Rezension/Kritik - Online seit 02.01.2026. Dieser Artikel wurde 292 mal aufgerufen.
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Dieser Dodo! Nachdem er sein Ei auf der höchsten Bergspitze Mangalopanesias ausbrüten wollte, ist es ihm nach einer unbedachten Bewegung aus dem Nest gekullert. Nur durch die Mithilfe vieler fleißiger Hände konnte es das Ei heile den Berg hinunterschaffen, wo es dann im sicheren Boot gelandet ist. Mit diesem soll es nun zu einer neuen Insel gelangen, auf der es dann gefahrlos ausgebrütet werden kann. Leider hat der tollpatschige Dodo vergessen, das Ei auf dem Boot richtig zu sichern, sodass es von einer Seite zur anderen kullert und immer wieder ins Meer zu fallen droht. Könnt ihr dem Dodo gemeinsam mit den freundlichen Meerestieren helfen, sein Ei sicher zur richtigen Insel zu bringen, bevor es über Bord geht?
Der Aufbau des Spiels ist unkompliziert und schnell gemacht. Als erstes wird der quadratische Spielplan in die Mitte der Tischfläche gelegt, bevor als nächstes das große Boot beziehungsweise die Wippe am oberen Ende des Spielplans platziert wird. Nun geht es ans Mischen und Verteilen der Wellenplättchen, die mit der Tierseite nach oben zufällig auf die Wellenfelder des Spielplans gelegt werden. Das kleine Segelboot, mit dem über den Spielplan gezogen wird, kommt auf den Startplatz neben der großen Berg-Insel Mangalopanesia, auf der der erste Teil des Spiels endete.
Anschließend werden die Inselkärtchen verdeckt gemischt, bevor zufällig sechs von ihnen als Nachziehstapel neben den Spielplan gelegt werden. Die oberste Inselkarte wird umgedreht und zum ersten Ziel des Spiels. Als nächstes werden die Spielkarten gemischt, von denen jeder Spieler entweder drei auf die Hand bekommt oder aber sie offen vor sich auf den Tisch legt, was im Spiel mit jüngeren Spielern empfohlen wird. Die übrigen Karten werden links und rechts neben den Spielplan gelegt, wo sie die verdeckten Nachziehstapel bilden. Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, wird der Dodo auf einen der beiden äußersten Plätze des Bootes gestellt, das Wackel-Ei in der Hand etwas gewärmt, hin- und hergerollt und sanft geschüttelt, bevor es auf den Wurm in der bunten Federspur schräg gegenüber des Dodos platziert wird. Jetzt geht es unmittelbar los, denn das Ei wackelt sofort in Richtung Abgrund und muss vorm Hinabstürzen gerettet werden!
Die jüngste Person beginnt und legt eine ihrer Handkarten auf die mittlere Insel. Anschließend wird das kleine Boot in gerader Linie auf ein angrenzendes Feld gezogen. Nun ist der nächste Spieler am Zug, der entweder eine neue Karte vom Nachziehstapel ziehen oder eine Karte von seiner Hand ausspielen kann. Will er eine Karte spielen, muss diese entweder die gleiche Farbe oder das gleiche Symbol wie die oberste Karte des Ablagestapels zeigen. Hat er eine Karte ausgespielt, setzt er das Boot entsprechend weiter und der nächste Spieler ist am Zug, der nach demselben Prinzip abläuft. Gezogen werden darf auf jedes Feld des Spielplans, ausgenommen die große Start-Insel, die weder besetzt noch übersprungen werden darf.
