Rezension/Kritik - Online seit 27.06.2026. Dieser Artikel wurde 743 mal aufgerufen.

Gloomies

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Verlag: Ravensburger
Rezension: Kathrin Walther
Spieler: 2 - 4
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2025
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 4478
Gloomies

Spielziel

Ganz weit weg in einer fernen Galaxie leben die Gloomies. Kleine elfenartige Wesen, die man sich wie eine Mischung aus Glühwürmchen und Blumenfee vorstellen kann und die dort in vielen verschiedenen Arten vorkommen. Was alle Gloomies gemeinsam haben, ist ihre Liebe zu Blumen, mit denen sie sich nach erfolgreicher Ernte prunkvoll schmücken. Doch vor der Ernte steht erst einmal der Anbau, bei dem die zukünftige Ernte gut im Blick behalten werden sollte. Denn wer am Ende die meisten Blumen einsammelt, sichert sich den Sieg!

Ablauf

Bevor es mit dem Spiel losgehen kann, muss zunächst einmal das Spielmaterial aufgebaut werden. Dazu werden alle Teile aus der Schachtel genommen, sodass das Spielfeld anschließend wieder in der Box zusammengesetzt werden kann. Die 60 Holzblumen werden in die Vorratsschale gelegt und die 24 Bonusplättchen zu je drei Stück mit der lilafarbenen Seite nach oben in den 8 Ausbuchtungen am ebenfalls lilafarbenen Spielfeldrand gestapelt. Die 16 Auftragskarten und 60 Blumenkarten werden gemischt und als Stapel neben das Spielfeld gelegt, anschließend werden von jedem Stapel die obersten drei Karten aufgedeckt.

Jeder Spieler bekommt eine Spielhilfe, die auch wieder mit der lilafarbenen Seite nach oben auf den Tisch gelegt wird. Als nächstes muss der Startspieler bestimmt werden, da die Anzahl des zu Beginn zur Verfügung stehenden Spielmaterials von der Position in der Spielreihenfolge abhängt. Während der Startspieler zu Beginn nur ein Helferlein und 4 Blumenkarten erhält, bekommt der zweite Spieler zwar ebenfalls nur ein Helferlein, doch stehen ihm 5 Blumenkarten zur Verfügung. Falls ein dritter beziehungsweise vierter Spieler dabei ist, beginnen diese mit 2 Helferlein und entweder 4 oder 5 Blumenkarten.

Nun kann es auch schon mit dem eigentlichen Spiel losgehen. Jeder Zug besteht dabei aus drei Schritten:

  1. Der aktive Spieler darf bis zu 3 Handkarten ausspielen, um Blumen in den Löchern des Spielfelds anzubauen. Beim sogenannten Pflanzen ist es wichtig, dass alle Blumen in derselben Reihe beginnend am Spielfeldrand mit den Pfeilen im zur jeweiligen Blume passenden Loch platziert werden.
  2. Abhängig von der zuletzt gepflanzten Blume darf sich, falls noch vorhanden, ein Bonusplättchen vom lilafarbenen Spielfeldrand genommen werden.
  3. Es dürfen zwei neue Karten aus der Auslage aufgenommen werden. Handelt es sich um einen zweifarbigen Joker, darf nur eine Karte genommen werden, es sei denn, es wird ein Helferlein eingesetzt.

In späteren Zügen wird immer beim nächsten freien Loch einer Reihe begonnen, alle Blumen müssen weiterhin in derselben Reihe und passend farblich angepflanzt werden. Die ausgespielten Blumenkarten werden nach Blumenart sortiert offen an den unteren Rand der Spielhilfe gelegt.

Ein Helferlein bekommt man, wenn man in seinem Zug keine Karte ausspielt oder aber über erspielte Bonusplättchen, von denen es vier unterschiedliche Varianten gibt. Neben den kleinen Geistern, die man je nach Plättchen ein oder zweimal bekommt, gibt es Bonusplättchen für Sternenstaubplättchen und Auftragskarten. Während Sternenstaub sowohl nach der ersten als auch nach der zweiten Spielphase Punkte gibt, erhält man erst nach der zweiten Spielphase Punkte für Auftragskarten, falls die Aufgabe entsprechend erfüllt wurde. Helferlein lassen sich sowohl in der ersten als auch in der zweiten Phase einmalig einsetzen, anschließend kommen sie zurück in den Vorrat. Setzt man ein Helferlein ein, darf entweder eine Karte mehr ausgespielt werden oder es können mehr Blumenkarten aufgenommen werden.

