Rezension/Kritik - Online seit 30.09.2017. Dieser Artikel wurde 1568 mal aufgerufen.

Dreams

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Autor: Olivier Grégoire
Verlag: Zoch Verlag
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 3 - 6
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2016
Bewertung: 3,8 3,8 H@LL9000
3,6 3,6 Leser
Ranking: Platz 3590
Download: Kurzspielregel
Dreams

Spielerei-Rezension

Der Grund dieses Spiels ist in einer Frage zu finden, welche sich die Götter stellten, nämlich, ob sie den Menschen Bilder, Visionen und Träume schenken sollen. Also machten sie sich ans Werk und erhellten den Himmel mit ihren Sternbildern. So vertieft waren sie in ihr Werk, dass sie die offene Himmelspforte lange nicht bemerkten. Und dann hatten sie mit der Ungewissheit zu kämpfen, ob sich etwa ein Mensch eingeschlichen hatte, um das Werk der Götter zu entschlüsseln.

Und tatsächlich gibt es einen solchen Erden-Spion, in dessen Rolle ein Spieler schlüpft. Allerdings weiß keiner, um wen es sich dabei handelt. Die Aufgabe der Götter ist es, diesen Sterblichen zu enttarnen, der Mensch dagegen will herausfinden, an welchem der vier ausliegenden Sternenbilder sich die Götter gerade versuchen.

Zu Beginn einer Runde wird an jeden eine verdeckte Spielmarke verteilt. Eine davon bestimmt den Menschen, die anderen informieren die restlichen Spieler darüber, an welchem Bild gearbeitet wird. Ist man an der Reihe, legt man einen seiner drei unterschiedlichen Kristalle (= Sterne) auf das Firmament. Durch das Legen der Kristalle versuchen die Götterspieler einerseits, wichtige Schlüsselpunkte ihrer Karte hervorzuheben, ohne dabei aber zu viel preiszugeben, damit der Mensch nicht erraten kann, welche Vision gerade gelegt wird. Andererseits wollen sie aber ihren Götter-Mitspielern beweisen, dass sie Ahnung davon haben, was sie gerade tun. Auch der Mensch muss einen Kristall legen, wenn er an der Reihe ist. Da er hinsichtlich des Bildes im Dunklen stochert, versucht er, entweder die bisher gelegten Kristalle richtig zu deuten (was zu Beginn einer Runde eher schwierig ist), um passend mitwirken zu können, oder sich einen Punkt auszusuchen, der bei allen vier Bildern möglichst aussagekräftig ist.

Hat jeder seine drei Kristalle auf dem Firmament platziert, endet die Runde und es wird getippt. Der Sterbliche stellt auf seiner Wahlscheibe die Nummer des vermeintlich richtigen Sternbildes der aktuellen Runde ein. Die Götter dagegen tippen auf die Spielerfarbe des Sterblichen. Zum Auflösen werden alle Wahlscheiben und Marken aufgedeckt, sodass jeder erkennt, wer das Erdenkind war und um welches Götterbild es ging. Belohnt wird man natürlich für richtiges Tippen, aber auch dafür, wenn man als Gott nicht verdächtigt wurde, der Mensch zu sein bzw. man als Sterblicher unentdeckt blieb.

Es fällt mir nicht leicht, Dreams zu bewerten, denn ich habe mit diesem Spiel schon alles erlebt - von großer Begeisterung bis hin zur totalen Ablehnung. Wobei jene Mitspieler, die es nicht mochten, nicht grundsätzlich der Kategorie "Partyspielhasser" zuzuordnen sind, sondern bei solchen Spielen eigentlich gerne mal mitmachen. Dass es bei vielen nicht gut ankam, lag vor allem daran, dass so manchem der Spielablauf einfach zu mechanisch war: Das beginnt mit dem etwas umständlichen Vorbereiten der Marker: Hierfür müssen nämlich alle bis auf einen die Augen schließen, während jener Spieler die erste Vorbereitungsstufe (4 Stapel mit Zahlenchips und einem Menschenchip zu bilden) übernimmt. Danach muss wiederum dieser Spieler die Augen schließen, während alle anderen die zweite Vorbereitungsstufe (= Mischen der vier Markerstapel) durchführen. Und es setzt sich fort mit dem Ablegen der Kristalle, das so manchen eher langweilte.

