Rezension/Kritik - Online seit 07.12.2017. Dieser Artikel wurde 621 mal aufgerufen.

Gefragt Gejagt

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Autor: keine Angabe
Verlag: Goliath
Rezension: Hardy Jackson
Spieler: 3 - 6
Dauer: 30 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Jahr: 2016
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3022
Gefragt Gejagt

Spielziel

Gefragt - Gejagt ist das Brettspiel zur gleichnamigen TV-Quizshow, die regelmäßig in der ARD und beim NDR zu sehen ist. In drei Spielphasen müssen die Spieler Quizfragen beantworten, dabei spielt man zunächst gegen die Uhr, dann gegen die "Jäger", und schließlich im Duell gegen die Mitspieler. Dabei gilt es, einen möglichst hohen Geldbetrag ins Ziel zu bringen.

Ablauf

Im ersten Spielabschnitt bekommt jeder Mitspieler in einer einminütigen Fragerunde Gelegenheit, so viele Quizfragen wie möglich zu beantworten und so einen ersten Geldbetrag zu sammeln. Die Fragen stellt dabei jeweils einer der Mitspieler.

Im zweiten Abschnitt gilt es, den erspielten Betrag im Duell gegen einen Jäger nach Wahl (es stehen die vier aus der TV-Show bekannten Jäger als Pappfiguren zur Verfügung) ins Ziel zu bringen. Standardmäßig startet man mit zwei Feldern Vorsprung, man kann den Abstand zu Beginn jedoch freiwillig um ein Feld erhöhen oder verkürzen - dadurch wird der Geldbetrag, um den man spielt, erhöht bzw. verringert. Reihum bekommen nun die Spieler Fragen gestellt; anders als in der ersten Fragerunde sind jetzt jeweils drei Antwortmöglichkeiten vorgegeben. Nur bei einer richtigen Antwort darf man sich einen Schritt in Richtung Ziel bewegen. Auf den Quizkarten ist zudem vermerkt, wie die Jäger geantwortet hätten, dementsprechend wird die jeweilige Jägerfigur vorgezogen oder nicht. Sobald ein Spiel vom Jäger eingeholt wurde, bevor er das Ziel erreicht, hat er die Runde und damit das bisher erspielte Geld verloren.

Bis hierhin ist das Spielablauf quasi 1:1 der TV-Sendung nachempfunden. Für die abschließende dritte Phase weicht das Brettspiel aber (notgedrungen) ab. Im Fernsehen spielen nun alle Kandidaten, welche die zweite Runde überstanden haben, gemeinsam eine weitere Fragerunde auf Zeit. Der Jäger tut dann dasselbe und muss die Punktzahl der Kandidaten einholen, wobei er das Handicap hat, dass jedes Mal, wenn er eine Antwort nicht weiß, die Kandidaten die Chance bekommen, mit der richtigen Antwort dem Jäger einen Punkt abzuziehen. Im Brettspiel hingegen zieht nur der Spieler, der den größten Geldbetrag durch die zweite Runde gerettet hat, mit der Summe ins Finale ein und spielt die (diesmal zweiminütige) Fragerunde. Der Jäger wird sodann dadurch simuliert, dass zwei der Mitspieler diese Rolle übernehmen (von den verbleibenden Mitspielern übernimmt einer die Rolle des Fragenstellers). Sie spielen nun gemeinsam ebenfalls die Fragerunde und müssen versuchen, den Einzelkandidaten auf der Punkteleiste einzuholen (wobei sie auch das schon beschriebene Handicap des Jägers erhalten). Schaffen sie das nicht, ist der Einzelspieler der Sieger der Partie und gewinnt virtuell die entsprechende Geldsumme. Schaffen sie es, haben die Jäger das Spiel gewonnen.

Fazit

Die Aufmachung des Spiels ist an die TV-Sendung angelehnt. Das Spielbrett ist übersichtlich gestaltet. Als Timer dient eine Art Pult, das sich auf ein oder zwei Minuten Laufzeit einstellen lässt. Ein Anhalten der Uhr ist möglich. Leider hat das Gerät kein Display und somit keine Anzeige der Restzeit, es werden lediglich durch Tonsignale 10-Sekunden-Abschnitte angezeigt. Das funktioniert einigermaßen, aber eine Uhr mit Anzeige wäre sicherlich besser gewesen.

Es gibt insgesamt 168 Fragekarten (mit je 3 Fragen auf beiden Seiten), wovon gut zwei Drittel für die Zeit-Fragerunden gedacht sind, die restlichen für die zweite Spielphase mit den vorgegeben Antwortmöglichkeiten. Das ist recht knapp kalkuliert, denn somit hat man - selbst bei gutem Kartenmanagement - nach ca. 7 bis 8 Partien zu viert alle Karten einmal durchgespielt. Das Auseinanderhalten von gespielten und nicht gespielten Karten wird dadurch erschwert, dass im Schachtel-Inlay nur zwei gleich große Fächer für die Karten enthalten sind, so dass man beide Arten Fragekarten in einem der Fächer mischen muss (da es viel mehr blaue als rote gibt). Ein weiteres Fach für "verbrauchte" Karten oder zumindest passende Fächer für jede Kartenart wäre hier hilfreich gewesen.

