Rezension/Kritik - Online seit 03.01.2003. Dieser Artikel wurde 7481 mal aufgerufen.

Sternenhimmel

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Autor: Tom Schoeps
Illustration: Thomas Kley
Verlag: Goldsieber Spiele
Rezension: Rolf Wichmann
Spieler: 3 - 5
Dauer: 45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 1995
Bewertung: 4,6 4,6 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 1305
Sternenhimmel
Auszeichnungen:1995, Deutscher Spielepreis 3. Platz

Spielerei-Rezension

Die Nrnberger Spielwarenmesse liegt hinter uns und alle Spiele-Fans sind natrlich gespannt, was uns aus den diversen Gro- und Kleinverlagen fr den Jahrgang 1995 erwartet. Zum ersten Mal mit einem Programm vertreten sind die Goldsieber-Spiele, hinter denen sich Simba-Toys verbergen, die sich bisher, wie der Name schon verrt, mit Spielwaren beschftigt haben. Wer allerdings meint, ein Neuling wrde vorsichtig den Markt abtasten, der irrt gewaltig. Da wird nicht gekleckert, sondern geklotzt! Vier groformatige Spiele, alle in gleicher Schachtelgre, massive Werbung in den Fachzeitschriften, die besten Autoren (neben der Gemeinschaftsarbeit Bakschisch) waren gerade gut genug fr das Startprogramm! Den Schwerpunkt in der Werbung setzt man auf den wohl erfolgreichsten Spiele-Autor der letzten Jahre, Klaus Teuber (dreimal Spiel des Jahres), mit seiner Neuschpfung Galopp Royal. Auch die anderen Autoren knnen bereits erste Lorbeeren vorweisen: Stefan Dorra (Auswahlliste 92 mit Razzia, viel diskutiert 94 mit Intrige) bietet Linie 1 und Tom Schoeps (Auswahlliste 91 mit Bauernschlau, im selben Jahr damit auch Platz 2 beim Deutschen Spielepreis) offeriert den Sternenhimmel!

Nachdem ich meine ersten eigenen Erfahrungen mit dem Goldsieber-Programm sammeln konnte, steht fr mich allerdings ganz klar fest, dass Sternenhimmel den eindeutig grten Reiz auf mich ausbt! Ich muss dabei gestehen, dass dieser Titel einen jahrelangen Vorsprung hat, denn da Autor Tom Schoeps mehr oder weniger hufig unseren Spielkreis besucht, bekommen wir natrlich meist sehr frh mit, welche neuen Kreationen in der Mache sind. Sein Wunsch nach Testpartnern fr neue Ideen stt dabei durchaus nicht immer auf Gegenliebe, denn Tom ist sehr kreativ und so kmen wir nur sehr selten zu unseren eigentlichen Spielwnschen. Er muss also schon etwas besonderes bieten, wenn er bei uns ausreichend Freiwillige fr seine Testrunden finden will. Dies gilt z.B. fr den Sternenhimmel, den er uns schon vor lngerer Zeit prsentierte und der begeistert aufgenommen wurde. Wir haben uns nur gewundert, dass sich kein Verlag fr dieses interessante Spiel begeistern konnte. Nun ist es also endlich passiert und ich kann den Goldsieber-Verlag zu diesem Entschluss nur beglckwnschen!

Damit man meine Begeisterung nachempfinden kann, wre es vielleicht von Vorteil, etwas nheres ber das Spiel zu erfahren. Gedacht ist es fr 3 bis 5 Personen ab 10 Jahren, die ca. 30 - 45 Minuten pro Partie damit ihr Vergngen haben werden. Es geht um Sternzeichen, hat aber mit Horoskop oder Esoterik absolut nichts zu tun! Vielmehr sind die 12 Sternzeichen (die Schlange als Nr. 13 blieb noch unbercksichtigt) in Form von runden Ablegetafeln als Spielflchen gestaltet worden, wobei darauf hingewiesen wird, da aus spieltechnischen Grnden die Sternbilder nicht immer realistisch wiedergegeben werden konnten. Diese Sternbilder bestehen aus 4 bis 10 Sternen, wobei zwischen groen und kleinen Sternen unterschieden wird, was auch fr den Spielablauf entscheidend ist.

