Rezension/Kritik - Online seit 30.10.2002. Dieser Artikel wurde 6263 mal aufgerufen.

Ben Hvst

Direktlinks zu den Rezensionsblcken
Autor: James Ernest
Illustration: James Ernest
Verlag: Truant Spiele
Rezension: Frank Gartner
Spieler: 4 - 8
Dauer: 90 Minuten
Jahr: 2001
Bewertung: 1,9 1,9 H@LL9000
3,0 3,0 Leser
Ranking: Platz 6486
Ben Hvst

Spielziel

Wir machen einen Zeitsprung ins alte Rom, schlpfen in die Rolle von spiel- und abenteuerlustigen Aristokraten, wie sich an Wagenrennen beteiligen. Wir ersteigern Hilfsmittel, um uns im unerbittlichen Wagenrennen Vorteile gegenber der Konkurrenz zu sichern bzw. um gegen deren Angriffe gewappnet zu sein. Wer mit seinem Kapital gut haushaltet und im Rennen die entsprechenden Ergebnisse einfhrt, wird den Jackpot knacken und das Spiel als Sieger beenden.

Ablauf

Vorbereitung:

Die 8 Spielplanteile werden zu einer Rennbahn ausgelegt. Fr jeden Spieler bentigt man nun zwei klar von den Mitspielern unterscheidbare 6-seitige Wrfel sowie Geld in irgendeiner Form. Jeder Spieler bentigt 100 Sesterzen. Ein Rundenmarker wird ebenfalls noch pro Person bentigt. Dieser sollte mglichst passend zu den Wrfeln sein, so knnen diese klar zugeordnet werden. Die Spieler einigen sich auf eine bestimmte Anzahl an Rennrunden und Rennen.

Pro Rennen erhlt jeder Spieler 2 Handkarten sowie pro vereinbarte Rennrunde eine weitere halbe Handkarte. Dafr gibt jedoch jeder Spieler 2 Sesterzen pro vereinbarte Rennrunde in den Jackpot.

Anschlieend wird vor 1 Versteigerungskarte pro Rennrunde vor den Spielern ausgelegt.

Das Spiel teilt sich in 3 Spielphasen:

1. Die Versteigerungsphase

2. Die Verhandlungsphase

3. Das Wagenrennen

1. Versteigerungsphase:

Die Spieler schlpfen der Reihe nach in die Rolle des Auktionators und versteigern die Versteigerungskarten. Die Auktionatoren haben hierbei jedoch das Vorkaufrecht, wenn sie den unter SK (Schnellkauf) angegebenen Wert bezahlen und Ihre Sesterzen direkt in den Jackpot werfen. Andernfalls drfen die anderen Spieler versuchen die Karten zu ersteigern. Fr die Teilnahme zahlt man bereits eine Sesterze in den Jackpot. Auch das Bieten geht reihum. Das Gebot des Vorgngers muss hierbei stets berboten werden. Wer sich gegen die anderen Spieler durchsetzen konnte zahlt den Betrag in den Jackpot und erhlt die Karte. Danach folgt der nchste Spieler als Auktionator. Sollte eine Karte kein Gebot erhalten, wandert sie auf den Ablagestapel.

2. Handelsphase

Nun kann unter den Spielern nach Belieben gehandelt und getauscht werden.

3. Das Wagenrennen

Sobald auch die Handelsphase abgeschlossen ist, geht es zum eigentlichen Spiel ber: Das Rennen.

Jeder Spieler stellt hierzu einen seiner Wrfel an den Start. Der Wrfelwert eines Wrfels auf dem Spielfeld ist stets von Bedeutung, denn ist ein Spieler an der Reihe, wrfelt er mit dem zweiten Wrfel, addiert den Wert des auf dem Spielfeld liegenden Wrfels hinzu und zieht mit dem zweiten Wrfel die entsprechende Anzahl an Feldern vorwrts. Der erste Wrfel wird dann vom Spielplan genommen. Somit wird der Wrfelwert stets zwei mal gewertet.

Ein einfaches Wrfelspiel, wren da nicht noch die Handkarten, welche man zu Beginn ausgeteilt bekommen oder ersteigert hat. Mit diesen Karten kann man nun sein Wrfelglck modifizieren, seinen Rennwagen tunen oder einen fremden Rennwagen attackieren. Die insgesamt 95 Karten bieten vielzhlige Mglichkeiten:

Es gibt Karten, mit welchen man eine Auktion fr sich positiv beeinflussen kann, aber zum Groteil sind es Karten, welche im Rennverlauf gespielt werden.

Mit Bewegungskarten lassen sich die Werte des Bewegungswrfels verndern. Sie geben entweder an, auf welchen Wert der Wrfel gedreht werden soll oder um wieviel er nach oben modifiziert werden soll.

Mit einer Verbesserungskarten kann man die Eigenschaften seines Wagens verbessern, was allerdings noch vor Rennbeginn geschehen muss.

Ein Fahrer gilt ebenfalls als eine Verbesserung. Es darf jedoch maximal eine Karte dieser Art ausliegen. Man kann aber auch mit Stocken in die Speichen und anderen Karten die gegnerischen Wagen attackieren, wenn sie versuchen einen zu passieren.

Je nach Karte muss man jedoch Betriebskosten hierfr bezahlen. Bei einigen Karten ist es eine einmalige Zahlung, bei anderen Karten muss man regelmig etwas berappen. Man muss also mit seinem Geld haushalten.