Die erste Spielphase endet nach dem Spielzug, in dem der Spielfeldbereich zwischen den Startpfeilen und der weißen Linie auf dem Spielfeld komplett mit Blumen gefüllt wurde. Anschließend kommt es zur ersten Wertung:

  • Pro ausgespielter Blumenkarte gibt es einen Siegpunkt. Wurden von einer Blumenart mehr als vier Karten ausgespielt, zählen diese doppelt (im Spiel zu zweit werden 6 Karten einer Blumenart benötigt, um doppelte Punkte zu erhalten).
  • Je nach Anzahl an Sternenstaub gibt es zusätzliche Punkte, die sich der Tabelle auf der Spielhilfe entnehmen lassen. Ein Plättchen gibt dabei beispielsweise einen Siegpunkt, 2 geben 3 Siegpunkte, wohingegen 4 Plättchen schon 8 Punkte ergeben.

Entsprechend der Anzahl der Siegpunkte werden sich anschließend Punkte-Chips aus dem Vorrat genommen, die neben der Spielhilfe gelagert werden.

Anschließend beginnt die Vorbereitung für die zweite Spielphase, die sogenannte Ernte. Alle lila Bonusplättchen, die nicht auf die türkise Seite gedreht wurden, sowie alle übrigen Blumenkarten und Auftragskarten aus dem Vorrat kommen aus dem Spiel. Die Spielhilfen werden auf die türkise Seite gedreht, die eingesammelten Blumenkarten sowie die verbliebenen Handkarten werden gemischt und bilden anschließend den persönlichen Nachziehstapel, von dem jeder Spieler zum Start vier Karten zieht. Eingesammelter Sternenstaub und übrige Helferlein bleiben im eigenen Vorrat.

Die Person, die in Phase 1 als nächstes dran gewesen wäre, beginnt. Auch in der zweiten Spielphase besteht jeder Zug aus drei Schritten:

  1. Bis zu drei Handkarten werden ausgespielt, entsprechend dürfen aus Richtung des Pfeils passende Blumen einer Linie abgeerntet werden.
  2. Abhängig von der zuletzt geernteten Blume darf ein Bonusplättchen genommen werden, falls vorhanden.
  3. Es werden zwei neue Karten vom persönlichen Nachziehstapel gezogen.

Auch hier können Helferlein eingesetzt werden, um eine weitere Karte auszuspielen. Entscheidet man sich in seinem Zug keine Karte auszuspielen, darf ein Helferlein aus dem Vorrat genommen werden.

Für die frisch geernteten Blumen gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Die Blumen werden auf die Auftragskarten gelegt. Jede Karte verlangt eine bestimmte Anzahl und Kombination an Blumen, die am Rand abgebildet ist. Erst wenn alle angedeuteten Farbpunkte einer Karte durch die passende Blume belegt sind, gibt es am Ende des Spiels Punkte für die Auftragskarte.
  2. Die Blumen werden auf den passenden Punkt auf der Spielhilfe gelegt, wo sie am Ende des Spiels garantiert Punkte geben. Mintgrüne Mondlilien geben jeweils einen Punkt, orange Sonnendisteln beziehungsweise blaue Orbit-Blumen zwei Punkte und der pinke Galaxie-Mohn drei Punkte.

Konnte ein Bonusplättchen genommen werden, erhält man entweder eine weitere Blume oder einen Sternenstaub. Ist im Vorrat keine passende Blume mehr vorhanden, geht man leider leer aus.

Die zweite Spielphase endet nach dem Zug, in dem der Spielbereich zwischen den Pfeilen und der weißen Linie komplett abgeerntet wurde. Anschließend folgt die zweite Wertung:

  • Für vollständig erfüllte Auftragskarten gibt es die auf der Karte angezeigte Anzahl an Siegpunkten. Nicht vollständig erfüllte Karten geben keine Punkte.
  • Alle sich auf der Spielhilfe befindenden Blumen geben Punkte gemäß ihrer Farbe.
  • Jeder Spieler erhält Siegpunkte entsprechend der Anzahl seines gesammelten Sternenstaubs.
  • Jedes noch übrige Helferlein bringt einen Siegpunkt.