Auch die Teilnehmerzahl sorgte dafür, dass es mal besser und mal schlechter lief. Während es der Menschenspieler bei drei Mitspielern ziemlich schwer hat, fällt es ihm bei voller Besetzung umso leichter, denn für die anderen ist es dann schwierig, sich möglichst bei allen Teilnehmern zu merken, wo sie ihre Kristalle platziert haben, um daraus ihre Rückschlüsse zu ziehen. Relativ gut funktionierte es immer mit vier und fünf Personen.

Damit der Menschenspieler nicht zu leicht das richtige Bild errät, ist es eigentlich notwendig, ihn ein wenig zu verwirren. Leider führt das für den entsprechenden Götterspieler unweigerlich dazu, dass er sich selbst verdächtig macht, mit dem Resultat, bei der Punkteverteilung schlechter abzuschneiden. Ein Umstand, der ehrgeizigen Spielern überhaupt nicht gefällt. Ebenso wenig, dass man einen vorne liegenden Spieler sehr einfach bremsen kann, indem man auf ihn tippt, denn falls er nicht wirklich der Mensch ist, verliert er damit einen Punkt. Somit zählt Dreams zu der Kategorie jener Spiele, bei denen die Punkteverteilung eine sehr untergeordnete Rolle spielt - oder am besten ganz weggelassen wird.

Was den Befürwortern des Spiels gut gefällt, ist die ständige Gratwanderung zwischen sich möglichst nicht verdächtig zu machen, seine Kristalle aber andererseits auch nicht zu offensichtlich zu legen, um damit dem Menschen zu helfen. Und weil diese Gratwanderung eben nicht immer gelingt, können auch Kinder problemlos mitspielen. Gut angekommen sind vor allem die Diskussionen nach der Auswertung, die es in meinen Runden immer gab. Wenn am Ende die Spieler erklärten, warum sie welchen Stein wohin gelegt hatten. Dabei stellte sich dann nicht selten heraus, dass der Sterbliche seine Kristalle teilweise geschickter platzierte als so mancher Gott.

Wie der Titel letztendlich verrät, geht es hier ums Träumen. Im wahrsten Sinne des Wortes lädt das Spiel mit seinen traumhaft schönen Karten, welche mit 72 fantasievollen Bildern von acht verschiedenen Künstlern illustriert wurden, dazu ein. Der Grundstein fürs Träumen wurde also mit schönem Spielmaterial, zu dem auch die qualitative Firmament-Gummimatte zählt, gelegt. Ob Sie sich gerne in die Riege der Träumer einreihen oder sich eher zur Fraktion der Realisten zählen, müssen Sie wohl selbst entscheiden.

Rezension Sandra Lemberger

In Kooperation mit der Spielezeitschrift

Spielerei

H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Dreams: 3,8 3,8, 4 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 06.08.17 von Sandra Lemberger
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.01.17 von Michael Kahrmann - Wunderschönes Spielmaterial und tolle Spielidee aber der Funke wollte bei uns nicht überspringen.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 09.01.17 von Rene Puttin - Eigentlich schönes Spiel, wobei ich mir ein wenig klareres Malen gewünscht hätte.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 21.01.17 von Roland Winner

Leserbewertungen

Leserwertung Dreams: 3,6 3.6, 5 Bewertung(en)

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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.01.17 von Maja - Die Bilder sehen zwar wunderschön aus, sind aber für den Spielablauf sehr unpraktisch. Besser wären Worte gewesen nach denen die Götter dann gemeinsam das Bild bauen. So kann mich das Spiel in der vorliegenden Form leider nicht überzeugen. Schade.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.01.17 von Dennis L. - Man hätte so viel aus dem tollen Thema herausholen können. Das Zusammensetzen der Bilder nach den zugegeben fantasievollen Karten funktioniert aber überhaupt nicht.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 15.01.17 von Hans Huehnchen - Das Spiel funktioniert wunderbar. Der große Kunst liegt darin, die Balance zu halten zwischen sich nicht verdächtig machen und trotzdem nicht zu viel preiszugeben.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 08.02.17 von Philipp - Macht in der richtigen Runde richtig Spass. Klar, kein Abendfüller, jedoch gut für dazwischen. Nur die Karten hätten noch etwas abwechslungsreicher sein können. Mit den dunklen Bildvorlagen ist es teils schwierig den hellen Stern korrekt zu platzieren.
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Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.02.17 von Waiko - Unterhaltsamer Minimalismus. Besonders schön ist das Spiel, wenn "zwischen den Runden" darüber geredet hat, was man sich beim Sternelegen so gedacht hat. Zu viele der (sehr schönen) Bilder sind etwas düster geraten.

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