Rezension/Kritik - Online seit 20.02.2019. Dieser Artikel wurde 615 mal aufgerufen.

Die Legende der Irrlichter

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Autor: Kai Haferkamp
Verlag: HABA - Habermaaß GmbH
Rezension: Christoph Schlewinski
Spieler: 2 - 4
Dauer: 20 - 30 Minuten
Alter: ab 6 Jahren
Jahr: 2018
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3385
Die Legende der Irrlichter

Spielziel

Da rücken sie vor, die bösen Monster, völlig rücksichtslos und gemein wollen sie die Burg einnehmen. Aber keine drohende Burgeinnahme ohne mutige Helden, die das verhindern wollen - und auch können. Tief im Wald versteckt wimmelt es nur so von magischen Gegenständen, mit denen man die Monster vertreiben kann. Jetzt muss man nur noch dahin - und sich dabei merken, ob man jetzt den guten blauen oder den bösen roten Irrlichtern folgt.

Ablauf

Acht Monster gilt es zu besiegen, bevor eines davon den Weg zur Burg schafft. Um sie zu besiegen, werden die magischen Gegenstände im Wald benötigt. Die sind fest auf den Plan gedruckt und immer an der gleichen Stelle - aber es sind nicht immer die gleichen acht Monster im Spiel.

Bis zu fünf Schritte darf man seine Figur bewegen und muss dann würfeln. Zeigt der Würfel eine blaue Seite, drückt man auf den blauen Knopf in der Spielplanmitte, und alle freundlichen, blauen Irrlichter leuchten kurz auf. Steht man auf so einem Feld, darf man einen Schritt zur Belohnung weiterziehen. Bei einer roten Seite wird der rote Knopf gedrückt und die bösen roten Irrlichter erscheinen. Wer jetzt auf so einem Feld steht, muss zur Spielplanmitte zurück. Bei schwarz wird der schwarze Knopf gedrückt und die guten und bösen Irrlichter werden auf dem Plan neu gemischt, stehen also jetzt ganz woanders. Und wird ein Monsterkopf neu gewürfelt, zieht eines der Monster ein Feld höher in Richtung Burg.

Landet ein Spieler auf einem magischen Gegenstand, wird kontrolliert, ob dieser auf einer oder mehreren Monsterkarten zu sehen ist. Wenn ja, wird er überall mit Chips abgedeckt, und sind bei einem Monster alle Felder dicht, ist es besiegt. Hat man so alle acht Monster geschafft, bevor eines davon zur Burg kommt, hat man gewonnen. Ansonsten eben nicht.

Fazit

Es blinkt blau, es blinkt rot, und alle Kinderaugen blinken mit. Keine Frage, der Leuchtmechanismus in Die Legende der Irrlichter ist sicherlich innovativ, und es gab ihn so noch nicht. Aber was genau macht er eigentlich? Er belohnt, wenn man auf einem blauen Irrlicht steht. Aber bestraft er auch, wenn einen ein böses Irrlicht erwischt? Nur halb. Es kann sicherlich ärgerlich sein, wenn man kurz vor dem gesuchten Gegenstand erwischt wird und wieder zurück zur Spielplanmitte muss. Aber man kann sich auch absichtlich erwischen lassen, weil es einfach praktischer ist, wieder zur Mitte zurückzukommen, denn so erspart man sich das mühselige Latschen. Dadurch schwindet die Bedrohung, die die bösen Irrlichter darstellen. Aber nicht nur dadurch. Die Legende der Irrlichter verspielt leider viele tolle Möglichkeiten, und das gefällt der Zielgruppe hier nur bedingt:

Der Spannungsbogen: Der steht und fällt mit der Bedrohung der Monster, denn das ist das Hauptziel dieses Spieles: Die Monster aufzuhalten, bevor sie die Burg erreichen. Aber wenn sich die Monster nicht rühren, weil sie wenig bis gar nicht gewürfelt werden, gibt's auch keine Bedrohung, und was bleibt, sind blinkende Lichter. Die faszinieren die Kinder für eine Partie, vielleicht auch zwei, aber nach einer dritten Partie ohne wirkliche Gefahr boykottierten die Kinder das Spiel. Optimal wäre, wenn die Monsterbewegung auch durch andere Sachen ausgelöst würde als nur durch den Würfel. Vielleicht die bösen Irrlichter. Dann müsste man sich deren Position wirklich merken. Aber so bleibt der Merkaspekt deutlich hinter dem, was das Spiel können könnte.

Auch ins Gewicht fallen die sehr kleinen Symbole auf den Monsterkarten, und das nicht nur bei kurzsichtigen Eltern, sondern auch bei den Kindern, die weiter von den Monsterkarten entfernt sitzen. Denen muss man immer wieder sagen, was jetzt genau darauf zu sehen ist. Manche Gegenstände sehen sich sehr ähnlich - was nicht schlimm wäre, wenn das Spielbrett modular wäre und die Position der Gegenstände sich immer ändern würde, man also ständig Gefahr liefe, das Falsche zu suchen. Aber alles ist fest, alles bleibt an seinem Ort. Wieso nicht gleich alles klar und deutlich machen? Überhaupt sackt der Spielplan im Vergleich zum restlichen Spiel richtig ab. Das Cover ist toll, auch die Monsterkarten sind super (mit Ausnahme der zu klein geratenen Symbole), aber der Spielplan? Ohne blinkende Lichter würde der kein Kind in seinen Bann ziehen.

Was Die Legende der Irrlichter hingegen gut macht, ist die Kinder zu einer sinnvollen Arbeitsteilung zu zwingen. Sie müssen sich absprechen, wer was suchen soll bzw. was wichtig ist, und das müssen sie konsequent das ganze Spiel über durchziehen. Dass jeder einfach drauflos rennt, führt zu nichts - Kooperation ist das Zauberwort. Und wenn es eine Bedrohung gibt, dann wird das auch alles spannend. Aber eben nur wenn ... ansonsten blinkt es einfach nett vor sich hin.

Zu zweit ist Die Legende der Irrlichter allerdings ein gutes Spiel. Da wird es richtig spannend, da dauert es einfach länger, alle Gegenstände zu bekommen, dadurch erhöht sich die Chance, dass die Monster eine richtige Bedrohung werden. Aber eigentlich ist es gleichzeitig auch schade, dass es besser funktioniert, je weniger mitspielen. Das zeigt leider, dass das Spiel nicht wirklich skaliert wurde mit beispielsweise mehr Monstern für mehr Spieler oder so. Lediglich hinten bei den "Spieltipps" wird in den Regeln vage erwähnt, dass man die Schwierigkeit anpassen könnte, wenn man wollte. Aber so etwas muss direkt ins Spiel, nach ganz vorne. Egal: Zu zweit zu empfehlen, zu dritt auch ganz okay, zu viert muss man Glück haben, dass es spannend wird. So ist das leider bei Die Legende der Irrlichter.

Rezension Christoph Schlewinski

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Die Legende der Irrlichter: 3,0 3,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 26.01.19 von Christoph Schlewinski - Je weniger mitspielen, desto besser. Zu zweit würde ich vielleicht fünf Punkte geben. Aber auch da kann es sein, dass der Würfel das Spiel langweilig macht.

Leserbewertungen

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