Rezension/Kritik - Online seit 05.10.2022. Dieser Artikel wurde 970 mal aufgerufen.

Wald der Wunder / Alice´s Garden

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Autor: Ikhwan Kwon
Verlag: Schmidt Spiele
Lifestyle Boardgames Ltd
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 1 - 4
Dauer: 30 - 45 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2020, 2022
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
6,0 6,0 Leser
Ranking: Platz 1846
Wald der Wunder / Alice´s Garden

Spielerei-Rezension

Tetris im Wunderland

Alice: "Das ist unmöglich..." - Hutmacher: "Nur, wenn man nicht daran glaubt!"

Und ich glaube! Immer und ständig! Ich glaube, dass mein Zug dieses Mal superdupergut wird, weil ich mir den richtigen Beutel ausgesucht habe und dort so viele Teile rausziehe, wie Leute mitspielen. Die leg ich dann auf den Übersichtsplan (da liegt noch ein Teil aus der Vorrunde) und ich glaube fest, ganz fest daran, dass eines der Teile perfekt in meine Auslage passen wird.

Die Hoffnung stirbt zuletzt – aber sie stirbt. Das hat der große Jochen Malmsheimer mal gesagt. Großartig. Denn ein wenig ist es so bei Wald der Wunder. Aber hier wird nur sehr, sehr, sehr selten gestorben. Denn wie es sich für ein Anlegespiel gehört: Auch, wenn nicht genau das superduper Plättchen rausgezogen wurde, dass alle meine Probleme löst, ich bekomme vielleicht durch das, was gezogen wurde, eine neue Idee, ein Plättchen anzulegen.

Ich muss mir also nicht verloren oder gespielt vorkommen, denn ich kann auf viele Arten Punkte machen. Und die sind auf meinem Spielplan symbolisch erklärt – und können sogar für eine schwierigere Variante auf die andere Seite gedreht werden. Genau, wie mein Spielplan. Also vier Kombos, wie ich Wald der Wunder spielen kann.

Bis ich aber eine der anderen Kombos ausprobiert habe, verging einige Zeit, denn mit der Startkombo tüftelte ich lange rum. Natürlich, weil ich Wald der Wunder oft neuen Leuten vorstellte. Aber auch, weil ich die Startvariante allein schon spannend fand.

Spannend sind auch die Beutel, denn die zeigen, welche Form von Plättchen man ziehen kann. Quadtrate, Dingse mit Ecke, Dingse wie ein L und Dingse mit so … Dingern dran. Tetris halt. Nur den Beutel mit den Einzelplättchen darf ich mir nicht aussuchen. Den Griff da rein muss ich mir verdienen.

Verdienen heißt: Man legt die Plättchen so an, dass die kleinen Abbildungen darauf in einer bestimmten Art und Weise zueinander liegen. Rosenbüsche z. B. sollten immer zusammenliegen, am besten maximal fünf, denn dafür bekommt man die meisten Punkte.

Bäume werden per Reihe gewertet und nur die beiden, zwischen denen der kürzeste Abstand ist. Für Pilze gibt’s Punkte pro Spalte, wenn ich da mindestens zwei drin habe und Schachfiguren geben Punkte, wenn ich sie auf einem Schachbrettfeld meines Spielplanes anlege. Ach ja, und kann ich einen Spielkartensoldaten neben einen anderen legen, darf ich mir ein Einzelplättchen ziehen. Die muss ich aber nicht sofort anlegen und kann damit bis zum Spielende warten. Super, denn leere Gebiete (egal ob ein Feld oder mehrere) sind Minuspunkte.

Das Leben schwer macht mir bei Wald der Wunder die Tatsache, dass auf den Plättchen natürlich nicht nur ein Symbol, sondern verschiedene zu sehen sind und wenn ich gerade denke: „Yessssss!!!! Hier kann ich den fünften Rosenbusch anlegen!!!“, macht das Plättchen an einer anderen Stelle meines Planes eine andere Wertung kaputt.

