Rezension/Kritik - Online seit 14.04.2003. Dieser Artikel wurde 5806 mal aufgerufen.

Polterdice

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Autor: Spartaco Albertarelli
Illustration: Erika Luppi
Verlag: Kidultgame
Rezension: Hans-Peter Stoll
Spieler: 2 - 5
Dauer: 60 - 90 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2003
Bewertung: 2,9 2,9 H@LL9000
3,0 3,0 Leser
Ranking: Platz 6352
Polterdice

Spielziel

Im Haus der vier Familie der Brder McDice geistern die mit einem Fluch belegten Familienangehrigen unter dem Namen Polterdice umher. Die Spieler versuchen die Schtze der Polterdice zu ergattern, Geheimzimmer zu finden und den Fluch zu brechen.

Ablauf

Die 16 Treppenkarten werden in 4 Gruppen ausgelegt. Zu jeder Treppenkarte kommt offen ein Polterdice-Krtchen. Jeder Spieler erhlt 3 Silbermnzen und 10 Spielfiguren seiner Farbe. Nicht fehlen drfen natrlich die Wrfel, von denen acht im Spiel sind.

Spielablauf

Abwechselnd fhren die Spieler ihren Zug durch. Wer an der Reihe ist, wirf die acht Wrfeln und bildet vier Prchen aus je zwei Wrfeln. Die Summe der zwei Wrfel wird "magische Zahl" genannt.

Fr jede magische Zahl darf er eine seiner Figuren auf einer Treppenkarte mit entsprechender magischen Zahl einsetzen oder eine Treppenstufe weiterziehen. Auf jeder Treppenkarte darf sich nur eine Figur jeden Spielers befinden (nur im Gemeinschaftsbereich drfen sich mehrere Figuren befinden). Auf den Treppenstufen darf immer nur eine Figur stehen, so werden diese Stufen beim Weiterziehen, spter auch beim Zurckziehen, einfach bersprungen.

Die 7 gehrt nicht zu den magischen Zahlen. Die 2 und die 12 haben besondere Funktionen.

Mut

Zwei Einser (also magische Zahl 2) steht fr Mut, der Spieler darf diese Kombination in eine beliebige magischen Zahl umwandeln.

Angst

Mit zwei Sechser darf man die Figur eines Mitspielers in Angst versetzen und diese zurck ziehen, wenn man auf der Treppenkarte eine eigene Figur sitzen hat.

Sobald eine Figur die oberste Stufe betritt, kassiert der Spieler die abgebildeten Silberstcke. Nun wird der anliegende Polterdice freigesetzt. Der Spieler, dessen Figur als nchstes auf der Treppe steht, kann nun wrfeln, um den Polterdice von seinem Fluch zu befreien. Dazu wirft er mit allen Wrfeln und versucht mit zwei Wrfeln zwei Einser zu erreichen. Gelingt es, bekommt der Spieler zwei Silberstcke, gelingt es nicht, muss ein Silberstck abgegeben werden. Wer kein Geld besitzt, darf nicht wrfeln. In diesem Fall, oder beim Scheitern darf der nchste auf der Treppe sein Glck versuchen. Figuren im Gemeinschaftsraum drfen eine Befreiung des Polterdice nicht probieren.

Als Bonus erhlt ein Spieler nach erfolgreicher Befreiung fr bereits befreite Polterdice der gleichen Familie je ein weiteres Silberstck.

Die entsprechende Treppenkarte kann nun umgedreht werden, nach dem der Schatz geborgen wurde.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler 25 Silberstcke ansammeln konnte oder 3 der vier ausliegenden Treppenkarten-Gruppen entdeckt wurden.

Als Variante knnen die bei fehlgeschlagenen Polterdice-Befreiungsversuchen verlorenen Silberstck auf eine Treppenkarte mit einem Polterdice der gleichen Familie gelegt werden.

Fazit

Das Spielmaterial:

Spielfiguren, Wrfel und das weitere Material sind von guter Qualitt. Der grafische Eindruck ist ausreichend - in manchen Runden war genaues Hinsehen notwendig, um Polterdice gleicher Familie zu erkennen.

Die Regeln sind kurz und berschaubar, sie werden gut in die Hintergrundgeschichte eingebettet. Auch an praktischen Beispielen fehlt es nicht. Einzig ein Punkt ist anzumerken. Nach dem ein Schatz geborgen (also die oberste Treppenstufe erreicht) und um den Geist gewrfelt wurde, was dann? Liest man die Tipps der Anleitung - zur besseren bersicht die durchgespielten Treppenkarten umzudrehen - bleibt wohl nichts anderes brig, als dass die Spielfiguren auf den Treppenstufen verloren sind und wahrscheinlich auch nicht wieder zu den Spielern zurck kommen. Man knnte jedoch auch glauben, dass man diese in anderen Treppenhusern erneut einsetzen darf.

