Rezension/Kritik - Online seit 23.10.2026. Dieser Artikel wurde 250 mal aufgerufen.
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Taschenlampen an und schon kann die Nachtwanderung losgehen: Wer sich in der Dunkelheit wohl noch alles auf den Straßen rumtreibt? Im Licht wird sichtbar, was sonst verborgen bleibt. Überall treiben sich bunte Gestalten herum, die noch nicht müde zu sein scheinen.
Gemeinsam begebt ihr euch auf einen Spaziergang durch die nächtliche Stadt und versucht mit Adleraugen herauszufinden, wie oft die verrückten Gestalten im Lichtschein eurer Taschenlampe auftauchen. Habt ihr gut gezählt, könnt ihr eure Figur weitersetzen und kommt schnell voran. Doch Achtung, ihr müsst als Gruppe immer eng zusammenbleiben und aufpassen, dass ihr wieder zuhause seid, bevor der Mond aufgeht. Wird es euch gelingen, alle gesuchten Gestalten auf eurem Weg zu finden, sodass ihr rechtzeitig wieder in euren Betten liegt?
Der Aufbau des Spiels ist schnell gemacht und benötigt nur wenig Vorbereitungszeit. Jeder Spieler erhält eine der fünf Suchtafeln und wählt eine Spielfigur, zu der er anschließend farblich passend ein Zahlenrad sowie eine Taschenlampe erhält. Der Schachtelboden mit integriertem Spielfeld wird für alle gut erreichbar in die Tischmitte gestellt, bevor jeder seine Spielfigur auf das Startfeld mit dem Stern stellt und die Mondfigur auf dem Mondfeld platziert wird. Außerdem müssen noch die Sanduhr, der Mondwürfel sowie Blitze in der Anzahl der Mitspielenden plus zwei bereitgelegt werden. Sind alle Suchkarten gemischt (spielt man mit jüngeren Kindern, sortiert man am besten alle Karten ohne Herz aus), werden sie mit der Motivseite nach oben als Stapel in die Tischmitte gelegt. Um den magischen Effekt der Taschenlampe zu verstärken, wird ein nicht zu heller Raum empfohlen, Lampen über dem Spielfeld sollten vermieden werden. Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, kann es auch schon losgehen!
Alle Spieler haben nun die Aufgabe, die genaue Anzahl des Motivs der obersten Suchkarte in ihren Suchtafeln zu bestimmen. Haben sich die Spieler das Motiv eingeprägt, wird die Sanduhr umgedreht und alle versuchen gleichzeitig mit dem Lichtkegel ihrer geladenen Taschenlampe (auf der Seite mit schwacher Batterie ist der Lichtkreis deutlich kleiner) das Motiv auf ihren Suchtafeln innerhalb einer Minute zu finden.
Ist die Zeit um, stellen alle Spieler verdeckt ihre ermittelte Anzahl auf den Zahlenrädern ein, ohne sich dabei abzusprechen. Sind alle fertig, wird die Suchkarte umgedreht und die Lösung eingesehen. Hat man eine Zahl eingestellt, die kleiner ist, darf man mit seiner Spielfigur so viele Felder weiterziehen, wie Sterne auf der Zahl über dem Zahnrad abgebildet sind. Hat man genau die richtige Zahl ermittelt, darf man ein zusätzliches Bonusfeld gehen. Ist die auf dem Zahlenrad eingestellte Zahl größer, geht man leer aus und muss auf seinem Feld stehen bleiben. Damit die Gruppe zusammenbleibt, wird sich gegenseitig geholfen: Der Spieler, dessen Figur am weitesten vorne steht, rückt ein Feld zurück und darf dafür eine Figur, die sich weiter hinten befindet, ein Feld nach vorne setzen.
Anschließend wird die Mondfigur gezogen. Je nachdem, wie viele Mond-Symbole die Rückseite der Suchkarte zeigt, zieht der Mond auf dem Spielfeld weiter. Zusätzlich wird der Mond-Würfel geworfen, der ebenfalls ein oder zwei Monde anzeigt, die die Mondfigur weitergesetzt werden muss. Wird stattdessen die leere Batterie gewürfelt, müssen alle Spieler ihre Taschenlampe auf die Seite der schwachen Batterie drehen und dürfen in der nächsten Runde nur mit dem kleinen Lichtkreis nach dem Motiv suchen.
Hat der Mond nach seinen Zügen eine oder mehrere Spielfiguren eingeholt, verlieren die Spieler so viele Blitze, wie Figuren vom Mond erreicht oder überholt wurden. Die betroffenen Figuren werden anschließend ein Feld vor den Mond gerückt. Sind nicht mehr genügend Blitze vorhanden, ist das Spiel sofort zu Ende und die Spieler haben verloren.