Entsprechend der erreichten Siegpunkte nimmt man sich Siegpunkte-Chips aus dem Vorrat. Der erzielte Wert wird zu den Punkten aus der ersten Wertungsphase hinzuaddiert. Wer am Ende die meisten Siegpunkte hat, gewinnt!

Bei Gleichstand gewinnt, wer in der zweiten Spielphase die meisten Aufträge erfüllen konnte. Kommt es wieder zum Gleichstand, siegt die Person mit dem wertvollsten Auftrag. Herrscht weiterhin Gleichstand, wird der Sieg geteilt.

Fazit

Bei Gloomies - Wer clever pflanzt, kann Blumen ernten handelt es sich um ein Kinderspiel ab 10 Jahren, das durch seine tolle Optik direkt ins Auge fällt. Das Spiel richtet sich an 2 bis 4 Kinder und dauert unabhängig von der Anzahl der Spieler um die 50 Minuten, da immer gleich viele Blumen im Einsatz sind, durch die das Ende des Spiels eingeläutet wird.

Auch wenn die Anleitung mit neun großen Seiten für ein Kinderspiel schon etwas länger ausfällt, lässt sich dank der vielen anschaulichen Bilder und Beispiele alles gut nachvollziehen. Schritt für Schritt wird man durch die verschiedenen Spielphasen geleitet, wobei zunächst in Kurzversion erklärt wird, welche Aktionen zur Verfügung stehen, bevor anschließend jeder Punkt noch einmal im Detail aufgegriffen und mit ausführlichen Beispielen beschrieben wird.

Aufgrund der gut strukturierten Anleitung sind uns in Punkto Spielbarkeit keine Mängel aufgefallen. Die zwei Phasen spielen sich flüssig, wobei man sich im Spiel mit vier Spielern schon auf eine gewisse Wartezeit zwischen seinen Zügen einstellen sollte und das Spiel insgesamt etwas zäh wirkt. Dadurch, dass in der Mitte einer Partie ein Wechsel des Spielprinzips stattfindet und vom Pflanzen zum Ernten übergegangen wird, bekommt das Spiel zu diesem Zeitpunkt jedoch noch einmal neuen Schwung.

In der zweiten Spielphase erhöht sich auch der Einfluss. Mit jeder geernteten Blume muss überlegt werden, ob man sie zum Erfüllen der Auftragskarten nutzt, um bestenfalls am Ende viele Punkte einzusammeln, oder ob man doch lieber auf Nummer sicher geht und sie für weniger Punkte auf die Spielhilfe legt, wo sie am Ende sicher Punkte gibt. Die Spielidee, beim Ablegen der Blumen auf den Auftragskarten die Gloomies zu schmücken, ist originell und spricht die Zielgruppe und das Auge an.

Qualitativ kann das Spiel überzeugen. Die Spielschachtel ist gut durchdacht und bietet nicht nur Stauraum für das Spielmaterial, sondern verwandelt sich nach dem Auspacken mit nur wenigen Handgriffen zum Spielfeld. Dank der zwei Ebenen lässt sich die Reihenfolge der Blumen vierfach ändern, sodass für Abwechslung beim Pflanzen und Ernten gesorgt ist. Ein besonderer Hingucker ist die Blumenvorratsschale, in der die sowohl haptisch als auch optisch schön gestalteten Holzblumen während des Spiels lagern. Bonusplättchen, Helferlein, Sternenstaub und Siegpunkte-Chips sind aus dicker Pappe, sodass sie vielen Spielrunden standhalten. Blumen- und Auftragskarten sowie Spielhilfen sind aus üblichem „Kartenpapier“. Besonders hervorzuheben ist die tolle Gestaltung. Sowohl die niedlichen Illustrationen der Gloomies und Helferlein als auch die harmonische Farbwahl machen das Spiel zu einem Hingucker, der die Lust aufs Spiel weckt.