Zu Beginn einer Partie werden einige der 18 cm groen Sternscheiben in die Tischmitte gelegt, die Anzahl entspricht dabei der Teilnehmerzahl (also 3 - 5). Dazu erhlt jeder Spieler einen Satz (alle in einer Farbe) aus 9 Plastiksteinen in Sternform, den er verdeckt vor sich aufstellt. Die Werte sind dabei fr alle gleich: je 1 x 1, 3, 5, 6, 7 + 10. Dazu kommen 2 Steine mit Doppelsternen und ein Stein mit einem schwarzen Punkt (= schwarzes Loch), denen eine besondere Bedeutung zukommt. Die auch zum Spiel gehrenden Sterntaler muss man sich erst einmal erobern. Der lteste Spieler darf jetzt als Erster einen seiner Steine auf eines der Sternbilder legen. Wie schon erwhnt, gibt es groe und kleine Sterne. Auf den groen Punkten, die meist in der Minderheit sind, werden die Steine verdeckt abgelegt, auf den kleinen Sterne hingegen offen. Ziel von Sternenhimmel ist es mehr Sternentaler zu sammeln als die Mitspieler, diese bekommt man aber in erster Linie nur dann, wenn man bei Abrechnung eines Sternbildes die meisten oder zweitmeisten Punkte vorweisen kann. Die Abrechnung erfolgt dann, wenn alle Sterne eines Sternbildes (groe und kleine) durch Spielsteine abgedeckt sind. Ist dieses der Fall, werden die verdeckten Steine auf den Grosternen umgedreht und ausgezhlt. Auf jedem Sternbild sind 2 Zahlen vermerkt, die Kombinationen reichen von 4/2 (Widder) bis zu 10/8 (Schtze), wobei der erste Wert der Gesamtsternenzahl des Sternbildes entspricht. Wer bei der Auszhlung die meisten Punkte vorweisen kann, erhlt den ersten Wert in Sterntalern ausgezahlt, fr den 2. bleibt der hintere Wert. Nach der Abrechnung gehen die eingesetzten Steine an ihre Besitzer zurck und stehen erneut zur freien Verfgung. Das erledigte Sternzeichen wird durch ein anderes ersetzt, bis zum Ende der Partie alle Bilder abgewickelt wurden. Sieger ist dann, wer am meisten Sterntaler sammeln konnte, bei Gleichstand gibt es eben mehrere Gewinner.

Wenn das alles wre, bliebe als wesentlicher Reiz das Bluff-Element fr die verdeckten Gro-Sterne. Den Kick bekommt Sternenhimmel allerdings durch zustzliche Elemente. Zum einen durch die Sondersteine Doppelstern, die den Wert der unmittelbaren Nachbarsteine (viele Sterne sind durch Linien miteinander verbunden, jeder hat zwischen 1 und 5 Nachbarn) verdoppeln, unabhngig von der Farbe, egal ob verdeckt oder offen gelegt. Ebenfalls (fatalen) Einfluss auf die Nachbarn nimmt ein schwarzes Loch, denn es zieht diese vor der Abrechnung aus dem Sternbild! Die betroffenen Steine kommen also nicht in die Wertung; das schwarze Loch allerdings bleibt auf dem Plan und kann seinem Besitzer sogar Sterntaler einbringen. Allerdings gibt es dagegen doch ein Gegenmittel (wenn man die Gefahr rechtzeitig sieht oder bei verdeckten Steinen zumindest ahnt): liegt auf dem Nachbarfeld ebenfalls ein schwarzes Loch, ziehen sich diese gegenseitig an, bevor sie Unheil bei den Punktsteinen anrichten knnen! Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Punktwertung. Ich hatte zwar schon erwhnt, dass Wert 1 fr den Punktsieger reserviert ist, der hintere fr den nchsterfolgreichen, leider hat aber nur der 2. seine Sterntaler sicher, denn der Sieger muss eventuell nach der Abrechnung diejenigen Spieler auszahlen, die noch im Sternbild vertreten sind, aber keine Prmie abbekommen haben! Der Gewinner muss jedem leer ausgegangenen Kontrahenten fr jeden verbliebenen Stein einen Sterntaler abgeben. Das kann besonders bei groen Sternbildern wie Schtze und Jungfrau (je 10 Sterne) sehr schmerzhaft sein, oft ist der 2. der Abrechnung der wahre Gewinner. Es kommt natrlich auch vor, dass Platz 1 zwar klar ist, fr den 2. hingegen ein Patt besteht. Dann erhlt der Sieger seine volle Prmie, alle anderen hingegen nur einen Taler pro verbliebenen Stern. Gibt es bereits ein Patt auf Platz 1, bekommen alle vertretenen Spieler einen Sterntaler pro eigenen Stein im Sternbild. Ideal wre natrlich, wenn man allein im Sternzeichen ist, denn dann erhlt man beide Prmien! Allerdings werden die Gegner schon aufpassen, da dieses beim Aufbau nicht gelingt. Ein schwarzes Loch am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, mglichst noch verdeckt, hat auch solch Problem schon erfolgreich gelst!

