Rezension/Kritik - Online seit 27.04.2004. Dieser Artikel wurde 5719 mal aufgerufen.

Thud

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Autor: Trevor Truran
Bernard Pearson
Verlag: Millennium Marketing
Rezension: Jürgen Henrich
Spieler: 2
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
Jahr: 2004
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
3,7 3,7 Leser
Ranking: Platz 3029
Thud

Spielziel

Möglicherweise ist Terry Pratchett nicht jeder und jedem Spieleliebhaber/in bekannt: Als fantasiebegabter Millionär nur sein Vermögen zu genießen, war dem Briten zu wenig. Also ließ er sich die fantastische Scheibenwelt einfallen, wo alles ein wenig anders ist. Viele seiner Abenteuer hat Pratchett bereits in seiner Scheibenwelt spielen lassen und zudem ganze Universen interessanter Lebenswirklichkeiten beschrieben. Darunter auch die der Zwerge. Und da zu jeder Kultur, die etwas auf sich hält, auch gute Spiele gehören, hat Terry Pratchett auch das bekannteste zwergische Spiel aufgetan: Hnaflbaflsniflwhifltafl. Morose Stäreimarm erfand dieses Spiel, um den jungen Zwergen Kampfbereitschaft, Strategie, Mut und schnelles Denken beizubringen (wie es heißt). Auf diesem realistischen Entwurf basiert THUD.

THUD nimmt aber nicht nur Kampfbereitschaft, Strategie, Mut und schnelles Denken der Zwerge in den Blick, sondern auch die grundsätzliche Feindschaft zwischen Zwergen und Trollen. Spielerisch ist dies umgesetzt in 32 Zwergen und 8 Trollen, die sich auf einem Brett mit schachbrettartigem Muster zur Auseinandersetzung formieren. Um die besondere Abneigung der beiden Völker gegen einander richtig nachempfinden zu können, schlüpfen die beiden Spieler/innen abwechselnd in die Rolle der Zwerge und der Trolle. Wer danach die meisten gegnerischen Spielfiguren ausgeschaltet hat, gewinnt das Spiel.

Ablauf

Zu Beginn wird das Spielbrett zwischen den beiden Spieler/innen aufgestellt und die Figuren aufgestellt: Die Trolle im Zentrum (um einen großen Felsen herum); die Zwerge an den Rändern des Spielfeldes entlang. Da für jedes Volk gesonderte Regeln gelten, schauen wir uns die Zugmöglichkeiten der Zwerge und Trolle nach einander an.

Die Zwerge sind grundsätzlich friedliebende Geschöpfe. Nur wenn man ihnen auf den Kopf haut (was die Trolle gerne tun) reagieren sie sauer. Da aber die Trolle für zwergische Verhältnisse gigantisch groß sind, müssen sich die Zwerge in Gruppen zusammen schließen, um einen der Steingiganten zu Fall zu bringen. Bei THUD muss man die Zwergfiguren deswegen in eine horizontale, vertikale oder diagonale Reihe bringen. Die Schlagdistanz des ersten Zwerges einer solchen Reihe ist immer so groß, wie die Anzahl der direkt hintereinander stehenden Zwergfiguren dieser Reihe. Um in eine Reihe zu kommen, dürfen Zwerge in jede Richtung beliebig weit ziehen. Zu beachten haben sie, dass sie keine anderen Zwerge (das verbietet die Ehre) oder gar Trolle (dafür sind die zu groß) überspringen. Und auch der große Felsen im Zentrum des Spielplans ist nicht dazu da, übersprungen zu werden. Haben sich so viele Zwerge formiert, dass der vorderste der Reihe mit seiner Schlagdistanz einen Troll erreicht, gehen die Zwerge aufs Ganze: Sie schleudern den Vordersten aus ihrer Reihe in gerader Linie dem betreffenden Troll in die Magengegend. Dieser, von dem Zwerg unflätig getroffen, verlässt beleidigt das Spiel (Trollfigur kommt zum Zwergenspieler). Der geworfene Zwerg ist nach dieser Aktion völlig belämmert und bleibt auf dem Feld, auf welchem vormals der beworfene Troll gestanden.

