Rezension/Kritik - Online seit 15.02.2004. Dieser Artikel wurde 7110 mal aufgerufen.

Atta Ants

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Autor: Richard de Rijk
Verlag: The Realm of Fantasy (NL)
Rezension: Ferdinand Köther
Spieler: 2 - 4
Dauer: 20 - 40 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2003
Bewertung: 3,9 3,9 H@LL9000
4,0 4,0 Leser
Ranking: Platz 3783
Atta Ants
Erweiterungen/Hauptspiel:Atta Ants Expansion 2

Spielerei-Rezension

Außer Biologieprofessoren wird wohl kaum jemand wissen, was Atta Ants sind. Wer ein wenig Englisch kann wird immerhin wissen, daß es um Ameisen geht, aber Atta? Da kommt eher ein Putzmittel ins Gedächtnis, also wollen wir das Geheimnis schnell lüften, wie es auch die Spielregel tut: Wir haben es hier mit Blattschneiderameisen zu tun – die ich im Folgenden kurzerhand nur Ameisen nenne, die Blattschneider mögen mir verzeihen.

Die Ameisen, und alles was dazu gehört, sind in einer kleinen Plastikbox eingesperrt und präsentieren sich in Form kleiner bunter Holzscheiben, etwas größere schwarze Holzscheiben stellen Spinnen dar, deren Lieblingsfutter natürlich Ameisen sind. Diese sind damit beschäftigt, ihrem Namen alle Ehre zu machen und kleine Blattstückchen, de facto hübsche grüne Glassteine, ins gemeinsame Nest zu bringen, um sich dort selbst zu vermehren, ohne vorher von den garstigen Spinnen gefressen zu werden.

Ein hübsches Szenario, in dem die Spieler auf dem immer wieder anders zusammengesetzten Spielfeld versuchen, entweder als erster alle sechs eigenen Ameisen im Spiel zu haben oder zumindest die meisten Ameisen, wenn die letzte Karte an das Spielfeld gelegt wird.

Da die Regeln ebenso kurz, knackig und pfiffig sind wie das gesamte Spiel, will ich sie hier kurz wiedergeben. Mit neun der insgesamt 24 quadratischen Kärtchen wird ein Anfangsspielplan aufgebaut, in dessen Mitte das Nest ist, welches zugleich als Wegkreuzung dient und als einziges Feld für die Spinnen tabu ist. Auf den Kärtchen sind Wege und Gras abgebildet, auch hin und wieder Spinnen und Blattstückchen, die auf diese Weise ins Spiel gelangen. In seinem Spielzug erweitert jeder Spieler den Spielplan zunächst um ein zufällig gezogenes Kärtchen, dann darf er beliebig viele seiner Ameisen bewegen, und zwar über Wege zwei, übers Gras nur ein Kärtchen weit. Ein, und nur ein, Blattstück kann aufgenommen und transportiert oder einer anderen Ameise auf gleichem Feld (Kärtchen) geklaut werden. Schafft es ein Tierchen, mit einem Blattstück ins Nest zu kommen, gebiert es sofort eine neue Ameise der eigenen Farbe des Spielers. Das Problem ist nur, daß immer höchstens zwei Ameisen gleicher Farbe im Nest sein dürfen, und gerade geborene dieses erst im nächsten Zug verlassen können.

Das größere Problem sind allerdings die bösen Spinnen, die unseren Ameisen nach dem Leben trachten. Der Startspieler jeder Runde bestimmt den Weg der Spinnen, muß sich jedoch daran halten, daß diese sich immer auf kürzestem Weg in Richtung des Kärtchens bewegen, auf dem gerade die meisten Ameisen sind, wenn auch immer nur ein Feld weit.

Aber da gibt es manchmal mehrere Möglichkeiten, klar, daß möglichst die Ameisen der Mitspieler dran denken müssen, ans Ableben nämlich, und nicht die eigenen, aber der Startspieler wechselt ja Ameisengott sei Dank von Runde zu Runde.

Der aufmerksame Leser merkt schon, hier geht’s um Taktik und kluges Einschätzen der Mitspieler, das Aufdecken der neuen Spielplanteile und das damit verbundene Erscheinen neuer Spinnen und Blattstückchen ist das einzige Zufallselement, alle Spieler gleichermaßen betreffend.

In kurzer Zeit zu spielen, auf immer wieder anderem Spielplan und mit gerade der richtigen Spieltiefe, um nicht zu seicht und nicht zu anspruchsvoll zu sein, ist Atta Ants ein kleiner taktischer Leckerbissen, der zu Recht auf der Spiel 2003 als „Geheimtip“ gehandelt wurde. Ganz hinten in der Fantasy-Halle untergebracht, war dort sicher nicht unbedingt das Zielpublikum für dieses Spiel, wenn auch sicher für die anderen Offerten dieses kleinen niederländischen Verlages.

Atta Ants war für mich eine der echten Entdeckungen der Spiel und ist eine unbedingte Empfehlung an unsere Leser, klein und fein und wirklich „prachtich“ (oder so), wie der Niederländer sagen würde. Die deutschen Regeln gibt’s übrigens auf der Webseite des Verlages als download.

Von Ameisen im Haus bin ich nicht begeistert, aber diese Blattschneider wimmeln oft auf unserem Spieltisch herum, hoffentlich bald auch auf Eurem!

Rezension Ferdinand Köther

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Atta Ants: 3,9 3,9, 7 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 01.04.04 von Ferdinand Köther
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 31.05.05 von Uta Weinkauf - Es steckt mehr drin, als man erwartet! Mit der Erweiterung gefällt es mir am besten.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.06.05 von Carsten Pinnow - etwas teuer für ein kleines Kartenspiel
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 20.06.05 von Steffen Stroh
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.11.05 von Ralph Bruhn
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.07.06 von Ulrich Fonrobert - Schönes kleines Einsammelspiel um Ameisen und Spinnen mit viel Inhalt.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.02.07 von Michael Andersch

Leserbewertungen

Leserwertung Atta Ants: 4,0 4.0, 4 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 02.02.05 von Gerhard Passler - Nettes, putziges Spiel mit originellem Thema; es steckt viel mehr Taktik dahinter, als man nach der ersten Partie vermutet; Material und Aufmachung sind für ein Spiel, das im Eigenverlag erscheint, ausgesprochen gut; auf http://www.trof.nl/atta/Downloads/stickers.pdf können für die Spielsteine Aufkleber mit Ameisen und Spinnen heruntergeladen werden, wodurch das Spiel noch zusätzlich an Atmosphäre gewinnt; Spielverlauf und Spannungsbogen sind ziemlich vom Aufdecken der Geländekarten abhängig: wann kommen viele, wann wenige Blätter ins Spiel, wann kommen die Spinnen ins Spiel;
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 30.08.06 von Matty - Konzept, Thema, Kompaktheit und Material sind toll, das Spiel hakt jedoch etwas daran: Fehler sind kaum auszugleichen, teilweise etwas zäh (Blockaden), starke Königsmachergefahr. Mit Erweiterung etwas besser. Tendenz zur 5.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 27.02.09 von Kai Stemmler
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.12.09 von Gerd Soba

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