Liegt der Mond hinter den Spielfiguren und sind noch genügend Blitze vorhanden, startet nach der Wertung die nächste von insgesamt fünf Runden. Nachdem die letzte Suchkarte gespielt und ausgewertet wurde, zeigt sich, wie gut sich die Gruppe geschlagen hat:
Vom Mond eingeholt: Versucht es noch einmal, damit alle rechtzeitig nach Hause kommen!
0-2 Blitze übrig: Gerade noch geschafft!
3-5 Blitze übrig: Nicht schlecht!
6-9 Blitze übrig: Ihr seid ein großartiges Team!
10 Blitze: Unglaublich! Zeit, den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen!
Schwierigkeitsstufen:
Insgesamt bringt das Spiel fünf unterschiedliche Schwierigkeitsstufen mit. Falls die „normale“ Version noch zu schwer ist, kann mit mehr Zeit gespielt werden, indem die Sanduhr am Ende noch einmal umgedreht wird, sodass die doppelte Zeit zur Verfügung steht. Außerdem können alle Karten ohne Herzsymbol aussortiert werden.
Schwierig: Der Mond wird pro Mondphase ein zusätzliches Feld weitergerückt, als Erinnerung wird das Herausforderungsplättchen mit dem einfachen Mondsymbol in die Tischmitte gelegt.
Extrem: Der Mond wird pro Mondphase zwei zusätzliche Felder weitergerückt, als Erinnerung wird das Herausforderungsplättchen mit dem doppelten Mondsymbol in die Tischmitte gelegt.
Zeit-Challenge: Hierzu wird die digitale Sanduhr benötigt, die via QR-Code abrufbar ist, sodass sich die Zeit zum Suchen für den Modus „SCHNELL!“ auf 45 Sekunden und für „SUPERSCHNELL!“ auf 30 Sekunden reduzieren lässt.
Die digitale Sanduhr lässt sich übrigens auch auf 120 beziehungsweise 60 Sekunden für den einfachen und normalen Modus einstellen und bietet den Vorteil, dass durch das akustische Signal keine abgelaufene Sanduhr vergessen werden kann.
Kompetetives Spiel:
Soll gegeneinander gespielt werden, bleibt das Spielprinzip weitestgehend gleich, Mond, Blitze sowie Mondwürfel werden jedoch nicht benötigt. Die Suchphase, das Einstellen auf der Drehscheibe sowie das Voransetzen der Spielfiguren bleibt, die führende Figur gibt jedoch keines ihrer Felder an eine schwächere Figur ab, stattdessen spielt sie in der nächsten Runde mit schwacher Batterie, bis eine andere Figur die vorderste Position übernommen hat.
Eine Partie endet ebenfalls nach fünf Runden, wer am weitesten vorne liegt, gewinnt!
Quadrant-Variante:
Wurden bereits mehrere Runden gespielt und der ein oder andere Spieler erinnert sich an das richtige Ergebnis der Suchkarten, wird es Zeit, auf die Quadrant-Variante umzusteigen, damit neue Spannung ins Spiel kommt.
Das Spielfeld ist in vier Quadranten aufgeteilt, die jeweils mit Karo, Kreis, Quadrat und Dreieck gekennzeichnet sind. Bevor gestartet wird, wird nun eine Quadrant-Plättchen ausgewählt, welches anzeigt, welcher Quadrant in der folgenden Runde nicht im Spiel ist und von den Spielern mit einer Quadrant-Karte abgedeckt werden muss (auf jeder Suchtafel sind die Quadranten anders angeordnet).
Gespielt wird anschließend wie in der normalen Variante, im abgedeckten Quadranten wird jedoch nicht gesucht, sodass sich die Anzahl der zu findenden Motive verändert. Um zu überprüfen, wie oft das jeweilige Symbol zu finden war, wird nun nicht mehr mit der Zahl oben links im Kreis verglichen, stattdessen findet sich die richtige Anzahl am unteren Rand neben dem entsprechenden Quadrant-Symbol.