Kann das Boot gesetzt werden, sollten die Spieler gemeinsam versuchen, die Insel zu erreichen, die an oberster Stelle des Stapels mit den Inselkärtchen liegt. Wird die entsprechende Insel erreicht, wird das jeweilige Inselkärtchen umgedreht und das nun obenliegende Inselkärtchen zeigt an, welche Insel als nächstes angesteuert werden muss. Da sich der Dodo tierisch über den Fortschritt freut, wie man auf der Rückseite der Inselkärtchen sehen kann, muss er anschließend sofort auf der Wippe bewegt werden. Die Captains nehmen den Dodo dafür hoch und platzieren ihn auf einen beliebigen der acht Plätze der von der Wippe, wobei auch derselbe Platz gewählt werden darf, auf dem der Dodo zuvor stand.
Stoßen die Spieler bei ihrer Reise über das Meer auf ein Wellen-Plättchen, nimmt der aktive Spieler das Plättchen auf und legt es offen vor sich aus. Die Wellen-Plättchen kommen immer dann zum Einsatz, wenn das Ei im Laufe des Spiels von der Wippe zu kullern droht. Gemeinsam sprechen die Spieler ab, wann welches Plättchen zum Zuge kommt. Wird ein Wellen-Plättchen gespielt, nehmen die Captains, also die Spieler die links beziehungsweise recht neben der Wippe sitzen, den Dodo hoch und setzen ihn auf das Tier, das auf dem ausgewählten Wellenplättchen abgebildet ist. Bestenfalls ist der Dodo nach dem Versetzen genauso weit vom Mast entfernt wie das Ei auf der gegenüberliegenden Seite. Auf dieser Weise kippt die Wippe wieder zurück und das Ei kullert zurück in die andere Richtung weg von der gefährlichen Kante. Das Plättchen kommt anschließend aus dem Spiel und wird zurück in die Schachtel gelegt.
Anschließend geht das Spiel normal weiter und das Boot wird zur nächsten Insel navigiert. Wird der Nachziehstapel während des Spiels leer, werden alle abgelegten Karten aus der Mitte genommen und neu gemischt, sodass zwei neue Nachziehstapel gebildet werden können.
Das Spiel kann auf zweierlei Arten enden:
1) Das Spiel ist gewonnen, sobald mit dem Boot die letzte Insel des Stapels mit den Inselkärtchen erreicht wird, während sich das Wackel-Ei noch auf der Boot-Wippe befindet. Der Dodo hat nun die perfekte Insel erreicht und kann dort ein Nest bauen, um sein Ei auszubrüten.
2) Das Spiel ist verloren, wenn das Ei von der Boot-Wippe hinunter ins Wasser kullert und es leider nicht auf die perfekte Insel geschafft hat.
Für alle, denen diese Variante nicht genügend Herausforderungen beinhaltet, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um das Spiel für fortgeschrittene Spieler schwieriger zu machen:
1) Es wird mit verdeckten Wellenplättchen gespielt, man weiß also nicht, ob das entsprechende Tier überhaupt benötigt wird und wo sich ein eventuell hilfreiches Tier befindet.
2) Anstatt mit 6 Inselkärtchen wird mit 7, 8, 9 oder sogar 10 Kärtchen gespielt.
3) Es wird mit weniger Wellenplättchen gespielt und ein Set an Plättchen bleibt in der Schachtel, sodass vier Felder frei bleiben.
Profi-Variante:
Alle Wellenplättchen sind im Spiel und liegen offen aus, müssen jedoch sofort nach dem Einsammeln auch ausgespielt werden. Für noch mehr Herausforderungen lässt sich diese Variante mit den anderen Änderungen für Fortgeschrittene kombinieren.
Bei Dodo Ahoi! handelt es sich um ein rasantes Kinderspiel, das sich an 2 bis 4 Spieler ab 7 Jahren richtet. Eine Partie dauert etwa 25 Minuten, wobei die Anzahl der Spieler keinen Unterschied macht, da man im Spiel mit weniger Spielern in derselben Zeit einfach nur häufiger an der Reihe ist und entsprechend schneller spielen muss.