Das Spiel:

Auf den ersten Eindruck wirkt Polterdice sehr unbersichtlich. Es fllt schwer zu erkennen, wo denn nun welche Zahl liegt und wo sich die einzelnen Polterdice-Familienangehrigen befinden. Verstrkt wird das ganze noch dadurch, dass jeder Spieler mit den acht Wrfeln meist viele Kombinationen bilden kann. Das fhrt gerade zu Beginn dazu, dass die Spieler viel Zeit fr ihren Zug bentigen, wodurch die anderen Spieler unttig herum sitzen. In einer Runde fhrte es dazu, dass sich alle Spieler gegenseitig halfen, um den Spielfluss zu beschleunigen. Eine andere Runde versuchte dies durch den Einsatz einer Stoppuhr (30-40 Sekunden Zeit pro Spielzug) auszumerzen. Mit weniger Wrfeln htte man vielleicht an dieser Stelle zwar Kombinationsmglichkeiten reduziert, aber dem Spiel etwas mehr Dynamik gegeben. Der Spielverlauf gewinnt automatisch an Fahrt, sobald einige Treppenkarten aus dem Spiel sind.

Gerade durch die langen Wartezeiten wrde ich das Spiel zu fnft nicht empfehlen. Je weniger Spieler, desto krzer sind die Wartezeiten. Andererseits bedeuten mehrere Spieler, dass ich entsprechend viele Figuren auf einer Treppenkarte befinden knnen und so der Effekt des berspringens mehr genutzt werden kann. Dieser Effekt wurde von allen Spielern als sehr positiv empfunden.

Es hat den Anschein, als knnen man mit den vielen Wrfeln und den sich daraus ergebenden Kombinationsmglichkeiten, dem Ausnutzen von "Mut" und "Angst", das Spielgeschehen beeinflussen. Dies kann man auch bis zu einem gewissen Grad. Nach meinen Spielen musste ich allerdings fr mich feststellen, dass es mir nicht mglich ist, bestimmte Schtze abzurumen oder an gewisse Polterdice heranzukommen, denn das Glck - sei es, weil ein anderer Spieler den Schatz frher erreicht oder weil das Befreien des Geistes gelingt - entscheidet doch. Da dies fr alle Spieler gleich ist, kamen oft knappe Ergebnisse zustande.

Die Variante, das Geld nach einen gescheiteren Befreiungsversuch im Spiel zu halten, ist zu begren. Dadurch wird so manche Treppenkarte doch attraktiv.

Sofort beim Spielen musste ich an Can't stop denken, dessen Spielprinzip die Wrfel zu kombinieren bernommen wurde. So kann es nicht ausbleiben einen kurzen Vergleich zu dem alten Klassiker zu ziehen. Aus Seilen sind Treppenkarten und aus vier sind acht Wrfel geworden. Polterdice enthlt darber hinaus das Geld und die Geister als neue Elemente. Can't stop besticht eindeutig durch leichteres Erfassen der Spielsituation, man kann problemlos erkennen, wie attraktiv und wo welche Zahl ist. Durch die wenigen Wrfel und die Mglichkeit des mehrmaligen Wrfeln, dabei auch die Gefahr abzustrzen, hat der alte Sackson-Klassiker deutlich mehr Spannung. In puncto Spieldauer braucht Polterdice zu viel Zeit und hlt nicht ausreichend Spannung bereit. Also auch hier finde ich Can't stop angenehmer. Liegen also beide Spieler nebeneinander, so wrde ich in jedem Fall zu Can't stop greifen.

Wer die angesprochenen Punkte als nicht so entscheidend beurteilt und keine Vergleichsmglichkeit hat, kann sicherlich zu Polterdice greifen. Man erhlt gutes Material, ein recht einfaches und funktionierendes, glcksabhngiges Spiel - eingepackt in eine schne Geschichte.

Rezension Hans-Peter Stoll

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Polterdice: 2,9 2,9, 8 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Bernd Eisenstein
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Clemens Schollenberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Gerd Stocker
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Thomas Burger

Leserbewertungen

Leserwertung Polterdice: 3,0 3.0, 3 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Jrn Frenzel
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Pia Lemberger - Das Spiel ist wunderschn aufbereitet - wie die meisten Kidult Games. Wir haben Polterdice in einer Fnferrunde ausprobiert und es hat EWIG gedauert und das ist meiner Meinung nach der gravierendste Nachteil. Bei einem Glcksspiel dieser Klasse mchte ich nicht zwei Stunden sitzen und mich auf Wrfelglck verlassen. Im Endeffekt hat der Spieler gewonnen, der die ganze Zeit letzter war - nur weil die letzten zwei Runden das Wrfelglck ausreichend war. Zu dritt dauert es nicht so lange und ist fr zwischendurch dann wahrscheinlich eine nicht unempfehlenswerte Alternative.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.02.11 von RS

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