Ich glaube, es ist rbergekommen, dass Sternenhimmel eine gelungene Mischung verschiedener Elemente ist: viel Taktik und Bluff, eine Menge Interaktion, wenig Glck, kurz(-weilig), gleicher Spielreiz mit 3, 4 oder 5 Spielern! Gegenber der mir bekannten Rohfassung sind noch einige sehr interessante nderungen eingetreten: das gegenseitige Anziehen der schwarzen Lcher finde ich ausgesprochen gelungen und auch das reduzierte Auszahlen von leer ausgegangenen Mitspielern (ursprnglich 2 Taler pro Stein) begre ich sehr! Die Ausstattung von Sternenhimmel ist gut (obwohl wir von den liebevollen Prototypen von Tom natrlich verwhnt sind), lediglich die Zahl der Sterntaler (insgesamt 96 Stck als 1er und 2er Mnzen) ist zu knapp! Da htte man lieber an der Schachtel sparen sollen, die zwar hbsch anzuschauen, aber mindestens um eine Nummer zu gro ausgefallen ist (obwohl bei Sternenhimmel das Miverhltnis zwischen Schachtelgre und Spielmaterial noch gnstiger ausfllt als bei den anderen Goldsieber-Produkten)! Die Regel ist gut verstndlich und mit klaren Illustrationen versehen, so dass jeder damit gut klarkommen wird. Ich wrde die Regel sogar vorbildlich nennen, wenn nicht auf der letzten Seite geschlampt worden wre (zumindest bei m mir vorliegenden Exemplar): In Abb. 7 gibt man eine falsche Prmie fr Wei an (4 und nicht 3!), bei der Erklrung fr Abb. 8 hat man die Farben Wei und Hellgrau verwechselt. Ich hoffe, die Kufer lassen sich dadurch nicht verwirren.

Ansonsten bleibt mir nur zu sagen: ein tolles Spiel! Nicht nur eines der besten von Tom Schoeps, sondern auch vermutlich des Jahrgangs 1994/95 (viele der Titel sind mir natrlich bis jetzt noch unbekannt). Damit kein falscher Verdacht aufkommt: ich stehe den Spielen von Tom Schoeps mindestens genauso kritisch gegenber wie denen anderer Autoren und es gibt Titel darunter, die ich absolut nicht leiden kann (z.B. Das letzte Kamel). Aber Ehre, wem Ehre gebhrt. Fr mich ist Sternenhimmel ein ganz klarer Anwrter fr die Auswahlliste 1995 !

Rezension Rolf Wichmann

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Sternenhimmel: 4,6 4,6, 14 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Rolf Wichmann
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Hans-Peter Stoll
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Alexander Broglin
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Clemens Schollenberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Klaus Geis
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Elke Weidenkopf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Roland Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Barbara Winner
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Bernd Eisenstein
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.01.06 von Ralph Bruhn - Eigentlich liegen mir Bluff-Spiele nicht so. Aber dieses hier mag ich gern.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.02.07 von Michael Andersch
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.02.07 von Uta Weinkauf
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.12.09 von Michael Kahrmann

Leserbewertungen

Leserwertung Sternenhimmel: 4,0 4.0, 2 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Peter Zanow
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Tommy Braun

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