Rezension/Kritik - Online seit 05.01.2010. Dieser Artikel wurde 3801 mal aufgerufen.

Ab auf die Wippe

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Autor: Anja Dreier-Brückner
Verlag: Coppenrath Verlag
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2
Dauer: 5 - 10 Minuten
Alter: ab 3 Jahren
Jahr: 2009
Bewertung: 5,0 5,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2125
Ab auf die Wippe
Auszeichnungen:2010, Deutscher Lernspielpreis "ab 3 Jahren" Nominierung2010, Spiel des Jahres Kinderspiel Empfehlungsliste

Spielziel

Die Lieben Sieben haben auf dem Spielplatz eine Wippe entdeckt. Alle möchten darauf Platz nehmen. Aber wer darf wo sitzen? Doch nicht etwa der große Bruno vor der kleinen Ida? Die Spieler können ihnen bei der Entscheidung behilflich sein und ihnen ihre Plätze auf der Wippe zuweisen. Mit ein bisschen Glück findet so jeder seinen Platz. Welche Seite wohl zum Schluss schwerer ist?

Ablauf

Jeder Spieler erhält die unterschiedlich großen Figuren der Lieben Sieben, logischerweise sieben an der Zahl. Durch das Werfen eines Plättchens wird anschließend die Siegbedingung festgelegt. Entsprechend dem Ergebnis gewinnt man entweder, wenn nach Platzieren aller Figuren die eigene Seite der Wippe oben oder unten ist.

Wer an der Reihe ist, würfelt. Das Ergebnis zeigt an, auf welches Farbfeld der Wippe man eine seiner Figuren stellen darf. Danach folgt der Mitspieler. Nach dem Einsetzen aller sieben Figuren gewinnt jener Spieler, der die Siegbedingung erfüllen konnte.

Fazit

Schon beim Öffnen der Schachtel (die im Übrigen ein sehr ungewöhnliches Format aufweist) leuchten die Kinderaugen. Zum Vorschein kommen eine Wippe aus Holz, bei der jede Seite in fünf gleich große Felder unterschiedlicher Farbe eingeteilt ist. Außerdem besteht das Spielmaterial aus 14 Holzquadern und einem Würfel. Dass die Figuren der Lieben Sieben beidseitig auf die Holzklötze aufgedruckt wurden, wertet das optische Bild zusätzlich auf. Nach kurzem Regelstudium beginnt auch gleich der Spielspaß.

Ältere Spielesemester werden beim Blick auf die Wippe vielleicht gleich an das Spiel Kippit von Franjos erinnert. Die äußerliche Ähnlichkeit ist auch kein Zufall, steht Coppenrath auf der Spielemesse in Essen ja auch immer gegenüber vom Franjos-Verlag. Der jahrelange Blick auf das dort platzierte Kippit inspirierte schließlich dazu, ebenfalls ein Spiel mit Wippe zu entwickeln, und zwar eines, das speziell die Kleinen als Zielpublikum sieht.

Gab es bei Franjos neben der Anforderung, viele Steine günstig zu platzieren, außerdem die Aufgabe, die Schaukel zum Kippen zu bringen, möglichst ohne Steine abstürzen zu lassen, möchte Coppenrath mit seinem Spiel den Kindern nur das grundsätzliche Prinzip einer Wippe vermitteln. Und dafür eignet sich dieses Spiel wunderbar.

Beim Setzen jeder einzelnen Figur sehen die Kinder sofort, welche Auswirkungen ihre Holzfigur auf die Wippe hat. Gerade in den ersten Partien sollte man die Kinder an dieser Stelle ein wenig experimentieren lassen. Durch das Ausprobieren, mit welcher Figur das gewünschte Resultat am ehesten erreicht wird, lernen die Kinder nach und nach, dass sie zum Beispiel große Figuren nach vorne setzen müssen, wenn sie mit ihrer Wippenseite oben bleiben möchten.

Anfangs dauern die Partien dadurch möglicherweise etwas länger, ansonsten ist eine Runde Ab auf die Wippe aber in längstens 10 Minuten gespielt. Schnell genug, um auch die zappeligsten Kinder bis zum Ende bei Laune zu halten. Fast immer verlangen die Kinder daher auch nach weiteren Partien.

Dass die Farbfelder auf der Wippe nicht dieselbe Größe haben wie die Grundflächen der Figuren, bemängelten manche Eltern, die das Spiel mit ihren Kindern ausprobierten. Andere wiederum sahen es als weitere Lernerfahrung, welche die Kinder machen können, denn schon das Vorschieben einer Figur um ein winziges Stück kann manchmal die Wippe bewegen.

Schön ist auf alle Fälle die Möglichkeit, die Gewinnvorgabe von Spiel zu Spiel neu zu bestimmen. So müssen die Kinder immer wieder umdenken, denn je nachdem, ob man am Ende gewinnt, wenn die eigene Wippenseite oben oder unten ist, erfordert dies ein unterschiedliches Platzieren der großen bzw. kleinen Klötzchen.

Für die Allerkleinsten kann man diese logischen Überlegungen auch ganz weglassen, indem man die Kinder zuerst eine Figur nehmen und danach erst auswürfeln lässt, wohin diese zu setzen ist. Dies erleichtert den Spielablauf sehr, macht das Spiel aber gleichzeitig zu einem absoluten Würfel-Glücksspiel. D'ies stört die Kleinen aber keineswegs. Ihnen reicht die Spannung, ob sich die Wippe nach dem Platzieren ihres Steines bewegt oder nicht, völlig aus.

Ganz billig ist das Spiel zwar nicht, aber nachdem das komplette Material aus Holz gefertigt ist, rechtfertigt dies auch den Preis. In Summe also ein wunderschön aufgemachtes Geschicklichkeitsspiel, bei dem das Verständnis von Farbe, Gleichgewicht und Größe gefördert wird.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Ab auf die Wippe: 5,0 5,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.12.09 von Sandra Lemberger

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