Rezension/Kritik - Online seit 03.05.2019. Dieser Artikel wurde 387 mal aufgerufen.

Das verfluchte Piratengold

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Autor: Pau Moré Gómez
Verlag: HABA - Habermaaß GmbH
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 4
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2018
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 1938
Das verfluchte Piratengold

Spielziel

Endlich haben wir ihn gefunden, den Schatz des legendären Captain Black. Eine riesige Kiste voller Goldmünzen, auf die wir uns gierig stürzen. Aber niemand von uns hat mit der Niedertracht von Black gerechnet. Der will einfach nichts abgeben ... obwohl er damit ja nichts mehr anfangen kann. Was soll ein Geist mit einer Kiste Gold? Haben ist besser als brauchen war wohl sein Motto - und so verfluchte er ein paar Goldmünzen. Und sollte jemand so eine böse Münze greifen, tja ... dann muss wieder alles in die Kiste zurück.

Ablauf

Ein schwarzer Beutel liegt auf dem Tisch, prall gefüllt mit Münzen. Goldenen, die alle wollen und schwarzen, die man nicht will.

Jetzt greift jeder nacheinander in den Beutel und holt so viele Münzen raus, wie er möchte. Sind alles Goldmünzen? Super, dann ab damit in den Spardosenschlitz auf der eigenen Spielplanseite. Sind eine oder mehrere schwarzen Münzen dabei? Mist, dann lacht sich Captain Black höhnisch ins Fäustchen. Alle Münzen müssen zurück in den Sack, und eine schwarze Münze wird in die Spielplanmitte gelegt.

Liegen dort acht böse Taler, ist die Runde zu Ende, und jeder zählt seine goldenen Münzen. Wer hat die wenigsten? Dem hilft der Piratenpapagei in Form von zwei Karten, die jeweils 1 bis 3 Goldmünzen zusätzlich bringen können. Und jetzt schauen alle, wie die Rangfolge der Münzen ist. Der mit den wenigsten Münzen darf eine Schatztruhenkarte ziehen, der nächste zwei, dann drei und so weiter. Dann kommen alle Münzen wieder in den Beutel, und es geht in die nächste Runde.

Nach vier Runden ist die gierige Grabscherei vorbei und alle decken ihre Schatztruhenkarten auf. Leere Schatztruhen zählen natürlich nichts, nur volle werden gezählt. Und wer davon die meisten hat, darf sich stolz der am gierigsten grabschenste Pirat aller Zeiten nennen.

Fazit

Wühl, klimper, grabsch ... und dann eventuell "Juchuuu!" oder "Mist". So laufen die Züge bei Das verfluchte Piratengold ab. Am Anfang wird die Kinderhand noch zögerlich und vorsichtig in den Beutel versenkt, es werden vielleicht ein, zwei Münzen rausgezogen, was das Spiel in der ersten Partie durchaus in die Länge ziehen kann. Aber irgendwann siegt bei einem Kind auf jeden Fall die Gier, und es wird eine Handvoll Münzen rausgegrabscht. Und wenn das alles goldene sind, dann hört auch bei den anderen Mitspielern alle Vorsicht auf, und es geht wühl, klimper, grabsch und das mit viel Spaß und Spannung.

Was mich zunächst gewundert hat, denn zerlegt man Das verfluchte Piratengold in seine Einzelteile, ist es ein reines Glücksspiel. Hier kann man absolut nichts beeinflussen. Weder, welche Münzen man zieht, noch, welche Papageienkarten (wenn überhaupt) oder welche Schatztruhen. Eigentlich alles Einzelteile, bei denen Testkinder nach zwei Partien entnervt das Handtuch werfen. Aber nicht bei Das verfluchte Piratengold. Die komplette Glückslastigkeit wird von den Kindern gerne akzeptiert, denn hier gibt es Spannung am Tisch. Für Kinder ist es ein richtiger Nervenkitzel, die Hand in den Beutel zu stecken und zu wühlen - und das bleibt auch nach mehreren Partien so. Klar ist es frustig, wenn man immer wieder und wieder eine schwarze Münze dabei hat. Aber das passiert ja auch den anderen Spielern. Und diese Schadenfreude ist ein wichtiger Aspekt, der Das verfluchte Piratengold trotz der Glücksanteile funktionieren lässt. Es gab noch keine Runde, in der es Tränen gab oder jemand vor Frust ausgestiegen ist. Jeder hat mal Pech und jeder hat mal Erfolg. So simpel das "Wühl-Klimper-Grabsch" ist, so effektiv ist es auch. Nur ein Punkt sorgt immer wieder für Irritation bei den Kindern:

Die Karten: Schön, dass es einen Ausgleich gibt, wenn jemand viel Pech hatte und kaum Goldmünzen rausholen konnte. Mit den Papageienkarten lassen sich 2 bis 6 Münzen mal eben so machen. Das ist schon eine Menge. Damit rutscht ein Kind vom letzten Platz gerne mal einen Platz hoch. Oder mehrere. Das finden die Überholten natürlich weniger lustig. Auch die Schatztruhenkarten kommen manchmal nur so mittelgut an. Hier gibt es noch ein Glückselement, mit leeren und vollen Kisten. Das ist vielleicht 1 Mal Glück zu viel. Zumal es so wenig leere Kisten gibt (35 voll, fünf leer), dass man sich fragt, wieso man überhaupt leere dabei hat.

Aber auch, wenn's manchmal nervt, die Kinder wollen immer dabei sein, wenn ich Das verfluchte Piratengold mitbringe. Und das liegt einfach an der tollen Atmosphäre und Geschichte. Jeder weiß sofort etwas mit dem Beutel anzufangen, jedes Kind ist sofort drin im gierigen Wühlen. Und Interaktion gibt es auch genug - zwar nur passiv, beim Beobachten der Mitspieler, aber auch das ist spannend. Und einen Hauch kann man hier auch zocken. Je mehr schwarze Münzen aus dem Spiel sind, desto mehr kann man sich vielleicht trauen. Einfach, simpel und äußerst effektiv. Das ist Das verluchte Piratengold. Grabscht doch mal mit!

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000 Wertung Das verfluchte Piratengold: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.02.19 von Christoph Schlewinski - Simpel und für Kinder äußerst spannend.

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