Rezension/Kritik - Online seit 27.06.2011. Dieser Artikel wurde 4265 mal aufgerufen.

Heroes of the World

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Autor: Pascal Bernard
Illustration: Julien Marty
Verlag: Sirius
Rezension: Horst Sawroch
Spieler: 3 - 5
Dauer: 60 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Jahr: 2008
Bewertung: 3,8 3,8 H@LL9000
4,5 4,5 Leser
Ranking: Platz 3542
Heroes of the World

Spielziel

Durch gezielten Einsatz der Eigenschaften berühmter Persönlichkeiten (Helden) gilt es in zwei Epochen einen möglichst hohen Zivilisationswert zu erlangen. Zu erreichen ist dieses Ziel, wie auch die Geschichte zeigte, durch Eroberungen, Bevölkerungsmehrheiten in wertvollen Gebieten und Errichtung von unterstützenden Bauwerken (Weltwundern).

Ablauf

Mit dem Spielplan öffnet sich die damals geografisch bekannte Weltkarte der beiden Epochen Altertum und Neuzeit. Mit Persönlichkeiten der damaligen Zeit (Heldenkarten mit individuellen Wirkungsgebieten und Eigenschaften) werden Gebiete besiedelt (Altertum 4 Gebiete, Neuzeit weitere 5 Gebiete) und in diesen Fortschritt ermöglicht (3 - 4 Fortschrittsfelder je Gebiet). Sonderkarten, hier Weltwunderkarten, unterstützen dabei die Entwicklungsmöglichkeiten mit Zusatzeigenschaften.

Die Heldenkarte und ihre 6 Informations-/Aktionsmöglichkeiten

  1. Name, Titel, Geburts-/Sterbetag
  2. Bevölkerungswert (Anzahl der in Gebiete einsetzbaren Bevölkerungsfiguren)
    (Reiterfigur = 5 Bevölkerungsfiguren)
  3. Fortschrittswert (Anzahl zu ziehender und einzusetzender Fortschrittsmarker)
  4. Eroberungswert (Addition zum Eroberungswürfel)
  5. Schatzwert (Münzeneinnahme)
  6. Wirkungsgebiet

Spielvorbereitung
Die Besiedlung der beiden Epochen stellt gleichzeitig die Spielrunden dar. Zu jeder Epoche gehört ein eigener Satz an Heldenkarten, Weltwunderkarten und Fortschrittsmarker. Die Weltwunderkarten und drei Heldenkarten werden offen ausgelegt, die restlichen Heldenkarten bilden den verdeckten Nachziehstapel. Jeder Spieler erhält seine farbigen Bevölkerungs- bzw. Reiterfiguren, 1 Münze und 2 Heldenkarten. Reihum werden als erste Besiedlung sieben Bevölkerungsfiguren eingesetzt.

Spielablauf

  • Heldenkarte aus offener Auslage oder vom Nachziehstapel ziehen
  • Heldenhandkarte unter Beachtung des Einflussgebiets ausspielen und 4 Herrschereigenschaften in Reihenfolge ausüben:
  • Bevölkerungsfiguren einsetzen
  • Fortschrittsmarker aus Stoffbeutel ziehen und in das Einflussgebiet des Helden platzieren
  • Eroberung bei Bedarf; Kampf erfolgt in einem Gebiet, Art wird durch Würfelwurf entschieden und verändert die Bevölkerungsanzahl gegenüber einem Mitspieler
  • Schatzwert in Goldmünzen in Empfang nehmen und mittels Goldmünzenbezahlung:
  • Bevölkerungsfiguren in benachbarte Gebiete verschieben
  • Weltwunderkarte erwerben
  • Zivilisationspunkte kaufen

Wird das letzte Fortschrittsfeld eines Gebiets besetzt, erfolgt die sofortige Gebietswertung. Das Gebiet und die darin befindlichen Bevölkerungsfiguren bleiben im Spiel! Der Spieler mit den meisten Bevölkerungsfiguren erhält Zivilisationspunkte in Höhe der Summe der Fortschrittsmarker; der zweite Spieler die Hälfte und der dritte ein Drittel. Mit der 4. Gebietswertung endet die Epoche Altertum.

Epochenwechsel in die Neuzeit (2. Spielrunde)
In der Epoche Neuzeit erfolgt die Besiedlung der restlichen 5 Gebiete und somit des gesamten Spielplans. Während die Auslagen der ausgespielten Helden- und Weltwunderkarten, der werthöchste Fortschrittsmarker in jedem Gebiet und alle Bevölkerungsfiguren erhalten bleiben, erfolgt eine erneute Spielvorbereitung identisch zur ersten Runde Altertum.

