Rezension/Kritik - Online seit 20.03.2004. Dieser Artikel wurde 3044 mal aufgerufen.

Von nix kommt nix

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Autor: Christwart Conrad
Verlag: EKD
Rezension: Hans-Peter Stoll
Spieler: 4 - 12
Dauer: 120 - 180 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Jahr: 2002
Von nix kommt nix

Spielziel

Die Spieler treten als Unternehmer und Käufer von Produkten aus der "3. Welt" auf. Dabei müssen die Spieler im Interessenskonflikt zwischen maximalem Profit und dem Käuferbewusstsein - welches auf Einhaltung von Sozialstandards bei der Produktion wert legt - Kompromisse finden.

Ablauf

Die Spieler suchen sich eine Käufer- und eine Unternehmergruppe aus. Bei größerer Spielerzahl werden Teams gebildet.

Das reichhaltige Spielmaterial wird an die Spieler verteilt und aufgebaut.

Der Spielablauf besteht aus acht Spielphasen.

1. Phase: Vorschläge

Ab der 2. Spielrunde werden drei Sozialstandards auf die Konsentafel ausgelegt und jeder Spieler muss mittels Konsenskarte geheim für einen Wert stimmen.

2. Phase: Unternehmen

Die Unternehmer überprüfen die bereits bestehenden Sozialstandards ihrer Firma. Das Aufgeben eines Standards bringt 150 € in die Kasse, das Einführen bis zu zwei neuer Standards kostet hingegen jeweils 250 €. Die frei ausgewählten Sozialstandardkarten werden verdeckt auf das dafür vorgesehene Feld des Firmentableaus gelegt.

3. Phase: Konsumenten

Die Konsumenten wählen nun eine Kauflust- und eine Uhrzeitkarte aus und legen sie verdeckt ab. Mit der Kauflustkarte legen sie fest, wieviele Produkte sie kaufen wollen. Durch die Uhrzeitkarte wird die Reihenfolge der Spieler beim Einkaufen festgelegt.

Als nächstes decken sie die oberste Wertekarte auf. Durch Abgabe von je 3 Produkten können sie eine weitere Karte aufdecken.

4. Phase: Kampagnen

Auch diese Phase findet erst ab der 2. Spielrunde statt. Durch die Kampagne-Karte wird für eine Runde für einen bestimmten Sozialstandard die Wertigkeit von 1 auf 3 erhöht und gilt für alle Spieler.

5. Phase: Konjunktur, Produktion und Konsens

Die Unternehmer decken nun ihre in Phase 2 ausgewählten Karten auf.

Als nächstes werden die Stimmen auf der Konsenstafel ausgewertet, um so den Standard zu ermitteln, den jedes Unternehmen aufweisen muss, um nicht geächtet zu werden. Bei geächteten Firmen erhalten die Käufer keine Gerechtigkeitschips für übereinstimmenden Werte.

Nun wird die oberste Konjunkturkarte aufgedeckt und die Unternehmen erhalten neue Produkte, abhängig von der Anzahl ihrer aktuellen Sozialstandards.

6. Phase: Markt (einkaufen und handeln)

Zunächst decken die Käufer ihre Kauflust- und Uhrzeitkarten auf. Gemäß der Reihenfolge der Uhrzeitkarten können die Käufer bei einer beliebigen, aber nicht eigenen Firma, einkaufen. Bei der Auswahl der Firma achten die Käufer auf möglichst viele übereinstimmende Sozialstandards und auf ein ausreichendes Produktangebot. Für übereinstimmende Werte gibt es Gerechtigkeitschips, pro fehlendem Produkt wird ein Gerechtigkeitschip abgezogen. Die Unternehmen dürfen Gratisprodukte anbieten, um sich für die Käufer interessant zu machen und dadurch Geld zu verdienen.

7. Phase: Güterverfall und Nachkauf

Die Hälfte aller nichtverkauften Güter verfallen und müssen abgegeben werden. Ein gewisses Produktkontingent kann von den Firmen aufgekauft werden.

8. Phase: Rundenabschluss

Die Spielpläne werden aufgeräumt und für die nächste Runde vorbereitet.

Spielende

Das Spiel endet nach einer vorher vereinbarten Anzahl Runden, spätestens nach der 8. Runde. Nun erfolgt die Punktewertung.

Die Käufer zählen die Anzahl ihrer Produkte und Gerechtigkeitschips. Die kleiner Anzahl wird gewertet.

Die Unternehmer können ihre noch vorhandenen Produkte zum aktuellen Nachkaufpreis verkaufen und erhalten pro voll 300 € und für jeden eingeführten gerechten Zustand einen Punkt.

Als Teamwertung werden nun Käufer- und Unternehmerpunkte multipliziert und so der Gesamtsieger ermittelt.

Fazit

Das Material besteht aus mehreren Papierbögen, welche zunächst in mühervoller Handarbeit zurecht geschnitten und sortiert werden müssen. Es empfiehlt sich geeignete Sortierhilfen (Tütchen, Gummies oder selbstgebastelte Briefumschläge) zu verwenden, da die Schachtel keine entsprechende Aufgewahrungsmöglichkeit bietet. Das Material ist funktional und grafisch einfach gehalten. Als didaktisches Werbespiel für "Brot für die Welt" kann es nicht mit kommerziellen Spielen verglichen werden.

Da es sich um ein komplexes Spiel handelt, muss das umfangreiche Regelwerk sorgfältig gelesen werden. Die Kurzregeln helfen jedem Spieler durch den Spielablauf.

Je mehr Parteien bei Von nix kommt nix teilnehmen, umso interessanter entwickelt sich das Spiel. Man sollte sich viel Zeit nehmen und mehr als 4 Runden spielen, damit sich das Spielkonzept entfalten kann und die Spieler ihre eigene Spielstrategie entwickeln können. Dabei kann natürlich helfen, wenn die Spieler das Spielsystem bereits kennen, also möglichst eine Partie absolviert haben.

Wer interaktive Spiele mag, zu einer mehrstündigen Spieldauer bereit ist und sich der didaktischen Herausforderung stellt, sollte Von nix kommt nix ausprobieren.

Rezension Hans-Peter Stoll

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