Das Spielprinzip selbst ist relativ schnell verstanden und lässt sich anhand der übersichtlichen und anschaulich bebilderten Anleitung leicht nachvollziehen, da jeder Zug von Beginn bis zum Ende des Spiels nach demselben Schema abläuft:
Ist man an der Reihe wird entweder eine Karte gezogen oder ausgespielt. Wurde eine Karte ausgespielt, wird das Boot in gerader Linie versetzt, wobei möglichst in Richtung der nächsten Insel auf dem obenliegenden Inselkärtchen oder aber in Richtung eines Wellenplättchens in der Nähe navigiert werden sollte.
Das Spiel richtet sich an Kinder ab 7 Jahren aufwärts, was sich bei uns als passend erwies. Zwar sind die einzelnen Spielzüge simpel, doch da das Ei unaufhaltsam immer in Richtung Abgrund kullert, entsteht ein ziemlicher Zeitdruck beim Ausspielen der Karten, beim Navigieren des Bootes und beim Planen der nächsten Züge. Ohne einen guten Überblick über den Spielplan, die eigenen Karten und das voranrollende Ei ist es kaum möglich gegen das Spiel zu gewinnen. Diese Punkte alle im Auge zu haben fällt gerade jüngeren Kindern schwer, sodass das Spiel besser zu etwas älteren Kindern passt. Je nach Variante, in der gespielt wird, kann das Gewinnen einer Partie selbst für Erwachsene zu einer Herausforderung werden, da immer auch ein gewisser Glücksfaktor über Sieg oder Niederlage entscheidet.
Liegen die Inselkärtchen in einer guten Reihenfolge und ist der Weg von einer zur nächsten Insel relativ kurz, ist eine Partie deutlich einfacher zu gewinnen, als wenn man von einer Seite des Spielplans zur gegenüberliegenden Seite navigieren muss und auch die nächste Insel wieder weit entfernt ist. Auch Handkarten und Wellenplättchen haben einen Einfluss auf den Ablauf des Spiels. Passen die Karten nicht zur obersten Karte des Ablagestapels und muss beispielsweise mehrere Züge lang nachgezogen werden, geht wichtige Zeit verloren. Zudem können die Tiere auf den Wellenplättchen besser oder schlechter zum Stand der Wippe passen, sodass die gewonnene Zeit unterschiedlich ist.
Durch die insgesamt 10 Inselkärtchen, von denen in der normalen Variante nur 6 Stück in unterschiedlicher Reihenfolge mitspielen und durch die verschieden platzierten Wellenplättchen läuft jede Runde anders ab, sodass auch nach mehreren Partien keine Langeweile aufkommt. Schön sind auch die unterschiedlichen Anpassungsmöglichkeiten für fortgeschrittene Spieler, die ein „Mitwachsen“ des Spiels ermöglichen. Schön wäre noch eine Anpassungsmöglichkeit in die andere Richtung, sodass sich das Spiel auch mit jüngeren Kindern gut spielen lässt. Hier sind dann eigene Ideen gefragt, wie man die Geschwindigkeit im Spiel etwas reduzieren kann.
Qualitativ kann das Spiel überzeugen. Sowohl Spielplan, Wippe, Ei und Karten sind aus kindgerechtem Material, das vielen Spielrunden standhalten sollte. Besonders hervorzuheben ist die gut durchdachte Spielbox, die durch einen cleveren Pappeinsatz überzeugen kann. Bilder zeigen an, welches Spielelement in welchem Bereich unterkommt, sodass ein schneller Auf- und Abbau möglich ist und nichts durcheinander fliegt.
Auch optisch und thematisch ist das Spiel gut gelungen und passt zum Alter der Zielgruppe. Viele der kleinen Spieler werden den Dodo wahrscheinlich schon aus dem ersten Teil des Spiels kennen, sodass sie direkt ins Thema finden werden. Die Gestaltung des Spielmaterials ist schön bunt und farbenfroh und spricht Kinder an. Die Story passt gut zum Spielmechanismus, sodass direkt klar ist, worum es geht und was das Ziel des Spiels ist.
