Rezension/Kritik - Online seit 14.04.2003. Dieser Artikel wurde 4475 mal aufgerufen.

Polterdice

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Autor: Spartaco Albertarelli
Illustration: Erika Luppi
Verlag: Kidultgame
Rezension: Hans-Peter Stoll
Spieler: 2 - 5
Dauer: 60 - 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2003
Bewertung: 2,9 2,9 H@LL9000
3,0 3,0 Leser
Ranking: Platz 4892
Polterdice

Spielziel

Im Haus der vier Familie der Brüder McDice geistern die mit einem Fluch belegten Familienangehörigen unter dem Namen Polterdice umher. Die Spieler versuchen die Schätze der Polterdice zu ergattern, Geheimzimmer zu finden und den Fluch zu brechen.

Ablauf

Die 16 Treppenkarten werden in 4 Gruppen ausgelegt. Zu jeder Treppenkarte kommt offen ein Polterdice-Kärtchen. Jeder Spieler erhält 3 Silbermünzen und 10 Spielfiguren seiner Farbe. Nicht fehlen dürfen natürlich die Würfel, von denen acht im Spiel sind.

Spielablauf

Abwechselnd führen die Spieler ihren Zug durch. Wer an der Reihe ist, wirf die acht Würfeln und bildet vier Pärchen aus je zwei Würfeln. Die Summe der zwei Würfel wird "magische Zahl" genannt.

Für jede magische Zahl darf er eine seiner Figuren auf einer Treppenkarte mit entsprechender magischen Zahl einsetzen oder eine Treppenstufe weiterziehen. Auf jeder Treppenkarte darf sich nur eine Figur jeden Spielers befinden (nur im Gemeinschaftsbereich dürfen sich mehrere Figuren befinden). Auf den Treppenstufen darf immer nur eine Figur stehen, so werden diese Stufen beim Weiterziehen, später auch beim Zurückziehen, einfach übersprungen.

Die 7 gehört nicht zu den magischen Zahlen. Die 2 und die 12 haben besondere Funktionen.

Mut

Zwei Einser (also magische Zahl 2) steht für Mut, der Spieler darf diese Kombination in eine beliebige magischen Zahl umwandeln.

Angst

Mit zwei Sechser darf man die Figur eines Mitspielers in Angst versetzen und diese zurück ziehen, wenn man auf der Treppenkarte eine eigene Figur sitzen hat.

Sobald eine Figur die oberste Stufe betritt, kassiert der Spieler die abgebildeten Silberstücke. Nun wird der anliegende Polterdice freigesetzt. Der Spieler, dessen Figur als nächstes auf der Treppe steht, kann nun würfeln, um den Polterdice von seinem Fluch zu befreien. Dazu wirft er mit allen Würfeln und versucht mit zwei Würfeln zwei Einser zu erreichen. Gelingt es, bekommt der Spieler zwei Silberstücke, gelingt es nicht, muss ein Silberstück abgegeben werden. Wer kein Geld besitzt, darf nicht würfeln. In diesem Fall, oder beim Scheitern darf der nächste auf der Treppe sein Glück versuchen. Figuren im Gemeinschaftsraum dürfen eine Befreiung des Polterdice nicht probieren.

Als Bonus erhält ein Spieler nach erfolgreicher Befreiung für bereits befreite Polterdice der gleichen Familie je ein weiteres Silberstück.

Die entsprechende Treppenkarte kann nun umgedreht werden, nach dem der Schatz geborgen wurde.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler 25 Silberstücke ansammeln konnte oder 3 der vier ausliegenden Treppenkarten-Gruppen entdeckt wurden.

Als Variante können die bei fehlgeschlagenen Polterdice-Befreiungsversuchen verlorenen Silberstück auf eine Treppenkarte mit einem Polterdice der gleichen Familie gelegt werden.

Fazit

Das Spielmaterial:

Spielfiguren, Würfel und das weitere Material sind von guter Qualität. Der grafische Eindruck ist ausreichend - in manchen Runden war genaues Hinsehen notwendig, um Polterdice gleicher Familie zu erkennen.

Die Regeln sind kurz und überschaubar, sie werden gut in die Hintergrundgeschichte eingebettet. Auch an praktischen Beispielen fehlt es nicht. Einzig ein Punkt ist anzumerken. Nach dem ein Schatz geborgen (also die oberste Treppenstufe erreicht) und um den Geist gewürfelt wurde, was dann? Liest man die Tipps der Anleitung - zur besseren Übersicht die durchgespielten Treppenkarten umzudrehen - bleibt wohl nichts anderes übrig, als dass die Spielfiguren auf den Treppenstufen verloren sind und wahrscheinlich auch nicht wieder zu den Spielern zurück kommen. Man könnte jedoch auch glauben, dass man diese in anderen Treppenhäusern erneut einsetzen darf.