Bei Team Adlerauge handelt es sich um ein kooperatives Kinderspiel, das sich an Jungen und Mädchen ab 6 Jahren richtet. Eine Runde dauert etwa 15 Minuten und lässt sich mit 1 bis 5 Kindern spielen. Ziel des Spiels ist es, mithilfe der „Taschenlampe“ innerhalb einer Minute alle Motive der aktuellen Auftragskarte in der persönlichen Suchtafel zu finden, um das Ergebnis möglichst exakt auf dem Zahlenrad einstellen zu können. Je nachdem, wie gut die eingestellte Zahl zum richtigen Ergebnis passt, darf die eigene Figur auf dem Spielfeld weitergesetzt werden. Dabei ist es wichtig, immer vor der Mondfigur zu bleiben, die in jeder Runde ebenfalls bis zu sechs Felder weiterzieht. Andernfalls verliert die Gruppe pro eingeholter Spielfigur einen Blitz. Gelingt es den Spielern, nach fünf Spielrunden noch Blitze übrig zu haben, gewinnen sie gemeinsam, andernfalls ist das Spiel verloren.
Die Anleitung ist gut strukturiert und anschaulich bebildert, sodass nach dem ersten Lesen direkt alles klar ist und keine Fragen offen bleiben. Der Auf- und Abbau ist schnell gemacht, sodass direkt losgespielt werden kann. Praktisch ist das in den Schachtelboden integrierte Spielfeld, in dessen Mitte sich das Material verstauen lässt. Die Spielbox hat genau dir richtige Größe und ist gut durchdacht.
Team Adlerauge richtet sich an Kinder ab 6 Jahren, was sich bei uns als weitestgehend passend zeigte. Dank der verschiedenen Varianten lässt sich das Spiel individuell an die Fähigkeiten der Spieler anpassen, sodass sich das Spiel in der normalen Variante auch schon mit etwas jüngeren Spielern spielen lässt, während die Schwierigkeitsstufe „extrem“ auch für ältere Kinder und sogar Erwachse eine Herausforderung darstellt. Gut gefallen hat uns auch die Möglichkeit das Spiel kompetetiv zu spielen, was vor allem bei älteren Kindern etwas besser ankam.
Wir haben mit fünfjährigem Kind zunächst die „normale“ kooperative Variante gespielt. Dabei hatten wir den Eindruck, dass der Mond so langsam weiterzieht, dass es kaum möglich ist, von ihm eingeholt zu werden. Da man eher eine zu niedrige als zu hohe Zahl einstellt und nur bei einer zu hohen Zahl auf seinem Feld stehen bleiben muss, reicht der Vorsprung normalerweise über fünf Runden aus, um nicht vom Mond eingeholt zu werden. Schnell haben wir daher das Herausforderungsplättchen hinzugenommen, durch welches der Mond in jeder Runde ein oder zwei Felder zusätzlich weitergesetzt wird, wodurch wir das Spiel als deutlich spannender empfanden.
Gleichzeitig waren die Karten ohne Herz dem fünfjährigen Kind noch zu schwer, da sich die verschiedenen Personen teilweise gar nicht so leicht auseinanderhalten lassen, nicht zuletzt, da sie in unterschiedlichen Posen abgebildet sind. Die Motive mit Herz sind hingegen deutlich markanter und lassen sich einfacher entdecken. Die Zeit zu verdoppeln empfanden wir als wenig hilfreich, da es schnell dazu führen kann, dass man sich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr sicher ist, ob man ein entdecktes Motiv bereits gezählt hat oder noch nicht und man bei längerer Dauer eher durcheinanderkommt.
Durch die vielen verschiedenen Varianten lässt sich das Spiel gut auf die jeweilige Gruppe abstimmen. Spielen die Spieler auf unterschiedlichem Niveau, bietet sich die kooperative Varianten an, bei der sich gegenseitig geholfen wird. Spielt man hingegen auf einem ähnlichen Level, macht uns die kompetetive Variante mehr Spaß, da durch den Wettbewerb mehr Spannung ins Spiel kommt. Anstatt das Spiel auf fünf Runden zu begrenzen, kann beispielsweise mit dem Mondfeld auch ein Ziel definiert werden, wodurch sich noch etwas mehr das Gefühl eines „Wettrennens“ einstellt. Schön ist auch die Quadranten-Regel, durch welche das Spiel auch dann noch spannend bleibt, wenn die richtige Anzahl der ein oder anderen Karte bereits bekannt ist.
Als etwas ungünstig empfanden wir, dass die Lichtverhältnisse für das Spiel eine bedeutende Rolle spielen. Bei uns hängt eine Lampe über dem Tisch, die genau auf die Suchpläne scheint, falls gegen Abend gespielt wird. Dass dadurch der magische Effekt der Taschenlampe verloren geht, steht auch in der Anleitung. Jedoch hatten wir auch bei normalem Tageslicht das Problem, dass die Motive ohne Taschenlampe noch relativ gut zu erkennen waren, was wir als etwas störend empfunden haben. Am besten eignet sich ein halbdunkler Raum, in dem sich die Motive gerade noch erkennen lassen, in dem es aber eher dämmerig ist.
