Rezension/Kritik - Online seit 03.12.2015. Dieser Artikel wurde 3205 mal aufgerufen.

Oh nein! Die Schnackelstein!

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Autor: Klaus Zoch
Carmen Kleinert
Verlag: Zoch Verlag
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 5
Dauer: 15 Minuten
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2015
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
5,0 5,0 Leser
Ranking: Platz 3206
Oh nein! Die Schnackelstein!

Spielziel

Das alljährliche Wurmwettrennen nähert sich, und Austragungsort ist der Garten der Gräfin Schnackelstein. Leider hat die etwas exzentrische Adelige ihre gesamten Juwelen im Garten vergraben. Und zwar in der Hoffnung, dass daraus Edelsteinbäume wachsen mögen. Jetzt müssen die starken Maulwürfe helfen, um die Erde für das Wettrennen aufzulockern und die lästigen Klunker aus dem Weg zu schaffen.

Ablauf

Nachdem das Brett zusammengesteckt und die Maulwurflöcher nach bestimmten Regeln mit Edelsteinen befüllt wurden, kann es losgehen:

Ist man am Zug, sucht man sich ein sogenanntes "Wühlplättchen" aus (im ersten Zug muss das eines mit einem Wurm oder einem Käfer drauf sein) und schiebt damit einen der vier Maulwürfe in seinen Gang.

Wenn man das Plättchen reingeschoben hat und jetzt ein Wurm oder ein Käfer in einem Maulwurfloch zu sehen ist, passiert Folgendes:

  • Wurm: Man ist noch mal am Zug.
  • Käfer: Man muss einen seiner Edelsteine auf den Baumstumpf legen.

Sollte während oder am Ende eines Zuges der Maulwurf in einem offenen Loch auf dem Plan auftauchen (und sei es auch nur seine Nasenspitze), darf man sich die Edelsteine aus diesem Loch nehmen. Je nachdem, welche Edelsteine das sind, passiert Folgendes:

  • Rubine darf man behalten
  • Saphire muss man verschenken, je einen an jeden Spieler.
  • Diamanten darf man behalten und sich dazu noch alle Edelsteine einer Farbe nehmen, die gerade auf dem Baumstumpf liegen.

Sobald ein Maulwurf auf der anderen Seite des Spielbretts aus seinem Gang geschoben wurde, ist dieser Gang gesperrt. Und wenn alle vier Maulwürfe ihre Gänge verlassen haben, endet das Spiel. Wer die meisten Edelsteine ausbuddeln konnte, gewinnt.

Fazit

Oh nein! Die Schnackelstein erinnert sofort an Da ist der Wurm drin. Und tatsächlich ist es quasi die Fortsetzung mit ungefähr den gleichen Mechanismen, aber dennoch einem anderen Spielgefühl.

Material und Grafik sind ungemein auffordernd für Kinder, und man braucht nicht viel, um sie zu einer Partie zu überreden.

Und das wäre auch alles eine wirklich tolle und große Sache ... immerhin wurde der Wurm Kinderspiel des Jahres ... Die Fortsetzung hätte eigentlich leichtes Spiel, hat sie aber leider nicht.

Was an Oh nein! Die Schnackelstein nicht gefällt:

- Die Geschichte ist - gelinde gesagt - murks. Selbst wenn Kinder den Wurm kennen, runzeln sie die Stirn. Juwelenbäume? Gut, könnte man ignorieren. Auch wenn es eigentlich eine witzige Idee ist, die im Spiel selbst leider nicht mehr aufgegriffen wird. Aber die Käfer? Wieso helfen die der Gräfin? Außer einem Schulterzucken fällt einem keine Antwort auf so eine Frage ein. Und Kinder wollen eine Antwort auf solche Fragen. Wenn ein Spiel schon eine Geschichte hat, wollen sie diese wissen. Weil sich Kinder auf diese Welt einlassen und das Spiel durch die Geschichte intuitiv verstehen wollen. Das klappt hier nur sehr bedingt

- Rubine behalten? Saphire verschenken? Für einen Diamanten etwas vom Baumstumpf bekommen? Warum? Und vor allem: Nirgendwo steht, was man mit welcher Edelsteinsorte machen muss. Das hätte noch prima auf den Plan gepasst, damit alle Kinder ständig einen Überblick darüber haben. So haben sie das nicht, und man muss es immer wieder erwähnen.

- Dass die Kinder sich die Wühlplättchen selbst aussuchen und deren Länge abschätzen müssen, ist eine gute Sache. Leider gibt es sehr viele verschiedene Längen und die unterscheiden sich teilweise nur um ein paar Millimeter. Außerdem sehen alle Plättchen ungefähr gleich aus. Das führt dazu, dass Kinder lange brauchen, um sich das passende Plättchen auszusuchen, weil sie ständig die Längen vergleichen wollen.

Überraschend viele Kinder wollten keine zweite Partie von Oh nein! Die Schnackelstein. Die, die eine zweite Partie wollten, waren nach drei, maximal vier Runden gesättigt und hatten danach auch nur noch bedingt Lust, das Spiel wieder auf den Tisch zu packen. Dazu war es für die Kinder auf Dauer zu unorganisch, weil sie sich Dinge nicht automatisch - aufgrund der Geschichte - merken konnten, sondern sie sich merken mussten. Ein großer Unterschied, der für Kinder viel ausmacht und der das Spiel längere Zeit liegen lässt, bevor sie wieder Spaß dran bekommen.

Dabei hat das Spiel durchaus Tiefgang. Welchen Edelstein lege ich auf den Baumstumpf, wenn mich ein Käfer erwischt? Man will ja nicht so viele Vorlagen bauen für einen Mitspieler, der einen Diamanten erreicht. Und sich dann vielleicht zwei, drei oder gar vier Edelsteine einer Farbe vom Stumpf nehmen kann. Wo befinden sich gerade die Käfer und Würmer unter der Erde? Kann deren Lage nutzen, um es den anderen schwerer zu machen? Oder mir leichter? Das sind alles tolle Elemente, die aber dennoch nur bedingt zünden.

Einzig die unten beschriebene Regelvariante für jüngere Kinder rettet Oh nein! Die Schnackelstein ein wenig.

Ansonsten muss man leider sagen: Tolle Idee, tolles Material, aber Kinder greifen auf lange Sicht lieber zu anderen Spielen.

Rezension Christoph Schlewinski

Regelvarianten

Für die Version ab 4 Jahren ändert man Folgendes ab:

  • Alle Edelsteine sind gleichwertig und haben keine Funktion. Sie bringen lediglich einen Punkt pro Stein.
  • Es werden keine Käfer- und Wurmplättchen benutzt.
  • Auch der Baumstumpf bleibt leer.

Das ist dann Da ist der Wurm drin ohne Würfel. Reizvoll für Kinder, die den Wurm vielleicht ein bisschen über haben.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Oh nein! Die Schnackelstein!: 3,0 3,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.04.15 von Christoph Schlewinski - Leider nur eine mittelgute Fortsetzung...

Leserbewertungen

Leserwertung Oh nein! Die Schnackelstein!: 5,0 5.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.12.15 von Jörn - Also bei uns kommt es immer wieder auf den Tisch und unsere siebenjährige Tochter spielt es immer wieder.Wenn auch nicht 4x hintereinander, aber bei welchem Spiel geht das in dem Alter. Nichts in der Größenordnung.

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