Rezension/Kritik - Online seit 29.10.2026. Dieser Artikel wurde 310 mal aufgerufen.
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Werde als Erster alle deine Karten los!
Die 62 Karten in den Werten 1 bis 13 mit Abbildungen von Blättern verschiedener Bäume werden gemischt. Je nach Spielerzahl (3-6) erhält jeder Teilnehmer verdeckt 12 bis 9 Karten auf die Hand, übrige Karten sind aus dem Spiel zu nehmen. Eine Partie dauert eine unbestimmte Anzahl an Runden im Uhrzeigersinn. Ein zufälliger Spieler beginnt.
Ablauf einer Runde
Entweder wählt der Spieler am Zug 1 oder mehrer seiner Handkarten desselben Wertes aus und spielt diese offen in die Tischmitte.
Dort bildet sich nach und nach eine Reihe mit Kartenstapeln selben Wertes, austeigend sortiert. Ausgespielte Karten werden offen überlappend in ihrem Stapel abgelegt, damit immer die Anzahl der darin enthaltenen Karten erkennbar ist. Der erste Spieler einer Runde darf beliebig viele Karten ausspielen, alle weiteren Züge erfordern Beachtung von Zusatzregeln.
Nun ist immer relevant, welche Werte in der Tischreihe bisher die niedrigsten sind und welche die höchsten.
1) Die neu gespielten Karten dürfen keinen Wert zeigen, der zwischen den beiden Endwerten liegt.
So kann zum Beispiel bei Endwerten von 4 und 8 keine 5, 6 oder 7 ausgespielt werden. Ist der Wert der gespielten Karte(n) kleiner gleich dem niedrigen Endwert, werden diese Karten in einem Stapel links in der Reihe in der Tischmitte eingereiht. Entsprechend müssen Karten hohen Wertes größer gleich dem hohen Endwert sein und werden rechts in der Reihe als Stapel eingereiht.
2) Es dürfen Lücken zwischen den Werten entstehen.
3) Die Anzahl neu ausgespielter Karte muss mindestens so hoch sein, wie der Stapel des relevanten Endwertes bisher enthält.
Verteilung der Werte: Jeder Wert kann 2- bis 7-mal vorkommen, 8-mal die "7". Je mehr ein Wert zur Mitte der Bandbreite von 1 bis 13 liegt, umso öfter gibt es dafür Karten. Die Außenwerte kommen nur je 2-fach vor. Auf jeder Karte ist zwischen ihren Wertangaben durch Kreissymbole ihre Häufigkeit im Deck angegeben. So hat z. B. die "10" fünf Kreise für 5-maliges Vorkommen.
Oder der Spieler passt:
Passen kann freiwillig sein oder erzwungen, wenn man keine Karte regelkonform spielen kann.
Der Spieler nimmt 1 beliebige Karte aus der Tischmitte auf die Hand. Danach legt er seine Karten verdeckt vor sich ab. Für ihn endet die Runde.
Rundenende:
Es gibt keine vorgegebene klassische Runde, in der jeder Spieler einmal dran kommt. Hier endet eine Runde oft unsymmetrisch nach 2 oder 3 Durchläufen, denn es gilt:
Haben alle Spieler bis auf einen gepasst, hat der verbliebene Spieler keinen Zug mehr und entfernt nun alle Karten aus der Tischmitte. Er wird neuer Startspieler und alle Spieler nehmen ihre Karten wieder auf. Es beginnt eine neue Runde.
Spielende:
Die Partie endet sofort mit dem Sieg des Spielers, der in seinem Zug seine letzte Karte ausspielen kann.
Man kann auch die Experten-Variante über mehrere Partien spielen, in der der Sieger jeder Partie 0 Punkte macht, alle anderen bekommen die Anzahl ihrer Karten notiert. Wenn nach einigen Partien jemand mindestens 20 Punkte hat, endet das Spiel. Gewonnen hat, wer insgesamt die wenigsten Punkte erzielte.
Ausstattung: Die kleine, schicke Schachtel in Form eines festen Einschiebekartons (wie Zigarettenschachtel) beinhaltet 62 Karten, bedruckt mit hübschen Abbildungen von Blättern bekannter Bäume sowie Wertangabe und Häufigkeit. Die Karten fühlen sich gut mischbar und wertig an.
Spielregel: Die gute Spielregel wäre noch besser, wenn sie eine Übersicht der Werteverteilung enthalten würde, wie sie sich über alle Karten ergibt. Allerdings zeigt jede Karte auch mittels kleiner Punktsymbole ihre Häufigkeit an. Ansonsten ist das Regelwerk kurz gehalten und führt verständlich ohne noch auftretende Fragen in das Spiel ein.
