Rezension/Kritik - Online seit 09.02.2010. Dieser Artikel wurde 2262 mal aufgerufen.

Finde die Tiere

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Autor: Anja Wrede
Illustration: Luka Kristapaviciute
Verlag: LOGIS
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 3 - 6
Dauer: 20 Minuten
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2008
Bewertung: 4,0 4,0 H@LL9000
Ranking: Platz 2907
Finde die Tiere
Auszeichnungen:2009, Spiel des Jahres Kinderspiel Empfehlungsliste

Spielziel

Reihum übernimmt ein Spieler die Rolle des Bauern Benedikt, der die Tiere ganz genau kennt und immer Bescheid weiß. Auf seiner Karte sind drei Tiere abgebildet, die es durch Raten zu suchen gilt. Dabei wird nicht die virtuelle, sondern die auditive Merkfähigkeit angesprochen.

Ablauf

Die großen Spielkarten werden gemischt und offen auf dem Spieltisch ausgelegt. Auf den Spielkarten sind immer drei verschiedene Tiere abgebildet. Die kleinen Spielkarten, deren Motive mit den großen identisch sind, werden gemischt und verdeckt als Nachziehstapel bereit gelegt.

Nun zieht der erste Spieler eine kleine Karte vom verdeckten Stapel und übernimmt die Rolle des Bauern Benedikt. Der erste Mitspieler ahmt eines der möglichen Tiere nach, indem er das Geräusch nachmacht, welches für das Tier charakteristisch ist, z. B. "Muh".

Schüttelt der Bauer den Kopf, ist das Tier nicht auf der Karte abgebildet und der nächste Spieler ist an der Reihe. Hat ein Spieler richtig geraten, wiederholt der Bauer das Geräusch. Dann darf der Spieler einen weiteren Versuch starten, wobei er dabei das Geräusch des ersten Tieres noch einmal wiederholen muss, bevor er ein weiteres Tiergeräusch nachahmt. Wurden alle drei Tiere erraten, muss der Spieler auf die passende ausliegende Karte zeigen, die er dann als Punkt behalten darf. Danach wechselt die Rolle des Bauern Benedikt.

Das Spiel endet, wenn nur noch drei große Karten auf dem Spielfeld liegen. Gewonnen hat dann natürlich der Spieler, der die meisten Karten sammeln konnte.

Fazit

Öffnet man die Schachtel, erwartet man nach dem ersten Blick auf das Spielmaterial nichts besonders Aufregendes. Die niedlich gezeichneten Tiere sind zwar optisch ansprechend, lassen aber kein spannendes Spiel vermuten. Selbst nach dem Lesen der kurzen und lückenlosen Regel ändert sich diese Einschätzung noch nicht.

Umso überraschter ist man dann, wenn man feststellt, dass das Spielprinzip den meisten Kindern erhebliche Probleme bereitet. Zwar sind Kinder an allerlei Arten von Memospielen gewöhnt und haben darin auch einige Übung, jedoch nur dann, wenn es um die übliche Art dieser Spielkategorie geht, wenn man sich nämlich Bilder merken muss. Finde die Tiere fordert die Kinder jedoch anders, indem es den Spielern genaues Zuhören abverlangt. Denn es darf kein Wort gesprochen werden, sondern nur durch das richtige Quieken, Grunzen usw. kann man die gesuchten Tiere finden. Dies stellt für viele Kinder eine ziemlich große Hürde dar. Erstens fällt es ihnen schwer, während der gesamten Spieldauer von etwa 20 Minuten relativ ruhig sein zu müssen, und zweitens schaffen es manche nicht, sich ständig wechselnde Geräuschfolgen zu merken. Zumal es nur sechs verschiedene Tiere gibt, so dass dieselben Geräusche zwar des Öfteren wiederkehren, aber immer in unterschiedlicher Kombination mit anderen Tierlauten.

Vor allem für 5-Jährige ist das Spielprinzip sehr anstrengend und nicht wenige Kinder dieser Altersstufe haben daher das Spiel abgebrochen. Besser klappt es mit 6- und 7-Jährigen, die hier wesentlich mehr Durchhaltevermögen beweisen. Das Spielen des Bauern ist fast noch schwieriger als das Raten an sich. Deshalb ist es gerade mit jüngeren Kindern sinnvoll, wenn diese Rolle ein Erwachsener übernimmt.

Das Spiel funktioniert in beinahe allen Besetzungen gut, nur zu zweit lässt es sich nach der eigentlichen Wettbewerbsvariante nicht spielen. Hier kann man so vorgehen, dass beide Spieler eine kleine Karte ziehen und einander abwechselnd "Geräuschfragen" stellen. Das entspricht aber einer "Super-Profivariante". Denn es ist außerordentlich schwer, sich zu merken, welche Tierlaute man selbst schon erfolgreich oder nicht gemacht hat, ehe der Mitspieler zwischendurch seine Geräusche macht. Diesen Spielvorschlag kann man daher nur mit älteren Kindern umsetzen.

Gegen Spielende hin wird das Spiel auch noch sehr taktisch. Die ausliegenden Karten werden ja immer weniger, so dass man oft nach zwei korrekten Tierlauten schon ganz eindeutig oder zumindest mit einer 50:50-Chance sagen kann, welches das dritte Geräusch sein muss. Kinder, die das Spiel richtig verstanden haben, können das auch leicht nachvollziehen. Allerdings gibt es genug Kinder, die auch nach zwei Spielen noch nicht richtig verstanden hatten, worauf sie bei den Karten achten müssen.

Ein schöner Aspekt des Spieles ist die Tatsache, dass auch Kinder mit unterschiedlicher Muttersprache problemlos miteinander spielen können.

Wer also ein etwas anderes Spiel sucht, das schnell erklärt ist, die Kinder jedoch so richtig fordert, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000 Wertung Finde die Tiere: 4,0 4,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 12.01.10 von Sandra Lemberger

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