Spielende
Mit der Wertung des 8. Gebietes in der Neuzeit endet das Spiel. Der Spieler mit den meisten Zivilisationspunkten ist Spielsieger und neuer "Hero of the World".

Fazit

"Heroes of the World", in der gängigen Übersetzung "Helden", waren die auf den Karten aufgeführten Personen sicherlich nicht, wohl aber bekannte Persönlichkeiten

Titel und Kartongestaltung lassen ein anspruchsvolles Strategiespiel erwarten, die Spielalterempfehlung (ab 10 Jahren) und die angegebene Spielzeit (75 Minuten) wecken jedoch Zweifel. Öffnen wir den Karton, finden wir ein opulentes Angebot an Spielmaterial – leider mit demselben gegensätzlichen Eindruck. Während die kleinen Plastikspielfiguren schwierig zu händeln sind, überraschen die detaillierten Heldenkarten mit guter Qualität, geschichtlichen Informationen, Übersichtlichkeit und detailgetreuen, bildschönen Motiven.

Die Spielregel ist reich bebildert und lässt keine Fragen offen. Die Struktur ist jedoch verbesserungswürdig und hätte bei dem derzeitigen Umfang von 6 Seiten plus Anlage deutlich übersichtlicher gestaltet werden können. Wichtige Regelelemente verlieren sich in der grafischen Gestaltung. Besonders zur sehr ausführlichen Darstellung des Spielablaufs wäre eine zusätzliche kurze Zusammenfassung an den Blattseiten hilfreich.

Durch Titel und Aufbau weckt das Spiel eine strategische Erwartungshaltung. Verlangen die Besiedlung der Gebiete der Welt und der Einsatz der Fortschrittsmarker anfangs noch strategische Ansätze (hochwertige Marker in sichere eigene, niedrige in fremde Gebiete), greifen diese jedoch durch Kartenauswahl und Kampfwürfel im Spiel zunehmend weniger. Die Heldenauswahl und besonders die würfelbestimmte Art der Eroberung bringen eine einem strategischen Spielansatz widersprechende hohe Glückskomponente ins Spiel.

Interaktionen beschränken sich auf Gebietskämpfe, die durch Kartenaktion und Würfelbeschriftung meist als Vorteil für den Angreifer enden. Die Weltwunderkarten scheinen im Spieleinfluss aufgesetzt und entbehrlich. Die möglichen Zusatzfunktionen sind meist den Kaufpreis nicht wert – wird doch das kostbare Gold dringender und zweckmäßiger zur Bewegung der Bevölkerung benötigt und eingesetzt.

Insgesamt bleibt ein zwiespältiger Eindruck. Heroes of the World ist auch als einfaches Strategiespiel sehr glücksbehaftet und bietet als Familienspiel wenig Abwechslung. Der Spielreiz wird gemindert durch die immer gleichen, sich wiederholenden Spielzüge und den geringen Einfluss auf das Spielgeschehen - Besiedlungen in der Neuzeit sind nur eine Wiederholung des Altertums.

Trotz der sicher interessanten Geschichtsthematik und der von mir bevorzugten kurzen Spielzeit werde ich es künftig anderen überlassen, Hero of the World zu werden. Ich widme mich, auch auf Grund meiner sehr eingeschränkten Brettspielzeit, lieber Spielen, in denen ich mehr Einfluss auf das Spielgeschehen oder reinen glücksbetonten Spielspaß habe.

Rezension Horst Sawroch

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H@LL9000-Bewertungen

H@LL9000 Wertung Heroes of the World: 3,8 3,8, 4 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 18.06.11 von Horst Sawroch
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 03.11.09 von Jörn Griesbach
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 10.01.11 von Michael Andersch - Schachtel und Aufmachung suggerieren ein etwas "größeres" Spiel, als dann tatsächlich drin steckt. Spielt sich aber locker runter und ist schnell erklärt.
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 11.01.11 von Jost Schwider - Eine für mich sehr positive Überraschung, insbesondere bei dem günstigen Preis: Völlig unbekannter Verlag, sehr üppige Ausstattung, unkomplizierte und gu gemachte Spielregeln und sehr viel Spielspaß auch (gerade!) für unsere "Wenigspieler"! Natürlich ist HotW kein Strategiehammer, aber die Relation Spieldauer/Anspruch/Einfluss passt für meinen Geschmack sehr gut - also eine sehr gute Alternative zum ewigen Risiko-Geschiebe! ;o)

Leserbewertungen

Leserwertung Heroes of the World: 4,5 4.5, 2 Bewertung(en)

Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 16.01.11 von Detlef Vanis
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz Kommentar
Aufmachung Spielbarkeit Interaktion Einfluss Spielreiz 07.07.11 von Dieter Schmitz - Einfach und gut.

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