Rezension/Kritik - Online seit 01.05.2005. Dieser Artikel wurde 5980 mal aufgerufen.

Coloretto Amazonas

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Autor: Michael Schacht
Illustration: Michael Schacht
Verlag: Abacus Spiele
Rezension: Kathrin Nos
Spieler: 2 - 4
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2005
Bewertung: 2,3 2,3 H@LL9000
Ranking: Platz 4584
Coloretto Amazonas

Spielziel

Als Forscher sammeln die Spieler möglichst viele verschiedene Tiere. Dabei funken sie sich aber gegenseitig ins Forschungsgeschäft und können die Ergebnisse der Mitspieler zunichte machen.

Ablauf

Am Amazonas gibt in diesem Spiel 18 verschiedene Tierarten zu erforschen, deren Arten sich in 5 Meerestiere, 4 Vögel, 3 Reptilien und 6 weitere Tiere aufteilen - für jedes Tier sind 5 Karten im Spiel. Jeder Spieler (üblicherweise wird zu zweit gespielt, für drei oder vier Spieler gibt es eine Zusatzregel) hat für jede der vier Gruppen einen Ablageplatz vor sich liegen. Hier sammelt er seine Forschungsergebnisse in Form der Spielkarten. Zu Beginn hat jeder Forscher drei Tierkarten auf der Hand.

Die Forscher führen reihum ihren Zug aus, indem sie eine Handkarte spielen und eine nachziehen: Um die ausgespielte Tierkarte selbst zu nutzen, kann man sie an seinen passenden Ablageplatz legen. Wenn dieses Tier dort noch nicht liegt, wird es einfach dazugelegt - es kommt also darauf an, verschiedene Tiere zu sammeln. Hat man das ausgespielte Tier bereits erforscht (= am entsprechenden Platz abgelegt), muss man sowohl die eben ausgespielte Karte als auch das bereits liegende Tier auf den Ablagestapel legen.

Um das Ablegen eigener Tiere zu vermeiden, kann man eine solche Karte auch verschenken. Der so bedachte Mitspieler hat nur dann Glück gehabt, wenn er dieses Tier selbst noch nicht erforscht hat - dann kann er seine Ablage erweitern. Liegt es aber schon vor ihm, hat er die Wahl: Entweder legt er das geschenkte und das schon ausliegende Tier auf den Ablagestapel, oder er opfert ein Tier eines benachbarten Ablagestapels. Wird zu dritt oder zu viert gespielt, darf nie derselbe Spieler zweimal direkt nacheinander beschenkt werden.

Wozu sammelt man nun die Tiere? Ziel ist es, die Tiergruppen an einem Platz zu vervollständigen, also z.B. alle 5 Meerestiere zu sammeln. Gelingt es, alle drei bis sechs verschiedenen Tiere einer Gruppe zu sammeln, darf man diese als umgedrehten und damit gesicherten Stapel vor sich ablegen. Ist man sogar der erste Forscher, der damit einen kompletten "Bericht" über diese Gruppe abliefert, erhält man die Bonuskarte dieser Gruppe. Das Spiel endet, sobald ein Spieler drei solcher Stapel komplettieren konnte. Alternativ kann das Spiel enden, wenn der Nachziehstapel aufgebraucht wurde.

Wertung: Jeder Stapel, und auch jeder nicht vollständig gesammelte Ablageplatz bringen nach demselben Schema Siegpunkte: Die erste Karte eines Stapels/Platzes bringtn 1 Siegpunkt, die zweite 2, usw. Ein Stapel mit Reptilien (3 Karten) bringt also 6 Siegpunkte, ein Ablageplatz mit einer Sammlung von 4 verschiedenen Fischen 10 Siegpunkte. Hinzu kommen die Bonuskarten (aufgedruckter Wert). Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gilt als der erfolgreichste Forscher.

