Rezension/Kritik - Online seit 25.11.2015. Dieser Artikel wurde 4671 mal aufgerufen.

Empire Engine

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Autor: Matthew Dunstan
Chris Marling
Illustration: Franz Vohwinkel
Verlag: Pegasus Spiele
Alderac Entertainment Group
Rezension: Rene Puttin
Spieler: 2 - 4
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2015
Bewertung: 3,5 3,5 H@LL9000
Ranking: Platz 3684
Download: Kurzspielregel [PDF]
Empire Engine

Spielziel

"Ich will Steam-Punk!" - "Ich will produzieren und kämpfen!" - "Ich will was Einfaches spielen!" - Gleich drei Wünsche auf einmal, geht das? - Empire Engine macht's möglich!

Ablauf

In der Steam-Punk-Welt Empire Engine konkurrieren vier mächtige Imperien um die Vorherrschaft. Dazu kalibrieren sie ihre Maschinerie mittels Zahnrädern, um die gewünschten Handlungen auszuführen: Produktion und Export, Rekrutieren von Truppen, Forschung, Angriff und Verteidigung.

Jeder Spieler verfügt über zwei quadratische Karten Maschinen, auf denen an jeder der vier Seiten (oben, unten, links, rechts) Aktionen abgebildet sind. Im Verlauf einer Runde legen die Spieler reihum verdeckt eine Zahnradkarte an eine der beiden Maschinen an, und anschließend rückwärts gegen den Uhrzeigersinn eine zweite an die andere Maschine. Diese Zahnradkarten werden dann gleichzeitig aufgedeckt und zeigen, wie weit sich die Maschinen weiterdrehen und welche Aktion ausgeführt wird.

Im Normalfall dreht sich eine Maschine einmal und die andere zweimal um jeweils 90 Grad. Hat aber ein Spieler beim verdeckten Ablegen einer Zahnradkarte eine Ressource eingesetzt, so wird aus "einmal Drehen" "keinmal Drehen", bzw. aus "zweimal Drehen" "dreimal Drehen". Für die Mitspieler ist es somit möglich auszuschließen, welche Aktionen ein Mitspieler nicht gespielt haben kann. Eine Zahnradkarte ohne Ressource heißt "einmal oder zweimal Drehen", mit Ressource bedeutet "gar nicht oder dreimal Drehen".

Das Erahnen der Mitspieleraktionen ist sehr wichtig, denn ich sollte mich verteidigen, wenn mich jemand angreift, sonst werden mir Ressourcen gestohlen, die ich zum Spielsieg benötige. Weiterhin entfallen bei einem erfolgreichen Angriff für den Angegriffenen die Aktionen Export und Bergung, die es erlauben, Ressourcen in den Wertungsbereich zu bringen, womit man also gleich doppelt gestraft ist.

Nach einer von der Mitspielerzahl abhängigen Anzahl an Spielrunden endet das Spiel. Nun ist jede Ressource im Wertungsbereich einen Punkt wert. Weiterhin gibt es noch jeweils drei Punkte für die Mehrheiten an Ressourcen in den drei Sorten.

Fazit

Empire Engine gehört zur Klasse der sogennanten Micro-Spiele, die mit wenig Material ein tolles Spielerlebnis auf den Tisch bringen wollen.

Nicht "Micro" ist dabei die Anleitung, bestehend aus gleich 20 Seiten. Genauer betrachtet, sind es aber nur noch 14 DIN-A5-Seiten, die das eigentliche Spiel beschreiben, mit vielen großen Bildern. Sie ist sehr klar gegliedert und sehr verständlich geschrieben, so dass niemand Probleme haben sollte, dieses im Grunde sehr einfache Spiel ohne zu viel Leseaufwand korrekt spielen zu können.

Man muss sich wirklich auf Empire Engine einlassen, um zu erkennen, wie genau die Räder hier ineinander greifen. Von der Idee her ist es ein tolles Spiel: Nahezu jeder ist vom Anschauen und Erklären her Feuer und Flamme für das Spiel, eben weil es auch so einfach ist. Aber meist stellt sich während des Spiels schnell Ernüchterung ein. Vielen kommt das Spiel belanglos vor und es wird als vollkommen unnötig angesehen, die Karten nacheinander abzulegen. Man hat das Gefühl, ja ohnehin nichts aus dem verdeckten Ablegen der Mitspielerkarten erkennen zu können. Auch mir ging dies in der ersten Partie so!

Aber dies ist weit gefehlt, denn wie oben bereits beschrieben, lässt sich sehr wohl etwas erkennen. Lässt die gelegte Karte meines Mitspielers zu, dass er mich angreift, oder ist es möglich, dass er sich damit verteidigt? Wenn ich eine der beiden Möglichkeiten ausschließen kann, gibt mir dies schon einen guten Hinweis darauf, wie ich am besten handeln sollte. Wenn dies alle Spieler erkannt haben, bekommt das Spiel eine andere Ebene, denn nun wird das ganze Spiel planbarer. Eine Bergung unter der Gefahr eines Angriffs ist ein Risiko, dass ich nur eingehen sollte, wenn ich mich auch verteidigen kann. Wenn ich eine Karte gespielt habe, die einen Angriff erlaubt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass mein Mitspieler sich verteidigen wird und damit keine andere Aktion seiner Karte ausführen kann. Weiterhin lassen sich bestimmte Aktionen von Mitspielern ausschließen. Niemand wird exportieren, wenn er keine Waren besitzt, oder nur dann, wenn er auch welche im selben Zug produziert. Es lässt sich deutlich mehr vorausahnen, als man anfangs annimmt, und erst wenn man dies erkannt hat, ist Empire Engine auch wirkich ein gutes Spiel.

Das Spiel funktioniert in allen Besetzungen sehr gut. Auch zu zweit kann das Spiel sehr gut gespielt werden, hier kann man seinen Gegner auch direkt zwei Mal angreifen. Die Planung der Aktionen ist sehr wichtig. Weiterhin ist es wichtig, immer Ressourcen (vor allem Soldaten) in seinem aktiven Bereich zu haben, um angreifen und die Drehung der Räder beeinflussen zu können, denn sonst können die Mitspieler zu leicht erkennen, welche Aktionen man vermutlich ausspielen wird. Empire Engine ist somit leichte, unterhaltsame Kost für eine kurze Steam-Punk-, Ressourcen-Sammel- und Kampf-Runde zwischendurch.

Insgesamt kann ich allen, die Micro-Spiele mögen, auch empfehlen, sich Empire Engine einmal anzusehen - und dem Spiel zwei, drei Partien Zeit zu geben, um das Spieldesign wirklich wirken zu lassen. Es ist sicherlich kein Highlight, aber ein gutes Spiel zu einem kleinen Preis.

Rezension Rene Puttin

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Empire Engine: 3,5 3,5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 24.08.15 von Rene Puttin - Wenn man das Spielsystem einmal verstanden hat, ein wirklich gutes Spiel!
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.05.18 von Michael Timpe - Auch nach zwei - drei Partien konnte mich das Spiel nicht wirklich überzeugen. Gerade mit vier Spielern ist der Einfluss doch gering, und so richtig spannend sind die Entscheidungen nicht.

Leserbewertungen

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