Spielspaß:
13 Leaves ist zunächst für den Neuling wirr, d. h., ohne jegliche Richtschnur, wie man loslegen soll. Man braucht in der Tat dann etwas Zeit, um eine Idee zu haben, wie man planvoll spielen könnte. Erstrebenswert erscheint mir vor allem, möglichst oft der letzte Spieler beim Passen zu sein, damit man als neuer Startspieler sodann möglichst viele Karten in seinem ersten Zug ausspielen kann, was die Mitspieler hoffentlich zum Passen zwingen kann, womit sie bis auf den letzten Spieler dann mit je 1 Karte mehr aus der Runde kommen.
Allerdings darf man auch passen, obwohl ein Ausspiel möglich wäre. Das bietet sich an, wenn man durch die dann aufgenommene Karte seine Hand bei einem bestimmten Wert verstärken möchte. Dadurch erleichtert man aber u. U. seinem nachfolgenden Mitspieler, als neuem Startspieler ausspielen zu können. Man sollte auch keine Werte der beiden Enden der Reihe in der Tischmitte aufnehmen.
Um als Letzter passen zu können, ist es wichtig, dass die anderen Spieler allesamt nichts ausspielen können. Da bietet es sich an, möglichst mal mindestens 3 Karten im mittleren Wertbereich auszuspielen, was die Möglichkeiten der anderen Spieler begrenzt, noch regelkonform Karten auszuspielen, also mindestens so viele wie vorgelegt wurden.
Ich habe bereits zig Partien gespielt, bin aber noch nicht sicher, was die sichere Strategie ist. Vielleicht gib es ja gar keine?
Es macht jedenfalls Spaß, seine Chancen zu kalkulieren, was auch permanente Beachtung der maximal Häufigkeiten der Werte im Spiel bedingt. Da bekannt ist, dass z. B. die "3" 4-mal vorkommen kann, sie aber schon 3-mal ausliegt, kann niemand mehr regelkonform eine "3" spielen. Hilfreich, wenn man sich auch merken kann, welche Karten nach und nach vom Tisch entfernt wurden.
Beachte: Bei einer Partie zu dritt sind nur 36 der 62 Karten im Spiel, wodurch eine hohe Unsicherheit über die tatsächlich vorkommende Werteverteilung herrscht. Zu viert oder fünft wären es 44 bzw. 50 Karten, weshalb ich es bevorzuge, möglichst mindestens zu viert, aber lieber zu fünft zu spielen.
Die erforderlichen Nachhaltereien und Überlegungen sind sicher etwas hemmend für den Spielfluss, aber für einen erfolgreichen Verlauf unvermeidbar. 13 Leaves spielt sich meines Erachtens also nicht im Nu herunter, sondern es muss schon viel überlegt werden.
Wer sich darauf einlässt, wird an dem ungewohnten Mechanismus aber Freude haben.
Rezension Roland Winner
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung 13 Leaves:
4,0, 2 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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07.09.26 von Roland Winner - Ziemlich verzwickte Sache. ZIEL: Werde als Erster deine Karten los. Nach und nach liegen durch Ausspielen Kartenstapel gleichen Wertes in der Mitte, aufsteigend sortiert nach Werten (1 ... 13). Die Häufigkeiten der Werte variieren von 2-mal bis 8-mal (leider in Spielregel nicht aufgelistet). Du darfst in die Tischmitte nur 1 - x Karten legen, wenn ihr Wert mind. zum äußersten Stapel einer der beiden Seiten der Auslage passt bzw. niedriger bei untersten ausliegenden Werten / höher bei höchsten ausliegenden Werten ist. Und du legst mind. so viele Karten, wie dieser Stapel schon Karten beinhaltet. Andernfalls passt du und nimmst 1 beliebige Karte aus der Mitte. Haben alle bis auf einen gepasst, endet eine Runde, womit die Tischauslage entfernt wird. Neuer Startspieler wird der Spieler, der noch nicht gepasst hatte. Jeder spielt mit seinen aktuellen Handkarten weiter. So geht es einige Runden, bis jemand alle Karten los ist und so gewinnt. |
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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30.10.26 von Nick Bornschein - Zufallskauf auf der Spiel ‘26. Gefällt mir sehr gut für Zwischendurch. Schnell verstanden und doch mit dem gewissen Kniff. Hat bisher alle Mitspieler überzeugt. Besonders hervorheben möchte ich die tolle Schachtel. |
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