Rezension/Kritik - Online seit 19.12.2006. Dieser Artikel wurde 4156 mal aufgerufen.

Gespensterschule

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Autor: Brigitte Pokornik
Illustration: Thies Schwarz
Verlag: HABA - Habermaaß GmbH
Rezension: Sandra Lemberger
Spieler: 2 - 4
Alter: ab 5 Jahren
Jahr: 2005
Bewertung: 3,0 3,0 H@LL9000
Ranking: Platz 3771
Gespensterschule

Spielziel

Mit Hilfe von Buchstabenstempeln und Wortkarten erweitern die Kinder spielerisch ihren Wortschatz, üben die Rechtschreibung der Wörter und sollen ganz nebenbei auch noch die Wörter in anderen Sprachen kennen lernen.

Ablauf

Grundsätzlich geht es darum, mit den 26 Buchstabenstempeln, welche in 5 Blechdosen untergebracht sind, auf 48 Karten vorgegebene Wörter nachzustempeln bzw. zu erkennen. Nach diesem Grundprinzip gibt es drei Spielmöglichkeiten:

SPIEL 1: KLEINES GESPENSTER-ABC

Die Stempel werden in die 5 Dosen verteilt und diese mit den Deckeln geschlossen. Jedes Kind bekommt eine Karte und legt sie offen vor sich ab. Wenn man am Zug ist, nimmt man eine beliebige Dose und schaut hinein. Ist der Stempel mit dem ersten Buchstaben des gesuchten Wortes dabei, nimmt man ihn aus der Dose und stempelt den Buchstaben auf das Blatt. Falls auch noch der nächste Buchstabe in der Dose zu finden ist, stempelt man auch diesen usw. Danach (sowie wenn man keinen passenden Buchstaben gefunden hat) ist der nächste Spieler an der Reihe.

Hat man ein Wort komplett gestempelt, behält man die Karte als Belohnung und muss eine neue Karte ziehen. Es gewinnt, wer zuerst zwei Karten sammeln konnte.

SPIEL 2: DIE WORTJÄGER

Die Stempel werden auf 4 Dosendeckel verteilt, ein Deckel bleibt leer. Ein Spieler ist das Gespenst, zieht eine Karte und mal so viele waagrechte Striche auf das Blatt, wie das gesuchte Wort Buchstaben hat. Nun sucht sich eines der Kinder einen Buchstaben aus und fragt: „Gespenst, Gespenst! Ist in deinem Wort der Buchstabe X?“

Wenn der Buchstabe im Wort enthalten ist, stempelt das Gespenst ihn auf die entsprechende Linie, wenn ein Buchstabe mehrmals vorkommt, dann wird er auch entsprechend oft gestempelt. Ist der Buchstabe nicht enthalten, erhält das Gespenst den Stempel als Belohnung und legt ihn in den leeren Dosendeckel.

Nach diesem Prinzip folgen nun die weiteren Mitspieler. Wenn ein Kind denkt, dass es das gesuchte Wort kennt, so nennt es dieses. Stimmt es, erhält der Spieler die Karte als Belohnung. War die Vermutung falsch, bekommt das Gespenst wieder einen Stempel. Sobald das Gespenst sieben Stempel sammeln konnte, hat es die Runde gewonnen und darf die Karte selbst behalten.

Das Spiel endet, wenn jedes Kind zweimal Gespenst sein durfte. Wer danach die meisten Karten sammeln konnte, hat gewonnen.

SPIEL 3: G WIE GESPENST

In den fünf geschlossenen Dosen befinden sich gut verteilt die Stempel. Der erste Spieler wählt eine beliebige Dose, sucht sich einen Stempel aus und stempelt diesen auf die Burgmauer. Dazu sagt er: „Das Gespenst will das Wort XXX schreiben“ und nennt ein Wort, das mit dem gewählten Buchstaben beginnt (z. B. Garten, wenn er ein G gestempelt hat).

Der nächste Spieler wählt ebenfalls eine Dose und hat nun folgende Möglichkeiten:

· Wenn er in seiner Dose den passenden Buchstaben für das von einem Vorgänger genannte Wort findet, kann er das Wort weiterstempeln (hätte er z. B. ein A, dann dürfte er am „Garten“ weiterarbeiten)

· Er darf aus den bereits gestempelten Buchstaben ein neues Wort bilden (hätte er z. B. ein R gestempelt, könnte er sagen, das Gespenst will das Wort „Graf“ schreiben)

· Der Spieler darf auch ein gänzlich neues Wort beginnen, wobei hier darauf zu achten ist, dass maximal drei angefangene Wörter auf dem Papier stehen dürfen.