Das Spiel:

Auf den ersten Eindruck wirkt Polterdice sehr unübersichtlich. Es fällt schwer zu erkennen, wo denn nun welche Zahl liegt und wo sich die einzelnen Polterdice-Familienangehörigen befinden. Verstärkt wird das ganze noch dadurch, dass jeder Spieler mit den acht Würfeln meist viele Kombinationen bilden kann. Das führt gerade zu Beginn dazu, dass die Spieler viel Zeit für ihren Zug benötigen, wodurch die anderen Spieler untätig herum sitzen. In einer Runde führte es dazu, dass sich alle Spieler gegenseitig halfen, um den Spielfluss zu beschleunigen. Eine andere Runde versuchte dies durch den Einsatz einer Stoppuhr (30-40 Sekunden Zeit pro Spielzug) auszumerzen. Mit weniger Würfeln hätte man vielleicht an dieser Stelle zwar Kombinationsmöglichkeiten reduziert, aber dem Spiel etwas mehr Dynamik gegeben. Der Spielverlauf gewinnt automatisch an Fahrt, sobald einige Treppenkarten aus dem Spiel sind.

Gerade durch die langen Wartezeiten würde ich das Spiel zu fünft nicht empfehlen. Je weniger Spieler, desto kürzer sind die Wartezeiten. Andererseits bedeuten mehrere Spieler, dass ich entsprechend viele Figuren auf einer Treppenkarte befinden können und so der Effekt des Überspringens mehr genutzt werden kann. Dieser Effekt wurde von allen Spielern als sehr positiv empfunden.

Es hat den Anschein, als können man mit den vielen Würfeln und den sich daraus ergebenden Kombinationsmöglichkeiten, dem Ausnutzen von "Mut" und "Angst", das Spielgeschehen beeinflussen. Dies kann man auch bis zu einem gewissen Grad. Nach meinen Spielen musste ich allerdings für mich feststellen, dass es mir nicht möglich ist, bestimmte Schätze abzuräumen oder an gewisse Polterdice heranzukommen, denn das Glück - sei es, weil ein anderer Spieler den Schatz früher erreicht oder weil das Befreien des Geistes gelingt - entscheidet doch. Da dies für alle Spieler gleich ist, kamen oft knappe Ergebnisse zustande.

Die Variante, das Geld nach einen gescheiteren Befreiungsversuch im Spiel zu halten, ist zu begrüßen. Dadurch wird so manche Treppenkarte doch attraktiv.

Sofort beim Spielen musste ich an Can't stop denken, dessen Spielprinzip die Würfel zu kombinieren übernommen wurde. So kann es nicht ausbleiben einen kurzen Vergleich zu dem alten Klassiker zu ziehen. Aus Seilen sind Treppenkarten und aus vier sind acht Würfel geworden. Polterdice enthält darüber hinaus das Geld und die Geister als neue Elemente. Can't stop besticht eindeutig durch leichteres Erfassen der Spielsituation, man kann problemlos erkennen, wie attraktiv und wo welche Zahl ist. Durch die wenigen Würfel und die Möglichkeit des mehrmaligen Würfeln, dabei auch die Gefahr abzustürzen, hat der alte Sackson-Klassiker deutlich mehr Spannung. In puncto Spieldauer braucht Polterdice zu viel Zeit und hält nicht ausreichend Spannung bereit. Also auch hier finde ich Can't stop angenehmer. Liegen also beide Spieler nebeneinander, so würde ich in jedem Fall zu Can't stop greifen.

Wer die angesprochenen Punkte als nicht so entscheidend beurteilt und keine Vergleichsmöglichkeit hat, kann sicherlich zu Polterdice greifen. Man erhält gutes Material, ein recht einfaches und funktionierendes, glücksabhängiges Spiel - eingepackt in eine schöne Geschichte.

Rezension Hans-Peter Stoll

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Polterdice: 2,9 2,9, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Bernd Eisenstein
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Clemens Schollenberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Gerd Stocker
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Thomas Burger

Leserbewertungen

Leserwertung Polterdice: 3,0 3.0, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Jörn Frenzel
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Pia Lemberger - Das Spiel ist wunderschön aufbereitet - wie die meisten Kidult Games. Wir haben Polterdice in einer Fünferrunde ausprobiert und es hat EWIG gedauert und das ist meiner Meinung nach der gravierendste Nachteil. Bei einem Glücksspiel dieser Klasse möchte ich nicht zwei Stunden sitzen und mich auf Würfelglück verlassen. Im Endeffekt hat der Spieler gewonnen, der die ganze Zeit letzter war - nur weil die letzten zwei Runden das Würfelglück ausreichend war. Zu dritt dauert es nicht so lange und ist für zwischendurch dann wahrscheinlich eine nicht unempfehlenswerte Alternative.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.02.11 von RS

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