Fazit

Mit schönen Tierbildern wartet Coloretto Amazonas auf und bringt damit ein exotisches Flair ins Spiel. Man sieht sofort, dass es sich bei einigen Tieren um Phantasiegestalten handelt (Nashornkopf an Zebrakörper - selbst beide Tiere für sich haben sich im Kontinent geirrt). Andere Tiere (z.B. den Tukan) jedoch gibt es wirklich am Amazonas. Für alle, die mit der Fauna Südamerikas nicht allzu vertraut sind, wäre eine kleine Liste über den Hintergrund der Tiergrafiken eine schöne Ergänzung zum Spielthema gewesen. Ansonsten ist das Material funktionell. Die Spielregel erlaubt einen problemlosen Einstieg ins Spiel.

Das Spiel selbst verläuft meist nach folgendem Schema: Zunächst sammelt jeder Spieler für sich und legt neue Tierarten ab - zu Beginn ist es meist über einige Runden hinweg möglich, die eigene Auslage zu ergänzen. Irgendwann hat man unter den drei Handkarten, die die Auswahl doch recht stark eingrenzen, nur noch Karten, die man bereits abgelegt hat. Nun kommt der Zeitpunkt, erste Geschenke zu machen. Dabei vermeidet man natürlich, einem Mitspieler zu besseren Forschungsergebnissen zu verhelfen, indem man ihm ein in seiner Auslage noch nicht vorhandenes Tier schenkt. Je nach Nachziehglück kann man die eigene Auslage mehr oder weniger schnell ergänzen und schafft es hoffentlich, die eine oder andere Tiergruppe zu komplettieren und die entsprechende Bonuskarte einzuheimsen.

Kleinere taktische Möglichkeiten gibt es, wenn man durch gezieltes Verschenken verhindern will, dass ein Mitspieler einen Stapel komplettiert und so die entsprechende Bonuskarte abstaubt. Hier gilt es immer abzuwägen, ob man sich selbst dadurch Möglichkeiten verwehrt - jede verschenkte Karte bedeutet für den aktiven Spieler, die eigene Auslage nicht vergrößern zu können.

Zumeist ist man jedoch durch die Auswahl der Handkarten so stark eingeschränkt, dass man kaum Entscheidungsmöglichkeiten hat. Der Glücksfaktor ist damit sehr hoch und führt dazu, dass das Spiel einen sehr mechanischen Charakter erhält. Im Spiel zu zweit endet das Spiel fast immer darüber, dass ein Spieler drei Tiergruppen komplettieren konnte. Bei drei und vier Spielern wird es jedoch immer schwieriger, vollständige Gruppen zu sammeln, so dass das Spielende meist über das Durchspielen des Kartenstapels herbeigeführt wird. Dies hinterlässt leider einen etwas faden Nachgeschmack, da man das Erfolgserlebnis des Komplettierens einer Gruppe damit nur selten hat.

Coloretto Amazonas ist damit ein eher langweiliges Kartenablege- und Sammelspiel, das mit seinem durch einen Platz auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 2003 prämierten Namensvetter Coloretto bis auf einige Parallelen in der Ausstattung und Wertung nur wenig gemeinsam hat - leider gilt diese Aussage auch für den Spielreiz.

Rezension Kathrin Nos

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Coloretto Amazonas: 2,3 2,3, 7 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 19.03.05 von Kathrin Nos
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.03.05 von Carsten Pinnow
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.03.05 von Peter Nos
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 23.03.05 von Michael te Uhle - Wenig Einfluss und auch keine anderen Komponenten die den Spielreiz erhöhen würden. Auch die Idee Phantasietiere in das Amazonasgebiet zu verfrachten finde ich nicht sehr gelungen. (Noten und Kommentar beziehen sich auf das Spiel zu dritt).
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 05.04.05 von Steffen Stroh
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 14.09.05 von Bernd Eisenstein - Recht hübsch anzusehen, aber durch den nahezu nicht vorhandenen Einfluss wird man gespielt - für mich langweilig.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.03.17 von Roland Winner

Leserbewertungen

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