Das Spiel richtet sich an Kinder ab 10 Jahren, was auch gut passt. Zwar konnte es als Familienspiel bei uns auch schon gut mit 8 jährigem Kind gespielt werden, falls Erwachsene den Überblick haben und beim Aufbau, dem Wechsel der Phasen und beim Werten helfen. Spielen Kinder jedoch unter sich, empfinden wir die Altersempfehlung als sehr passend.

Auch wenn es im Spiel gewisse Berührungspunkte mit den Mitspielern gibt, indem man versuchen kann, seinem Gegner Blumen und Karten wegzuschnappen, die er eventuell braucht, spielt in erster Linie jeder für sich allein. Zwar kann man sehen, welche Blumen die Mitspieler zum Erfüllen der Auftragskarten benötigen, doch gibt es meist mehrere Auswahlmöglichkeiten, sodass ein gezieltes Ausspielen schwer möglich ist und sich nur wenig Einfluss auf das Spiel der Mitspieler nehmen lässt.

Für ein Kinderspiel empfinden wir die Balance aus Glück und Taktik als passend. Dadurch, dass immer drei Karten zur Auswahl stehen, Helferlein eingesetzt werden können und darauf geachtet werden kann, welche Blumen zu welchem Bonus führen, besteht schon ein gewisser Einfluss darauf, wie viele Siegpunkte man am Ende des Spiels erhält. Gleichzeitig lässt sich vor allem im Spiel mit mehreren Spielern nicht gut planen, welche Blumen und Bonusplättchen noch vorhanden sein werden, wenn man wieder am Zug ist, sodass man jedes Mal schauen muss, was man mit seinen Karten bestenfalls beim Pflanzen und Ernten herausholen kann. Gleichzeitig sorgt dieser Punkt für mehr Spannung, da man die Situation immer wieder neu bewerten und flexibel bleiben muss.

Alles in allem ist Gloomies - Wer clever pflanzt, kann Blumen ernten ein gelungenes Spiel für Kinder ab 10 Jahren, das auch als Familienspiel gut funktioniert, da es älteren Spielern ebenfalls Spaß machen kann. Für Abwechslung im Spiel sorgen die zwei Phasen, die nach der Hälfte einer Partie noch einmal neu für Spannung sorgen. Nicht nur qualitativ, sondern vor allem auch optisch kann das Spiel überzeugen, das einen mit in eine ferne Galaxie nimmt und in die Welt der Gloomies eintauchen lässt, die sich durch harmonische Farben und niedliche Wesen auszeichnet. Zwar gibt es nur begrenzt Möglichkeiten für Interaktion, dafür muss man sich aber auch nur selten ärgern, dass einem ein Mitspieler ein wichtiges Teil weggeschnappt hat. Als Kinderspiel ist die Mischung aus Glück und etwas Taktik gut gewählt, sodass auch unerfahrene Spieler gut mithalten können. Durch unterschiedliche Aufbaumöglichkeiten des Spielfelds und verschiedene Auftragskarten ist für Abwechslung gesorgt, sodass das Spiel über mehrere Partien interessant bleibt, auch wenn es aufgrund seiner Länge eher nicht täglich auf dem Tisch landen wird.

Rezension Kathrin Walther

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir häufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, männliche und andere Geschlechteridentitäten bezieht.

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Gloomies: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 22.05.26 von Kathrin Walther - Ein schönes Kinderspiel, das durch seine tolle Optik direkt ins Auge fällt. Das Spiel teilt sich in zwei Phasen auf, was für Abwechslung während einer Partie sorgt. Gloomies richtet sich an Kinder ab 10 Jahren, eignet sich aber auch als Familienspiel mit Kindern ab etwa 8 Jahren. Gloomies bietet eine gute Mischung aus Glück und etwas Taktik, die zur Zielgruppe passt und für Spannung sorgt.

Leserbewertungen

Leserwertung Gloomies: 4,0 4.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.09.25 von rennmuli - sehr nettes Familienspiel, schöne Aufmachung, spielt sich flüssig. Die Idee, dass man die Karten, die man in der ersten Phase sammelt auch für die zweite Phase braucht, finde ich gut. Allerdings finde ich, dass die Aufträge in der zweiten Phase etwas zu leicht zu erfüllen sind, aber das ist eventuell für ein Familienspiel so gewollt.

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