Dodo Ahoi! eignet sich sowohl für Familien als auch für reine Kinderrunden, wobei die Kinder dann mindestens 7 Jahre oder besser noch etwas älter sein sollten, da es von Vorteil ist, wenn ein Spieler als Captain die einzelnen Züge etwas koordiniert und den Gesamtüberblick über Handkarten, Wellenplättchen, Inselplättchen, Dodo und Ei hat, was für jüngere Kinder oft noch etwas schwer ist. Bei uns macht das Spiel sowohl kleinen als auch großen Spielern Spaß. Aufgrund des Zeitdrucks, der durch das Ei im Spiel herrscht, ist das Spiel jedoch eher nichts für gemütliche Spielrunden, da man beim Spiel schon ziemlich unter Strom steht, alles im Blick haben muss und schnelle Entscheidungen gefordert sind.
Als kooperatives Spiel ist die Interaktion im Spiel hoch. Es besteht nur eine Chance auf den Sieg, wenn alle gut zusammenarbeiten und sich absprechen. Alleingänge funktionieren nicht, da jeder auf die Wellenplättchen und die Züge der anderen Spieler angewiesen ist. Dadurch, dass gemeinsam gewonnen oder verloren wird, eignet sich das Spiel auch gut für Kinder, die sich mit dem Verlieren noch etwas schwertun und somit bei einer Niederlage zumindest nicht alleine dastehen.
Der Einfluss auf Sieg oder Niederlage ist zwar zum Teil glücksabhängig, je nachdem, welche Inselkärtchen, Plättchen und Handkarten in welcher Reihenfolge erscheinen, doch lässt sich durch ein hohes Tempo beim Ausspielen der Karten und ein cleveres Auswählen der Plättchen beeinflussen, wie schnell die nächste Insel erreicht wird und ob das Ei über Bord geht oder noch einmal gerettet werden kann. Diese Balance aus Glück und Taktik fühlt sich stimmig an und sorgt dafür, dass man sich dem Spiel nicht ausgeliefert fühlt, gleichzeitig aber gut gefordert ist, um nicht zu verlieren.
Zusammenfassend handelt es sich bei Dodo Ahoi! um ein rasantes Kinderspiel, das sich gut für gemeinsame Spielrunden zwischen kleinen und großen Spielern eignet. Das Spielprinzip beinhaltet eine passende Balance aus Glück und Einfluss, die gut zum Alter der Zielgruppe passt. Jüngere Spieler werden durch das hohe Tempo, das für einen Sieg erforderlich ist und die schnellen Entscheidungen, die es dabei zu treffen gilt, noch etwas überfordert sein. Durch die vielen Anpassungsmöglichkeiten wächst das Spiel mit und wird auch nach mehreren Partien nicht langweilig, da die Herausforderungen steigen. Selbst Erwachsene sind bei den erweiterten Varianten ziemlich gefordert und ein Sieg ist alles andere als selbstverständlich. Durch die übersichtliche Anleitung und das einfache Spielprinzip fällt der Einstieg leicht und auch neue Spieler finden sofort ins Spiel. Insgesamt ein empfehlenswertes Spiel, bei dem es am Ende durch Schnelligkeit und gute Kooperation hoffentlich einen glücklichen Dodo gibt, der sein Ei endlich gefahrlos ausbrüten kann!
Rezension Kathrin Walther
Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.
H@LL9000 Wertung Dodo Ahoi!:
5,0, 1 Bewertung(en)
| Aufmachung | Spielbarkeit | Interaktion | Einfluss | Spielreiz | Kommentar |
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13.11.25 von Kathrin Walther - Ein spannendes Kinderspiel, das nur durch Schnelligkeit und gute Kooperation gewonnen werden kann. Eine Portion Glück und verschiedene Anpassungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass jede Partie anders abläuft und das Spiel lange Spaß macht. |
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