Die Trolle sind grundsätzlich auch friedliebende Geschöpfe. Nur wenn man ihnen einen Zwerg in die Magengegend schleudert, sind sie beleidigt und hauen zurück. Da sie sehr groß sind, landen ihre Schläge meistens auf den Köpfen derer, die sich in ihre Magengegend schmeißen wollen. Ihrer Größe wegen bewegen sich die Trolle bei THUD nur jeweils ein Feld weit in beliebiger Richtung. Um einem Zwerg auf den Kopf zu hauen und ihn damit aus dem Spiel zu befördern (denn einen Trollschlag überlebt auch der stärkste Zwerg nicht), muss ein Troll direkt neben einen Zwerg ziehen. Dabei ist es egal, ob er horizontal, vertikal oder diagonal direkt neben dem Zwerg steht. Sind mehrere Zwerge einem Troll nach dessen Zug direkt benachbart, haut der Steinkoloss allen Zwergen auf den Kopf (Zwergfiguren kommen zum Trollspieler). Doch auch die Trolle können sich zu lückenlosen Reihen formieren. Dies tun sie, wenn sie sich weiter als nur ein Feld bewegen wollen. Das hat man sich so vorzustellen, dass alle direkt hintereinander stehenden Trolle den Vordersten nach vorne stoßen, wodurch dieser so viele Felder weiterstolpert, wie Trollkollegen hinter ihm standen. Eine solche Bewegung darf nur in direkter Linie auf einen Zwerg zu geschehen, um diesem auf den Kopf zu hauen.

Ein Durchgang THUD endet, wenn sich beide Spieler/innen einig darin sind, dass keine weiteren Gefangennahmen mehr möglich sind. Nun wird ermittelt, wie viele Punkte jede/r gewonnen hat: Grundsätzlich ist jeder Zwerg einen Punkt und jeder Troll vier Punkte wert. Alle auf dem Spielbrett verbliebenen Figuren werden gezählt (Zwerge und Trolle getrennt). Es gewinnt der Spieler, der das Volk geführt, das auf dem Brett den höchsten Rest-Wert vorweist. Bei zwei Trollen und fünf Zwergen (um ein Beispiel aus der Spielanleitung aufzugreifen) ist das die/der Trollspieler/in (Zwerge sind insgesamt fünf, Trolle insgesamt acht Punkte wert). Der Sieg selbst hat den Wert der Differenz der Rest-Werte von Zwergen und Trollen (im Beispiel sind es 8 minus 5, also drei Punkte).

Nach dem ersten Durchgang THUD wechseln die Spieler/innen die Seiten: Wer die Trolle führte, hat nun die Zwerge, und umgekehrt. Ein zweiter Durchgang wird gespielt und wieder werden die/der Sieger/in sowie die Höhe des Sieges ermittelt. Wer in der Summe der Ergebnisse beider Durchgänge mehr Punkte hat, gewinnt das Spiel. Auch hier ist eine etwaige Differenz zu beachten: Gewinnt ein/e Spieler/in den ersten Durchgang mit 3 Punkten und verliert den zweiten mit 7 Punkten, verliert sie/er das Spiel mit 4 Punkten. Unentschieden sind dabei durchaus möglich.

Fazit

THUD ist ein anspruchsvolles Strategiespiel für zwei. Jeder Zug will gut geplant und in eine kompakte Strategie eingebunden sein. Insofern haben diejenigen Vorteile, die Schach und ähnliche Strategie- oder Taktikspiele mögen. Hinzu kommt bei THUD der humorvolle, für dieses Spiel entworfene Troll-Zwerg-Hintergrund von Terry Pratchett. Wie man hört, soll THUD in einem der nächsten fantastischen Romane des britischen Autors eine wichtige Rolle spielen. Oder war es Hnaflbaflsniflwhifltafl? Jedenfalls dürfen sich Pratchett-Fans auf einen neuen lustigen Roman aus der Scheibenwelt freuen - dann mit ludophilem Hintergrund. Alle Spieler/innen jedoch können schon jetzt die köstliche Story im Regelheft von Hnaflbaflsniflwhifltafl – Entschuldigung: THUD – genießen. Die ungefähr 40 €, die für das Spiel anfallen, sind zwar nicht wenig, doch gut angelegt: in Optionen auf spannende strategische Spieldurchgänge und auf anregende (literarische) Unterhaltung!

Rezension Jürgen Henrich

Weitere Infos

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Thud: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.04.04 von Jürgen Henrich

Leserbewertungen

Leserwertung Thud: 3,7 3.7, 3 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.11.04 von Pia Lemberger - Zwar eigentlich nicht meine Art Spiel, aber die etwas außergewöhnliche Art andere Spielsteine zu schlagen hat mich doch überzeugt. Vor allem die Zwerge sind eine ziemlich herausfordernde Angelegenheit.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.03.07 von Kuhnstein - weiss nicht ob nur mir es so geht, als zwerg biste so gut wie chancenlos
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.03.07 von sidney wilz - als zwerg ist man chancenlos, mit etwas strategie kann man mal ein zwei trolle schlagen

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