Rezension/Kritik - Online seit 05.11.2013. Dieser Artikel wurde 3100 mal aufgerufen.

Sheepland

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Autor: Simone Luciani
Daniele Tascini
Illustration: Giulia Ghigini
Verlag: Cranio Creations
Rezension: Ralf Sandfuchs
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2012
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 2614
Sheepland

Spielerei-Rezension

Spielerei Herbst 2013:

MÖÖÖÖÖÖHHHHH!!!! Wenn man ein Spiel mit Schafen auf den Tisch bringt, wird irgendjemand aus der Runde unweigerlich das obige Geräusch ausstoßen. Es scheint ein Urinstinkt des Homo ludicus zu sein, sich wie ein wolliges Nutztier zu benehmen, oder wie sonst kann man dieses Phänomen deuten? Erklärungsversuche bitte an die Redaktion.

Wer gerne selbst ausprobieren möchte, wie viel Schaf in seiner Spielrunde steckt, der könnte als Grundlage für diesen Feldversuch Sheepland aus dem Hause Cranio Creations benutzen, denn wenn das Experiment fehlschlägt, wird er wenigstens Spaß dabei haben.

In Sheepland tummeln sich 18 weiße und 1 schwarzes Schaf in der Umgebung der Stadt Schafsburg, auf insgesamt 18 Regionen verteilt. Die Regionen gehören jeweils einem von sechs Geländetypen an: Wiese, Wald, Fluss, Feld, Gebirge und Wüste.

Jeder Spieler erhält am Anfang 20 Taler und einen Schäfer.

In einer Runde kann ein Spieler drei Aktionen durchführen, und zwar aus der folgenden Liste:

Bewegen des Schäfers; Bewegen eines Schafs; Kaufen eines Geländeplättchens.

Wichtig ist dabei, dass man die Aktionen beliebig kombinieren kann, mit der Einschränkung, dass man immer mindestens einmal den Schäfer bewegen muss und dass man keine Aktion

wiederholen darf, solange man nicht den Schäfer bewegt hat.

Das Besondere bei der Bewegung der Schäfer-Figur ist nämlich, dass man das Feld, das die Figur verlässt, mit einem Zaun versieht und dieses damit für alle weiteren Aktionen sperrt.

Ein Schaf zu bewegen ist dann sinnvoll, wenn man es auf einen anderen Geländetyp bringen will, denn am Ende errechnen sich die Siegpunkte, indem man die Schafe auf den einzelnen Geländetypen mit der Anzahl der eigenen Geländeplättchen dieses Typs multipliziert. Wenn also vier Schafe auf Wüsten-Feldern stehen und man drei Wüsten-Plättchen hat, erhält man 12 Siegpunkte.

Das schwarze Schaf ist bei der geschilderten Endabrechnung übrigens zwei Schafe wert. Es ist aber auch am schwierigsten zu fangen, da jeder Spieler zu Beginn seines Zuges

würfeln muss, um zu sehen, ob das Schaf in eine benachbarte Region ausreißt. Mit den Zäunen, die bei der Bewegung der Schäfer gelegt werden, kann man aber auch diese Bewegung einschränken, bis man das schwarze Schaf irgendwann tatsächlich festgesetzt hat.

Um mehr Punkte zu bekommen, wird man natürlich Geländeplättchen kaufen, doch während das erste Plättchen eines Typs noch kostenlos ist, wird jedes weitere teurer, bis zu einem Preis von 5 Talern für das letzte. Je früher man sich also für einen bestimmten Geländetyp entscheidet, desto besser.

Gespielt wird solange, bis 20 Zäune verbraucht sind. Danach darf jeder Spieler, der noch nicht am Zug war, seine Runde durchspielen, sodass alle die gleichen Chancen haben. Wenn der Startspieler wieder am Zug wäre, endet das Spiel, und der Sieger wird nach der oben geschilderten Methode bestimmt. Bei einem Gleichstand entscheidet die Menge an nicht ausgegebenen Talern; reicht auch das nicht aus, um den Sieger zu bestimmen, gewinnt derjenige, der am lautesten blöken kann (womit wir wieder am Anfang dieser Rezension wären).

Sheepland kommt mit wenigen Regeln aus, die man noch dazu schnell erfasst, und es ist folglich kein Spiel für den Freund hochkomplexer Strategiekracher. Doch die Jagd nach den flauschigen Viechern ist sowieso schon vom Thema her eher als Familienspiel geeignet, wobei auch die hervorragend übersetzte deutsche Regel hilft. Das schön gestaltete Spielmaterial mit den vielen Holzschafen tut ein Übriges, um auch Kinder an den Spieltisch zu fesseln.

Das Spielerlebnis ist vielseitig und immer wieder anders, aber gerade jüngere Spieler müssen es auch ertragen können, wenn sie zwar „ihre“ Schafe auf irgendwelche Geländeplättchen treiben, es dann aber versäumen, sich die notwendigen Plättchen zu sichern, um auch davon zu profitieren. Da ist dem Ärgern untereinander Tür und Tor geöffnet.

Auf jeden Fall ist es dem italienischen Verlag Cranio Creations mit Sheepland gelungen, ein sehr ansprechendes Familienspiel auf den Markt zu bringen, das vielleicht nicht den Originalitätspreis schlechthin gewinnt, aber mit ansprechender Ausstattung und kurzer Spieldauer bestimmt öfter mal den Weg auf den Spieltisch findet.

Rezension Ralf Sandfuchs

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Sheepland: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
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Leserbewertungen

Leserwertung Sheepland: 4,0 4.0, 1 Bewertung(en)

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