Die erste Spielphase funktioniert gut, insoweit die Mitspieler fair sind und sich beim Vorlesen Mühe geben, dies gut (und zügig) zu machen. Auch der zweite Spielabschnitt ist hinsichtlich der Umsetzung grundsätzlich gelungen, die Abwesenheit eines realen Jägers wurde durch das Angeben der Jäger-Antworten auf den Fragekarten prinzipiell gut kompensiert. Allerdings sind die Jäger-Antworten alles andere als realistisch. Die Zuteilung erfolgte offenbar nach dem Zufallsprinzip, wobei bei jeder Frage immer mindestens einer der vier Jäger falsch liegt (manchmal zwei). Da einige Fragen wirklich kinderleicht sind, ist das nicht glaubwürdig. Wesentlich schöner wäre es gewesen, hätte man die Fragen den wirklichen Jägern vorgelegt und die Antworten dann ins Spiel übernommen.

Die Schwierigkeit der Fragen ist sehr unterschiedlich. Das ist in gewissem Grad bei den meisten Quizspielen so, ebenso wie in der TV-Sendung. Allerdings: wenn man schon die Karten zweiseitig bedruckt, wäre es ein Leichtes gewesen, vorne und hinten unterschiedliche Farben zu drucken und die Fragen in leichte und schwere zu unterteilen. Somit hätte man das Spiel auch gut dem Alter und Wissensgrad der Spieler anpassen können und zugleich die Ausgewogenheit der Fragen (innerhalb einer Schwierigkeitsstufe) automatisch deutlich erhöht. So wie das Spiel konzipiert wurde, ist für geübte Quizzer die zweite Phase aufgrund der zu "dumm" geratenen Jäger tendenziell schon zu leicht, während für junge Kinder (offiziell ist das Spiel ab 8 Jahren) die Fragen größtenteils viel zu schwer sind. Hier wurde leichtfertig eine Chance, das Spiel zu verbessern, verpasst.

Dass auf die Rückseite der Geldkärtchen, die man in der ersten Runde erhält, jeweils die Angebote für das Vergrößern bzw. Verkleinern des Abstandes zum Jäger aufgedruckt sind, ist wiederum gut gelöst.

Die dritte und letzte Phase des TV-Quizzes lässt sich nicht so ohne weiteres auf ein Brettspiel übertragen, da in der Raterunde auf Zeit ein Jäger nicht so leicht simuliert werden kann wie im zweiten Abschnitt. Die Lösung, die man sich hier hat einfallen lassen, ist durchaus pfiffig. Dennoch geht dadurch der Team-Aspekt der Kandidaten aus der TV-Show verloren. Optimal funktioniert das System zudem nur mit vier Spielern. Zu dritt fehlt eine zweite Person, um das Jägerteam zu bilden, da ja eine Person noch die Fragen stellen muss. Zu fünft und zu sechst sind ein bzw. zwei Spieler in der dritten Phase nur noch Zuschauer. Auch in der zweiten Phase kann jemand durch frühes Ausscheiden eine Zeit lang (fast) zum Zuschauer werden, allerdings bleibt da zumindest noch die Möglichkeit, vermehrt das Vorlesen der Fragen zu übernehmen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die ersten zwei Phasen des Quizspiels auch als Brettspiel grundsätzlich gut funktionieren und auch Spaß machen, sofern man denn Quizspiele mag. Dass die Fragen von der Schwierigkeit her extrem unterschiedlich und nicht nach Schwierigkeisgrad eingeteilt sind, ist jedoch ebenso störend wie die zum Teil sehr dummen Antworten der Jäger. Der dritte Abschnitt ist von der Umsetzung noch recht ordentlich gelöst. Dennoch: Aufgrund der genannten Mängel und des im Grunde eben nicht für ein Brettspiel optimierten Konzeptes, ist Gefragt - Gejagt für Personen, die die TV-Sendung nicht kennen, letztendlich nicht die allererste Wahl, wenn es um ein gutes Quizspiel geht. Fans der Show können hingegen mit dem Brettspiel durchaus Spaß haben, wenngleich auch für diese Zielgruppe die vermeidbaren Mängel die Freude etwas trüben.

Rezension Hardy Jackson

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Gefragt Gejagt: 3,0 3,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.08.17 von Hardy Jackson - Für Fans der TV-Sendung 4 Punkte, für alle anderen eher nur 2. Bewertung hätte locker je einen ganzen Punkt besser ausfallen können, wenn man die Karten mit realen Jäger-Antworten bestückt, die Fragen in mind. 2 Schwierigkeitsstufen unterteilt und ein praktischeres Inlay für die Karten eingefügt hätte.

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