Qualitativ kann das Spiel ansonsten überzeugen. Die Karten sind aus üblichem Kartenmaterial und halten auch mal einem kleinen Wassertropfen auf dem Tisch stand, die Figuren bestehen aus stabiler Pappe und die Suchpläne aus einer festen Plastikfolie sowie einer dünnen Pappe. Lediglich die Taschenlampen sind etwas empfindlich, da sie ebenfalls aus dünner Pappe sind und ständig hin- und herbewegt werden müssen, sodass die erste Lampe bei uns sehr schnell einen Knick im oberen Bereich hatte, der jedoch beim Spiel glücklicherweise nicht stört. Das Design spricht sowohl jüngere als auch ältere Spieler durch die Mischung aus buntem Wimmelbild und Stadtszene an. Die Größe der Box ist genau passend und gut durchdacht, sodass ein schneller Auf- und Abbau möglich ist.
Der Einfluss auf Sieg oder Niederlage hängt zwar grundlegend davon ab, wie gut gesucht wird, gleichzeitig bringen Suchkarten mit weniger zu findenden Gegenständen oder Personen auch weniger Punkte. Spielt man mit Herausforderungsplättchen, sodass der Mond schneller vorankommt und zieht gleichzeitig mehrmals hintereinander Karten, auf denen nur wenige zu findende Objekte sind, ist das weiterkommen theoretisch mühsam. Praktisch fällt jedoch schnell auf, dass es nur eine einzige Karte gibt, die die Lösung 1 hat und dies auch nur in der Quadranten-Variante, auch die 2 kommt nur sehr selten vor. Einer der erwachsenen Spieler hatte bei uns die Taktik, immer einen Wert höher auf dem Zahlenrädchen einzustellen, als er tatsächlich gefunden hat, und lag mit dieser Strategie ziemlich gut. Natürlich kann dieses „Schummeln“ auch schiefgehen, sodass man am Ende leer ausgeht, doch lädt das Spiel geradezu zu diesem „Trick“ ein.
Das Spiel kommt mit relativ wenig Interaktion aus, sieht man in der kooperativen Variante davon ab, dass nur gemeinsam gewonnen oder verloren werden kann und der stärkste Spieler einem schwächeren Spieler ein Feld abgibt. Während des Suchens oder der Auswertungsphase spielt jedoch jeder Spieler für sich, sodass sich die Spielregeln im Solospiel nicht ändern, abgesehen davon, dass kein gegenseitiges Helfen zum Zusammenbleiben der Gruppe stattfindet.
Durch die 65 unterschiedlichen Suchkarten und die 5 verschiedenen Pläne läuft jede Partie anders ab, vor allem, da sich nach einigen Runden auf die Quadranten-Variante wechseln lässt. Zwar bleibt das Spielprinzip immer gleich, Kinder (und meist auch Gelegenheitsspieler)stört dieser Punkt jedoch meist nur wenig, da gerne auf Vertrautes zurückgreifen.
Insgesamt ist Team Adlerauge ein gelungenes Kinderspiel, das gut zum Alter der Zielgruppe passt und mitwächst. Die Anleitung ist schnell verstanden und dank der verschiedenen Spielvarianten lässt sich das Spiel gut an die Bedürfnisse der jeweiligen Spielgruppe anpassen. Dadurch, dass sich in der kooperativen Variante gegenseitig geholfen wird, lässt sich das Spiel auch gut mit gemischten Gruppen aus Erwachsenen und Kindern spielen, da unterschiedliche Spielstärken ausgeglichen werden. Etwas schwieriger ist hingegen das Finden der passenden Lichtverhältnisse, die viel zum Spielerlebnis beitragen. Durch die kurze Spieldauer eignet sich das Spiel gut für eine schnelle Runde zwischendurch, an die auch gerne noch eine zweite drangehangen werden kann!
Rezension Kathrin Walther
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung Team Adlerauge:
4,0, 1 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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19.09.26 von Kathrin Walther - Ein gelungenes Kinderspiel ab 6 Jahren, das durch seine interessante Spielidee überzeugen kann. Verschiedene Varianten lassen das Spiel mitwachsen, sodass es sich sowohl für jüngere und ältere Kinder sowie prinzipiell auch Erwachsene eignet. Die Regeln sind schnell verstanden und eine Runde flott gespielt, sodass gut noch eine weiter Partie drangehangen werden kann! |
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