspielen zu können – gleiches gilt auch für das zeitgleich erschienene Escape-Spiel zum Thema. In Haus des Geldes – Das Spiel wird anfangs kurz das Szenario erklärt. Eine Gangsterbande unter Leitung eines „Professor“ genannten Masterminds dringt in die Banknotendruckerei Spaniens ein und versucht, dort 2,4 Milliarden Euro herzustellen und wieder zu verschwinden, bevor die Polizei davon Wind bekommt. Natürlich geht das schief, die Cops stehen vor der Tür. Angesichts der Tatsache, dass der Plot für mehr als eine Staffel reicht, ist klar: Die Guten, ähnlich wie bei Serien wie „24“, werden plötzlich die Bösen und viel Verwirrendes geschieht.

Genau das haben wir in Haus des Geldes – Das Spiel zu erwarten. Zu Beginn bekommt jeder eine Identität geheim zugeteilt, Gangster oder Cop. Offiziell ist natürlich jeder ein Gangster und die Guten versuchen, heimlich alles zu sabotieren. Dann wird ein Spielleiter ernannt, der jede Runde wechselt. Jeder macht diesem ein aus einer verdeckten Karte bestehendes Angebot: Auf der Karte steht, wie viel Geld die Bande mit der Karte drucken kann – oder wie viel verloren geht, falls die Karte gewählt wird. Dann wird diskutiert. Jeder bietet sich an oder warnt den Spielleiter davor, das eigene Angebot anzunehmen, beschuldigt andere, zur anderen Mannschaft zu gehören. Der Leiter hört sich das alles an und entscheidet sich dann für zwei (bei sieben und mehr Spielern: für vier) Komplizen, deren Karten er zusätzlich zur eigenen mitnimmt.

Alle anderen angebotenen Karten gehen verdeckt aus dem Spiel. Der Spielleiter mischt die gewählten Karten und deckt sie auf. Nun passiert zweierlei: Auf dem Spielbrett wird abgetragen, wie viel Geld die Gangster in dieser Runde hergestellt haben. Überschreiten sie je nach Teilnehmerzahl einen bestimmten Wert, haben die Gangster nach fünf Runden gewonnen. Und natürlich wird nach der Runde wieder diskutiert. Wieso waren da Minuskarten im Spiel? Wer sind die Verräter? Warum hat der Spielleiter jemanden gewählt, der lieber nicht mitmachen wollte? Wieso hat er jemanden ausgeschlossen, der scheinbar ein Topangebot gemacht hat? Nach zwei, drei Runden erhärtet sich der Verdacht, wer hier falsch spielen könnte. Die Diskussionen werden hitziger. Jeder verdächtigt jeden, blufft, was das Zeug hält. Haus des Geldes – Das Spiel erzeugt hier mit nur sehr wenigen Mitteln eine sehr dichte, fast paranoide Spielatmosphäre.

Besonders übel: Man muss auf jeden Fall in den fünf Runden alle fünf zu Beginn erhaltenen Geldkarten verdeckt anbieten, egal ob Sabotage- oder- Druckereikarte. Gelingt es uns, das „Richtige“ in die Wertung und das „Falsche“ auf den Ablagestapel zu befördern? Oder geschieht es unbeabsichtigt genau andersherum, und wir werden anschließend sogar fälschlicherweise verdächtigt und unsere Mannschaft schießt sich selber ins Bein? Diese Konsequenzen traut man dem kleinen Spiel anfangs kaum zu.

Schließlich gibt es noch zwei Sonderrollen im Spiel, den Professor selbst und die Polizistin Raquel. Sie dürfen zu einem bestimmten Zeitpunkt im Spiel eine einmalige Aktion machen. In Runde zwei ersetzt Raquel eine gewählte Karte durch eine bislang nicht gewählte. Nach Runde vier schaut sich der Professor die Identität eines Mitspielers an. Alle anderen sitzen derweil mit geschlossenen Augen wie bei den Werwölfen da. Spannend! Der alte Spielleiter ernennt übrigens immer den Neuen. Immer mehr Informationen stehen zur Verfügung, damit die eigene Mannschaft gewinnt. Wirklich?

Wenn es knapp ausgeht, gibt es noch einen Twist. Raquel enthüllt als erste ihre Identität und tippt, wer wohl der Professor ist. Liegt sie richtig, reduziert sich die Beute der Gangster um 500 Millionen. Was den Spielausgang durchaus verändern kann. Das alles verspricht unterm Strich eine Viertelstunde Hochspannung, auch wenn für die erste Partie und das Erklären deutlich mehr Zeit benötigt wird. Weil das Spiel noch vor dem zweiten Lockdown bei mir ankam, war zumindest eine Sechserpartie möglich. Diese hat mir ausgezeichnet gefallen, und je mehr am Tisch sitzen, desto packender ist es. Das zumindest stellte sich im Vergleich zu weiteren Partien zu viert heraus. In diesem kleinen Spiel steckt viel Potential. Wer gerne blufft, diskutiert und in Rollen schlüpft, sollte es auf jeden Fall ausprobieren.

Rezension Stefan Ducksch

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Haus des Geldes - Das Spiel: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 04.07.21 von Stefan Ducksch

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