Sobald 3 Wagen das Ziel passiert haben, wird der Jackpot aufgeteilt. 50% bekommt der Sieger, 1/3 der Prmie der zweite Sieger und 1/6 der dritte Platz. Die brig behaltenen Karten drfen fr das Folgerennen aufbewahrt werden. Es startet eine neue Auktionsrunde usw.

Wer am Ende, nach der Anzahl vereinbarter Rennen das meisten Sesterzen besitzt, ist der Gewinner.

Vom Verlag wird empfohlen mit 4-8 Spielern zu spielen und geben einige Rennvorschlge vom kleinen Rennen mit 3 Rennen zu 1, 2 und 4 Rennrunden bis hin zur groen Caligula-Serie mit 6 x 6 Rennrunden.

Fazit

Das Material: Das Spiel besteht also aus 8 grau/schwarzen Spielplanteilen, die fr ein Rennen aneinandergelegt werden oder auf eine Platte geklebt werden sollen. In unserer Ausgabe war eines der Teile spiegelverkehrt, so dass wir niemals einen Rundkurs fahren htten knnen, wre uns ein Scanner/Computer nicht behilflich gewesen, die Strecke entsprechend zu modifizieren. Aber unterstellen wir einfach mal, dass wir ein Fehlexemplar erwischt haben.

Die Spielkarten sind gewohntes Kartenmaterial, farblos aber qualitativ in Ordnung. Die 95 Spielkarten werden jedoch deutlich eng, wenn man in der vorgeschlagenen Maximalbesetzung von 8 Spielern und 6 Rennrunden spielt, denn dann bekommt jeder Spieler erst einmal 5 Handkarten (2+1/2*6 Runden) sowie 6 Versteigerungskarten, macht in Summe 88 Spielkarten. Dann wollen wir hoffen, dass keine 7 Karten aus der Vorrunde aufgespart wurden, sonst wirds eng! Allein damit htte das Spiel eine Note im unteren Mittelbereich verdient. Nun kommt jedoch hinzu, dass man Unmengen an zustzlichem Material bentigt. Der Rundenmarker ist hierbei noch das geringste Problem. Bei den Wrfeln wird es schon schwieriger, wenn man mit bis zu 8 Spielern spielen mchte, denn dann bentigt man 16 Wrfel in insgesamt 8 verschiedenen Farben. Hier wird schon der eine oder andere Spielehaushalt an seine Grenzen stoen oder man ist gezwungen diverse andere Spiele zu plndern. Da loben wir mal unseren Spielevorrat, fr den dies keine wirkliche Hrde darstellte. Anders jedoch sah es mit der Whrung, der jeweils 100 Sesterzen. Da man permanent mit Kleinbetrgen hantieren muss, bentigt man tatschlich viele Chips. Rechnen wir auch hier den ungnstigen Fall bei 8 Spielern: 800 Sesterzen bitte!

Vorschlge und Ideen seitens der Spielregel bleiben aus.

Kommen wir zum Spiel: Die Versteigerungsphase gestaltet sich je nach Anzahl der Mitspieler und Rennrunden als unterschiedlich lang bis hin zu zh. Bei einem Rennen ber 2 Runden sind es gerade mal 8 Versteigerungen, was problemlos zu bewltigen ist, aber bei 8 Spielern ber 6 Runden sind wir schon bei 42 Versteigerungen. Bei jeder dieser Versteigerung mssen Sesterzen in den Jackpot wandern. Bitte nicht auf die Idee kommen, die Werte aufzuschreiben. Das haben wir versucht, das wird eine endlose Rechnerei! Wenn nur jede Versteigerung knapp eine halbe Minute dauert, sind wir bei fast einer halben Stunde, bevor das eigentliche Rennen los geht und ob das Versteigern der Karten wirklich spielspasteigernd ist, bleibt noch offen.

Das Rennen selbst gestaltet sich dann als kurzweiliger und lebt hauptschlich von der Schadenfreude, denn selbst beeinflussen kann man das Spiel lediglich mit den Spielkarten. Von daher sind Rennen ber 2 bis 3 Runden durchaus ausreichend.

Meine Empfehlung, und da deckt sich meine Meinung mit allen Testrundenteilnehmern, ist die Versteigerungsphase wegzulassen und stattdessen die Karten einfach auszuteilen. Im Nachgang kann man ja durchaus noch eine Verhandlungsrunde durchfhren, in der die Spieler ihre Karten untereinander tauschen drfen. Das geht maximal ein bis zwei Minuten und man kann dann sich dann auf das Wesentliche des Spiels strzen.

Die Sesterzen wrde ich komplett aus dem Spiel streichen und Punkte an die Gewinner verteilen.

Damit erhalten wir m.E. zwar immer noch kein berzeugendes, zumindest aber ein spielbares und kurzweiliges Spiel, welches man zwischendurch auch in grerer Spielerzahl einmal einwerfen kann, vorausgesetzt man verfgt ber die entsprechende Anzahl an Wrfeln.

Rezension Frank Gartner

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Texte verwenden wir hufig das generische Maskulinum, welches sich zugleich auf weibliche, mnnliche und andere Geschlechteridentitten bezieht.

'Ben Hvst' online bestellen

Kaufen bei Idealo Kaufen bei Spiele-Offensive Kaufen bei Meeple-Box 

H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Ben Hvst: 1,9 1,9, 8 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Frank Gartner
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Orell Mielke
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Conny Eisenstein
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Bernd Eisenstein
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Jrn Griesbach
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Christiane Brecht
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Alexander Broglin
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.03.05 von Sandra Lemberger

Leserbewertungen

Leserwertung Ben Hvst: 3,0 3.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Peter Zanow

Weitere Informationen zu 'Ben Hvst' auf unseren Partnerseiten