Rezension/Kritik - Online seit 25.05.2018. Dieser Artikel wurde 578 mal aufgerufen.

Speed Colors

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Autor: Erwan Morin
Verlag: Game Factory
Lifestyle Boardgames Ltd
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 5
Dauer: 15 - 20 Minuten
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2017
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 1793
Speed Colors

Spielziel

Ich hab gerne Bilder ausgemalt. Zumindest die ersten 10 - 20 Minuten. Da war auch noch alles sauber, fein, ordentlich und schön. Aber dann ... dann kam Mr. Schlendrian in mein Zimmer und zwang mich, schneller zu machen. Da wurde über die Linien gemalt, es gab unschöne, weiße Flecken in den Bildern und alles sah üsselig aus. Hätte ich fürs Ausmalen allerdings Punkte bekommen, wie bei Speed Colors ... dann hätte Mr. Schlendrian gleich draußen bleiben können.

Ablauf

Eine Partie Speed Colors geht denkbar einfach:

Jeder Spieler bekommt eine Bildkarte. Die ist auf der einen Seite farbig und auf der anderen Seite schwarz-weiß. Jetzt muss sich jeder die farbige Seite merken. Welche Felder sind in welcher Farbe bemalt? Sobald man meint, man hat es raus, dreht man die Karte auf die schwarz-weiße Seite, grabscht sich einen Stift seiner Wahl und legt los.

Leider machen das alle gleichzeitig, wodurch es schon mal zu Stiftknappheit kommen kann. Da muss man warten, bis der benötigte Stift frei wird, denn von jeder Farbe gibt es nur einen.

Korrigieren während des Malens ist nicht erlaubt, hat man also geschlampt, bleibt es so.

Ist jemand fertig, ruft er "Stopp!" und wer da gerade noch malt, darf zu Ende malen, sich aber danach keinen neuen Stift nehmen.

Dann gibt es Punkte: Jedes Feld, das in der richtigen Farbe ausgemalt wurde, gibt zwei Punkte. Jedes Feld, das in der falschen Farbe ausgemalt wurde, bringt einen Punkt. Und jedes Feld mit weißen Stellen oder Felder, über dessen schwarze Linie gezeichnet wurde, bringen keine Punkte.

Die Punkte malt man in seiner Siegpunktschlange aus und dann geht's in die nächste Runde. Vorher werden allerdings noch zwei der Stiftkappen miteinander vertauscht. Heißt: Ab der zweiten Runde müssen alle Spieler zusätzlich beim Greifen der Stifte aufpassen, dass sie sich auch die richtige Farbe schnappen.

Und wer nach vier Runden seine Schlange am weitesten ausmalen könnte, wird Farbschnellmalweltmeister.

Fazit

Ausmalen ist bekannt, ausmalen mit Merken schon weniger und ausmalen mit Merken auf Zeit, das ist mal etwas Neues. Wobei die Zeit ja die Fähigkeit zum schnellen Ausmalen ist.

Dieser Punkt lässt die ersten Partien von Speed Colors etwas stocken, weil die Zielgruppe dazu neigt, alles erst mal schön auszumalen und sich dabei Zeit zu lassen. Erst allmählich dämmert es den Kindern, dass beides gefragt bist: Schnelligkeit und Präzision. Deshalb haben in den ersten Partien ältere Mitspieler durchaus einen Vorteil, weil sie diesen Punkt schneller verstehen. Da heißt es dann: sich zurücknehmen, bis alle verstanden haben, worum es geht. Oder ... siehe weiter unten.

Haben es alle verstanden, sind die Chancen wieder einigermaßen gleich verteilt, weil die Kinder im Merkbereich einfach gut sind. Obwohl man sagen muss, dass Speed Colors auch für die kleinen Merkmutanten eine Herausforderung ist, denn merken und dann noch physisch agieren beim Ausmalen, das haben sie beim Spielen so auch noch nicht erlebt.

Was vielleicht ein bisschen stört, ist das Material. Denn kleineren Kindern muss man anfangs sehr einschärfen, vorsichtig beim Ausmalen zu sein, sonst verschmieren sie mit Hemdsärmeln oder Händen ihre bereits ausgemalten Flächen. Man kann dann unter Umständen nicht mehr nachvollziehen, ob etwas komplett ausgemalt war oder es weiße Stellen gibt, weil man die zufällig selbst weggemacht hat.

Das kann aber auch Erwachsenen (mir) passieren.

Und man muss 5-Jährigen helfen, die Punkte auf die Schlange zu übertragen. Da ist es mit dem Zählen manchmal noch schwer.

Manche Bilder sind einfacher auszumalen als andere, weil sie entweder geradere oder kleinere Flächen haben. Aber das störte bis jetzt kein Kind. Und hat auch keinem wirklich beim Spiel geschadet.

Davon abgesehen hat man bei Speed Colors irgendwie an alles gedacht. Das Vertauschen der Kappen gibt dem Spiel ab Runde 2 eine überraschende Wendung und verhindert das einfach stumpfe Abgreifen von Stiften. Und besonders gut gelöst finde ich das Punktesystem: Es gibt keine Strafen. Großartig. Es gibt lediglich null Punkte für Schlamperei. Selbst für Flächen der falschen Farbe gibt es einen Punkt. Das ist super, denn damit werden die Kinder für gutes Ausmalen belohnt - selbst wenn es die falsche Farbe war. So kommt ihnen ihr Malen nicht sinnlos vor.

Für kleinere Kinder kann man auf das Vertauschen der Kappen verzichten. Und für größere Mitspieler gibt es eine schwierigere Wertungskarte. Es wird sogar angeregt, bei unterschiedlichen Altersgruppen am Tisch die Wertungskarten entsprechend zu benutzen ... sehr gut.

Natürlich können die Stifte irgendwann aufgeben. Oder die Radierer an der Spitze fallen ab. Aber, hey: Ein Taschentuch zum Abwischen geht auch. Und Stifte in den Farben kosten auch nicht die Welt.

Speed Colors ist ein richtig gutes Kinderspiel. Für Kindergärten, für Familien, sogar für reine Erwachsenengruppen. Es hat ein außergewöhnliches Thema, bei dem man kein Kind 2x fragen muss, ob es mitmachen will, einen guten Spannungsbogen und ist kein Kinderkram, sondern eine Herausforderung.

Das sollte man sich zulegen. Also: Ausmalen. Sofort!

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Speed Colors: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.11.17 von Christoph Schlewinski - Ein gelunges Kinderspiel, das auf ungewöhnliche Weise merken und malen miteinander verknüpft.

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