Ich drehe und wende also mal dieses, mal jedes Plättchen aus der Auslage – und höre schon das leicht genervte Schnaufen einer anderen Person am Tisch. Denn ja, Unentschlossene halten bei Wald der Wunder den Spielfluss auf. Mit mehr Partien kam bei mir aber ein besseres Einschätzen, welches Teil gut für meine Auslage ist. Ohne, dass ich alle antatschen musste. Manche Mitspieler hatten das aber sofort raus. Gibt halt solche und solche Menschen. Ich gehöre dann wohl so solchen.

Wenn ich Wald der Wunder mit einem Wort umschreiben sollte, dann mit: Fluffig. So spielt es sich. Schööööön fluffig. Die Idee mit den verschiedenen Beuteln und dass ich mir einen aussuchen darf ist interessant. Dieses vertrackte Aussuchen der Plättchen und das Gefühl, dass ein anderes vielleicht doch besser gepasst hätte, passen auch. Und – wenn man schon ein paar Mal durch den Wunderwald marschiert ist: Sich ein Plättchen nehmen, nicht, weil man es selber braucht. Sondern weil die nachfolgende Person es noch viel dringender bräuchte. Oder, weil man sich die Form der Plättchen ja aussuchen darf: Eines zu ziehen, was beim anderen am Tisch eindeutig nicht mehr in die Auslage passt. Denn dadurch löse ich das Spielende aus. MUAHAHAHAHA!

Mehr Interaktion gibt es hier aber schon nicht. Ich puzzle so vor mich hin und komme aus meiner Denkblase, wenn jemand anderes einen Beutel nimmt, Teile rauszieht und auf die Ablage legt.

Aber das gehört für mich auch zur Fluffigkeit von Wald der Wunder. Dass man nicht gehetzt durch das Spiel eilt, weil einem ständig jemand einen Ast zwischen die Beine hauen kann.

Ich persönlich hätte mir, da es ja um Alice und das Wunderland geht, zumindest die Herzkönigin und die Grinsekatze ins Spiel integriert gewünscht. Oder den verrückten Hutmacher. So erinnern nur die Spielkartensoldaten an das Thema, das ansonsten komplett austauschbar ist. Aber irgendwie … passt es schon. Wenn man ein Auge zudrückt.

Es ist kein Spiel, das ich immer und ständig spielen muss. Da gibt es andere, die mich wesentlich mehr ansprechen und faszinieren. Aber Wald der Wunder ist ein gutes Spiel, wenn ich mit Wenigspielern am Tisch sitze. Weil mich die Puzzleaufgabe selber immer wieder reizt, die Idee der Beutel und dass man sich zumindest die Form aussuchen darf, die man zieht, gelungen ist und es einen guten Spannungsbogen hat. Und mit 8-jährigen und Jugendlichen funktioniert es auch sehr gut. Da kann man sich mal in den Wald trauen, finde ich.

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Wald der Wunder / Alice´s Garden: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.10.22 von Christoph Schlewinski

Leserbewertungen

Leserwertung Wald der Wunder / Alice´s Garden: 6,0 6.0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.10.22 von Harald Hüpkes - Wald der Wunder - tja Lewis Carroll läßt schön grüßen. Was zuerst auffällt ist die wunderschön gestaltete Schachtel. Am Spielmaterial ist hier auch hervorrangend gearbeitet worden. Zum Spiel selber kann ich nur sagen fein gemacht eine Anleihe an Tetris hier eine Anleihe an Karuba oder Don Quixote hier aber alles wunderbar abgestimmt. Meint der Ein oder Andere Spieler - da ist ja viel zu wenig von den merkwürdigen Gestalten drin - dem sei vielleicht gesagt das hier meines Erachtens auch noch eine Menge Potential für Erweiterungen drin sind. Also würde mich nicht wundern wenn in absehbarer Zeit neue Tableaus mit der Grinsekatze oder anderen Fantasyfiguren zu haben sind.Auf jeden Fall hat dieses Spiel auch bei den Kindern einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Dabei ist es auch nicht schlimm wenn bei dem ein oder anderen Spieler die Bedenkzeit etwas länger dauert. Denn davon sollte man sich nicht stressen lassen- Ist ja schließlich ein Spiel mit schönem Puzzle Ambiente und einigen Hirnzwirblern - top