Rezension/Kritik - Online seit 24.02.2015. Dieser Artikel wurde 5883 mal aufgerufen.

Lift It!

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Autor: Per Gauding
Illustration: Oliver Freudenreich
Verlag: Game Factory
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 1 - 8
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2014
Bewertung: 4,5 4,5 H@LL9000
3,7 3,7 Leser
Ranking: Platz 3295
Lift It!

Spielziel

In Lift it! geht es um schnelles Bauen. Gemäß den Vorgaben auf den Baukarten müssen die entsprechenden Konstruktionen innerhalb einer bestimmten Zeit erstellt werden. Das Besondere daran: Es wird nicht mit den Händen gebaut, sondern mit Hilfe eines Krans, den man sich für manche Aufgaben sogar an den Kopf binden muss!

Ablauf

Wer an der Reihe ist, nimmt sich die oberste Baukarte vom verdeckten Stapel. Entsprechend den dortigen Angaben wird der Timer auf 40 Sekunden, 1 oder 2 Minuten gestellt. Danach darf der Spieler versuchen, die dort abgebildete Konstruktion nachzubauen. Dafür muss er den Kran benutzen. Ob er diesen allerdings mit der Hand bedienen darf oder ihn sich an den Kopf binden muss, bestimmt die aktuelle Position seiner Spielfigur. Ist die Zeit abgelaufen, gibt es Punkte für jedes Bauteil, das richtig liegt. Hat man alles korrekt geschafft, erhält man außerdem noch vier Bonuspunkte.

Wenn man beim Vorwärtsziehen auf der Siegpunktleiste eine Bauabsperrung überschreitet, so erhält man eine Duellkarte. Diese besagt, dass man in der nächsten Runde nicht gegen die Uhr spielt, sondern gegen einen Mitspieler. Die Punkte kassiert in diesem Fall der Gewinner.

Als Spieler am Zug hat man immer zwei Möglichkeiten: entweder eine neue Baukarte vom Stapel ziehen oder den Vorgänger übertrumpfen. Dazu muss man eine Aufgabe, die dieser erledigt hat, in der Hälfte der Zeit schaffen, oder eine, die er nicht gepackt hat, schaffen.

Wenn ein Spieler mit seiner Figur die Ziellinie überschreitet, wird die Runde noch zu Ende gespielt. Gewonnen hat dann natürlich jener Spieler, der am weitesten vorne liegt.

Fazit

Eine lustige Idee – so scheint es zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerer Betrachtung gibt es leider einige Faktoren, die den Spielspaß trüben – für den einen mehr, für den anderen weniger.

Das größte Ärgernis ist die Spielanleitung. Die Übersetzung ist derart grauenhaft, dass an vielen Stellen Fragen auftauchen. Auch das Lesen der englischen Regel hilft hier meist nicht weiter. Man muss also schon ein wenig Ausdauer und Geduld mitbringen, um sich bis ans Ende der Regel durchzukämpfen und diese auch zu verstehen, bis man endlich mit dem Spiel loslegen kann.

Ebenfalls ärgerlich ist die Tatsache, dass die Klettverschlussbänder, an denen die Kräne befestigt werden, nicht für jedermanns Kopf ausreichend groß sind. Es ist nämlich schon sehr ärgerlich, wenn während des Bauprozesses der Kran vom Kopf fällt, weil der Verschluss nur auf dem letzten Zipfel zugeklettet werden konnte und sich deshalb irgendwann löst.

Der dritte triftige Grund zum Meckern: Für gleiche Karten gibt es mal eine Minute, mal zwei Minuten Bauzeit. Da ärgert man sich doch gewaltig, wenn ein Mitspieler für dieselbe Aufgabe acht Punkte kassierte, weil er in zwei Minuten locker damit fertig wurde, während man selbst nur drei Punkte bekam, weil eine Minute für das Bauwerk einfach zu kurz war. Über Schwierigkeitsgrade bei Quiz- oder Geschicklichkeitsaufgaben lässt sich ja immer streiten, aber für ein und dieselbe Aufgabe nicht die gleichen Punkte zu verteilen, fanden alle Mitspieler unmöglich. Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob die Karten vor der Veröffentlichung des Spiels jemals gründlich durchgeschaut bzw. das Spiel überhaupt ausreichend getestet wurde.

Schade eigentlich, denn das Spielprinzip hat vielen Testspielern gefallen. Und das Spiel hat natürlich auch positive Aspekte: So ist die Handhabung der Kranhaken sehr einfach und gelungen, so dass man mühelos vom Einzel- zum Teamspiel wechseln kann, ohne dass nerviges Herumpfriemeln an den Schnüren notwendig wäre.

Schön ist auch, dass im Laufe des Spiels eher nur mehr selten gegen die Zeituhr gespielt wird, als dass man vielmehr direkt gegen einen Mitspieler antreten muss. Das fördert nicht nur die Spannung, sondern sorgt auch dafür, dass nicht nur ein Spieler aktiv ist und die anderen zum Zuschauen verdammt sind, sondern dass immer mehrere Leute ins Geschehen involviert sind. Ganz besonders positiv fällt dies im Teamspiel auf. Letzteres ist ohnehin viel lustiger als das Spiel mit Einzelwettbewerben, denn egal, ob die Kräne per Hand oder Kopf bedient werden, gute Absprache ist immer notwendig. Dass diese nicht immer ausreichend funktioniert, sorgt für viel Gelächter am Tisch.

Tja, wie sieht nun das Resümee aus? Eine gute Idee, deren Potenzial leider verschenkt wurde, weil nicht ausreichend getestet wurde. Wer die Regel nicht selbst lesen muss oder wer sich an den beschriebenen Mängeln nicht stört, findet hier aber ein Bauspiel zu ca. 20 Euro, das sich aus der Masse des Üblichen positiv abhebt, wenngleich der Reiz des Neuen vor allem bei Erwachsenen auch recht schnell wieder verfliegt.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Lift It!: 4,5 4,5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.01.15 von Sandra Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.04.16 von André Beautemps - Die sehr kurzen Regeln könnten in der Tat besser (und vollständiger) sein. Den Spielspaß hat das in meinen bisherigen Runden nicht ein Gramm gemindert. Und das Problem mit den Kopfgrößen löst der Verlag (mittlerweile) über kostenlos erwerbbare extralange Bänder. Mir gefällt dieses Spiel ausgesprochen gut!

Leserbewertungen

Leserwertung Lift It!: 3,7 3.7, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.02.15 von xaverius - Bewertung für das Teamspiel - Bauzeiten auf den Karten ignorieren!
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 13.04.15 von Waiko - Die Rezensentin sagt es treffend. Welch tolle Grundidee! Was hätte das für ein super Spiel werden können! Ist es aber eben leider nicht geworden.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.05.15 von Jörn

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