· Man kann mit den Buchstaben in einer Dose nichts anfangen und setzt aus.

Wenn ein Spieler den letzten Buchstaben eines Wortes stempelt, erhält er eine Gespensterkarte als Belohnung. Sobald das fünfte Wort komplett ist, endet das Spiel und es gewinnt derjenige, der die meisten Karten sammeln konnte.

Fazit

Die Spielregeln sind gut gegliedert und leicht zu verstehen. Außerdem werden zu den drei Spielideen auch noch diverse Varianten angeboten.

Das fürs Auge niedliche Material entlockte allen „Testkindern“ beim ersten Anblick Äußerungen wie „Oh wie süß“, „goldig“ usw. und alle wollten sofort zu stempeln beginnen. Leider trägt das Spielmaterial dazu bei, dass diese Freude nicht allzu lange währt. Die Stempel sind relativ hoch und sehr schmal, so dass sie wirklich beim geringsten Wackeln umfallen. Da die Dosen für die Anzahl von Stempel, die sie aufnehmen sollen, viel zu groß sind, bieten sie auch keinerlei Unterstützung, um die Stempel am Umfallen zu hindern. Da es in allen Spielen wichtig ist, die Buchstaben, welche auf der oberen Seite der Stempel aufgedruckt sind, zu sehen, gestaltet sich das Spielgeschehen durch diesen Umstand sehr mühselig. Einzig im zweiten Spiel fiel das nicht dermaßen negativ auf, weil die Stempel offen in der Tischmitte stehen und die Dosen nicht ständig in die Hand genommen werden. Aber auch hier fallen die Stempel immer wieder mal um, wenn man versucht, einen aus dem Deckel zu nehmen.

Die meisten Kinder verloren also schon nach kurzer Zeit die Lust an dem Spiel, obwohl sie ursprünglich mit Feuereifer an die Sache herangegangen waren. Alle, die länger durchgehalten hatten, meinten abschließend, dass sie das Spiel toll fänden, wenn nur die Stempel nicht ständig umgefallen wären.

Ich saß immer mit Bedauern dabei und fand es sehr schade, dass ein Spiel, welches so viel Potential bietet (die Buchstabenstempel stacheln die Kinder geradewegs dazu an, eigene Spielideen zu entwickeln), nur am Material scheitert. Hätte man die Stempel weniger hoch und ein wenig breiter gemacht, wären sie wahrscheinlich um einiges standfester geworden.

Die Altersfreigabe ab 5 Jahren ist gerechtfertigt. Da die meisten Kinder dieser Altersstufe jedoch noch nicht lesen können, eignet sich für diese Altersgruppe nur die erste Spielvariante. Kennen die Kinder erst einmal alle Buchstaben, ist ihnen diese Variante vermutlich zu langweilig und sie können sich an die zweite Spielmöglichkeit wagen bzw. den Herausforderungen des dritten Spiels stellen. Denn vor allem diese hat es in sich – hier ist Wortkreativität gefragt und dies bereitet den Kindern auch sichtlich Spaß. Damit der Spielvorgang in Bezug auf die Rechtschreibung auch tatsächlich die richtigen Resultate bringt, ist hier jedoch bei den Erstklässlern die Anwesenheit eines (einigermaßen rechtschreibsicheren) Erwachsenen gefragt. Denn wenn sie auch kunstfertig die tollsten Wörter finden, um die zur Verfügung stehenden Buchstaben einsetzen zu können, so sind ihre Ideen bezüglich Schreibweise nicht immer Duden-konform.

Alles in allem bietet „Gespensterschule“ ebenso tolle wie auch lehrreiche Spielideen, deren Umsetzung jedoch leider am Material scheitert.

Rezension Sandra Lemberger

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Gespensterschule: 3,0 3,0, 1 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 17.06.06 von Sandra Lemberger - Punkteabzug von jeweils 2 bei Spielbarkeit und Spielreiz aufgrund des wackligen Materials.

Leserbewertungen

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